WordPress ist das weltweit meist­ver­brei­te­te Content Ma­nage­ment System (CMS). Der Einsatz von WordPress er­leich­tert den Aufbau einer Website ungemein. Aus einer reich­hal­ti­gen Auswahl von Plugins und Themes stellt man sich die ge­wünsch­te Funk­tio­na­li­tät und das passende Aussehen zusammen. Innerhalb von fünf Minuten kann man eine eigene Site online haben.

Trotz der schein­ba­ren Ein­fach­heit kann man sich beim Erstellen einer WordPress-Site leicht ver­zet­teln. Dann lädt die Site nicht mehr richtig oder funk­tio­niert überhaupt nicht mehr. Ab einem be­stimm­ten Punkt hat man genug – man möchte die WordPress-Seite zu­rück­set­zen und einfach wieder von vorne anfangen. Welche Mög­lich­kei­ten zum Zu­rück­set­zen von WordPress gibt es und wann hat dies Sinn?

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Warum eine WordPress-Seite zu­rück­set­zen?

WordPress ist ein flexibles Content Ma­nage­ment System (CMS). Aufgrund der Fle­xi­bi­li­tät der Software ist es möglich, gänzlich ver­schie­de­ne Sites und Apps auf Basis des CMS zu erstellen. Egal ob Single Page Scroller, On­line­shop oder soziales Netzwerk, für fast jedes Un­ter­fan­gen finden sich passende Plugins. Jedoch ist die Fle­xi­bi­li­tät von WordPress gleich­zei­tig Segen und Fluch. Hat man sich als Laie einmal im Dickicht zu­ein­an­der in­kom­pa­ti­bler Plugins ver­strickt, wünscht man sich mitunter einen Reset-Knopf.

Auch im Rahmen der regulären Ad­mi­nis­tra­ti­on einer WordPress-Site ist es manchmal sinnvoll, zumindest Teile einer WordPress-Seite zu­rück­set­zen zu können. Meist ergibt sich der Bedarf dann, wenn größere Än­de­run­gen an der Site anstehen. Es gibt einige häufige Szenarien, bei denen empfohlen wird, WordPress zu­rück­zu­set­zen. Dazu gehören der Umzug einer WordPress-Domain zu einem neuen Hosting-Provider (Migration), das Erstellen eines neuen Designs (Redesign) oder der Neustart der Site unter der exis­tie­ren­den Domain (Relaunch).

Ferner gibt es bestimmte Umstände, die es erfordern, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen: etwa wenn die Site gehackt wurde oder nach einem Update nicht mehr lädt (Restore/Recovery). Manchmal ist es auch sinnvoll, Teile von WordPress im Rahmen eines „Früh­jahrs­put­zes“ zu­rück­zu­set­zen (Clean-up). Das pe­ri­odi­sche Entfernen brach liegender Altlasten erhöht die Si­cher­heit der Site und kann zu ver­bes­ser­ter WordPress-Per­for­mance führen.

WordPress-Seite zu­rück­set­zen bei Bedeutung
Migration Umzug einer Site zu einem neuen Hosting
Redesign Erstellen eines neuen Designs
Relaunch Neustart der Site unter der exis­tie­ren­den oder einer neuen Domain
Restore/Recovery Site wurde gehackt oder be­schä­digt
Clean-up Entfernen un­ge­nutz­ter Altlasten
Reset WordPress komplett zu­rück­set­zen

Am nütz­lichs­ten ist das Zu­rück­set­zen im Rahmen von Ent­wick­lungs- und Test-Workflows. Man arbeitet dabei idea­ler­wei­se auf einer Staging-Site oder lokalen Dev-Site. So braucht man sich keine Gedanken über etwaige Schäden zu machen.

Hinweis

Wir be­spre­chen hier aus­schließ­lich, wie man eine normale WordPress-Site zu­rück­setzt. Handelt es sich um eine Multisite, ist der Prozess komplexer.

Was passiert, wenn man WordPress zu­rück­setzt?

Was ist überhaupt damit gemeint, wenn wir davon sprechen, WordPress zu­rück­zu­set­zen? Tat­säch­lich kann das mehrere Dinge bedeuten. Denn WordPress besteht aus vier grund­le­gen­den Kom­po­nen­ten:

  1. WordPress-Core-Ordner und -Dateien
  2. WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien
  3. WordPress-Datenbank
  4. WordPress-Site-Daten im wp-content-Ordner

Will man WordPress zu­rück­set­zen, muss man sich darüber im Klaren sein, was genau man erreichen möchte. Sollen nur die Inhalte entfernt werden oder möchte man die Ein­stel­lun­gen bzw. das WordPress-Theme auf den Aus­gangs­zu­stand zu­rück­set­zen? Wurde die Site gehackt oder hat man einen Umzug durch­ge­führt? Je nach Szenario müssen un­ter­schied­li­che Kom­po­nen­ten der Site zu­rück­ge­setzt werden.

Wichtig ist, zu verstehen, dass die Kom­po­nen­ten mit­ein­an­der verzahnt sind. Löscht man z. B. nur die Datenbank, bleiben Plugins, Themes und hoch­ge­la­de­ne Dateien (Uploads) erhalten. Durch den Verlust der Datenbank tauchen jedoch die Uploads nicht mehr in der WordPress-Mediathek auf. Man kann sie dann auch nicht mehr aus WordPress heraus löschen. In diesem Fall wäre es an­ge­mes­sen, den WordPress-Uploads-Ordner zu­rück­zu­set­zen.

Den WordPress-Core zu­rück­set­zen

Als „WordPress-Core“ be­zeich­net man die Ordner und Dateien, aus denen WordPress „im Kern“ besteht. Diese werden bei der In­stal­la­ti­on von WordPress angelegt und ggf. bei Updates geändert. Die WordPress-Ent­wick­ler von iThemes steuern eine ein­leuch­ten­de De­fi­ni­ti­on bei:

Be­trach­ten wir ex­em­pla­risch die Namen wichtiger WordPress-Core-Dateien und -Ordner im WordPress-Stamm­ver­zeich­nis. Als Nutzer lässt man die Finger von diesen Ordnern und Dateien, da man ansonsten leicht die WordPress-In­stal­la­ti­on be­schä­digt:

  • index.php
  • wp-login.php
  • wp-admin/
  • wp-includes/
  • etc.

Wenn der WordPress-Core be­schä­digt wurde, ist ein Zu­rück­set­zen sinnvoll. Zu Schäden am WordPress-Core kommt es für ge­wöhn­lich durch un­sach­ge­mä­ßen Nut­zer­zu­griff oder ein­ge­schleus­te Malware. Wurde der WordPress-Core durch einen Hack verändert, ist es besser, die Site komplett neu aus einem Backup zu re­kon­stru­ie­ren. So wird si­cher­ge­stellt, dass dem Schädling ga­ran­tiert der Garaus gemacht wird.

Die WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien zu­rück­set­zen

Bei den WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien handelt es sich um eine Handvoll Dateien, die im Stamm­ver­zeich­nis der WordPress-In­stal­la­ti­on liegen. Diese speichern spezielle Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­stel­lun­gen außerhalb der Datenbank. Die folgenden WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien finden sich bei den meisten WordPress-In­stal­la­tio­nen vor:

Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Datei Be­schrei­bung Ver­än­de­run­gen Risiko bei Be­schä­di­gung
wp-config.php Legt grund­le­gen­de Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­stel­lun­gen fest; wird bei der In­stal­la­ti­on erzeugt und verknüpft die WordPress-In­stal­la­ti­on mit der WordPress-Datenbank Ver­än­de­run­gen an dieser Datei sind un­ge­wöhn­lich. Seite lädt nicht mehr: „White Screen of Death“, „Error es­tab­li­shing a database con­nec­tion“
.htaccess Steuert den Apache-Webserver; definiert WordPress-Redirects und legt Zugriff auf Ver­zeich­nis­se vom Web aus fest; lässt sich nutzen, um grund­le­gen­den Pass­wort­schutz einer Site anzulegen; beliebt, um Staging-Sites vor dem Zugriff regulärer Nutzer zu schützen Plugins schreiben in die .htaccess, z. B. für Si­cher­heits­ein­stel­lun­gen, SEO oder Caching. Site lädt nicht mehr: „White Screen of Death“, „500 Internal Server Error“; Verlust von SEO-Potenzial durch zerstörte Redirects; Freigabe ver­trau­li­cher Sei­ten­be­rei­che
robots.txt Weist Such­ma­schi­nen an, nur bestimmte Bereiche der Site zu in­di­zie­ren; wird genutzt, um Staging-Sites vor Such­ma­schi­nen zu verbergen SEO-Plugins schreiben in diese Datei. Verlust von SEO-Potenzial; In­di­zie­rung ver­trau­li­cher Sei­ten­be­rei­che

Mo­di­fi­ka­tio­nen der WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien ver­ur­sa­chen schnell Schäden an der Site. Diese Schäden sind oft un­mit­tel­ba­rer Natur; die Site lädt dann nicht mehr richtig. Es können jedoch auch subtile Schäden entstehen, die sich erst nach langer Zeit bemerkbar machen, bei­spiels­wei­se wenn das Google-Ranking der Site in den Keller geht.

Ist es zu einer Be­schä­di­gung an den WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Dateien gekommen, empfiehlt sich unbedingt das Wie­der­her­stel­len aus einem Backup. Versucht man, die Schäden nach­zu­voll­zie­hen und händisch zu beheben, macht man es damit viel­leicht nur noch schlimmer. Im Fall der Fälle ist es möglich, eine be­schä­dig­te WordPress-Kon­fi­gu­ra­ti­ons-Datei auf den Aus­gangs­zu­stand zu­rück­zu­set­zen. Dabei gehen jedoch alle sei­ten­spe­zi­fi­schen Ein­stel­lun­gen verloren.

Die WordPress-Datenbank zu­rück­set­zen

Die WordPress-Datenbank enthält die meisten Inhalte und Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­stel­lun­gen der Site. Diese werden in einzelnen Datenbank-Tabellen ge­spei­chert. Dabei kommen zwei grund­le­gen­de Arten von Tabellen zum Einsatz:

  1. WordPress-Core-Tabellen, u. a.:
    • wp_posts
    • wp_options
    • wp_users
    • wp_comments
       
  2. Tabellen von Plugins und Themes
    • Wie diese genau heißen, hängt vom je­wei­li­gen Plugin bzw. Theme ab.

Entfernt man Teile der Datenbank, wirkt sich dies ggf. auf WordPress wie ein Zu­rück­set­zen aus. Zu beachten ist, dass es zwei Wege gibt, die WordPress-Datenbank zu­rück­zu­set­zen:

  1. Datenbank-Einträge entfernen (DELETE * FROM <table>)
  2. Datenbank-Tabellen entfernen (DROP TABLE <table>)

Es ist un­ab­ding­bar, vor dem Mo­di­fi­zie­ren der WordPress-Datenbank ein Datenbank-Backup („Database Dump“) anzulegen. Für ge­wöhn­lich ergibt ein Database Dump eine kom­pri­mier­te Textdatei mit SQL-Anweisung. Um die WordPress-Datenbank auf einen früheren Zustand zu­rück­zu­set­zen, wird das Database Dump ein­ge­spielt. Dabei werden die ent­hal­te­nen SQL-An­wei­sun­gen se­quen­zi­ell aus­ge­führt und die Daten re­kon­sti­tu­iert.

Beim Wie­der­her­stel­len der WordPress-Datenbank nach Zu­rück­set­zen gibt es einen Fall­strick: Wenn beim Zu­rück­set­zen nur einzelne Einträge entfernt wurden, muss das Database Dump mit DROP TABLE IF EXISTS-Einträgen ex­por­tiert worden sein. Ansonsten schlägt das Wie­der­her­stel­len fehl.

Die WordPress-Site-Daten zu­rück­set­zen

Im Gegensatz zum WordPress-Core sind die Site-Daten über die Zeit ver­än­der­lich. Die Site-Daten umfassen sämtliche Ordner und Dateien im wp-content-Ordner. Schauen wir uns die wich­tigs­ten Ordner samt relativer Pfade an:

  • Site-Daten: wp-content/
    • In­stal­lier­te Plugins: plugins/
    • In­stal­lier­te Themes: themes/
    • Hoch­ge­la­de­ne Dateien: uploads/

Jedes Plugin und Theme liegt in eigenem Ordner. Löscht man einen dieser Ordner, wird das jeweilige Theme oder Plugin entfernt. Ggf. bleiben jedoch Tabellen und Einträge in der WordPress-Datenbank bestehen. Entfernt man den kom­plet­ten wp-content-Ordner, setzt man die WordPress-Site-Daten zurück. Man kann dann von vorne damit anfangen, Plugins und Themes zu in­stal­lie­ren.

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Welche Methoden zum Zu­rück­set­zen von WordPress gibt es?

Es gibt drei grund­le­gen­de Vor­ge­hens­wei­sen, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen. Wir be­spre­chen diese im weiteren Verlauf de­tail­liert:

  1. WordPress-Seite händisch zu­rück­set­zen
  2. WordPress-Seite mittels Plugins zu­rück­set­zen
  3. WordPress-Seite mit WP-CLI zu­rück­set­zen
Hinweis

Eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen bedingt de­struk­ti­ve Än­de­run­gen an der WordPress-In­stal­la­ti­on und den Inhalten. Hat man wert­vol­len Content auf der Site, ist es un­er­läss­lich, vor dem Zu­rück­set­zen ein WordPress-Backup anzulegen. Oft ist es sinn­vol­ler, eine neue, saubere WordPress-In­stal­la­ti­on anzulegen, als eine exis­tie­ren­de Version zu säubern. Das gilt ins­be­son­de­re, wenn die exis­tie­ren­de Version gehackt wurde. Bös­ar­ti­ger Code kann gut versteckt in einer WordPress-In­stal­la­ti­on Säu­be­rungs­ver­su­che über­ste­hen.

WordPress-Seite händisch zu­rück­set­zen

Viele im Web auf­find­ba­re An­lei­tun­gen zum WordPress-Zu­rück­set­zen empfehlen ein hän­di­sches Vorgehen mit einer Reihe in­di­vi­du­el­ler Schritte. Man arbeitet dabei auf dem Server bzw. dem Backend der Hosting-Umgebung. Gezielt löscht man Dateien und Ordner und ändert Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ein­stel­lun­gen der WordPress-In­stal­la­ti­on sowie der Hosting-Umgebung. Man passt DNS-Ein­stel­lun­gen an, legt eine neue Datenbank an oder löscht Tabellen in der be­stehen­den Datenbank. Ggf. macht man sich dabei spezielle Skripte zunutze.

In den meisten Fällen ist das händische Vorgehen nicht der optimale Weg, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen. Meist ist es einfacher, eine neue, saubere WordPress-In­stal­la­ti­on anlegen. Denn eine WordPress-Seite ist nach einem kom­plet­ten Zu­rück­set­zen idea­ler­wei­se von einem frisch in­stal­lier­ten WordPress nicht zu un­ter­schei­den.

Das händische Vorgehen ist der mäch­tigs­te Ansatz und er­mög­licht, mit chir­ur­gi­scher Präzision Teile von WordPress zu­rück­zu­set­zen — das passende Know-how vor­aus­ge­setzt. Fehlt das benötigte Wissen und die Erfahrung, zer­schießt man sich leicht die Site. Daher sollte man vor Beginn der Arbeiten unbedingt ein Backup anlegen. Noch besser ist, man arbeitet auf einer WordPress-Staging-Site. Schauen wir uns ein paar Szenarien an, in denen der händische Ansatz zum Tragen kommt.

Relaunch mit exis­tie­ren­der Domain und frischem WordPress

Stellen wir uns vor, wir hätten eine exis­tie­ren­de WordPress-Site unter der Domain www.example.com. Nun möchten wir mit einem frischen WordPress ganz von vorne loslegen. Die be­stehen­de Domain und die damit ver­bun­de­ne Such­ma­schi­nen-Autorität wollen wir natürlich bei­be­hal­ten. Ein häufig gezeigter Ansatz besteht darin, die exis­tie­ren­de WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen und an­schlie­ßend unter der exis­tie­ren­den Domain neu auf­zu­bau­en. Jedoch liegt diesem Vorgehen ein Denk­feh­ler zugrunde.

Erinnern wir uns: Ein kom­plet­tes Zu­rück­set­zen ist idea­ler­wei­se nicht zu un­ter­schei­den von einem frisch in­stal­lier­tem WordPress. Daher ist es besser, WordPress frisch zu in­stal­lie­ren und im Anschluss die exis­tie­ren­de Domain auf die neue In­stal­la­ti­on zu richten. Dazu passt man DNS-Ein­stel­lun­gen im Hosting-Backend oder Domain-Registrar an, um die Domain mit der IP-Adresse des Servers zu ver­knüp­fen. Ferner passt man die WordPress-Site-URL an und ersetzt alle Instanzen in der Datenbank durch die neue URL.

Oft ist es praktisch, beim Relaunch die alte Site bestehen zu lassen. So kann man später weiterhin Inhalte und Ein­stel­lun­gen einsehen und bei Bedarf über­tra­gen. Ein guter Ansatz besteht darin, nach dem Relaunch die be­stehen­de Site unter einer Subdomain wie old.example.com zu hosten. Analog baut man die neue Site vor dem Relaunch unter einer Subdomain wie dev.example.com auf. Zum Zeitpunkt des Relaunchs ver­tauscht man die beiden Sites:

Site Domain vor Relaunch Domain nach Relaunch
Be­stehen­de Site www.example.com old.example.com
Neue Site dev.example.com www.example.com

Wählt man diesen Ansatz, ist es un­ab­ding­bar, eine Datei robots.txt im Haupt­ver­zeich­nis der alten Site anzulegen, um diese vor Such­ma­schi­nen zu verbergen. Ansonsten droht das Duplicate-Content-Problem, das negative Kon­se­quen­zen für das Ranking der neuen und alten Site zur Folge haben kann. In der robots.txt-Datei der alten Site platziert man den folgenden Eintrag:

User-agent: *
Disallow: /

WordPress-Theme zu­rück­set­zen bei Redesign der Site

Für das Design einer WordPress-Site sollte man bei Einsatz eines kom­mer­zi­el­len oder freien Themes idea­ler­wei­se bereits beim Aufbau der Site ein Child-Theme anlegen. Alle Än­de­run­gen am Theme beziehen sich dann auf das Child-Theme. Hat man diesen Ansatz gewählt, ist es ein Leichtes, in der Zukunft ein neues Design zu ent­wi­ckeln.

Für das Redesign legt man einfach ein neues Child-Theme an und testet dieses auf einer Staging-Site, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. An­schlie­ßend kopiert man das fertige Child-Theme in die exis­tie­ren­de WordPress-In­stal­la­ti­on. Aktiviert man nun das Child-Theme, startet man mit einem frischen Theme neu.

Was jedoch, wenn kein WordPress Child-Theme angelegt wurde? In diesem Fall wurden alle Än­de­run­gen direkt am Theme vor­ge­nom­men. Wie man das WordPress-Theme dann zu­rück­setzt, hängt vom je­wei­li­gen Theme ab.

WordPress-Seite komplett zu­rück­set­zen – der Reset mit dem Holz­ham­mer

Diese Methode findet sich am häu­figs­ten im Netz, wenn man nach An­lei­tun­gen sucht, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen. Dabei entfernt man händisch die über die Zeit variablen Kom­po­nen­ten der WordPress-Site, lässt jedoch einige (in der Theorie) un­ver­än­der­li­che Kom­po­nen­ten bestehen. Ge­wis­ser­ma­ßen „entkernt“ man die Site, um sie im Anschluss mit neuen Inhalten zu füllen.

Wir zeigen dieses Vorgehen hier lediglich der Voll­stän­dig­keit halber. Denn der Prozess ist nicht weniger aufwendig, als WordPress komplett neu zu in­stal­lie­ren. Da manche WordPress-Kom­po­nen­ten das Zu­rück­set­zen überleben, besteht jedoch ein Risiko, dass Be­stand­tei­le der alten In­stal­la­ti­on später Probleme ver­ur­sa­chen. Schauen wir uns den Prozess an:

  1. Kom­plet­tes Backup der be­stehen­den Site anlegen.

Dabei WordPress-Datenbank und WordPress-Ver­zeich­nis sichern!

  1. Neue Datenbank anlegen und Zu­griffs­da­ten der neuen Datenbank notieren.

Man legt die neue Datenbank im Hosting-Backend an oder nutzt auf der Kom­man­do­zei­le den mysql-Befehl.

Häufig wird empfohlen, die be­stehen­de Datenbank an diesem Punkt zu löschen. Dies ist ei­gent­lich unnötig. Es ist oft besser, die Daten noch etwas vor­zu­hal­ten. Erst wenn man sicher ist, dass alles geklappt hat, entfernt man die alte Datenbank.

  1. Alle Inhalte im Ordner wp-content/ leeren.

An diesem Punkt wird oft empfohlen, den wp-content-Ordner komplett zu löschen. Auf der Linux-Kom­man­do­zei­le leistet dies der folgende Befehl, sofern wir uns im WordPress-Haupt­ver­zeich­nis befinden:

rm -rf wp-content/

Prak­ti­scher ist es, den Ordner um­zu­be­nen­nen bzw. zu ver­schie­ben:

mv wp-content/ _wp-content/
mv wp-content/ ~/quarantine/_wp-content/

WordPress findet den Ordner dann nicht mehr und legt einen neuen, leeren wp-content-Ordner an. Gleich­zei­tig bleiben die ur­sprüng­li­chen Inhalte im Ordner _wp-content bestehen. So kann man weiterhin auf diese zugreifen, um Dateien zu sichten und ggf. zu über­tra­gen.

  1. WordPress neu in­stal­lie­ren.

Dazu die WordPress-Adresse im Browser aufrufen und den folgenden Teil anhängen: /wp-admin/install.php

Die Zu­griffs­da­ten der neuen Datenbank eintragen und den In­stal­la­ti­ons­pro­zess fort­set­zen.

WordPress-Seite mittels Plugins zu­rück­set­zen

Der händische Prozess, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen, ist aufwendig und feh­ler­an­fäl­lig. Besser ist es, die Ein­fluss­mög­lich­kei­ten ein­zu­schrän­ken. Gibt es nur wenige, wohl de­fi­nier­te Wege, kann weniger schief gehen. WordPress-Reset-Plugins leisten genau dies. Wir stellen hier das „WP Reset“-Plugin im Detail vor.

Für die meisten Nutzer stellt WP Reset den ein­fachs­ten und di­rek­tes­ten Weg dar, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen. Das Plugin verfügt über eine intuitive Web­ober­flä­che und bietet ein gutes Maß an Funk­tio­na­li­tät. Prak­ti­scher­wei­se erlaubt das Plugin das Anlegen eines Snapshot der WordPress-Datenbank. So kann man ein Zu­rück­set­zen rück­gän­gig machen. Aber Achtung: Der Snapshot enthält nur die Datenbank, Dateien werden nicht gesichert! Man muss also dennoch vorher ein kom­plet­tes Backup anlegen.

Tipp

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Mit WP Reset lässt sich eine WordPress-Seite auf den Aus­gangs­zu­stand zu­rück­set­zen. Prak­ti­scher­wei­se erlaubt das Plugin, über das Zu­rück­set­zen hinaus wichtige Werte bei­zu­be­hal­ten. Dazu gehören u. a. der Name der Site und die Site-URL sowie der Admin-Nutzer samt Passwort. Schauen wir uns im Folgenden ein paar Beispiele für den Einsatz des Plugins an.

Hinweis

Es gibt noch weitere Plugins mit ähnlicher Funk­tio­na­li­tät. Die meisten erlauben jedoch lediglich ein Zu­rück­set­zen der Datenbank. In Isolation ist dies wenig sinnvoll, da meistens auch Ope­ra­tio­nen auf den WordPress-Dateien notwendig sind.

WordPress-Seite mit WP-CLI zu­rück­set­zen

Das „WordPress Command Line Interface“ (WordPress-Kom­man­do­zei­len-Schnitt­stel­le, WP-CLI) ist ein gutes Tool für WordPress-Admins. Von der Kom­man­do­zei­le aus steuert man damit WordPress. Die Software vereint Ope­ra­tio­nen auf Da­tei­sys­tem und Datenbank unter einer kon­sis­ten­ten Schnitt­stel­le. Damit lässt sich u. a. mit WP-CLI eine WordPress-Seite zu­rück­set­zen.

Kom­man­do­zei­len-Tools sind praktisch, denn sie er­mög­li­chen das Stan­dar­di­sie­ren von Ar­beits­schrit­ten. Die Nutzung der Kom­man­do­zei­le macht Prozesse re­pro­du­zier­bar und erlaubt, diese als Skripte zu kapseln. Die Nutzung von WP-CLI geht flinker von der Hand und ist weniger riskant als ein hän­di­sches Vorgehen.

Der Einsatz von WP-CLI erfordert SSH-Zugriff auf den Server, auf dem WordPress läuft. Ein solider Ansatz bei der Arbeit mit WP-CLI besteht darin, die einzelnen Schritte zunächst auf einer Staging-Site aus­zu­pro­bie­ren. Man führt Kommandos aus und do­ku­men­tiert diese in einer Textdatei. Bei er­folg­rei­chem Ergebnis werden die ge­tes­te­ten Kommandos in der korrekten Rei­hen­fol­ge auf der Live-Site aus­ge­führt.

Tipp

In den Hosting für WordPress-Tarifen von IONOS sind WP-CLI und SSH-Zugang bereits enthalten.

Be­trach­ten wir einige nützliche WP-CLI-Kommandos, die helfen, eine WordPress-Seite zu­rück­zu­set­zen:

WP-CLI-Kommando Aus­wir­kung
wp site empty Beiträge, Kom­men­ta­re, Ka­te­go­rien und Schlag­wor­te löschen; besonders nützlich direkt nach der In­stal­la­ti­on vor Beginn der ei­gent­li­chen Arbeiten
wp site empty --uploads Wie wp site empty; zu­sätz­lich Uploads-Ordner entfernen
wp config create --dbname=<dbname> --dbuser=<dbuser> Neue wp-config.php Datei anlegen; dabei Datenbank-Zu­griffs­da­ten eintragen
wp core download --force WordPress-Core Dateien frisch her­un­ter­la­den; dabei exis­tie­ren­de Dateien über­schrei­ben
wp core download --force --skip-content Wie wp core download --force; dabei keine Standard-Plugins und -Themes in­stal­lie­ren
wp core install --url=<url> --title=<site-title> --admin_user=<username> --admin_email=<email> WordPress-In­stal­la­ti­on durch­füh­ren; Datenbank-Tabellen erzeugen und die er­for­der­li­chen Einträge setzen
wp db export <file> WordPress-Datenbank ex­por­tie­ren und in Datei schreiben
wp db export <file> --add-drop-table Wie wp db export <file>; dabei DROP TABLE IF EXISTS einfügen
wp db export - | gzip > ~/wordpress_backup.gz WordPress-Datenbank ex­por­tie­ren und in kom­pri­mier­te Datei schreiben
wp db tables Die in der WordPress-Datenbank ent­hal­te­nen Tabellen anzeigen
wp db clean Alle Tabellen mit dem WordPress-Datenbank-Prefix aus der Datenbank entfernen
wp db drop Die gesamte WordPress-Datenbank löschen
wp db reset Die WordPress-Datenbank löschen und im Anschluss neu anlegen
wp option update siteurl <url> Die Site-URL neu setzen
wp search-replace <old-url> <new-url> Alle Instanzen der alten Site-URL in der Datenbank durch die neue Site-URL ersetzen

Welche Methode zum WordPress-Zu­rück­set­zen ist die beste?

Der Einsatz eines Plugins ist am ein­fachs­ten, benötigt jedoch ein funk­tio­nie­ren­des WordPress. Plugins können streiken, z. B. wenn die Datenbank nicht an­sprech­bar ist, der WordPress-Core be­schä­digt wurde, oder ein Server-Fehler vorliegt. Ferner erlaubt die Nutzung eines Plugins weniger de­tail­lier­te Ein­fluss­mög­lich­kei­ten als die anderen beiden Methoden.

Die Nutzung von WP-CLI bietet einen guten Kom­pro­miss zwischen Mäch­tig­keit und Nut­zer­freund­lich­keit. Um WP-CLI nutzen zu können, muss die Software jedoch auf dem Server vorhanden sein. Ferner benötigt man SSH-Zugriff auf den Server. Auch WP-CLI kann unter manchen Umständen den Dienst ver­wei­gern. Dazu kommt es z. B. bei einem Ver­si­ons­kon­flikt zwischen WordPress-In­stal­la­ti­on und in­stal­lier­tem WP-CLI oder wenn auf dem Server PHP komplett ausfällt.

Die händische Methode ist mächtig und funk­tio­niert immer, solange man Zugriff auf den Server bzw. die dort liegenden Res­sour­cen hat. Außer per SSH kann der Zugriff über (S)FTP, cPanel und phpMy­Ad­min erfolgen. So mächtig die händische Methode ist, sie erfordert auch das größte Geschick. Fehlt das nötige Wissen, richtet man schnell schlimme Schäden an.

Zu­sam­men­ge­fasst be­ur­tei­len wir die drei Ansätze wie folgt:

WordPress zu­rück­set­zen Nut­zer­freund­lich Mächtig Ver­läss­lich Risikoarm
Händisch + +++ +++ +
Mittels Plugin +++ + + ++
Mit WP-CLI ++ ++ ++ +++
Fazit

Möchte man WordPress komplett zu­rück­set­zen, ist es meist besser, mit einer frischen WordPress-In­stal­la­ti­on neu zu starten. Sollen nur bestimmte Teile einer WordPress-Seite zu­rück­ge­setzt werden, bedienen sich Nicht-Profis am besten eines Plugins. Für erfahrene Admins ist WP-CLI der Gold­stan­dard zur WordPress-Ad­mi­nis­tra­ti­on. Das Tool bietet viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, als Teil von Ent­wick­lungs-Workflows Be­stand­tei­le einer WordPress-In­stal­la­ti­on zu­rück­zu­set­zen. In jedem Fall gilt: Vor dem WordPress-Zu­rück­set­zen unbedingt ein Backup anlegen!

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