Die Nutzung von Ap­pli­ka­tio­nen auf mobilen Geräten wie Smart­phones oder Tablets boomt nach wie vor. Auch für kleine und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men sowie für Selbst­stän­di­ge kann es sich lohnen, eine eigene Mobile App zu ent­wi­ckeln: In­zwi­schen sind hierfür sowohl der Kosten- und Ent­wick­lungs­auf­wand als auch die be­nö­tig­ten Vor­kennt­nis­se stark gesunken. Solange man eine gute Idee für eine Ap­pli­ka­ti­on hat und ein gewisses tech­ni­sches Wissen im Pro­jekt­team vorhanden ist, bieten sich viele Optionen, um die eigene iOS- oder Android-App zu pro­gram­mie­ren. Anfänger können dabei auf App-Baukästen zu­rück­grei­fen, wogegen Ent­wick­ler mit Vor­kennt­nis­sen häufig ohne Hilfs­pro­gram­me auskommen und ihre App selbst pro­gram­mie­ren.

In unserem Mehr­tei­ler erklären wir aus­führ­lich, worauf Sie bei der Ent­wick­lung einer Native Mobile App achten müssen. Als Native Mobile App wird eine Ap­pli­ka­ti­on be­zeich­net, die für ein be­stimm­tes Be­triebs­sys­tem (wie Android oder iOS) eines mobilen Endgeräts kon­zi­piert wird. Dabei be­leuch­tet der erste Teil die Vorteile nativer Apps und was bei der Planung und Or­ga­ni­sa­ti­on einer solchen Anwendung zu be­rück­sich­ti­gen ist.

Warum eine Native Mobile App ent­wi­ckeln?

Wenn man eine eigene App erstellen möchte, macht man sich in der Regel zunächst Gedanken über das passende Format der Ap­pli­ka­ti­on: Es gibt viele ver­schie­de­ne App-Formate, unter denen Sie das für Ihre Anwendung am besten geeignete her­aus­su­chen müssen. Neben Native Apps werden vor allem noch Web-Apps und Hybrid-Apps wei­ter­ent­wi­ckelt. Das Format markiert die erste grund­le­gen­de Ent­schei­dung in Bezug auf die tech­ni­schen Cha­rak­te­ris­ti­ka Ihrer App und ist für den weiteren Ent­wick­lungs­pro­zess weg­wei­send.

Unser Mehr­tei­ler zur App-Er­stel­lung dreht sich um die Pro­duk­ti­on einer nativen App für mobile Geräte. Für die Ent­schei­dung zugunsten dieses App-Formats sprechen mehrere Gründe: Der größte Vorteil von Native Mobile Apps besteht darin, dass man sie optimal auf das genutzte Be­triebs­sys­tem abstimmen kann. Gegenüber Web- und Hybrid-Apps sind native Ap­pli­ka­tio­nen leis­tungs­stär­ker und verfügen über kürzere Re­ak­ti­ons­zei­ten bei der Bedienung einer Anwendung. Auch in anderen Bereichen sind sie weniger limitiert als andere App-Formate – so können sie mit vor­han­de­nen Dateien auf dem Gerät optimal in­ter­agie­ren, auf den kom­plet­ten ver­füg­ba­ren Spei­cher­platz eines Mo­bil­ge­räts zu­rück­grei­fen und beinah alle nativen Funk­tio­nen eines Geräts (wie Kamera, GPS, Push-Be­nach­rich­ti­gung etc.) nutzen. Eine Native Mobile App eröffnet Ihnen letztlich die meisten Mög­lich­kei­ten, um die Anwendung nach Ihren Wünschen zu gestalten.

Des Weiteren ist der Vertrieb bei nativen Apps sehr einfach: Wenn Sie für die mobilen Be­triebs­sys­te­me von Google (Android) oder Apple (iOS) eine App pro­gram­mie­ren, bieten Sie Ihre Anwendung in der Regel über den Google Play Store bzw. den App-Store von Apple an. Bei der Nutzung der App-Stores bleibt es Ihnen über­las­sen, ob Sie Ihre App gratis oder kos­ten­pflich­tig anbieten. Die Online-Stores der beiden Anbieter sind für die meisten User der übliche Weg, um neue Ap­pli­ka­tio­nen her­un­ter­zu­la­den – für iOS-An­wen­dun­gen stellt Apples App-Store sogar die einzige of­fi­zi­el­le Download-Mög­lich­keit dar.

Ein weiterer, nicht un­er­heb­li­cher Grund für die Er­stel­lung einer App ist der po­ten­zi­el­le Umsatz, der damit erzielt werden kann. Immerhin steigen die Ver­brau­cher­aus­ga­ben für Smart­phone-Ap­pli­ka­tio­nen seit Jahren stark an. Bis in Jahr 2021 wird ein welt­wei­ter Umsatz von 78 Mil­li­ar­den US-Dollar erwartet.

Hier können Sie die In­fo­gra­fik zu den Ver­brau­cher­aus­ga­ben für Apps her­un­ter­la­den.

Für welche An­wen­dun­gen eignet sich eine Native App?

Dank ihrer Leis­tungs­stär­ke werden Native Apps vor allem für re­chen­in­ten­si­ve, komplexe und grafisch auf­wen­di­ge An­wen­dun­gen genutzt. Aber auch einfach ge­strick­te Ap­pli­ka­tio­nen lassen sich mit ihnen rea­li­sie­ren und pro­fi­tie­ren ebenso von der starken Per­for­mance dieses App-Formats. Wenn eine App bestimmte native Funk­tio­nen eines Smart­phones oder Tablets nutzen soll, bieten Native Apps die größte Auswahl: Kom­po­nen­ten wie Kamera, Mikrofon, Adress­buch, Kalender, Push-Nach­rich­ten, GPS-Lo­ka­li­sie­rung, Bluetooth, Sensoren für Position und Bewegung des Geräts und einige weitere lassen sich hier ver­gleichs­wei­se un­kom­pli­ziert in die App in­te­grie­ren.

Ein weiterer großer Vorteil nativer Apps gegenüber den meisten Web-Apps und vielen Hybrid-Apps: Für ihre Aus­füh­rung ist nicht zwangs­läu­fig eine In­ter­net­ver­bin­dung notwendig. Somit sind Ap­pli­ka­tio­nen, deren Funk­tio­nen auch oder gerade im Offline-Modus sinnvoll sind, prä­de­sti­niert für dieses Format. Native Apps verfügen außerdem über die geringste La­tenz­zeit – eine möglichst schnelle Umsetzung von Befehlen bei der App-Bedienung ist oftmals wichtig für Spiele oder andere An­wen­dun­gen, bei denen in kurzer Zeit viele Eingaben getätigt werden.

Sobald Sie bei Ihrer Anwendung großen Wert auf die ideale Be­nut­zer­freund­lich­keit (Usability) und ein optimal an das Be­triebs­sys­tem an­ge­pass­tes Nut­zungs­er­leb­nis (User Ex­pe­ri­ence) legen, ist ebenfalls der Griff zur nativen App sinnvoll: Da sie die Standard-Frame­works der Plattform nutzen können, ist es möglich, Native Apps ideal an die platt­form­spe­zi­fi­sche Be­nut­zer­ober­flä­che an­zu­pas­sen. Hierdurch besitzen sie ten­den­zi­ell ein besseres „Look and Feel“ als Hybrid- und Web-Apps. Dies äußert sich bei­spiels­wei­se darin, dass sich auf einem iOS- oder Android-Gerät die Steuerung der App gleich­ar­tig zu anderen Pro­gram­men der Plattform verhält. Auch das ein­heit­li­che Design und Verhalten von Menüs und Buttons innerhalb ver­schie­de­ner An­wen­dun­gen zählt hierzu. Viele Nutzer sind mit dem Look and Feel ihres mobilen Be­triebs­sys­tems vertraut und nehmen die Ein­hal­tung der Be­die­nungs- und De­sign­richt­li­ni­en als Qua­li­täts­merk­mal wahr – mit einer Native App können Sie hiervon best­mög­lich pro­fi­tie­ren.

Welchen Mehrwert hat meine App?

Als Erstes benötigen Sie natürlich eine App-Idee, von deren Potenzial Sie überzeugt sind. Diese Idee sollten Sie gründlich prüfen – noch vor der ei­gent­li­chen Planung der App. Ein probates Mittel hierfür ist es, sich den Mehrwert der Anwendung vor Augen zu führen – das meint den Nutzen sowohl für den Anwender als auch für Sie selbst.

  • Mehrwert für den App-Nutzer: Eine App wird nur dann gebraucht, wenn sich daraus ein Nutzen für die User ergibt. Dabei kann die Anwendung auf ganz ver­schie­de­ne Arten nützlich sein – bei­spiels­wei­se indem sie In­for­ma­tio­nen, Un­ter­hal­tung, Hil­fe­stel­lun­gen, Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten oder Kom­mu­ni­ka­ti­on mit anderen App-Nutzern bietet.
  • Mehrwert für den App-Anbieter: Da eine App immer auch eine In­ves­ti­ti­on darstellt, muss sich diese für den Anbieter in ir­gend­ei­ner Form lohnen. Erneut sind die Mög­lich­kei­ten hierbei breit gefächert – nicht nur ein un­mit­tel­ba­rer fi­nan­zi­el­ler Gewinn bildet hier den Mehrwert ab. Auch die Ver­grö­ße­rung des Kun­den­krei­ses und Be­kannt­heits­gra­des des App-Anbieters zählen hierzu. Die Eta­blie­rung bzw. Festigung eines be­stimm­ten Images des Anbieters kann ebenfalls die Ziel­set­zung hinter einer Ap­pli­ka­ti­on sein.

Erst wenn sich sowohl für Sie als auch für die Anwender ein zu­frie­den­stel­len­der Nutzen ab­zeich­net, beginnen Sie mit der Planung der Native Mobile App. Bleiben Sie dabei rea­lis­tisch: Machen Sie sich bereits im Vorfeld bewusst, ob die App überhaupt technisch um­zu­set­zen und die Ziel­set­zung zu erreichen ist. Zudem müssen Sie Faktoren wie den Ar­beits­auf­wand und die Fi­nan­zie­rung grob ein­schät­zen.

Die Planung und Or­ga­ni­sa­ti­on der App

Je besser Sie eine App planen, die Ar­beits­ab­läu­fe or­ga­ni­sie­ren und je mehr relevante In­for­ma­tio­nen Sie hierfür re­cher­chie­ren , umso rea­lis­ti­scher können Sie die Er­folgs­chan­cen, den Ar­beits­auf­wand und die Ausgaben für die Anwendung vor­aus­se­hen. Sprechen Sie zudem während des Prozesses mit möglichst vielen ver­trau­ens­wür­di­gen Personen über Ihre App-Idee – jedes (ehrliche) Feedback kann Ihnen Denk­an­stö­ße bezüglich der Planung und Umsetzung geben.

Die im Folgenden auf­ge­führ­ten Pla­nungs­fel­der sollten Sie in jedem Fall be­rück­sich­ti­gen; im Idealfall halten Sie alles in einem Kon­zept­pa­pier fest, so sorgen Sie selbst für eine struk­tu­rier­te Or­ga­ni­sa­ti­on Ihres Projektes. Ebenso bietet sich die Her­stel­lung eines so­ge­nann­ten Wire­frames an – damit be­zeich­net man eine frühe sche­ma­ti­sche Il­lus­tra­ti­on einer Anwendung, die in erster Linie die User-Ex­pe­ri­ence abbilden und nach­voll­zieh­bar machen soll. Solche Entwürfe er­leich­tern Ihnen später nicht nur die Umsetzung – sie sind vor allem dann wichtig, wenn Sie die App nicht selbst pro­gram­mie­ren können oder möchten. Auch bei der Suche nach Geld­ge­bern für Ihre App ist ein schrift­li­ches Konzept ein Muss.

Mit­be­wer­ber

Bringen Sie in Erfahrung, ob und wenn ja wie andere Anbieter eine ver­gleich­ba­re App gestaltet haben. Wenn es noch keine Mobile App dieser Art gibt, könnte dies für das In­no­va­ti­ons­po­ten­zi­al Ihrer Anwendung sprechen; es ist aber auch möglich, dass die Idee bereits in einer anderen Form (z. B. über eine Website) umgesetzt wurde – oder einfach wenig prak­ti­ka­bel ist. Suchen Sie deshalb auch abseits der App-Angebote nach Wett­be­wer­bern aus Ihrer Branche: Die Analyse der Kon­kur­renz und gleich­ar­ti­ger Ge­schäfts­mo­del­le gibt Ihnen nicht nur Auf­schluss über die momentane Markt­si­tua­ti­on, sondern ver­schafft Ihnen mitunter Denk­an­stö­ße für die Umsetzung Ihrer eigenen App.

Wenn die geplante App bereits in einer ähnlichen Form existiert, ist eine Wett­be­werbs­ana­ly­se ohnehin Pflicht: Über diese erhalten Sie wertvolle In­for­ma­ti­on darüber, welche Ansätze bisher er­folg­reich und welche erfolglos waren. An positiven Er­geb­nis­sen der Kon­kur­renz können Sie sich ori­en­tie­ren und auch ein Stück weit leiten lassen. Die Fehler der Mit­be­wer­ber zeigen Ihnen hingegen, auf welche Stra­te­gien und Vor­ge­hens­wei­sen Sie lieber ver­zich­ten sollten und wo es noch Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al gibt, das Sie in Ihrer App be­rück­sich­ti­gen können.

Falls Sie ein be­stehen­des App-Konzept op­ti­mie­ren oder auf einen anderen Bereich ummünzen möchten, ist es ebenso ratsam, vor­han­de­ne Projekte aus diesem Feld genau zu ana­ly­sie­ren. Nicht jede App muss das Rad neu erfinden – bereits kleine Ver­bes­se­run­gen, zu­sätz­li­che Features oder die Über­tra­gung eines Konzepts auf eine andere Branche haben ver­schie­de­nen Apps (und deren Anbietern) zum Erfolg verholfen.

Ziel­grup­pe

Indem Sie die Ziel­grup­pe der App de­fi­nie­ren, kon­kre­ti­sie­ren Sie zugleich einige An­for­de­run­gen an die Ap­pli­ka­ti­on (wie Funk­tio­nen, Design, Preis etc.). Hierfür greifen Sie am besten nicht nur auf Ihr Bauch­ge­fühl, sondern auch auf Sta­tis­ti­ken zurück. Wenn Sie z. B. bereits eine Website betreiben, die the­ma­ti­sche Über­schnei­dun­gen mit der geplanten App hat, können Sie durch Web Analytics (mit Tools wie Google Analytics oder Piwik) eine Menge über die Nutzer erfahren. Analyse-Tools für Websites verraten Ihnen, wie viele Nutzer mit einem Mo­bil­ge­rät Ihre Website auf­ge­ru­fen haben und mit welchem Be­triebs­sys­tem dies geschehen ist. Dadurch bekommen Sie An­halts­punk­te, welche Platt­for­men die richtigen für Ihre Native App sind. Ebenso gibt Ihnen Web Analytics Auskunft über das Nut­zungs­ver­hal­ten der Besucher: Welche Website-Funk­tio­nen werden häufig auf­ge­ru­fen und dürfen demnach nicht in der App fehlen? Eine weitere Option, um mehr über die Ziel­grup­pe zu erfahren, stellen Umfragen und In­ter­views dar. Außerdem sollten Sie nicht außer Acht lassen, dass jüngere Menschen den Großteil der App-User ausmachen. Eine App für Senioren würde somit eher ein Ni­schen­pro­dukt dar­stel­len.

Plattform

Auf welchem Be­triebs­sys­tem möchten Sie die Native Mobile App anbieten? Ge­le­gent­lich liefert die Ziel­grup­pen­de­fi­ni­ti­on bereits die Antwort – etwa wenn Sie nur Android- oder Apple-Kunden an­spre­chen möchten. Auch wenn Ihre App mit einer be­stimm­ten Software verknüpft sein soll, die nur auf einer be­stimm­ten Plattform existiert, müssen Sie sich keine weiteren Gedanken um die Plattform machen.

Sind Sie aber nicht an ein spe­zi­el­les Be­triebs­sys­tem gebunden, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie eine iOS- oder eine Android-App ent­wi­ckeln oder beide Ziel­platt­for­men mit­ein­be­zie­hen möchten. Jede verfügt über eine eigene Pro­gram­mier­spra­che, weshalb Sie die Anwendung pro Be­triebs­sys­tem einzeln ent­wi­ckeln und warten müssen. Wenn die Ap­pli­ka­ti­on auf ein großes öf­fent­li­ches Interesse stößt, können sich die dadurch auf­kom­men­den höheren Kosten und die Mehr­ar­beit aber durchaus lohnen. Immerhin haben Android und iOS in Deutsch­land zu­sam­men­ge­nom­men einen Markt­an­teil um die 95 Prozent unter den mobilen Platt­for­men (Android-Systeme sind dabei mit Abstand am weitesten ver­brei­tet).

Da der Markt­an­teil von Smart­phones mit anderen Be­triebs­sys­te­men wie Microsoft Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile oder Black­Ber­ry 10 OS extrem gering ist, lohnt sich die An­fer­ti­gung einer App für diese Platt­for­men nur in Ausnahmen. Wir the­ma­ti­sie­ren daher auch aus­schließ­lich, wie Sie eine Android- oder iOS-App ent­wi­ckeln bzw. eine ent­spre­chen­de App planen, or­ga­ni­sie­ren und ver­mark­ten.

Features

Bei der App-Pro­gram­mie­rung verfolgen viele Ent­wick­ler den Grundsatz, den Funk­ti­ons­um­fang einer Anwendung auf das We­sent­li­che zu re­du­zie­ren. Eine App dient meist einem be­stimm­ten Zweck – oder kon­zen­triert sich zumindest auf ein zentrales Feature. In der Pla­nungs­pha­se können Sie dennoch erst einmal alle Features fest­hal­ten, die Ihnen vor­schwe­ben; ab einer gewissen Zahl sollten Sie diese al­ler­dings in un­ver­zicht­ba­re und nicht zwingend not­wen­di­ge Funk­tio­nen un­ter­schei­den. Si­cher­lich werden es nicht alle in die finale App schaffen.

Die Mehrzahl der User erwartet von einer Ap­pli­ka­ti­on, dass diese leicht ver­ständ­lich und intuitiv zu bedienen ist. Beachten Sie deshalb schon bei der Planung, dass die App an sich und ihre einzelnen Features nicht zu komplex angelegt sind. Zur Vi­sua­li­sie­rung Ihrer Idee bietet es sich an, Skizzen der einzelnen Men­ü­bild­schir­me an­zu­fer­ti­gen. Auch die Me­nü­füh­rung und die jeweilige Dar­stel­lung auf ver­schie­de­nen Dis­play­grö­ßen (Smart­phone vs. Tablet) sind hierbei zu bedenken. Hierüber erhalten Mit­ar­bei­ter und Au­ßen­ste­hen­de eine bessere Vor­stel­lung davon, wie die finale Ap­pli­ka­ti­on aussehen und funk­tio­nie­ren soll.

Fi­nan­zie­rung und Um­satz­ge­ne­rie­rung

Mit der Fi­nan­zie­rung steht und fällt das Projekt. Falls Sie die Ent­wick­lungs- und War­tungs­kos­ten der App nicht selbst tragen können, müssen Sie sich zwangs­läu­fig um Geldgeber, Sponsoren und andere Ein­nah­me­quel­len kümmern. Hierfür sollten Sie eine ent­spre­chen­de Kos­ten­auf­stel­lung an­fer­ti­gen. Aber selbst wenn Sie die an­fal­len­den Ausgaben selbst stemmen können, benötigen Sie eine möglichst genaue Bud­get­pla­nung: Ein Fi­nan­zie­rungs­mo­dell für die App ist in jedem Fall ob­li­ga­to­risch. Vergessen Sie dabei nicht, dass bei den meisten nativen mobilen Apps neben den Ent­wick­lungs­kos­ten noch War­tungs­kos­ten da­zu­kom­men.

Neben dem Fi­nan­zie­rungs­mo­dell für die App als solches sollten Sie auch ein Er­lös­mo­dell auf­stel­len. In diesem halten Sie fest, wie die Ap­pli­ka­ti­on Umsätze erzielen kann. Wenn Sie eine Shopping-App für einen On­line­shop erstellen, erklärt sich das Er­lös­mo­dell von selbst. Wenn Sie hingegen eine App planen, die abseits vom E-Commerce oder der Selbst­ver­mark­tung des Kern­ge­schäfts eines Un­ter­neh­mens agieren soll, bieten sich für die Um­satz­ge­ne­rie­rung diese drei klas­si­schen Varianten:

  • Kos­ten­pflich­ti­ge App: Hier zahlen die Nutzer für den Download der App einen festen Preis. Al­ler­dings sind bei weitem nicht alle User bereit, für den Erwerb einer App Geld aus­zu­ge­ben – gerade Android-Apps sind größ­ten­teils kostenlos. Apple-Nutzer gelten gemeinhin schon eher als Klientel, das bereit ist, für eine App zu bezahlen. Doch selbst wenn Sie eine zah­lungs­wil­li­ge Ziel­grup­pe haben, sollten Sie bedenken, dass die Kon­kur­renz auf dem App-Markt groß ist. Für den Erfolg einer kos­ten­pflich­ti­gen App sind nicht nur die Inhalte, sondern oftmals auch Ihr guter Ruf und vor allem Ihr Be­kannt­heits­grad ver­ant­wort­lich. Damit die User die Chance haben, sich von den Inhalten Ihrer App zu über­zeu­gen, können Sie diese zunächst als kos­ten­freie Test­ver­si­on anbieten. Die Anwender zahlen hier erst nach einem gewissen Zeitraum für die Wei­ter­nut­zung bzw. für die In­stal­la­ti­on der Voll­ver­si­on der App.
  • In-App-Purcha­sing: In diesem Modell können innerhalb der Ap­pli­ka­ti­on Einkäufe (In-App-Purchases) durch­ge­führt werden – etwa für die Nutzung weiterer Funk­tio­nen oder die Aus­blen­dung von Werbung. Auch eine Freemium-App setzt auf dieses Modell: Die Anwendung wird hierbei in re­du­zier­ter Form kostenlos angeboten, al­ler­dings müssen die Nutzer für Er­wei­te­run­gen bzw. die Voll­ver­si­on zahlen. Hierbei kommt es vor allem auf eine aus­ge­wo­ge­ne Preis­ge­stal­tung an; zu hohe oder stetige und un­ver­hält­nis­mä­ßig steigende Preise ver­grau­len die Nutzer eher, als dass Sie diese an die App binden.
  • In-App-Ad­ver­ti­se­ment: Über Wer­be­ban­ner und andere Mobile-Ad­ver­ti­sing Formate lassen sich ebenfalls Einnahmen mit einer App erzielen – dieses Er­lös­mo­dell ist das be­lieb­tes­te unter Android. Hier müssen Sie al­ler­dings darauf achten, dass das Nut­zungs­er­leb­nis der Anwendung nicht unter den Wer­be­ein­blen­dun­gen leidet. Wenn Werbung innerhalb Ihrer App zu präsent ist oder die Nutzer diese an­der­wei­tig als störend wahr­neh­men, wirkt sich dies negativ auf die Rezeption Ihrer Anwendung aus. Auch durch Affiliate-Marketing lassen sich Einnahmen über die App ge­ne­rie­ren. Bei diesem Part­ner­pro­gramm setzen Sie einen Link zur Website eines Händlers. Wenn Nutzer Ihrer App über den Link die Partner-Website aufrufen und dort Produkte oder Dienst­leis­tun­gen erwerben, erhalten Sie als Affiliate-Partner eine Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on.

Nicht alle Apps zielen al­ler­dings auf eine direkte Mo­ne­ta­ri­sie­rung ab. Wenn der haupt­säch­li­che Umsatz des App-Anbieters über andere Dienste erzielt wird, dienen Ap­pli­ka­tio­nen teilweise als reines Mar­ke­ting­in­stru­ment dafür oder sollen das Renommee des Anbieters ver­bes­sern. Viele Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen nutzen Apps für die Ver­mark­tung des Kern­ge­schäfts: On­line­shops nutzen hierfür Shopping-Apps; andere Beispiele sind On­line­zei­tun­gen, die ihre Artikel und für die eigene App auf­be­rei­ten. Un­ter­neh­men wie Google, Facebook, Dropbox oder Spotify ver­mark­ten ebenso mit Apps Dienst­leis­tun­gen, die schon vor der Ein­füh­rung der Ap­pli­ka­ti­on bestanden und selbst­stän­di­ge Er­lös­mo­del­le besitzen.

Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen

Die recht­li­chen Aspekte einer App dürfen Sie ebenfalls nicht außer Acht lassen. Sobald Ihre Anwendung per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten der Nutzer erhebt, ver­ar­bei­tet oder speichert, sind Sie ver­pflich­tet, die User hierüber in an­ge­mes­se­ner Weise zu in­for­mie­ren. Noch vor der Erfassung der Daten müssen Sie in einer Da­ten­schutz­er­klä­rung umfassend und ver­ständ­lich darauf hinweisen, welche In­for­ma­tio­nen ge­spei­chert werden und was mit diesen geschieht.

Daneben muss Ihre App auch über die Nut­zungs­be­din­gun­gen aufklären und ein Impressum besitzen. Des Weiteren dürfen Sie bei der Na­mens­ge­bung der App nicht gegen Marken- bzw. Na­mens­rech­te verstoßen. Und bei der Nutzung eines App-Stores als Ver­triebs­platt­form gelten bestimmte Ver­trags­be­din­gun­gen, die Sie kennen und re­spek­tie­ren sollten. Ap­pli­ka­tio­nen, die mit einem On­line­shop verknüpft sind, müssen darüber hinaus noch weitere ju­ris­ti­sche Auflagen erfüllen. Ein Beitrag der IT-Recht-Kanzlei klärt über die recht­li­chen An­for­de­run­gen an Shopping-Apps auf.

Tie­fer­ge­hen­de In­for­ma­tio­nen über die da­ten­schutz­recht­li­chen und tech­ni­schen An­for­de­run­gen von Apps finden Sie auf der Website des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Da­ten­schutz­auf­sicht (BayLDA). Dort können Sie eine „Ori­en­tie­rungs­hil­fe zu den Da­ten­schutz­an­for­de­run­gen an App-Ent­wick­ler und App-Anbieter“ [BayLDA: Guideline für den App-Da­ten­schutz] der Auf­sichts­be­hör­de Düs­sel­dor­fer Kreis einsehen. Das BayLDA bietet außerdem einen „Prüf­ka­ta­log für den tech­ni­schen Da­ten­schutz bei Apps mit normalem Schutz­be­darf“ an.

Die de­tail­lier­te App-Planung zahlt sich aus

Die genaue Skiz­zie­rung einer selbst or­ga­ni­sier­ten App kann sich durchaus zeit­in­ten­siv gestalten; neben in­halt­li­chen Aspekten benötigen auch wirt­schaft­li­che und ju­ris­ti­sche Ge­sichts­punk­te eine ge­wis­sen­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung. Dennoch lohnt sich eine solch um­fas­sen­de Planung und or­ga­ni­sa­to­ri­scher Ab­lauf­plan - an­dern­falls steigt die Wahr­schein­lich­keit, dass Sie wichtige Facetten übersehen haben und Ihr Konzept darunter leidet oder schlimms­ten­falls nicht aufgeht.

Nachdem der Planung – und Or­ga­ni­sa­ti­ons­pro­zess ab­ge­schlos­sen wurde und Sie daraufhin die Fi­nan­zie­rung der Native Mobile App si­cher­ge­stellt haben, steht Ihnen nun die grund­sätz­li­che Umsetzung der Anwendung vor. Selbst als Neuling innerhalb der App-Ent­wick­lung brauchen Sie sich nicht vor diesem Schritt fürchten: Eine aus­sichts­rei­che App-Idee ist wichtiger als das zur Ent­wick­lung der App benötigte Pro­gram­mie­rungs-Know-how, das Sie auch in Form von freien Mit­ar­bei­tern oder einer Agentur ins Projekt holen können.

In "Pro­gram­mie­ren oder App-Baukasten?", dem zweiten Teil unserer Reihe zur Ent­wick­lung einer eigenen App, stellen wir ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten für die Rea­li­sie­rung vor. Sie erfahren, welche Argumente für die Ver­wen­dung eines App-Bau­kas­tens sprechen und in welchen Fällen Sie Ihre App von Experten pro­gram­mie­ren lassen sollten.

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