Die hosts-Datei ist eine äußerst nützliche, wenn auch kleine Textdatei, die Host-Namen mit zu­ge­hö­ri­gen IP-Adressen speichert. Dadurch wird fest­ge­legt, welche Kno­ten­punk­te unter Angabe des Namens in einem Netzwerk an­ge­steu­ert werden. Somit ist die hosts-Datei ele­men­ta­res Werkzeug eines Netz­werk­pro­to­kolls, indem es Host-Namen in nu­me­ri­sche IP-Adressen umwandelt. Mit diesen Adressen wiederum kann das Netzwerk erst arbeiten. Die hosts-Datei ist in allen gängigen Be­triebs­sys­te­men für PC, Mac und mobile Geräte angelegt und kann von Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren geändert werden. Bei jedem Aufruf einer Website überprüft Ihr Gerät zunächst die hosts-Datei nach einem kor­re­spon­die­ren­den Eintrag bzw. einer Regel für die Website.

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Was ist die hosts-Datei?

Zunächst sei erwähnt, dass die hosts-Datei eher ein Relikt der Ver­gan­gen­heit ist. In An­fangs­zei­ten des Internets diente die Datei dazu, Domain-Namen mit bestimmte IP-Adressen zu ver­knüp­fen, also „auf­zu­lö­sen“. So sorgte die hosts-Datei z. B. dafür, dass der Computer wusste, welche IP-Adresse mit www.IONOS.de gemeint ist. Daher enthielt die hosts-Datei früher eine lange Liste mit diesen Hosts (englisch für „Gastgeber“) und deren spe­zi­el­len Adressen. Der Einfluss des „Host“-Begriffs ist heute noch bemerkbar, wenn man davon spricht, dass jemand „eine Website hostet“.

Öffnen Sie heute Ihre eigene hosts-Datei, ist diese sehr wahr­schein­lich ohne Eintrag. Für die Auflösung von Web­adres­sen wird nämlich mitt­ler­wei­le das Domain Name System (DNS) verwendet. Die hosts-Datei ist für lokale (LAN) und virtuelle (VLAN) Netzwerke al­ler­dings nach wie vor praktisch. Für das Surfen im Internet ist die Datei u. a. zum Sperren schäd­li­cher Websites nützlich.

Aufbau und Funktion der hosts-Datei

Die hosts-Datei ist eine sehr simple Textdatei, die z. B. in Windows mit dem vor­in­stal­lier­ten Editor geöffnet und be­ar­bei­tet werden kann. Zunächst sehen Sie die Windows-eigene Be­schrei­bung der Datei. Darunter können Sie IP-Adressen und zu­ge­hö­ri­ge Host-Namen de­fi­nie­ren. Die de­fi­nier­te IP-Adresse steht mit dem zu­ge­hö­ri­gen Host-Namen in einer ge­mein­sa­men Zeile. Wichtig dabei ist, dass die beiden In­for­ma­tio­nen min­des­tens mit einem Leer­zei­chen von­ein­an­der getrennt werden. Außerdem fügen Sie Kom­men­ta­re hinzu, indem Sie „#“ vor­an­stel­len. Leere Zeilen in der Textdatei werden ignoriert.

Tipp

Sie können die hosts-Datei auch mit einem Tool be­ar­bei­ten. Für Windows gibt es die kos­ten­lo­se Software HostsMa.

Die Daten können an­schlie­ßend vom Netzwerk aus­ge­le­sen werden. Dieses Prinzip gilt sowohl für alle Windows-Versionen als auch für Linux, macOS, iOS, Android und andere Be­triebs­sys­te­me. Die Funk­ti­ons­wei­se bzw. der Nutzen der hosts-Datei ist ebenfalls einfach, aber durchaus mächtig:

  • Die hosts-Datei er­mög­licht die ein­deu­ti­ge Zuordnung von IP-Adressen zu Hosts, auch wenn diese denselben Namen haben.
  • Auf der anderen Seite er­mög­licht die hosts-Datei, Rechnern einen ein­deu­ti­gen Namen zu­zu­wei­sen.
  • Mithilfe der hosts-Datei sperren Sie auch Adressen, indem Sie diese einfach auf eine nicht exis­tie­ren­de IP-Adresse umleiten (Adresse 0.0.0.0, dann die zu sperrende Web­adres­se). Wird versucht, die Seite auf­zu­ru­fen, folgt eine Feh­ler­mel­dung, weil der Host nicht gefunden wird. Mit dieser Methode können Sie u. a. Wer­be­ser­ver und ge­fähr­li­che In­ter­net­sei­ten blo­ckie­ren.
  • Im Web kursieren für ein besseres und si­che­re­res Surf­erleb­nis Lis­ten­vor­la­gen, die Sie in Ihre hosts-Datei kopieren können, z. B. „how to make the internet not suck“ und MVPS. Beide Dokumente werden re­gel­mä­ßig ak­tua­li­siert und sind üppig gefüllt mit si­cher­heits­tech­nisch be­denk­li­chen und als ge­fähr­lich bekannten Adressen.
Tipp

Gestalten Sie die hosts-Datei nicht zu lang. Sonst kann sie auf schwachen Systemen zu erhöhten La­de­zei­ten führen.

So ändern Sie die hosts-Datei in Windows XP, 7, 8 und 10

  • Suchen Sie im Startmenü den Eintrag „Editor“ und rechts­kli­cken Sie darauf. Wählen Sie „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“.
  • Gehen Sie im Editor unter „Datei“ auf den Menüpunkt „Öffnen“.
  • Öffnen Sie die „hosts“-Datei im Windows Explorer über den Pfad C:\Windows\ System32\drivers\etc\hosts.
  • Sie können die hosts-Datei nun ändern.

So ändern Sie die hosts-Datei auf Ihrem Mac

  • Wählen Sie in der oberen Start­leis­te den Reiter „Gehe zu“ und klicken Sie auf „Gehe zum Ordner“.
  • Im neuen Dia­log­feld geben Sie folgenden Dateipfad ein: /private/etc/hosts. Klicken Sie dann auf „Öffnen“.
  • Daraufhin öffnet sich der Ordner mit der „hosts“-Datei. Dop­pel­kli­cken Sie auf diese, öffnet sich die Text­be­ar­bei­tung der Datei.

Wenn Sie keine Schreib­be­rech­ti­gung für die Datei haben, befolgen Sie diese Schritte:

  • Klicken Sie oben rechts in der Start­leis­te auf das Lu­pen­sym­bol (Spotlight).
  • Tippen Sie in die Such­leis­te „Terminal“ ein und klicken Sie auf das Tool in den Such­ergeb­nis­sen.
  • Geben Sie dort den Befehl sudo nano /etc/hosts ein und be­stä­ti­gen Sie mit [Enter].
  • Falls Ihr Mac-Konto pass­wort­ge­schützt ist, werden Sie auf­ge­for­dert, es erneut ein­zu­ge­ben.
  • Daraufhin können Sie die hosts-Datei ändern.

So ändern Sie die hosts-Datei in Linux/Ubuntu

  • Abhängig von der Version Ihres Be­triebs­sys­tems und Ihrer per­sön­li­chen Wahl haben Sie eines oder mehrere der folgenden Stan­dard­ter­mi­nal­pro­gram­me in­stal­liert: Unity, KDE, Xfce, LXDE, GNOME-Shell, MATE.
  • Öffnen Sie den ent­spre­chen­den Editor (meist über „An­wen­dun­gen“ > „Zubehör“ > „Terminal“ zu finden).
  • Geben Sie folgenden Befehl ein: sudo nano /etc/hosts. Mit dem Vorsatz sudo erhalten Sie die nötigen Root-Rechte. Die hosts-Datei ist schließ­lich eine Sys­tem­da­tei und unter Ubuntu besonders geschützt.
  • An­schlie­ßend können Sie mit Ihrem Text­edi­tor bzw. Terminal die hosts-Datei ändern.

Ri­si­ko­fak­tor hosts-Datei

Die hosts-Datei ist leider auch ein beliebtes Ziel von Schad­soft­ware, die die Datei ei­gen­mäch­tig ändert. Das kann dazu führen, dass Nutzer auf ge­fähr­li­che Seiten umgelenkt werden. Außerdem können Adressen gesperrt werden, z. B. die Server von An­ti­vi­ren­pro­gramm-Anbietern, sodass deren An­wen­dun­gen sich nicht mehr updaten können. In der Regel ver­hin­dern Sie mit einer guten Firewall und einem aktiven Vi­ren­scan­ner jedoch, dass Unbefugte Zugriff auf die Datei erlangen. Es kann auch nicht schaden, ab und zu die Datei auf un­ge­wünsch­te Einträge zu über­prü­fen.

Tipp

Wenn Sie die hosts-Datei als schreib­ge­schützt de­fi­nie­ren, bewahren Sie diese vor un­be­fug­tem Zugriff.

Da­tei­pfa­de: So finden Sie die hosts-Datei

Be­triebs­sys­tem Version(en) Dateipfad  
Windows 95, 98, ME C:\Windows\HOSTS  
  NT, 2000, XP, 2003, Vista, 2008, 7, 2012, 8, 10 C:\Windows\ System32\drivers\etc\hosts  
  Windows Phone/Mobile Registry unter HKEY_LOCAL_MACHINE\Comm\Tcpip\Hosts  
macOS 9 und früher Ordner „Ein­stel­lun­gen“ oder „System“  
  Mac OS X 10.0–10.1.5 Die Datei muss mit dem NetInfo-Tool erstellt werden (/Ap­pli­ca­ti­ons/Utilities/NetInfo Manager)  
  Mac OS X 10.2 und aktueller /private/etc/hosts  
Unix/Linux   /etc/hosts  
Android   /system/etc/hosts  
iOS iOS 2.0 und aktueller /system/etc/hosts  
Novell NetWare   SYS:etc\hosts  
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