Ein­ge­hen­der Da­ten­ver­kehr – so­ge­nann­ter Traffic – gehört zu den zentralen Er­folgs­in­di­ka­to­ren einer Website. Betreiber nutzen Metriken wie Hits, Visits und Page Im­pres­si­ons, um Be­su­cher­strö­me zu messen und die Per­for­mance von Web­pro­jek­ten zu eva­lu­ie­ren. Dies erfolgt im Rahmen von Logfile-Analysen. Darüber hinaus nutzen Web­sei­ten­be­trei­ber web­ge­stütz­te Software-Lösungen wie Google Analytics, Piwik oder etracker, um Traffic-Daten zu erfassen und aus­zu­wer­ten. Treten dabei Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten auf, ist dies u. a. auf Referrer-Spam (auch Referral Spam) zu­rück­zu­füh­ren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Spam-Angriffe dieser Art entdecken und ver­fälsch­ten Sta­tis­ti­ken nach­hal­tig vorbeugen.

Was ist Referrer-Spam?

Bei Referrer-Spam handelt es sich um eine Form des Such­ma­schi­nen-Spammings, bei der Hacker versuchen, die Log­da­tei­en und Analyse-Sta­tis­ti­ken be­stimm­ter Websites zu ma­ni­pu­lie­ren. Ziel ist es, so­ge­nann­ten Fake-Traffic zu ge­ne­rie­ren, um Be­su­cher­strö­me zu si­mu­lie­ren oder Zugriffe auf die eigene Website zu pro­vo­zie­ren. Beide An­griffs­mus­ter setzen auf weit­ge­hend un­ab­hän­gig agierende Com­pu­ter­pro­gram­me – so­ge­nann­te Bots (kurz für „Robot“).

Was sind Spam-Bots?

Com­pu­ter­pro­gram­me, die sich wie­der­ho­len­de Aufgaben au­to­ma­tisch ausführen, sind ein zentraler Be­stand­teil des World Wide Webs, wie wir es heute kennen. Such­ma­schi­nen wie Google oder Bing nutzen Programme dieser Art, um das Web zu durch­su­chen und relevante Seiten zu in­de­xie­ren. Man spricht von Web­craw­lern oder Search­bots. Doch auch Hacker nutzen Bots, um ihre Web­ak­ti­vi­tä­ten zu au­to­ma­ti­sie­ren. Anders als bei den Crawlern der Such­ma­schi­nen­an­bie­ter steht dabei nicht das Nut­zer­inter­es­se im Vor­der­grund. Statt­des­sen kommen diese Programme bei Spam-Angriffen zum Einsatz, um …

  • Klicks auf Wer­be­an­zei­gen zu au­to­ma­ti­sie­ren (Click Fraud)

  • E-Mail-Adressen zu sammeln (E-Mail-Har­ve­s­t­ing)

  • au­to­ma­tisch ge­ne­rier­te Benutzer-Accounts zu erstellen

  • Werbung in Form au­to­ma­tisch ge­ne­rier­ter Kom­men­ta­re zu verteilen

  • Schad­soft­ware zu ver­brei­ten

Auch Referrer-Spam ist in der Regel bot­ge­stützt. Dabei sind zwei Klassen von Spam-Bots zu un­ter­schei­den:

  • Programme, die Web­sei­ten­be­su­che si­mu­lie­ren: Spam-Bots dieser Art imitieren gängige Web­brow­ser wie Chrome, Firefox oder Safari und senden mas­sen­haft HTTP-Anfragen an aus­ge­wähl­te Webserver. Diese Programme ähneln den Crawlern der Such­ma­schi­nen­be­trei­ber, die sich mitunter auch als Web­brow­ser tarnen. Da die Programme bei dieser Art des Spams den Web­sei­ten­be­such eines mensch­li­chen Nutzers si­mu­lie­ren, wird dieses An­griffs­mus­ter Crawling-Spam genannt. Die Aus­wir­kun­gen von Crawling-Spam werden im Logfile des Servers sichtbar. Man spricht daher auch von Logdatei-Spam.

  • Programme, die Traffic-Daten fälschen: Spam-Bots dieser Art imitieren Traffic-Daten anderer Websites und speisen diese unbemerkt in die Server eta­blier­ter Web­ana­ly­se-Tools ein. Ein solches An­griffs­mus­ter er­mög­licht es, Web­sta­tis­ti­ken zu ma­ni­pu­lie­ren, ohne dass es zur In­ter­ak­ti­on mit der Zielseite kommt. Dieses An­griffs­mus­ter tritt somit nicht im Logfile des Servers, sondern aus­schließ­lich in Berichten der ma­ni­pu­lier­ten Analyse-Software in Er­schei­nung. Man spricht von Ghost-Spam.

Wir be­trach­ten beide An­griffs­mus­ter im Detail und stellen Ihnen Ge­gen­maß­nah­men vor.

Crawler-Spam

Die meisten Webserver führen eine zentrale Logdatei (das Access-Log), in der alle Zugriffe in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge mit Zeit­stem­pel pro­to­kol­liert werden. Folgendes Beispiel zeigt den Access-Log-Eintrag eines Apache-Servers im Combined Log Format: 127.0.0.1 - frank [10/Oct/2000:13:55:36 -0700] “GET /apache_pb.gif HTTP/1.0” 200 2326 “http://www.example.com/start.html” “Mozilla/4.08 [en] (Win98; I ;Nav)” Der Eintrag umfasst folgende In­for­ma­tio­nen:

In­for­ma­ti­on Beispiel
IP-Adresse des an­for­dern­den Hosts 127.0.0.1
Nut­zer­na­me aus einer HTTP-Au­then­ti­fi­zie­rung frank
Zeit­stem­pel [10/Oct/2000:13:55:36 -0700]
HTTP-Anfrage GET /apache_pb.gif HTTP/1.0
HTTP-Sta­tus­code 200
Da­tei­grö­ße 2326
Referer [sic] http://www.example.com/start.html
User-Agent Mozilla/4.08 [en] (Win98; I ;Nav)

Hacker machen sich die au­to­ma­ti­sche Pro­to­kol­lie­rung via Logfile zunutze, um die eigene URL mithilfe mas­sen­haf­ter HTTP-Anfragen in die Ser­ver­pro­to­kol­le aus­ge­wähl­ter Websites ein­zu­schleu­sen. Im Vor­der­grund steht dabei das Referer-Feld [sic] der HTTP-Anfrage. Dieses be­inhal­tet die URL der ver­wei­sen­den Webseite.

Tipp

Aufgrund eines Recht­schreib­feh­lers in der HTTP-Spe­zi­fi­ka­ti­on hat sich die Falsch­schrei­bung „Referer“ für das ent­spre­chen­de Feld im HTTP-Header etabliert. In anderen Standards wird die korrekte Schreib­wei­se mit doppeltem r verwendet.

Klickt ein In­ter­net­nut­zer auf einen Hyperlink, gelangt dieser von der aktuellen Webseite auf die im Verweis an­ge­ge­be­ne Zielseite. Der Referrer be­inhal­tet in diesem Fall den URL der Website, auf der sich der Link befindet. Durch eine Logfile-Analyse erfährt der Betreiber der Zielseite somit, welche Seiten im Internet auf sein Projekt verlinken und kann po­ten­zi­el­le Traffic-Quellen iden­ti­fi­zie­ren.

In der Ver­gan­gen­heit war es vor allem in der Blogger-Szene üblich, die Referrer-In­for­ma­tio­nen aus der Logdatei in einem Widget auf der eigenen Website zu ver­öf­fent­li­chen und somit die Herkunft von Be­su­cher­strö­men dar­zu­stel­len. Eine Plat­zie­rung in diesen Listen erfolgte in der Regel in Form eines Links auf die Traffic-Quelle. Hacker nahmen diese Praxis zum Anlass, die Log­da­tei­en von Blogs und anderen Websites zu ma­ni­pu­lie­ren, um die eigenen Web­pro­jek­te möglichst weit oben in den öf­fent­li­chen Link­lis­ten zu po­si­tio­nie­ren und damit Backlinks und Sei­ten­auf­ru­fe zu ge­ne­rie­ren.

Noch heute kommen dazu spezielle Spam-Bots zum Einsatz, die Ziel­sei­ten mas­sen­haft abfragen und den Servern die URL der Website als Referrer übergeben, deren Sicht­bar­keit gestärkt werden soll. Spam-Angriffe dieser Art sind jedoch stark zu­rück­ge­gan­gen. Ein Grund dafür ist, dass au­to­ma­tisch ge­ne­rier­te Referrer-Listen auf Websites heute kaum noch zu finden sind. Dies hängt u. a. mit we­sent­li­chen Än­de­run­gen am Ranking-Al­go­rith­mus des Such­ma­schi­nen-Markt­füh­rers Google zusammen. Spä­tes­tens seit dem Penguin-Update im April 2012 nimmt Google Webspam im Zu­sam­men­hang mit Backlinks gezielt unter die Lupe. Web­pro­jek­te, die durch eine Über­op­ti­mie­rung auffallen, müssen mit einer Ab­stra­fung – der so­ge­nann­ten Penalty – rechnen. Dies ist bei­spiels­wei­se dann der Fall, wenn Websites auffällig viele Backlinks aus ir­rele­van­ten Umfeldern, von Links­lis­ten und -netz­wer­ken, Ar­ti­kel­ver­zeich­nis­sen oder Blog­kom­men­ta­ren aufweisen.

Logfile-Analysen erfolgen heute nur noch selten manuell. Statt­des­sen kommen Tools wie Webalizer, AWStats oder Piwik zum Einsatz. Darüber hinaus bieten Web­ana­ly­se-Tools wie Google Analytics die Mög­lich­keit, Traffic-Daten aus­zu­wer­ten, ohne auf die Logfiles des Servers zu­rück­zu­grei­fen. Weniger anfällig für Crawler- oder Ghost-Spam sind diese dadurch nicht.

Crawler-Spam iden­ti­fi­zie­ren

Im Folgenden zeigen wir Ihnen am Beispiel von Google Analytics, wie Sie Crawler-Spam in Ihrer Website-Statistik erkennen und auf­fäl­li­ge Referrer her­aus­fil­tern. 1. Google-Analytics-Konto öffnen: Öffnen Sie das Google-Analytics-Konto Ihres Web­pro­jekts.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Dashboard
Google-Analytics-Demokonto: Dashboard
Tipp

Alle Screen­shots der Google-Analytics-Web­an­sicht stammen aus dem Google-Mer­chan­di­se-Store, der vom Anbieter als Demo zur Verfügung gestellt wird. Den Link zum Konto finden Sie auf den Google-Analytics-Hilf­e­sei­ten. Der Zugriff erfordert einen kos­ten­lo­sen Google-Account.

2. Referrer-Statistik abrufen: Wählen Sie in der Sei­ten­leis­te den Menüpunkt „Ak­qui­si­ti­on“ und klicken Sie unter „Alle Zugriffe“ auf den Un­ter­punkt „Verweise“.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Referrer-Statistik
Google-Analytics-Demokonto: Referrer-Statistik

3. Be­trach­tungs­zeit­raum ein­stel­len: Stellen Sie den Be­ob­ach­tungs­zeit­raum des Berichts auf die letzten drei Monate ein.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Betrachtungszeitraum
Google-Analytics-Demokonto: Be­trach­tungs­zeit­raum

4. Referrer-Statistik sortieren/filtern: Unter „Ak­qui­si­ti­on“ > „Alle Zugriffe“ > „Verweise“ stellt Google Analytics sämtliche Link­quel­len ein­ge­hen­der Hy­per­links auf Ihre Website als primäre Dimension in einem zu­sam­men­fas­sen­den Bericht dar. Sie erhalten somit eine Liste aller Referrer-URLs, die von Google Analytics im aus­ge­wähl­ten Be­trach­tungs­zeit­raum auf­ge­zeich­net wurden, sowie die je­wei­li­gen Messwerte, die sich diesen URLs zuordnen lassen.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Referrer-Statistik in tabellarischer Ansicht
Google-Analytics-Demokonto: Referrer-Statistik in ta­bel­la­ri­scher Ansicht

Für jeden Referrer gibt Google Analytics die Anzahl der Nutzer und Sitzungen aus, die über diesen Verweis generiert wurden. Darüber hinaus lassen sich die durch­schnitt­li­che Bounce-Rate (Ab­sprungra­te), die Anzahl der be­trach­te­ten Seiten pro Sitzung, die durch­schnitt­li­che Sit­zungs­dau­er sowie ggf. Con­ver­si­on-Rates, Trans­ak­tio­nen und ge­ne­rier­te Umsätze aus der Statistik ablesen. Im Rahmen der Spam-Prä­ven­ti­on sind vor allem die Anzahl der Sei­ten­auf­ru­fe (Sessions) pro Ver­weis­quel­le sowie die durch­schnitt­li­che Ab­sprungra­te von Bedeutung. Klicken Sie unter „Verhalten“ auf das Feld „Ab­sprungra­te“, um die Ansicht nach den Kenn­zah­len in dieser Spalte in ab­stei­gen­der Rei­hen­fol­ge zu sortieren.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Sortierfunktion der Referrer-Statistik
Google-Analytics-Demokonto: Sor­tier­funk­ti­on der Referrer-Statistik

Bei der Bounce-Rate handelt es sich um eine Pro­zent­an­ga­be, die Ihnen anzeigt, wie viele der Sei­ten­auf­ru­fe über die jeweilige Quelle ohne In­ter­ak­ti­on mit Ihrer Website erfolgten. Eine Bounce-Rate von 100 oder 0 Prozent bei mehr als 10 Sitzungen, die über dieselbe Ver­weis­quel­le erfolgen, ist ein klares Indiz für au­to­ma­ti­sche Abfragen.

Al­ter­na­tiv können Sie die Ansicht mithilfe eines regulären Ausdrucks („Regular Ex­pres­si­on“, RegEx) nach bekannten Spam-Referrern filtern. Zu diesen zählen bei­spiels­wei­se folgende Websites:

  • semalt.com
  • darodar.com
  • hul­fing­ton­post.com
  • buttons-for-website.com
  • best-seo-solution.com
  • free-share-buttons.com
Tipp

Eine um­fang­rei­che Referrer-Spam-Blacklist wird von der nie­der­län­di­schen Di­gi­ta­l­agen­tur Sti­jlb­reuk unter re­fer­rer­spam­blo­cker.com zur Verfügung gestellt.

Ein ent­spre­chen­des Fil­ter­mus­ter könnte bei­spiels­wei­se fol­gen­der­ma­ßen aussehen: semalt|darodar|hul­fing­ton­post|buttons-for-website|best-seo-solution Die Pipe (|) ent­spricht einem logischen oder. Me­ta­zei­chen wie Punkte (.) müssen mit einem vor­an­ge­stell­ten Backslash (\) maskiert werden. Um den Filter an­zu­wen­den, klicken Sie in der Me­nü­leis­te über der Da­ten­ta­bel­le auf „Erweitert“.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Filterfunktion einblenden
Google-Analytics-Demokonto: Fil­ter­funk­ti­on ein­blen­den

Eine Fil­ter­mas­ke wird ein­ge­blen­det.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Filterfunktion
Google-Analytics-Demokonto: Fil­ter­funk­ti­on

Erstellen Sie einen ein­schlie­ßen­den Filter für die Dimension „Quelle“ und wählen Sie die Fil­ter­op­ti­on „Ent­spre­chen­de RegEx“. Fügen Sie einen be­lie­bi­gen regulären Ausdruck als Fil­ter­mus­ter ein. Be­stä­ti­gen Sie den Fil­ter­vor­gang mit einem Klick auf „Anwenden“. 5. Auf­fäl­li­ge Referrer notieren: Legen Sie sich eine Referrer-Spam-Blacklist an, in die Sie alle auf­fäl­li­gen Quell-URLs aufnehmen. Diese Liste dient später als Grundlage für einen Aus­schluss­fil­ter.

Crawler-Spam via .htaccess blo­ckie­ren

Crawler-Spam setzt den Besuch Ihrer Website voraus. Zu­ver­läs­si­ge Ge­gen­maß­nah­men lassen sich daher bereits ser­ver­sei­tig einleiten. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen wir Ihnen am Beispiel der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei .htaccess des weltweit meist­ge­nutz­ten Web­ser­vers Apache.

Sollten Sie auf­fäl­li­ge URLs in Ihrer Referrer-Statistik bemerken, bieten sich folgende Vor­ge­hens­wei­sen an, Web­sei­ten­ab­ru­fe durch Spam-Bots zu un­ter­bin­den:

  • Referrer blo­ckie­ren
  • IP-Adressen blo­ckie­ren
  • User-Agents blo­ckie­ren

Referrer via .htaccess blo­ckie­ren

Um aus­ge­wähl­te Referrer-URLs zu blo­ckie­ren, öffnen Sie die .htaccess-Datei Ihres Web­ser­vers und fügen einen Code­ab­schnitt nach folgendem Beispiel hinzu:

RewriteEngine on
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*semalt\.com\ [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*darodar\.com\ [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*hulfingtonpost\.com\ [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*buttons\-for\-website\.com\ [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*best\-seo\-solution\.com\ [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*free\-share\-buttons\.com\ [NC]
RewriteRule .* - [F]

Die ser­ver­sei­ti­ge Spam-Abwehr basiert auf der Re­wri­te­Rule:

.* - [F]

Diese weist den Webserver an, alle ein­ge­hen­den HTTP-Anfragen mit dem Sta­tus­code 403 Forbidden („verboten“) zu be­ant­wor­ten, sofern eine oder mehrere Be­din­gun­gen (Re­wri­te­Cond) erfüllt sind. Ein Zugriff für Spam-Bots ist damit nicht mehr möglich. Im aktuellen Beispiel wurde jeder Referrer, der blockiert werden soll, in einer separaten Re­wri­te­Cond als regulärer Ausdruck nach folgendem Beispiel definiert:

RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^https?://([^.]+\.)*semalt\.com\ [NC,OR]

Die Bedingung gilt als erfüllt, wenn die Ser­ver­va­ria­ble %{HTTP_REFERER} dem in der Re­wri­te­Cond de­fi­nier­ten regulären Ausdruck ent­spricht – bei­spiels­wei­se:

^https?://([^.]+\.)*semalt\.com\

Die einzelnen Be­din­gun­gen sind durch das Flag [OR] im Sinne eines logischen oders verbunden. Es muss somit lediglich eine Re­wri­te­Cond erfüllt sein, damit die Re­wri­te­Rule zur Anwendung kommt. Das Flag [NC] definiert die vor­her­ge­hen­de Zei­chen­fol­ge als not case-sensitive (kein Be­deu­tungs­un­ter­schied bei Groß- bzw. Klein­schrei­bung). Al­ter­na­tiv haben Sie die Mög­lich­keit, in der Re­wri­te­Cond bestimmte Keywords zu de­fi­nie­ren, die, sofern sie im Referrer einer HTTP-Anfrage auf­tau­chen, zu einem Aus­schluss führen. Bei folgendem Beispiel werden alle HTTP-Anfragen blockiert, deren Referrer eines der Keywords porn, pill oder poker be­inhal­tet. Dabei sollten Keywords mittels RegEx mit Wort­gren­zen versehen werden. Nutzen Sie dazu das Me­ta­zei­chen \b.

RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_REFERER} \bporn\b [NC,OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} \bpill\b [NC,OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} \bpoker\b [NC]
RewriteRule .* - [F]

Der Aus­schluss von Keywords ohne Wort­gren­zen hätte den Nachteil, dass HTTP-Anfragen auch dann blockiert werden, wenn die in der Re­wri­te­Cond de­fi­nier­ten Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen in einem anderen Sinn­zu­sam­men­hang verwendet werden, so wie es bei­spiels­wei­se bei HTTP-Anfragen über folgende Websites der Fall wäre: http: //manu.sporny.org/ www.rit­ter­sporn-zuchter.de/ http: //www.fer­sen­sporn-online.de/

IP-Adressen via .htaccess blo­ckie­ren

Sie stellen fest, dass Spam-Angriffe auf Ihre Website immer wieder von derselben In­ter­net­adres­sen ausgehen? In diesem Fall bietet es sich an, die ent­spre­chen­den IPs oder ganze Adress­be­rei­che via .htaccess zu sperren. Möchten Sie lediglich eine einzelne IP-Adresse ser­ver­sei­tig blo­ckie­ren, fügen Sie einen Codeblock nach folgendem Beispiel in Ihre .htaccess-Datei ein:

RewriteEngine On
Order Deny,Allow
Deny from 203.0.113.100
Allow from all

Alle HTTP-Anfragen, die von der IP-Adresse 203.0.113.100 ausgehen, werden zukünftig au­to­ma­tisch ab­ge­wie­sen. Ein solcher Codeblock kann beliebig viele IP-Adressen be­inhal­ten. Führen Sie diese wie im folgenden Beispiel un­ter­ein­an­der auf:

RewriteEngine On
Order Deny,Allow
Deny from 203.0.113.100
Deny from 192.168.0.23
Allow from all

Soll ein ganzer Adress­be­reich für Zugriffe auf Ihre Website gesperrt werden, notieren Sie diesen nach folgendem Schema im CIDA-Format (Classless Inter-Domain Routing):

RewriteEngine On
Order Deny,Allow
Deny from 198.51.100.0/24
Allow from all

Alle Anfragen aus dem IP-Adress­be­reich von 198.51.100.0 bis 198.51.100.255 werden blockiert.

Beachten Sie: Hacker greifen in der Regel auf so­ge­nann­te Bot-Netzwerke (Botnets) zurück, um Ziel­sei­ten in kürzester Zeit über eine Vielzahl ver­schie­de­ner IP-Adressen ab­zu­fra­gen. Dadurch ist es in der Praxis schier unmöglich, Spam-Zugriffen via IP-Address-Blocking nach­hal­tig vor­zu­beu­gen.

Tipp

Bei einem Botnet handelt es sich um ein Netzwerk in­fi­zier­ter Rechner (so­ge­nann­ter Zombie-PCs), das als Grundlage für Spam-Attacken oder den Versand von Schad­soft­ware miss­braucht wird. Um ein solches Netzwerk zu errichten, schleusen Hacker (so­ge­nann­te Botmaster) ihre Schad­pro­gram­me über das Internet in un­zu­rei­chend ab­ge­si­cher­te Rechner ein und nutzen deren Netzwerk-Res­sour­cen, um Angriffe auf andere Internet-Teil­neh­mer aus­zu­füh­ren. Bot-Netze werden in der Regel zentral gesteuert und sind der Aus­gangs­punkt für gewaltige Spam-Wellen und groß­an­ge­leg­te DDOS-Attacken.

User Agents via .htaccess blo­ckie­ren

Eine weitere Mög­lich­keit, Spam-Angriffen vor­zu­beu­gen, besteht darin, bestimmte User-Agents zu sperren, deren Kennung von Spam-Bots verwendet wird, um sich als legitimer Besucher aus­zu­ge­ben. Erstellen Sie dazu einen Code­ab­schnitt nach folgendem Beispiel:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_USER_AGENT} Baiduspider [NC]
RewriteRule .* – [F,L]

In der Ver­gan­gen­heit haben Web­sei­ten­be­trei­ber immer wieder Zugriffe von Spam-Bots ver­zeich­net, die sich als Searchbot der chi­ne­si­schen Such­ma­schi­ne Baidu (Bai­du­spi­der) ausgaben. Sollten Sie auf Ihrer Website keinen na­tür­li­chen Traffic aus China erwarten, können Sie diesen Crawler getrost aus­sper­ren, um Spam-Attacken vor­zu­beu­gen.

Google-Analytics-Filter

Die ser­ver­sei­ti­ge Spam-Prä­ven­ti­on via .htaccess ist die nach­hal­tigs­te Mög­lich­keit, Crawler-Spam vor­zu­beu­gen. Die Anpassung der .htaccess jedoch ist aufwendig und feh­ler­an­fäl­lig. Nicht jeder Web­sei­ten­be­trei­ber traut es sich zu, eigene Rewrite-Regeln zu for­mu­lie­ren – aus gutem Grund, denn Fehler können schwer­wie­gen­de Aus­wir­kun­gen auf die Er­reich­bar­keit einer Website haben. Al­ter­na­tiv kann man au­to­ma­ti­sche Abfragen durch Spam-Bots aus der Statistik des ver­wen­de­ten Ana­ly­se­pro­gramms her­aus­fil­tern, um ver­fälsch­ten Berichten vor­zu­beu­gen. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen wir Ihnen am Beispiel von Google Analytics.

Google Analytics bietet Ihnen zwei Optionen, Referral-Spam aus der Da­ten­an­sicht her­aus­zu­fil­tern.

  • Googles Referrer-Spam-Blacklist
  • Be­nut­zer­de­fi­nier­te Filter

Folgendes YouTube-Video ist Teil des „Digital Analytics Fun­da­men­tals Course“ der Analytics Academy und bietet eine Ein­füh­rung in die Fil­ter­funk­ti­on von Google Analytics:

dzwRzUEc_tA.jpg Zur Anzeige dieses Videos sind Cookies von Dritt­an­bie­tern er­for­der­lich. Ihre Cookie-Ein­stel­lun­gen können Sie hier aufrufen und ändern.

Googles Referrer-Spam-Blacklist

Deshalb lassen sich alle bekannten Bots und Spider au­to­ma­tisch her­aus­fil­tern. Gehen Sie dazu fol­gen­der­ma­ßen vor: 1. Ein­stel­lun­gen der Da­ten­an­sicht öffnen: Öffnen Sie Ihr Google-Analytics-Konto und klicken Sie unten links in der Me­nü­leis­te auf „Ver­wal­tung“. Wählen Sie unter Da­ten­an­sicht den Menüpunkt „Ein­stel­lun­gen der Da­ten­an­sicht“ aus.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Verwaltung
Google-Analytics-Demokonto: Ver­wal­tung

2. Googles Referrer-Spam-Blacklist ak­ti­vie­ren: Scrollen Sie bis zum Abschnitt „Bots her­aus­fil­tern“ hinunter und setzen Sie ein Häkchen bei „Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern aus­schlie­ßen“.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Einstellungen der Datenansicht
Google-Analytics-Demokonto: Ein­stel­lun­gen der Da­ten­an­sicht

Google zeigt Ihnen nun eine be­rei­nig­te Version Ihrer Website-Statistik an. Beachten Sie: Es werden lediglich die Nut­zer­da­ten her­aus­ge­fil­tert, die das Tool bekannten Spam-Bots zuordnen kann. Der Filter bezieht sich somit lediglich auf die Bots und Spider, die in der Referrer-Spam-Blacklist von Google auf­ge­führt sind.

Be­nut­zer­de­fi­nier­te Filter

Google Analytics erlaubt es Ihnen zudem, Filter auf Kon­to­e­be­ne oder auf Da­ten­an­sichts­ebe­ne zu de­fi­nie­ren. Filter, die auf Kon­to­e­be­ne definiert werden, lassen sich nach Bedarf auf eine oder mehrere Da­ten­an­sich­ten anwenden. Wurde ein Filter auf Da­ten­an­sichts­ebe­ne erstellt, gilt dieser nur für die aus­ge­wähl­te Ansicht. Testen Sie neu erstellte Filter zunächst, indem Sie diese auf eine Kopie der ge­wünsch­ten Da­ten­an­sicht anwenden. Gehen Sie dabei fol­gen­der­ma­ßen vor. 1. Kopie der Da­ten­an­sicht erstellen: Na­vi­gie­ren Sie via „Ver­wal­tung“ > „Da­ten­an­sicht“ in das Menü „Ein­stel­lun­gen der Da­ten­an­sicht“ und klicken Sie auf „Da­ten­an­sicht kopieren“. Benennen Sie die Kopie wie gewünscht und be­stä­ti­gen Sie den Vorgang mit einem Klick auf die Schalt­flä­che „Da­ten­an­sicht kopieren“. 2. Be­nut­zer­de­fi­nier­ten Filter de­fi­nie­ren: Wählen Sie unter „Ver­wal­tung“ > „Da­ten­an­sicht“ die soeben erstellte Kopie aus und klicken Sie auf den Menüpunkt „Filter“.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Verwaltung
Google-Analytics-Demokonto: Ver­wal­tung

Sofern Sie für diese Da­ten­an­sicht bereits Filter erstellt haben, zeigt Google Analytics Ihnen diese in einer Übersicht an. Um einen neuen be­nut­zer­de­fi­nier­ten Filter zu de­fi­nie­ren, klicken Sie auf die Schalt­flä­che „+ Neuer Filter“ und wählen Sie „Neuen Filter erstellen“. Benennen Sie den neuen Filter (z. B. referrer spam blocker). Wählen Sie unter „Fil­ter­in­for­ma­ti­on“ folgende Optionen aus:

  • Filtertyp: „Be­nut­zer­de­fi­niert“
  • „Aus­schlie­ßen“
  • Fil­ter­feld: „Kam­pa­gnen­quel­le“
Tipp

Der Feldname „Kam­pa­gnen­quel­le“ legt bei Google-Analytics-Berichten die Dimension „Quelle“ fest.

Sie haben nun die Mög­lich­keit, ein Fil­ter­mus­ter in Form eines regulären Ausdrucks zu de­fi­nie­ren. Nutzen Sie dazu Ihre zuvor erstellte Referrer-Spam-Blacklist. Ein solches Fil­ter­mus­ter könnte fol­gen­der­ma­ßen aussehen:

(?:([^. ]+)\.)?(?:([^.]+)\.)?(semalt|hulfingtonpost|buttons-for-website|best-seo-solution)\.(com|de|net|org|ru)
Bild: Google-Analytics-Demokonto: Filterfunktion
Google-Analytics-Demokonto: Fil­ter­funk­ti­on

3. Filter ve­ri­fi­zie­ren: Klicken Sie auf „Filter über­prü­fen“, um zu testen, wie sich der Filter auf die aktuelle Da­ten­an­sicht auswirkt.

Tipp

Die Ve­ri­fi­ka­ti­on funk­tio­niert nur, wenn die aus­ge­wähl­te Ansicht genügend Daten be­inhal­tet.

Klicken Sie auf Speichern, um das Filter-Set-up ab­zu­schlie­ßen. Der neu erstellte Aus­schluss­fil­ter wird Ihnen in der Übersicht angezeigt. 4. Filter auf die Haupt­an­sicht anwenden: Funk­tio­niert Ihr be­nut­zer­de­fi­nier­ter Filter wie gewünscht, wenden Sie diesen auf die Haupt­an­sicht Ihres Google-Analytics-Kontos an.

Tipp

Da­ten­fil­ter sind eine gute Mög­lich­keit, Ihre Ana­ly­se­be­rich­te von Referrer-Spam zu be­rei­ni­gen. Beachten Sie jedoch: Durch die Fil­ter­op­ti­on von Google Analytics wird der durch Bots ver­ur­sach­te Traffic lediglich aus­ge­blen­det. Das ei­gent­li­che Problem – die Belastung Ihres Servers durch Spam-Attacken – lösen Sie somit nicht. Eine nach­hal­ti­ge Spam-Prä­ven­ti­on sollte sich daher auf ser­ver­sei­ti­ge Maßnahmen stützen, die au­to­ma­ti­sche Web­sei­ten­auf­ru­fe durch Spam-Bots un­ter­bin­den.

Referrer-Spam via WordPress-Plug-in blo­ckie­ren

Als Betreiber einer WordPress-Homepage können Sie Ihre Website via Plug-in gegen Crawler-Spam absichern. Ent­spre­chen­de Dritt­an­bie­ter-Software steht Ihnen kostenlos über die WordPress-Seite zur Verfügung. Zu den be­lieb­tes­ten Referrer-Spam-WordPress-Plug-ins mit re­gel­mä­ßi­gen Updates gehören:

Wie Sie WordPress-Plug-ins gegen Referrer-Spam in­stal­lie­ren und kon­fi­gu­rie­ren, zeigen wir Ihnen am Beispiel von Block Referer Spam.

Referrer-Spam-Plug-in in­stal­lie­ren

Das Content-Ma­nage­ment-System WordPress bietet Ihnen die Mög­lich­keit, Plug-ins direkt über den Admin-Bereich der Software zu verwalten. Gehen Sie dabei fol­gen­der­ma­ßen vor: 1. WordPress-Ad­min­be­reich öffnen: Um das Referrer-Spam-Plug-in zu ak­ti­vie­ren, melden Sie sich mit ihren Log-in-Daten im Admin-Bereich Ihrer WordPress-Seite an.

Bild: WordPress: Log-in-Seite
WordPress: Log-in-Seite

2. Plug-in suchen und in­stal­lie­ren: Na­vi­gie­ren Sie zum Menüpunkt „Plugins“ und wählen Sie „In­stal­lie­ren“, um Ihrer WordPress-Seite weitere Plug-ins hin­zu­zu­fü­gen. Geben Sie „Block Referer Spam“ in die Such­leis­te ein und klicken Sie auf „In­stal­lie­ren“, um das Plug-in in Ihre Website zu in­te­grie­ren.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Management
WordPress-Backend: Plug-in-Ma­nage­ment

Das Plug-in wird zunächst de­ak­ti­viert in Ihre Plug-in-Liste auf­ge­nom­men.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Management
WordPress-Backend: Plug-in-Ma­nage­ment

3. Plug-in ak­ti­vie­ren: Starten Sie Block Referer Spam durch einen Klick auf „Ak­ti­vie­ren“. In der Sei­ten­leis­te Ihres WordPress-Ad­mi­nis­tra­ti­ons­be­reichs erscheint der neue Menüpunkt „Referer Spam“.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Management
WordPress-Backend: Plug-in-Ma­nage­ment

Referrer-Spam-Plug-in kon­fi­gu­rie­ren

Im Kon­fi­gu­ra­ti­ons­be­reich von Block Referer Spam finden Sie eine Kurz­be­schrei­bung des Plug-ins sowie diverse Optionen zu Updates und Blocking-Funk­tio­nen. 1. Kon­fi­gu­ra­ti­ons­be­reich öffnen: Klicken Sie auf den Menüpunkt „Referer Spam“, um das Plug-in in­di­vi­du­ell an­zu­pas­sen.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Konfiguration
WordPress-Backend: Plug-in-Kon­fi­gu­ra­ti­on

2. Update-Plan ein­rich­ten: Wählen Sie die von Ihnen be­vor­zug­te Update-Option – au­to­ma­ti­sche oder manuelle Software-Ak­tua­li­sie­rung.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Konfiguration
WordPress-Backend: Plug-in-Kon­fi­gu­ra­ti­on
Tipp

Nutzen Sie die au­to­ma­ti­sche Ak­tua­li­sie­rung, um si­cher­zu­stel­len, dass die Blacklist des Plug-in kon­ti­nu­ier­lich um bekannte Spam-Adressen erweitert wird und so stets auf dem neuesten Stand bleibt.

3. Block-Modus ein­rich­ten: Wählen Sie den von Ihnen be­vor­zu­gen Block-Modus. Das Plug-in un­ter­schei­det zwischen einer Rewrite-Blo­ckie­rung und einer WordPress-Blo­ckie­rung.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Konfiguration
WordPress-Backend: Plug-in-Kon­fi­gu­ra­ti­on
Tipp

Wählen Sie nach Mög­lich­keit die Rewrite-Blo­ckie­rung, um Spam-Zugriffe bereits auf der Webserver-Ebene schnell und effektiv zu un­ter­bin­den.

4. Be­nut­zer­de­fi­nier­te Referrer-Spam-Blacklist ein­rich­ten: Um Spam effektiv zu un­ter­bin­den, können Sie die Blacklist des Plug-ins manuell erweitern. Tragen Sie dazu auf­fäl­li­ge Websites in das dafür vor­ge­se­he­ne Feld unter „Eigene Blo­ckie­run­gen“ ein.

Bild: WordPress-Backend: Plug-in-Konfiguration
WordPress-Backend: Plug-in-Kon­fi­gu­ra­ti­on

Speichern Sie Ihre Kon­fi­gu­ra­ti­on mit einem Klick auf „Än­de­run­gen über­neh­men“. Die komplette Referrer-Spam-Blacklist des Plug-ins lässt sich über den Menüpunkt „Alle ge­block­ten Seiten“ abrufen.

Bild: WordPress-Backend: Übersicht aller blockierten Seiten
WordPress-Backend: Übersicht aller blo­ckier­ten Seiten

Ghost-Spam

Anders als Crawler-Spam erfolgt Ghost-Spam gänzlich ohne In­ter­ak­ti­on mit der Zielseite. Statt­des­sen senden Bots ge­fälsch­te Traffic-Rohdaten direkt an die Server web­ba­sier­ter Analyse-Tools. Diese ver­ar­bei­ten den Fake-Traffic zusammen mit den echten Nut­zer­da­ten und leiten die In­for­ma­tio­nen in Form von Berichten an Web­sei­ten­be­trei­ber weiter. Da bei diesem An­griffs­mus­ter kein Besuch der Website erfolgt, hat sich die Be­zeich­nung Ghost-Spam etabliert. Doch was bezwecken Hacker mit solchen Maßnahmen? Das Ziel von Ghost-Spam-Attacken ist es, die Auf­merk­sam­keit von Web­sei­ten­be­trei­bern zu erwecken. Dabei setzen Hacker auf die Neugier Ihrer Opfer. Die Idee dahinter: Je öfter die eigene URL in den Ana­ly­se­be­rich­ten anderer Websites auftaucht, desto höher die Chance, dass die Betreiber der at­ta­ckier­ten Projekte die Ver­weis­quel­le aufrufen, um zu schauen, wer ihnen so viel Traffic beschert. Hinter den Referrer-URLs verbergen sich dann in der Regel Webseiten mit Display-Anzeigen, die auf diese Art mo­ne­ti­siert werden sollen. Im schlimms­ten Fall nutzen die Betreiber solcher Websites Referrer-Spam, um die Rechner nichts­ah­nen­der Besucher mit Schad­soft­ware zu in­fi­zie­ren. Wir zeigen Ihnen am Beispiel von Google Analytics, wie Ghost-Spam funk­tio­niert und was Sie gegen dieses An­griffs­mus­ter un­ter­neh­men können.

Wie funk­tio­niert Ghost-Spam?

Beim An­griffs­mus­ter Ghost-Spam machen sich Hacker das Me­a­su­re­ment-Protocol von Google Analytics zunutze. Dieses dient der Über­tra­gung von Traffic-Daten zwischen Ihrer Website und dem Webserver des Analyse-Tools.

Bild: Schematische Darstellung des Angriffsmusters Ghost-Spam
Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung des An­griffs­mus­ters Ghost-Spam

Alles, was Hacker benötigen, um Daten bei Google Analytics ein­zu­schleu­sen, sind gültige Tracking-IDs. Um an diese zu gelangen, bieten sich zwei Wege an:

  • Hacker nutzen Spam-Bots, um den HTML-Code von Webseiten zu crawlen und darin ent­hal­te­ne IDs aus­zu­le­sen.

  • Tracking-IDs werden mithilfe eines Ge­ne­ra­tors zufällig erstellt.

Zahl­rei­che Web­sei­ten­be­trei­ber binden den Tracking-Code von Google Analytics direkt in den HTML-Code ihrer Website ein. Dabei kommt folgendes Code-Snippet zum Einsatz:

<!-- Google Analytics -->
<script>
window.ga=window.ga||function(){(ga.q=ga.q||[]).push(arguments)};ga.l=+new Date;
ga('create', 'UA-XXXXX-Y', 'auto');
ga('send', 'pageview');
</script>
<script async src='https://www.google-analytics.com/analytics.js'></script>
<!-- End Google Analytics -->

Damit das Skript Daten an Google Analytics über­mit­teln kann, muss der Platz­hal­ter UA-XXXXX-Y durch die in­di­vi­du­el­le Tracking-ID des je­wei­li­gen Nutzers ersetzt werden. Diese ist somit jedem Programm zu­gäng­lich, das den HTML-Code einer ent­spre­chend prä­pa­rier­ten Website ausliest.

Schließen lässt sich diese Si­cher­heits­lü­cke mithilfe des Google Tag Managers. Dieser bietet Web­sei­ten­be­trei­bern eine Be­nut­zer­ober­flä­che, über die sich Code-Snippets von Google (so­ge­nann­te Tags) zentral verwalten lassen. Statt diverser Tags für ver­schie­de­ne Google-Dienste wird somit lediglich ein Code-Snippet für den Google Tag Manager in den HTML-Code ein­ge­bun­den. Der Tracking-Code von Google Analytics inklusive in­di­vi­du­el­ler ID bleibt somit vor dem Zugriff Dritter geschützt.

Ghost-Spam kann prin­zi­pi­ell jeden Google-Analytics-Bericht betreffen. Neben den Referrer-In­for­ma­tio­nen nutzen Hacker vor allem die Berichte über Top-Events, Keywords, Landing­pa­ges oder Sprach­ein­stel­lun­gen, um ma­ni­pu­lier­te Traffic-Daten ein­zu­schleu­sen.

Als er­folg­reichs­ter Akteur auf dem Gebiet des Ghost-Spams gilt der Russe Vitaly Popov. Dem Hacker gelingt es seit 2014 immer wieder, URLs eigener Webseiten in Google-Analytics-Konten ein­zu­schleu­sen. Ende 2016 foppte der Hacker die Netz­ge­mein­de mit einer ver­mut­lich geheimen Google-Seite. Neben den klas­si­schen Kürzeln wie de, de-de oder en-us fanden tausende Analytics-Nutzer weltweit folgende Botschaft in den Berichten zur Sprach­ein­stel­lung ihrer Web­sei­ten­be­su­cher:

„Secret.ɢoogle.com You are invited! Enter only with this ticket URL. Copy it. Vote for Trump!“

Doch neu­gie­ri­ge Web­sei­ten­be­trei­ber, die der Einladung folgten, landeten nicht bei Google. Denn:

ɢoogle.com ≠ Google.com

Statt­des­sen erfolgte eine Umleitung auf Popovs Website, deren URL fast den gesamten Text des Pink-Floyd-Hits Money aus dem 1973 er­schie­ne­nen The Dark Side of the Moon enthält.

money.get.away.get.a.good.job.with.more.pay.and.you.are.okay.money.it.is.a.gas.grab.that.cash.with.both.hands.and.make.a.stash.new.car.caviar.four.star.daydream.think.i.ll.buy.me.a.football.team.money.get.back.i.am.alright.jack.il­ove­vi­ta­ly.com/#.keep.off.my.stack.money.it.is.a.hit.do.not.give.me.that.do.goody.good.bullshit.i.am.in.the.hi.fidelity.first.class.tra­vel­ling.set.and.i.think.i.need.a.lear.jet.money.it.is.a.secret.%C9%A2oogle.com/#.share.it.fairly.but.dont.take.a.slice.of.my.pie.money.so.they.say.is.the.root.of.all.evil.today.but.if.you.ask.for.a.rise.it’s.no.surprise.that.they.are.giving.none.and.secret.%C9%A2oogle.com

Ziel der URL war eine Website im Stil eines Web­ka­ta­logs der frühen 2000er-Jahre mit Links auf diverse Such­ma­schi­nen und On­line­shops. Heute führt die URL ins Leere. Was Popov mit seiner Spam-Attacke genau bezweckte, ist unklar. Mög­li­cher­wei­se ging es dem Hacker nur darum, das Täu­schungs­po­ten­zi­al der Ty­po­s­quat­ting-URL ɢoogle.com zu testen.

Grund­sätz­lich gilt: Ghost-Spam ist lästig, stellt jedoch keine Gefahr für Ihre Website dar. Da bei ge­fälsch­tem Traffic keine echten Web­sei­ten­auf­ru­fe erfolgen, werden weder Ihr Server noch die Logfiles durch au­to­ma­ti­sche Abfragen belastet. Pro­ble­ma­tisch wird Ghost-Spam jedoch dann, wenn Sie Website-Sta­tis­ti­ken via Google Analytics auswerten möchten.

Tipp

Vermeiden Sie es, obskure Referrer im Web­brow­ser auf­zu­ru­fen. An­dern­falls besteht die Gefahr, dass Ihr System vom Linkziel mit Schad­soft­ware infiziert wird.

Ghost-Spam iden­ti­fi­zie­ren

Ghost-Spam basiert in der Regel auf zufällig ge­ne­rier­ten Tracking-IDs. Dem Spam-Bot ist somit nicht bekannt, welche Website von dem Angriff betroffen ist. Dies äußert sich durch Un­ge­reimt­hei­ten in Ihren Google-Analytics-Daten.

Greift ein legitimer Nutzer über einen Link auf Ihre Website zu, enthält der Header der Anfrage im HTTP-Feld „Host“ zwangs­läu­fig einen Rech­ner­na­men, der Ihrem Netzwerk zu­ge­ord­net werden kann.

Bots, die Fake-Traffic senden, kennen diese Rech­ner­na­men hingegen nicht und füllen das Host-Feld mit einem zufällig aus­ge­wähl­ten Platz­hal­ter. Al­ter­na­tiv bleibt das Feld leer und Google-Analytics erfasst den Host als „(not set)“.

Machen Sie sich dieses Schema zunutze, um Ghost-Spam in Ihrem Google-Analytics-Konto zu iden­ti­fi­zie­ren. Es empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

1. Netz­werk­be­richt aufrufen: Rufen Sie via „Ziel­grup­pe“ > „Tech­no­lo­gie“ den Bericht „Netzwerk“ auf und wählen Sie „Hostname“ (Rech­ner­na­me) als „Primäre Dimension“.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Netzwerkbericht
Google-Analytics-Demokonto: Netz­werk­be­richt

2. Be­ob­ach­tungs­zeit­raum ein­stel­len: Setzen Sie den Be­ob­ach­tungs­zeit­raum auf die letzten drei Monate. 3. Legitime Rech­ner­na­men iden­ti­fi­zie­ren: In der ersten Spalte des Berichts zeigt Google Analytics Ihnen alle Rech­ner­na­men an, über die Ihre Website adres­siert wurde. Hier sollten in erster Linie Namen auf­tau­chen, die den Domains zu­ge­ord­net werden können, über die Sie Ihre Website be­reit­stel­len. Darüber hinaus finden Sie hier Google-Domains, die für Über­set­zun­gen und Webcache-Versionen Ihrer Website zuständig sind. translate.goo­g­leu­ser­con­tent.com webcache.goo­g­leu­ser­con­tent.com Finden Sie in Ihrem Netz­werk­be­richt andere Rech­ner­na­men, die weder Ihren Domains noch den Google-Sup­port­sei­ten ent­spre­chen, handelt es sich um Ghost-Spam. 4. Regulären Ausdruck erstellen: Notieren Sie sich alle Rech­ner­na­men, für die Sie Traffic-Daten auswerten möchten, in Form eines regulären Ausdrucks. Zum Beispiel: ^(www\.)?(example|goo­g­leu­ser­con­tent)\.com Diesen benötigen Sie später als Fil­ter­mus­ter. Achten Sie darauf, dass der reguläre Ausdruck alle Rech­ner­na­men ein­schließt, deren Traffic Sie via Google Analytics ana­ly­sie­ren möchten.

Fazit

Ghost-Spam erkennen Sie daran, dass der in der HTTP-Anfrage an­ge­ge­be­ne Host nicht mit den Rechnern Ihres Netzwerk über­ein­stimmt.

Ghost-Spam her­aus­fil­tern

Um Ghost-Spam in Ihrem Google-Analytics-Konto aus­zu­blen­den, brauchen Sie lediglich alle Rech­ner­na­men, die nicht zu Ihrem Netzwerk gehören, her­aus­zu­fil­tern. Nutzen Sie dazu einen ein­schlie­ßen­den Da­ten­an­sichts­fil­ter. 1. Kopie der Da­ten­an­sicht auswählen: Na­vi­gie­ren Sie in die Ver­wal­tung Ihres Google-Analytics-Kontos und erstellen Sie eine Kopie Ihrer Da­ten­an­sicht bzw. wählen Sie die zuvor erstellte Kopie aus. 2. Filter de­fi­nie­ren: Wählen Sie den Menüpunkt „Filter“ aus und klicken Sie auf „+ Neuer Filter“ > „Neuen Filter erstellen“. Geben Sie einen be­lie­bi­gen Fil­ter­na­men ein (z. B. hostname blocker). Treffen Sie unter „Fil­ter­in­for­ma­tio­nen“ folgende Ein­stel­lun­gen:

  • Filtertyp: „Be­nut­zer­de­fi­niert“
  • „Ein­schlie­ßen“
  • Fil­ter­feld: „Hostname“

Fügen Sie unter „Fil­ter­mus­ter“ den zuvor er­stell­ten regulären Ausdruck ein, um lediglich Rech­ner­na­men Ihres Netzwerks in die Da­ten­an­sicht ein­zu­schlie­ßen.

Bild: Google-Analytics-Demokonto: Filterfunktion
Google-Analytics-Demokonto: Fil­ter­funk­ti­on

3. Filter ve­ri­fi­zie­ren: Klicken Sie auf „Filter über­prü­fen“, um zu testen, wie sich der Filter auf die aus­ge­wähl­te Da­ten­an­sicht auswirkt. Klicken Sie auf „Speichern“. 4. Filter auf die Haupt­an­sicht anwenden: Funk­tio­niert Ihr Filter wie gewünscht, über­tra­gen Sie diesen auf die Haupt­an­sicht Ihrer Daten. Alle via Ghost-Spam über­mit­tel­ten Nut­zer­da­ten sollten nun aus­ge­blen­det sein. Der sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung Ihres Website-Traffics steht somit nichts mehr im Wege.

Reviewer

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