Der Ansatz, Spei­cher­me­di­en in einem so­ge­nann­ten RAID zu­sam­men­zu­füh­ren, genießt auch Jahr­zehn­te nach seiner ersten Erwähnung im Jahr 1987 noch Relevanz. RAID 1 bzw. RAID-Level 1 ist bei­spiels­wei­se auch heute noch als Spei­cher­lö­sung für den Betrieb von Ser­ver­an­wen­dun­gen gefragt: Die Fest­plat­ten­kom­bi­na­ti­on liefert das passende Maß an Si­cher­heit, das derartige, auf hohe Ver­füg­bar­keit aus­ge­leg­te Software benötigt. Was macht ein System nach RAID-Level 1 so sicher und was ist RAID 1 überhaupt?

Was ist RAID 1?

RAID 1 ist ein Standard, dessen Ziel die ver­bes­ser­te Si­cher­heit ge­spei­cher­ter Daten ist. Um diesem Ziel nach­zu­kom­men, setzt das Konzept auf einen Verbund von zwei oder mehr Fest­plat­ten, der sämtliche Daten ge­spie­gelt – also in doppelter Aus­füh­rung – speichert. Diese für RAID 1 grund­le­gen­de Spie­ge­lung der Daten be­zeich­net man auch als „Mirroring“ (dt. „Spiegeln“). Alle Dateien, die auf Fest­plat­te 1 ge­schrie­ben und ge­spei­chert werden, werden in einem RAID-1-Setup also auch auf Fest­plat­te 2 bzw. alle weiteren Platten ge­schrie­ben, wodurch das System voll­stän­di­ge Redundanz im ge­wünsch­ten Faktor bietet: Fällt ein Da­ten­trä­ger aus, springt der nächste ein.

Hinweis
Die maximale Kapazität eines RAID-1-Arrays, also eines Verbunds nach RAID-Level 1, ist nur so hoch wie das Spei­cher­kon­tin­gent der kleinsten ein­ge­bun­de­nen Fest­plat­te.

Wenn der RAID-Con­trol­ler (bei einem Hardware-RAID) bzw. die Ver­wal­tungs­soft­ware eine ent­spre­chen­de Funktion bietet, lässt sich die Si­cher­heit zu­sätz­lich erhöhen, indem beim Le­se­vor­gang mehr als eine Fest­plat­te an­ge­steu­ert und die gelesenen Da­ten­strö­me mit­ein­an­der ver­gli­chen werden. Bei Un­stim­mig­kei­ten gibt das System einen Fehler aus, wodurch es sich an­bah­nen­de Hardware-Defekte früh­zei­tig aufdeckt. Die Per­for­mance des Systems ver­schlech­tert sich hierbei jedoch ge­ring­fü­gig. Ein weiterer Punkt, der sich bei ent­spre­chen­der Funk­tio­na­li­tät der Kon­troll­in­stan­zen ver­bes­sern lässt, ist die Le­se­ge­schwin­dig­keit: Zu diesem Zweck greift das RAID-1-System beim Le­se­vor­gang auf mehr als eine Fest­plat­te zu und liest dann parallel ver­schie­de­ne Sektoren dieser Platten ein, ähnlich wie bei einem RAID-0-Verbund. Die Output-Leistung von zwei ver­knüpf­ten Da­ten­trä­gern lässt sich auf diese Weise z. B. ver­dop­peln.

De­fi­ni­ti­on

Ein RAID (Redundant Array of In­de­pen­dent Disks) ist ein Verbund aus min­des­tens zwei ver­schie­de­nen Spei­cher­me­di­en zu einem einzelnen großen logischen Laufwerk. Die konkrete Funktion bestimmen die je­wei­li­gen Fest­plat­ten-Setups, die man in RAID-Leveln wie RAID 1 definiert. Zu den Kern­punk­ten zählen Da­ten­si­cher­heit und eine ver­bes­ser­te Da­ten­durch­satz­ra­te.

Das Funk­ti­ons­prin­zip von RAID 1 im Schaubild

Für die Anzahl an Spei­cher­trä­gern in einem RAID 1 existiert grund­sätz­lich keine Be­gren­zung bzw. Vorgabe – mit Ausnahme der Min­dest­zahl von zwei Platten. Mit jedem Medium, auf das die Daten ge­spie­gelt werden, erhöht sich au­to­ma­tisch die Aus­fall­si­cher­heit. Es ist aber zu bedenken, dass sich die Spei­cher­ka­pa­zi­tät auch mit zu­neh­men­der Menge an Fest­plat­ten nicht erhöht, sondern immer auf das Vermögen der kleinsten ein­ge­spann­ten Kom­po­nen­te begrenzt bleibt.

Nach­fol­gen­des Schaubild prä­sen­tiert das Funk­ti­ons­prin­zip von RAID 1 ex­em­pla­risch an einer klas­si­schen Kom­bi­na­ti­ons­va­ri­an­te mit lediglich zwei Fest­plat­ten.

Welche Vor- und Nachteile hat ein RAID-1-System?

Im Vergleich zu anderen Spei­cher­ver­bün­den zeichnet sich RAID 1 ins­be­son­de­re durch seine Ein­fach­heit aus. Alle ein­ge­spann­ten Platten be­her­ber­gen die iden­ti­schen Daten, also zu jederzeit den kom­plet­ten Da­ten­be­stand des Systems. Bei passender Hardware bedeutet das in der Theorie, dass jede Fest­plat­te auch in einem separaten Computer betrieben und genutzt werden kann. Hinzu kommt der Vorteil, dass der Ausfall einer einzelnen Kom­po­nen­te kein Problem darstellt: Der Wei­ter­be­trieb des RAID-1-Systems ist un­ter­bre­chungs­frei möglich und die defekte Fest­plat­te lässt sich in Ruhe aus­tau­schen.

Hinweis
Ein RAID ist nicht als Al­ter­na­ti­ve bzw. Ersatz für eine Backup-Lösung zu verstehen! Gehen in einem RAID-1-Verbund Daten verloren – bei­spiels­wei­se, weil sie ver­se­hent­lich gelöscht wurden oder weil ein Da­ten­block be­schä­digt ist – gibt es keine Mög­lich­keit, diese wie­der­her­zu­stel­len.

Wie erwähnt kann RAID 1 die Vorzüge einer ver­bes­ser­ten Le­se­ge­schwin­dig­keit und einer zu­sätz­li­chen Ab­si­che­rung der Fest­plat­ten bieten, wenn der Con­trol­ler bzw. die Ver­wal­tungs­soft­ware den gleich­zei­ti­gen Zugriff auf mehr als ein Spei­cher­me­di­um er­mög­licht. In ersterem Fall wird dies durch den par­al­le­len Zugriff auf ver­schie­de­ne Sektoren möglich, in letzterem durch den Abgleich der Daten.

Aus der großen Stärke – einer voll­stän­di­gen Redundanz – re­sul­tiert zugleich die ent­schei­den­de Schwäche eines RAID-1-Systems: Da jede Fest­plat­te im Verbund über den gleichen Da­ten­stand verfügen muss, geht au­to­ma­tisch eine Menge po­ten­zi­el­ler Spei­cher­ka­pa­zi­tät verloren. Im Um­kehr­schluss bedeutet dies, dass RAID-1-Speicher min­des­tens doppelt so teuer (bei einem Zu­sam­men­schluss von zwei Fest­plat­ten) sind wie einzelne Da­ten­trä­ger mit gleichem Spei­cher­ver­mö­gen. Auch im Vergleich mit anderen RAID-Leveln, die Redundanz mithilfe von Parität ge­ne­rie­ren, ist der hohe Kos­ten­fak­tor von RAID 1 als Nachteil zu nennen.

Vorteile Nachteile
Voll­stän­di­ge Redundanz Spei­cher­ka­pa­zi­tät des Verbunds ist maximal so groß wie die Kapazität der kleinsten Fest­plat­te
Da­ten­si­cher­heit und Ge­schwin­dig­keit lässt sich bei passendem Con­trol­ler bzw. passender Software optional erhöhen Hoher Kos­ten­fak­tor

Wo kommt RAID 1 zum Einsatz?

Fest­plat­ten in einem RAID 1 zu­sam­men­zu­schlie­ßen, lohnt sich immer dann, wenn eine hohe Ver­füg­bar­keit der ge­spei­cher­ten Daten gewünscht ist. Da der Speicher dieser red­un­dan­ten Arrays ver­hält­nis­mä­ßig teuer ist, kommen sie jedoch nicht für die Sicherung größerer Da­ten­men­gen in Frage. Passende Ein­satz­sze­na­ri­os sind Ser­ver­sys­te­me ver­schie­dens­ter Art (inklusive Be­triebs­sys­tem), z. B. Setups für File­ser­ver oder Webserver.

Zudem wird RAID 1 immer wieder mit anderen RAID-Leveln kom­bi­niert, um noch leis­tungs­stär­ke­re Spei­cher­sys­te­me zu kreieren. Besonders beliebt ist die Kom­bi­na­ti­on RAID 10 (auch als RAID 1+0 bekannt), die nicht nur die Si­cher­heit eines RAID-1-Systems, sondern auch stark op­ti­mier­te Lese- und Schreib­ge­schwin­dig­kei­ten bietet.

Tipp
Re­gel­mä­ßi­ge Backups sind auch in Hardware-Setups nach RAID 1 gefragt. Cloud Backup von IONOS sichert die Daten Ihrer IT-In­fra­struk­tur, Ihres Smart­phones oder Ihres PCs ver­schlüs­selt in den zer­ti­fi­zier­ten IONOS-Re­chen­zen­tren.

Welche anderen RAID-Level sind von Bedeutung?

Der klas­si­schen RAID-De­fi­ni­ti­on folgend, sorgt RAID 1 für eine Redundanz der ge­spei­cher­ten Daten. Auch andere Level speichern Daten redundant, verwenden dabei aber einen anderen Ansatz als RAID 1. So spiegeln die ebenfalls ge­bräuch­li­chen Level RAID 5 und RAID 6 die Nut­zer­da­ten nicht, sondern stellen mithilfe von Pa­ri­täts­in­for­ma­tio­nen eine red­un­dan­te Spei­che­rung sicher. Gänzlich ohne Redundanz arbeitet hingegen ein RAID-0-System, weshalb es sich bei diesem streng genommen gar nicht um ein „Redundant“ Array of In­de­pen­dent Disks handelt. Einen um­fang­rei­chen Vergleich zwischen den ver­schie­de­nen RAID-Setups bietet unser großer RAID-Level-Vergleich.

Cloud Backup powered by Acronis
Mi­ni­mie­ren Sie Aus­fall­zei­ten mit unserem Kom­plett­schutz
  • Au­to­ma­tisch: Backups und Recovery
  • Intuitiv: Planung und Ma­nage­ment
  • In­tel­li­gent: KI-basierter Be­dro­hungs­schutz
  • Inkl. 300,- € Start­gut­ha­ben im 1. Monat
Zum Hauptmenü