Die Docker Engine läuft nativ unter Linux und kann mit ver­schie­de­nen Servern genutzt werden. Wir erklären Ihnen, wie Docker auf Debian 11 ein­ge­rich­tet werden kann und welche Ser­ver­ty­pen für bestimmte Ein­satz­sze­na­ri­en geeignet sind.

Docker-In­stal­la­ti­on auf Debian 11: Das sind die An­for­de­run­gen

Docker-Container sind im Un­ter­schied zu VMs leicht­ge­wich­tig und stellen keine hohen Ansprüche an die Hardware. Je komplexer die Anwendung, desto größer wird aber der Spei­cher­be­darf des Con­tai­ners und der Verbrauch weiterer Res­sour­cen. Um Docker auf Debian 11 in­stal­lie­ren zu können, müssen min­des­tens folgende Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen erfüllt werden:

  • Prozessor (CPU): x86-64-Ar­chi­tek­tur, min. 2 GHz (Single-Core)
  • Ar­beits­spei­cher (RAM): min. 2 GB (für die Docker-Anwendung mit GUI benötigen Sie min­des­tens 4 GB RAM)
  • Be­triebs­sys­tem: Debian 11 (Bullseye), Benutzer mit Root-Rechten
  • Kernel: 4.19 oder höher, mit Un­ter­stüt­zung für cgroup, Name­spaces, Overlay-Da­tei­sys­tem und Seccomp-Filter
  • Fest­plat­ten­spei­cher: min. 20 GB
  • In­ter­net­ver­bin­dung: zum Down­loa­den von Docker-Images und Paketen

Docker Hosting: Dedicated vs. Cloud vs. VPS

Sie können ver­schie­de­ne Ser­ver­mo­del­le für den Einsatz von Docker auf Debian 11 mieten. Die Tarife der Anbieter hängen von der ein­ge­setz­ten Hardware, der Ar­chi­tek­tur und der ge­wünsch­ten Leistung ab. Grund­sätz­lich können Sie zwischen drei Ser­ver­ty­pen wählen:

  • Dedicated Server
  • Cloud Server
  • vServer/VPS

Ein Dedicated Server wird exklusiv für Sie re­ser­viert, was einige Vorteile hat. De­di­zier­te Hardware kann auf mehr Res­sour­cen als ein VPS oder Cloud Server zugreifen. Dadurch entstehen zwar höhere Kosten, aber es wird eine bessere Leistung durch zu­sätz­li­chen Fest­plat­ten­spei­cher, RAM und Pro­zes­sor­ker­ne erreicht. Da Sie die komplette Kontrolle über den Debian-Server besitzen, können Sie die Container-Umgebung gezielter vor Be­dro­hun­gen schützen. Zudem haben Sie die Mög­lich­keit, be­nut­zer­de­fi­nier­te Tools und Kon­fi­gu­ra­tio­nen ein­zu­rich­ten.

Cloud Server werden über ein Netzwerk zur Verfügung gestellt. Sie sind hoch­gra­dig ska­lier­bar und selten von Ausfällen betroffen. Zudem bezahlen Sie nur für die Zeit, in der Sie auch wirklich den Cloud Server genutzt haben.

Im Vergleich zu de­di­zier­ter Hardware teilt sich ein vir­tu­el­ler Server die Leistung auf einem phy­si­schen Ser­ver­sys­tem. Ein VPS eignet sich daher vor allem für kleinere oder mit­tel­gro­ße Container.

Mögliche Ein­satz­sze­na­ri­en für Docker auf Debian 11 und die passenden IONOS Server

Um den perfekten Server zu finden, braucht es oft eine zeit­in­ten­si­ve Recherche. Auch wenn Sie bereits mit den ver­schie­de­nen Ser­ver­ty­pen von IONOS vertraut sind, ist es meist schwierig, sich für ein passendes Angebot zu ent­schei­den. Zur Ver­ein­fa­chung haben wir Ihnen drei typische Ein­satz­mög­lich­kei­ten und die dazu passenden IONOS Server auf­ge­lis­tet.

Ein­satz­sze­na­rioSer­ver­emp­feh­lungAl­ter­na­ti­ve Ser­ver­emp­feh­lung
Kleine Webseite oder Datenbank, Ent­wick­lung und Testen von einfachen An­wen­dun­genVPS MCloud Server S
Con­ti­nuous In­te­gra­ti­on und Con­ti­nuous De­ploy­ment (CI/CD), größere Webseiten, Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­turCloud Server MVPS L
En­ter­pri­se-An­wen­dun­gen, High-Traffic-Webseiten, Backup-Lösungen für große Da­ten­men­genAR6-32 SSDCloud Server XL

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So in­stal­lie­ren und nutzen Sie Docker auf Debian 11

Sobald Sie sich für eine Server-Lösung ent­schie­den haben, können Sie mit der In­stal­la­ti­on beginnen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie Docker auf Ihrem Debian 11 Server in Betrieb nehmen.

Um si­cher­zu­stel­len, dass die neueste Version von Docker verwendet wird, sollten Sie das In­stal­la­ti­ons­pa­ket vom Docker-Re­po­si­to­ry beziehen. Öffnen Sie das Terminal in Ihrem Debian-System und führen Sie die unten gezeigten Befehle aus.

Schritt 1: Ak­tua­li­sie­ren der Liste der Pakete

Ak­tua­li­sie­ren Sie zuerst den Paket-Index der bereits in­stal­lier­ten Re­po­si­to­rys:

$ sudo apt update

Schritt 2: In­stal­lie­ren be­nö­tig­ter Pakete

Im nächsten Schritt in­stal­lie­ren Sie weitere Pa­ket­ab­hän­gig­kei­ten für die Docker-In­stal­la­ti­on:

$ sudo apt install apt-transport-https ca-certificates gnupg2 software-properties-common

Schritt 3: Hin­zu­fü­gen des GPG-Schlüs­sels für das Docker-Re­po­si­to­ry

Mit dem Befehl „curl“ laden Sie den GPG-Schlüssel vom of­fi­zi­el­len Docker-Re­po­si­to­ry herunter. Damit wird si­cher­ge­stellt, dass die Pakete für Docker aus einer ver­trau­ens­wür­di­gen Quelle stammen.

$ curl -fsSL https://download.docker.com/linux/debian/gpg | sudo apt-key add -

Schritt 4: Das Docker-Re­po­si­to­ry hin­zu­fü­gen

Nun können Sie das Docker-Re­po­si­to­ry in APT Sources aufnehmen, das eine Liste aller Re­po­si­to­rys enthält.

$ sudo add-apt-repository "deb [arch=amd64] https://download.docker.com/linux/debian $(lsb_release -cs) stable"

Schritt 5: Liste der Pakete ak­tua­li­sie­ren

Da nun ein neues Re­po­si­to­ry hin­zu­ge­kom­men ist, sollten Sie den Paket-Index erneut ak­tua­li­sie­ren, damit die Pa­ket­in­for­ma­tio­nen in allen Re­po­si­to­rys auf dem neuesten Stand sind.

$ sudo apt update

Schritt 6: Cache Policy über­prü­fen

Rufen Sie die Cache Policy auf, um zu kon­trol­lie­ren, dass die ver­füg­ba­ren In­stal­la­ti­ons­pa­ke­te vom of­fi­zi­el­len Docker-Re­po­si­to­ry und nicht von Debian her­un­ter­ge­la­den werden.

$ apt-cache policy docker-ce

Schritt 7: Docker in­stal­lie­ren

Schließ­lich können Sie Docker nun mit folgendem Befehl in­stal­lie­ren:

$ sudo apt install docker-ce

Schritt 8: Docker Status testen

Um zu kon­trol­lie­ren, dass Docker tat­säch­lich läuft, können Sie den Status mit folgender Eingabe einsehen:

$ sudo systemctl status docker

Schritt 9: Docker Kommando benutzen

Mit dem „docker“-Kommando führen Sie Befehle in Docker aus. Zu­sätz­lich zum Haupt­kom­man­do können Sie Optionen, Un­ter­kom­man­dos und Argumente eingeben.

$ docker [option] [command] [arguments]

Schritt 10: Liste der Un­ter­kom­man­dos anzeigen

Sie können die Liste der Un­ter­kom­man­dos be­trach­ten, indem Sie nur das Kommando „docker“ im Terminal ausführen.

$ docker

Hier sehen Sie einen Aus­schnitt der Liste der Un­ter­kom­man­dos, die der Befehl „docker“ un­ter­stützt:

Die Container werden durch ein Docker-Image erzeugt, das auf dem Docker Hub zur Verfügung steht. Mit dem Un­ter­kom­man­do „pull“ können Sie das Image her­un­ter­la­den. Auf der Grundlage des Images wird ein Container gebildet. Um Kommandos in einem Container aus­zu­füh­ren, müssen Sie den Befehl „docker run“ und das ent­spre­chen­de Image in die Kom­man­do­zei­le eingeben.

Tipp

Erfahren Sie außerdem in unserem Ratgeber, wie Sie Docker auf Ubuntu 22.04 und Docker auf Ubuntu 20.04 in­stal­lie­ren können.

Variante: Docker ohne root-Rechte ausführen

Es kann aus Si­cher­heits­grün­den sinnvoll sein, Docker nach der er­folg­rei­chen In­stal­la­ti­on ohne root-Rechte aus­zu­füh­ren. Hierfür können Sie in Ihrem System eine Gruppe namens Docker anlegen, der Sie die ge­wünsch­ten User hin­zu­fü­gen. Dies geht mit folgenden Ter­mi­nal­be­feh­len:

sudo groupadd docker
sudo usermod -aG docker $USER

Beachten Sie dabei, dass es sich bei „$USER“ nur um einen Platz­hal­ter handelt, den Sie mit dem ent­spre­chen­den Usernamen ersetzen müssen.

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