Drei von vier ver­kauf­ten Handys sind mitt­ler­wei­le in­ter­net­fä­hi­ge Smart­phones. Ständig steigt die Anzahl derer, die ihr mobiles Endgerät zum Surfen wie zum Shoppen verwenden. Teilweise wird das Smart­phone somit zum Desktop-Ersatz. Das stellt Marketer vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Denn Mobile Ad­ver­ti­sing ist keine einfache Adaption der On­line­wer­bung für den Desktop – es hat seine eigenen Regeln, die nicht nur durch kleine Displays und begrenzte Mög­lich­kei­ten bestimmt werden. Gleich­zei­tig nämlich erreicht mobile Werbung eine viel größere Nähe zum Ver­brau­cher – schließ­lich ist das Smart­phone fast immer mit dabei. Aufgabe ist es, den richtigen Weg zu finden, um at­trak­ti­ve und an­spruchs­vol­le Werbung zu schalten, die der Ver­brau­cher ak­zep­tiert und die perfekt auf die mobile Umgebung ab­ge­stimmt ist.

Was ist Mobile Ad­ver­ti­sing?

Der Begriff Mobile Ad­ver­ti­sing be­schreibt ein ope­ra­ti­ves Marketing-In­stru­ment der modernen Kom­mu­ni­ka­ti­on, und zwar die Über­mitt­lung von Wer­be­bot­schaf­ten mithilfe mobiler Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie auf den ent­spre­chen­den mobilen End­ge­rä­ten. Er umfasst somit alle Wer­be­maß­nah­men, die über Smart­phone oder Tablet aus­ge­spielt werden. Dazu zählt neben kam­pa­gnen­ori­en­tier­ten Wer­be­bot­schaf­ten (z. B. Ban­ner­wer­bung) auch der direkte Kun­den­dia­log (z. B. über Messaging-Dienste). Der Bereich Mobile Ad­ver­ti­se­ment hat in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen, da die Nutzung von Smart­phones und mobilem Internet stark an­ge­stie­gen ist. Dank ver­bes­ser­ter Zu­gangs­mög­lich­kei­ten zum mobilen Internet und immer leis­tungs­fä­hi­ge­rer Geräte wird das Smart­phone zum Ersatz für den sta­tio­nä­ren PC und bietet zugleich viele neue Wer­be­chan­cen. Mitt­ler­wei­le ist mit dem Thema Mobile Commerce auch ein wichtiger Wir­kungs­zweig für On­line­shops gewachsen. Die welt­wei­ten Wer­be­aus­ga­ben, die für das Jahr 2019 pro­gnos­ti­ziert werden, belegen den Wachstum im Bereich mobiler Werbung:

Hier können Sie die In­fo­gra­fik zu den pro­gnos­ti­zier­ten Wer­be­aus­ga­ben für mobile Werbung her­un­ter­la­den.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le für mobile Werbung

Mobile Ad­ver­ti­sing findet auf un­ter­schied­li­chen Kanälen statt. Außer den na­he­lie­gen­den Wer­be­mög­lich­kei­ten über den mobilen Browser und die zahllosen Apps ist auch die direkte Kom­mu­ni­ka­ti­on, z. B. über Messaging oder klas­si­sche Kurz­nach­rich­ten, relevant. Mul­ti­me­dia­le Wer­be­mit­tel lassen sich über mobile Video- oder TV-An­wen­dun­gen plat­zie­ren.

Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le im Mobile Ad­ver­ti­sing im Überblick:

  • Mobile Web
  • Mobile Ap­pli­ca­ti­ons
  • Mobile Messaging
  • Mobile Video/TV
  • klas­si­sche Kurz­nach­rich­ten (SMS/MMS)

Wie sehen mobile Wer­be­maß­nah­men aus?

Ein typischer Fehler ist es, das Mobile Ad­ver­ti­se­ment als einfache Er­wei­te­rung der gängigen On­line­maß­nah­men zu sehen. Denn was auf dem Desktop funk­tio­niert, muss nicht zwangs­läu­fig auch auf dem mobilen Gerät funk­tio­nie­ren – ganz im Gegenteil. Wer also seine mobilen On­line­kam­pa­gnen einfach vom Desktop aufs Mobile-Format adaptiert, wird dem Potenzial, das in den Mobile Ads steckt, nicht gerecht.

Die wich­tigs­ten Faktoren für er­folg­rei­ches Mobile Ad­ver­ti­sing im Überblick:

Native Ad­ver­ti­sing

Der erste er­folgs­re­le­van­te Faktor ist die Ge­stal­tung der Wer­be­mit­tel. Ein Desktop-Wer­be­mit­tel zu ver­klei­nern, um es auf den Mobile Screen zu über­tra­gen, wirkt in den meisten Fällen überladen, un­at­trak­tiv oder sogar auf­dring­lich. Man verliert dabei nicht nur die positive Wer­be­wir­kung, man löst sogar eher das Gegenteil aus. Besser ist es deshalb, native An­zei­gen­for­ma­te im „Look&Feel“ der mobilen Seite oder App zu gestalten. Bei Social Mobile Ads über Facebook, Twitter oder Google Maps funk­tio­niert das Prinzip bereits. Viele An­zei­gen­ele­men­te sind „intent-driven“, was bedeutet, dass der Nutzer die Anzeige im Kontext dessen sieht, was er gerade tut. Man stört bzw. un­ter­bricht ihn also nicht. Bei Google Maps bucht man z. B. ge­spon­ser­te Infos zu einem Ort, nach dem der Nutzer ohnehin gesucht hat.

Wenn Banner, dann richtig platziert

Overlay-Ads oder Pop-ups werden im mobilen Browser als störend empfunden – denn das ist, was sie tun: Sie un­ter­bre­chen den User beim Surfen. Die Ein­bet­tung von Mobile Ads in re­dak­tio­nel­len Content stört im Gegensatz zu sperrigen Bannern nicht den Lesefluss. Auch wenn diese Form der Werbung un­auf­dring­lich und natürlich er­schei­nen soll, wird sie doch bewusst wahr­ge­nom­men. Der Konsument ent­schei­det, ob er die Werbung liest, deshalb muss man Anzeigen an Inhalte und die Be­dürf­nis­se des Lesers anpassen.

Per­so­na­li­sier­te Inhalte

Wer­be­flä­chen werden im mobilen Umfeld viel präsenter wahr­ge­nom­men, das kann auf der einen Seite störend sein, auf jeder anderen jedoch auch zu höheren Ad-Im­pres­si­ons führen – wenn man die mobile Werbung richtig gestaltet. Dafür sollte man auf eine per­so­na­li­sier­te, z. B. auf den Standort ab­ge­stimm­te, Zu­sam­men­stel­lung der Wer­be­mit­tel setzen. Wertvolle Infos wie Geo- oder Wet­ter­da­ten, die über das Smart­phone oder Tablet erhoben werden, er­mög­li­chen es, Regionen, Ziel­grup­pen und Si­tua­tio­nen zu fo­kus­sie­ren und die Maßnahmen genauer aus­spie­len zu können.

In­ter­ak­ti­on ist Trumpf

Die In­ter­ak­ti­on mit dem Ziel­pu­bli­kum ist ein großer Trumpf des Mobile Ad­ver­ti­sin­gs. Die un­ter­schied­li­chen mobilen Geräte er­mög­li­chen viele Wege, die Kunden un­mit­tel­bar an­zu­spre­chen und zu konkreten Hand­lun­gen anzuregen. Diese mobile Form der In­ter­ak­ti­vi­tät er­mög­licht neue, ein­zig­ar­ti­ge Konzepte, die auf dem Smart­phone umgesetzt mit spie­le­ri­schem Charakter punkten. Er­geb­nis­se sind ein starkes User-En­ga­ge­ment, eine noch stärkere Wer­be­wir­kung und die nach­hal­tig positive Wer­be­er­in­ne­rung.

Vor- und Nachteile von Mobile Ad­ver­ti­sing

Bei den Vorteilen des Mobile Ad­ver­ti­sin­gs stehen für Marketer vor allem die Stärken des Mediums selbst an erster Stelle. Tablet und Smart­phone sind mitt­ler­wei­le ständige All­tags­be­glei­ter der meisten Menschen. Dies schafft eine hohe Er­reich­bar­keit, die zusammen mit guten Mög­lich­kei­ten zur Per­so­na­li­sie­rung Kampagnen mit ver­hält­nis­mä­ßig geringen Streu­ver­lus­ten bringt. Darüber hinaus ist eine Echtzeit-In­ter­ak­ti­on möglich. Ohne den so­ge­nann­ten Me­di­en­bruch kann am Smart­phone direkt reagiert und in­ter­agiert werden. Die mobile Kom­mu­ni­ka­ti­on er­mög­licht außerdem eine kos­ten­güns­ti­ge Art der Di­rekt­wer­bung.

Doch das Medium bringt natürlich auch Nachteile mit sich. Der kleine Bild­schirm, das private Umfeld und die intensive Nutzung führen dazu, dass man Werbung auf dem Smart­phone schneller als störend empfindet. Mobile Ad­ver­ti­se­ment geht also immer eine Grat­wan­de­rung ein zwischen per­sön­li­cher Ansprache und zu per­sön­li­cher, als störend emp­fun­de­ner Werbung. Diese durch die Be­nut­zer­schnitt­stel­le bedingten Ein­schrän­kun­gen haben auch Einfluss auf die Ge­stal­tung der Wer­be­mit­tel. Der Einsatz von großen Bildern und langen Texten ist auf mobilen End­ge­rä­ten nur bedingt möglich.

Zum Hauptmenü