Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on ist, genau wie verbale Kom­mu­ni­ka­ti­on und non­ver­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on, eine Form der zwi­schen­mensch­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on – eine Form, die darauf abzielt, den Ge­sprächs­part­ner oder die Ge­sprächs­part­ne­rin zu über­zeu­gen. Wenn dieses rhe­to­ri­sche Mittel in Marketing und Werbung richtig ein­ge­setzt wird, können neue Ziel­grup­pen an­ge­spro­chen und die Meinungen, Gefühle und Wünsche von Kundinnen und Kunden be­ein­flusst werden, um diese zum Kauf oder anderen Hand­lun­gen zu bewegen.

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on: De­fi­ni­ti­on

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Kunst des Über­re­dens. Der Begriff leitet sich vom la­tei­ni­schen Wort „per­sua­de­re“ ab, was übersetzt „überreden“ oder „zu etwas bewegen“ bedeutet. Die per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on zielt darauf ab, das Denken, Verhalten oder die Ein­stel­lun­gen einer Person kom­mu­ni­ka­tiv zu be­ein­flus­sen, um z. B. eine bestimmte Handlung zu fördern, eine Meinung zu ändern oder eine bestimmte Reaktion zu erzeugen. Viele Menschen kom­mu­ni­zie­ren in privaten Ge­sprä­chen persuasiv, ohne sich dessen bewusst zu sein. In ver­schie­de­nen Kontexten, wie z.B. der Mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on, der Werbung, im Marketing, in der PR, in Ver­kaufs­ge­spräch sowie der po­li­ti­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on wird per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on hingegen ganz bewusst als rhe­to­ri­sches Mittel ein­ge­setzt. Falls Sie Produkte online verkaufen, können Sie per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on dazu nutzen, Be­su­che­rin­nen und Besucher Ihres Shops zum Kauf von Produkten oder anderen Hand­lun­gen zu bewegen.

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Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on: Beispiele ver­schie­de­ner Techniken

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on umfasst eine Vielzahl rhe­to­ri­scher Techniken. Anhand folgender Beispiele lässt sich das Konzept der Über­re­dungs­kunst besser verstehen:

  • Foot-in-the-door-Technik: Diese Technik hat ihren Namen von Haus­tür­ge­schäf­ten. Man bittet um einen kleinen Gefallen, den das Gegenüber meist nicht ablehnen kann. Dadurch hat man sprich­wört­lich den „Fuß in der Tür“ und bittet danach um den ei­gent­li­chen, größeren Gefallen. Da Menschen kon­se­quent er­schei­nen wollen, kommen sie oftmals auch diesem nach.
  • Door-in-the-face-Technik: Das Prinzip der Foot-in-the-door-Technik wird bei dieser Form der per­sua­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on umgekehrt: Man bittet zunächst um einen Gefallen, der so groß und un­ver­schämt ist, dass er sicher abgelehnt wird. Dann bittet man um den ei­gent­li­chen Gefallen, der deutlich kleiner ist. Dadurch stehen die Chancen gut, dass das Gegenüber diesem zustimmt.

Was sind die Ziele per­sua­si­ver Kom­mu­ni­ka­ti­on?

Als rhe­to­ri­sches Mittel zielt per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on in erster Linie darauf ab, den Ge­sprächs­part­ner oder die Ge­sprächs­part­ne­rin zu be­ein­flus­sen. Zu den weiteren Zielen der der Kunst des Über­re­dens gehören:

  • Mar­ken­be­wusst­sein steigern: Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on kann ein­ge­setzt werden, um das Be­wusst­sein für etwas, z. B. ein Produkt, eine Idee oder ein Thema, zu steigern.
  • Ein­stel­lung oder Stand­punkt ändern: Mit Hilfe per­sua­si­ver Kom­mu­ni­ka­ti­on kann die Ein­stel­lung oder der Stand­punkt des Ge­gen­übers zu einem be­stimm­ten Thema, einer Idee oder einem Produkt geändert werden.
  • Be­ein­flus­sung von Über­zeu­gun­gen: Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on kann ein­ge­setzt werden, um Über­zeu­gun­gen zu einem be­stimm­ten Thema zu be­ein­flus­sen.
  • Verhalten ändern: Auch das Verhalten des Ge­gen­übers lässt sich durch per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on be­ein­flus­sen und sogar ändern.

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on in Marketing und Werbung

Richtig ein­ge­setzt, kann per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Werbung und im Marketing dazu beitragen, das Interesse von Ziel­grup­pen zu wecken oder diese von einem Produkt oder einer Marke zu über­zeu­gen, um dadurch die Kauf­ent­schei­dung positiv zu be­ein­flus­sen. Daher kann per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on auch zur Con­ver­si­on-Rate-Op­ti­mie­rung ein­ge­setzt werden. Das rhe­to­ri­sche Mittel kann zudem die Loyalität von be­stehen­den Kunden zu einer Marke erhöhen und deren Be­kannt­heit steigern. Grundlage für das so­ge­nann­te per­sua­si­ve Marketing bzw. die per­sua­si­ve Werbung ist die Annahme, dass Menschen häufig eher emotional als rational handeln, d. h. dass Kundinnen und Kunden ihre Kauf­ent­schei­dun­gen aufgrund von Gefühlen, Vorlieben und Über­zeu­gun­gen treffen, die durch Werbe- und Mar­ke­ting­bot­schaf­ten be­ein­flusst werden können.

Bei der per­sua­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on in Marketing und Werbung geht es jedoch nicht nur darum, die Hand­lun­gen der Kundinnen und Kunden, sondern auch deren Ein­stel­lung zu be­ein­flus­sen. Dabei soll bei dem Kunden bzw. der Kundin das Gefühl entstehen, dass er bzw. sie seine Kauf­ent­schei­dung selbst getroffen hat. Vor allem soll er oder sie das Gefühl bekommen, mit dem Kauf eine gute Ent­schei­dung getroffen zu haben. Anstatt sich auf die Vorteile eines Produkts zu kon­zen­trie­ren, versucht per­sua­si­ve Werbung, eine emo­tio­na­le Reaktion bei Kundinnen und Kunden her­vor­zu­ru­fen, indem sie deren eigene Gefühle und Emotionen nutzt, um eine positive As­so­zia­ti­on mit dem Produkt auf­zu­bau­en.

Welche Rolle Emotionen bei einer Kauf­ent­schei­dung spielen und wie sich diese be­ein­flus­sen lassen, wird im Neu­ro­mar­ke­ting erforscht. Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on wird außerdem häufig in Ver­bin­dung mit Gender-Marketing ein­ge­setzt. Bestimmte per­sua­si­ve Techniken können besser auf die jeweilige Ziel­grup­pe ab­ge­stimmt werden, wenn die Un­ter­schie­de zwischen Männern und Frauen in der Kom­mu­ni­ka­ti­on be­rück­sich­tigt werden sollen.

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Ka­te­go­rien der per­sua­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on in Werbung und Marketing

Aus der antiken Rhe­to­rik­leh­re sind die Über­zeu­gungs­stra­te­gien Ethos (Glaub­wür­dig­keit), Logos (Vernunft) und Pathos (Emotionen) bekannt. Auch im per­sua­si­ven Marketing werden diese drei Haupt­ka­te­go­rien un­ter­schie­den, denen die ver­schie­de­nen Marketing- und Wer­be­tech­ni­ken zu­ge­ord­net werden können:

  • Ethos: Diese Kategorie kon­zen­triert sich auf Bot­schaf­ten, die, ähnlich dem Prinzip des Halo-Effekts im Marketing, Glaub­wür­dig­keit und Vertrauen ver­mit­teln sollen. Dies kann z. B. durch einen Experten, eine Expertin oder eine bekannte Per­sön­lich­keit erreicht werden, die ein Produkt oder eine Marke be­für­wor­tet. Kundinnen und Kunden halten die jeweilige Person durch ihre Autorität für ver­trau­ens­wür­dig und zu­ver­läs­sig.
  • Logos: Techniken dieser Kategorie nutzen Logik, Vernunft und Ra­tio­na­li­tät, um Kundinnen und Kunden zu über­zeu­gen. Diese Art der per­sua­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on beruht z. B. auf Daten, Fakten oder Sta­tis­ti­ken. Ziel ist es in diesem Fall, den Verstand an­zu­spre­chen und dadurch Kundinnen und Kunden davon zu über­zeu­gen, dass ein Produkt oder eine Dienst­leis­tung etwas Be­son­de­res ist.
  • Pathos: Bei dieser Kategorie werden Kundinnen und Kunden auf emo­tio­na­ler Ebene an­ge­spro­chen. Dies können positive, aber auch negative Emotionen sein, die zum Handeln anregen sollen. Beispiele für Pathos-Techniken sind Hun­de­wel­pen, eine lie­be­vol­le Mutter mit ihrem Kind, eine ver­zwei­fel­te Familie oder eine schlimme Krankheit.

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Werbung: Welche Techniken gibt es?

Per­sua­si­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on im Marketing und in der Werbung umfasst eine Reihe un­ter­schied­li­cher Techniken, die angewandt werden können. Diese beruhen oftmals auf dem Prinzip der ko­gni­ti­ven Ver­zer­rung und zielen darauf ab, die Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger der Wer­be­bot­schaft zu über­zeu­gen und zum Kauf oder zur Nutzung eines Produkts oder einer Dienst­leis­tung zu bewegen – so z. B. auch beim Decoy-Effekt und An­ker­ef­fekt. Zu den wich­tigs­ten per­sua­si­ven Wer­be­tech­ni­ken gehören folgende:

Zu­cker­brot und Peitsche

Das Prinzip von Zu­cker­brot und Peitsche ist eine per­sua­si­ve Technik, die davon ausgeht, dass Menschen Be­loh­nun­gen gegenüber Be­stra­fun­gen grund­sätz­lich be­vor­zu­gen. In der Werbung bezieht sich das Zu­cker­brot auf den po­ten­zi­el­len Gewinn oder Vorteil, den ein Kunde oder eine Kundin durch die Ver­wen­dung eines Produkts hat, z. B. bessere Haut durch eine feuch­tig­keits­spen­den­de Creme.

Die Peitsche hingegen bezieht sich auf einen po­ten­zi­el­len Verlust oder weckt Ängste bei den Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­gern, so dass diese z. B. mit einer be­stimm­ten Handlung aufhören und mit einer Al­ter­na­ti­ve beginnen. Eine solche Wer­be­an­zei­ge könnte bei­spiels­wei­se auf die erhöhte Wahr­schein­lich­keit eines Einbruchs hinweisen, wenn Kundinnen und Kunden nicht eine bestimmte Alarm­an­la­ge für ihr Haus kaufen. Anti-Rauchen-Kampagnen sind ebenfalls ein gutes Beispiel.

Prinzip der Knappheit

Das Prinzip der Knappheit funk­tio­niert nach der Annahme, dass Menschen Dinge schätzen, von denen es nur eine begrenzte Anzahl gibt oder die nicht jede und jeder besitzen kann. Dies ver­mit­telt ein Gefühl von Macht und steigert das Selbst­wert­ge­fühl. Die Ver­wen­dung von Wörtern und For­mu­lie­run­gen, die Knappheit im­pli­zie­ren und ein Gefühl der Dring­lich­keit her­vor­ru­fen, etwa „Ex­klu­si­ves Angebot“ oder „Begrenzte Ver­füg­bar­keit“, kann die wahr­ge­nom­me­ne Knappheit eines Produkts und damit die Nachfrage der Kundinnen und Kunden steigern und dadurch die Kauf­ent­schei­dung positiv be­ein­flus­sen – wie beim Prinzip der Ver­lust­aver­si­on.

Eine Botschaft pro Anzeige

Um Ihre Kundinnen und Kunden sofort zu fesseln und sie davon zu über­zeu­gen, den Rest Ihrer Anzeige zu lesen, sollten Sie sich auf eine einzige Botschaft be­schrän­ken. Wenn Sie den Haupt­nut­zen oder die Haupt­ei­gen­schaft Ihres Produkts her­vor­he­ben, wird es für Ihre Kund­schaft einfacher, den Wert des Produkts zu verstehen. Zudem steigt die Wahr­schein­lich­keit eines Kauf­ab­schlus­ses, da Sie nur eine Botschaft ver­mit­teln: Das Produkt wird das Leben Ihrer Kundinnen und Kunden ver­bes­sern.

Schreiben in der zweiten Person

Die Ver­wen­dung der zweiten Person mit Pronomen wie „Sie“ und „Ihr“ ist eine weitere per­sua­si­ve Wer­be­tech­nik. Sie hilft dabei, mit po­ten­zi­el­len Kundinnen und Kunden auf einer per­sön­li­che­ren Ebene in Kontakt zu treten. Sie kann verwendet werden, um Auf­merk­sam­keit zu erregen und Personen zu helfen, sich eine Zukunft vor­zu­stel­len, in der ein Produkt oder eine Dienst­leis­tung ihr Leben ver­bes­sert.

Kontrolle

Das Bedürfnis nach Kontrolle ist eine bio­lo­gi­sche und psy­cho­lo­gi­sche Not­wen­dig­keit, d. h. Menschen müssen das Gefühl haben, ihr Leben selbst in der Hand zu haben. Wenn Kundinnen und Kunden Werbung gelesen oder gesehen haben, sollten sie das Gefühl haben, zwischen dem be­wor­be­nen Produkt und einem anderen wählen zu können. Wenn sie hingegen das Gefühl haben, dass sie gedrängt werden, ein Produkt zu kaufen, reagieren sie verärgert und wenden sich von der Botschaft ab.

Call-to-Value

Call-to-Actions sind zwar ent­schei­dend, um po­ten­zi­el­le Kund­schaft zum nächsten Schritt zu bewegen, können aber besonders skep­ti­sche Kundinnen und Kunden nicht immer davon über­zeu­gen, die ge­wünsch­te Aktion durch­zu­füh­ren. Statt­des­sen kann ein Call-to-Value verwendet werden. Bei dieser Son­der­form der Call-to-Action liegt der Schwer­punkt nicht auf der Auf­for­de­rung zu einer be­stimm­ten Handlung, sondern darauf, dem Nutzer bzw. der Nutzerin den Wert oder Nutzen zu ver­mit­teln, den er oder sie durch die Aus­füh­rung dieser Handlung erhält. Beispiele für Call-to-Value können sein: „Abon­nie­ren Sie unseren News­let­ter und erhalten Sie exklusive Ex­per­ten­tipps“ oder „Werden Sie jetzt Mitglied und erhalten Sie so­for­ti­gen Zugang zu unseren hoch­wer­ti­gen Inhalten und Angeboten“.

Bandwagon-Effekt

Der Bandwagon-Effekt gehört im Marketing ebenfalls zu einer beliebten Technik der per­sua­si­ven Kom­mu­ni­ka­ti­on. Diese macht sich die Tatsache zunutze, dass Menschen dazu neigen, dem Beispiel anderer zu folgen, ohne dabei ihre eigene Meinung zu be­rück­sich­ti­gen. Der Bandwagon-Effekt führt bei­spiels­wei­se dazu, dass eine ohnehin beliebte und angesagte Marke noch populärer wird. Dies kann durch Word-of-Mouth-Marketing zu­sätz­lich verstärkt werden.

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