Mit der Umgebung Cygwin nutzen Sie Linux-An­wen­dun­gen und Linux-Befehle unter Windows. Im Umfang enthalten sind eine Emu­la­ti­ons­ebe­ne und zahl­rei­che Tools.

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Was ist Cygwin?

Die beiden Be­triebs­sys­te­me Windows und Linux stehen in vielerlei Hinsicht im Wett­streit und Gegensatz zu­ein­an­der. Nut­ze­rin­nen und Nutzer der einen Lösung schwören häufig auf diese, arbeiten mit den ent­spre­chen­den Pro­gram­men und haben dadurch wenig Kontakt zu dem anderen System. Sollte es aber doch nötig sein, bestimmte An­wen­dun­gen des jeweils anderen Systems zu verwenden, entstehen mög­li­cher­wei­se große Probleme.

Denn die Schnitt­stel­len, über die Software mit dem Be­triebs­sys­tem in­ter­agiert, un­ter­schei­den sich be­trächt­lich von­ein­an­der, weshalb Linux-Programme nicht mit Windows kom­pa­ti­bel sind und umgekehrt. Abhilfe schafft Cygwin. Die Lauf­zeit­um­ge­bung sorgt dafür, dass Linux-Programme auch in Windows aus­ge­führt werden können.

Mit Cygwin lassen sich Programme, die für Linux oder Unix kon­zi­piert wurden, so por­tio­nie­ren, dass sie auch auf Windows funk­tio­nie­ren. Während das Ge­gen­stück Wine Windows-Binaries direkt für Linux zur Verfügung stellt, fungiert Cygwin nur als eine Zwi­schen­ebe­ne. Programme können nicht direkt verwendet werden, sondern müssen neu kom­pi­liert und für die Windows-Umgebung angepasst werden.

Wie funk­tio­niert Cygwin?

Das Herz von Cygwin ist eine Dynamic Link Library namens cygwin.dll. Diese stellt die be­nö­tig­ten Pro­gramm­schnitt­stel­len zur Verfügung. Außerdem verfügt die Umgebung über zahl­rei­che weitere Tools, die größ­ten­teils von Unix portiert wurden und Nut­ze­rin­nen und Nutzern die von Unix bekannten gra­fi­schen Kom­po­nen­ten bieten soll. Pakete für Bash, SSH und andere können so mit einem gra­fi­schen In­stal­la­ti­ons­ma­na­ger entpackt und verwendet werden. Genutzt wird dabei die Win32 API. Standard ist bei Cygwin eine 64-Bit-Version, wobei auch eine 32-Bit-Variante er­hält­lich ist. Die Umgebung kann mit einer einfachen exe-Datei in­stal­liert werden.

Welche Vorteile bietet Cygwin?

Die In­stal­la­ti­on von Cygwin hat für Nut­ze­rin­nen und Nutzer mehrere Vorteile. Zum einen bietet diese Lösung auch nach eigener Aussage eine Linux-Erfahrung in einer Windows-Umgebung. Nut­ze­rin­nen und Nutzer müssen somit auch an ihrem Windows-Rechner nicht auf bestimmte Linux-Programme ver­zich­ten. Die In­stal­la­ti­on eines zu­sätz­li­chen Linux-Be­triebs­sys­tems ist damit nicht länger nötig, was auch für Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler von Vorteil ist. Die Unix-Shell wäre ohne Cygwin nicht für Windows er­hält­lich und durch den ebenfalls vor­han­de­nen X-Server lässt sich ein lokales xterm öffnen. Dazu ist Cygwin auch noch kom­pa­ti­bel mit einigen älteren Windows-Systemen und kann als Al­ter­na­ti­ve zu WSL-Um­ge­bun­gen genutzt werden.

Wo ist Cygwin er­hält­lich?

Cygwin ist kostenlos auf der of­fi­zi­el­len Website er­hält­lich. Dabei können Sie sich ent­schei­den, ob Sie Cygwin in einer 64-Bit-Version her­un­ter­la­den möchten oder statt­des­sen zur 32-Bit-Variante greifen. In den meisten Fällen sollte die 64-Bit-Version al­ler­dings passender sein. Auch der Anbieter selbst empfiehlt aus­drück­lich diese Version.

In­stal­la­ti­on von Cygwin

Da es bei der In­stal­la­ti­on von Cygwin ein paar Punkte gibt, die Sie beachten sollten, führen wir Sie Schritt für Schritt durch die In­stal­la­ti­on. Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben oder Hilfe benötigen, finden Sie auf der of­fi­zi­el­len Website (s. o.) neben einem um­fang­rei­chen FAQ auch den User’s Guide. Diese Website ist auch der richtige An­lauf­punkt, wenn Sie Cygwin updaten möchten oder müssen. Sobald Sie die passende exe-Datei her­un­ter­ge­la­den haben, können Sie mit der In­stal­la­ti­on von Cygwin beginnen.

  1. Öffnen Sie zunächst die In­stal­la­ti­ons­da­tei von Cygwin mit einem Dop­pel­klick.
  2. Nun öffnen sich einige Ein­ga­be­auf­for­de­run­gen und Warnungen. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie Cygwin in­stal­lie­ren möchten, können Sie diese Mit­tei­lun­gen weg­kli­cken.
  3. Jetzt startet das Setup-Programm. Klicken Sie auf „Weiter“.
  1. Wählen Sie Ihre Download-Quelle für Cygwin aus. Zur Auswahl stehen der Download aus dem Internet, ein Download ohne direkt nach­fol­gen­de In­stal­la­ti­on und die In­stal­la­ti­on von einer lokalen Quelle. In der Regel ist der vor­ein­ge­stell­te Download aus dem Internet mit In­stal­la­ti­on die richtige Wahl. Be­stä­ti­gen Sie diese wieder mit „Weiter“.
  2. Nun wählen Sie das Root Directory aus und legen fest, ob Cygwin von allen Usern genutzt werden soll oder nur von Ihnen. Empfohlen wird hierbei wieder die erste Option. Wählen Sie diese aus und klicken Sie auf „Weiter“.
  1. Bestimmen Sie ein lokales Pa­ket­ver­zeich­nis. Wenn Sie Pa­ket­da­tei­en her­un­ter­la­den, werden diese in dem Ver­zeich­nis ge­spei­chert. Die Default-Option ist „Downloads“. Sie können aber auch einen anderen Zielort angeben und diesen mit „Weiter“ be­stä­ti­gen.
  2. An­schlie­ßend werden Sie auf­ge­for­dert, Ihre In­ter­net­ver­bin­dung zu wählen. Auch hier können Sie im Nor­mal­fall die Stan­dard­ein­stel­lung bei­be­hal­ten und die Pro­xy­ein­stel­lun­gen Ihres Systems verwenden. Ihre Al­ter­na­ti­ven sind eine direkte Ver­bin­dung oder eine be­nut­zer­de­fi­nier­te Ver­bin­dung. Be­stä­ti­gen Sie Ihre Wahl mit „Weiter“.
  3. Jetzt legen Sie den Mirror (al­ter­na­ti­ver Download-Server) fest, von dem der Cygwin-Download durch­ge­führt werden soll. Treffen Sie Ihre Wahl aus der Liste oder fügen Sie einen eigenen Mirror hinzu.
  4. Wählen Sie aus, welche Pakete Sie im Einzelnen in­stal­lie­ren möchten. Cygwin bietet dabei eine große Auswahl un­ter­schied­li­cher Programme und Ka­te­go­rien, die Sie ver­mut­lich zumindest zu Anfang nicht alle benötigen werden. Vor­ein­ge­stellt werden nur einige wenige Programme in­stal­liert, es steht Ihnen aber frei, weitere Pakete hin­zu­zu­fü­gen. Sollten Sie bestimmte Optionen erst später benötigen, können Sie diese auch zu einem späteren Zeitpunkt nach­träg­lich down­loa­den. Durch­su­chen Sie die Liste, wählen Sie die be­nö­tig­ten Programme aus und klicken Sie dann auf „Weiter“.
  1. Das System listet Ihnen alle aus­ge­wähl­ten Pakete noch einmal über­sicht­lich auf. Über­prü­fen Sie Ihre Auswahl sorg­fäl­tig. Wenn alle Angaben korrekt sind, be­stä­ti­gen Sie mit „Weiter“. Sollte Ihnen ein Fehler auffallen, gelangen Sie über „Zurück“ zum vor­he­ri­gen Schritt und können die Liste ent­spre­chend verändern.
  2. Nun beginnt der ei­gent­li­che Download von Cygwin. Die Dauer ist abhängig von Ihrer Ver­bin­dung und dem Umfang der Pakete.
  3. An­schlie­ßend wird die In­stal­la­ti­on von Cygwin durch­ge­führt. Hierbei müssen Sie selbst nichts un­ter­neh­men.
  4. Das System fragt Sie nun, ob Sie Icons im Startmenü und auf dem Desktop erstellen möchten. Treffen Sie Ihre Wahl und klicken Sie dann auf „Fertig stellen“. Die In­stal­la­ti­on ist jetzt ab­ge­schlos­sen und Sie können Cygwin nutzen.

Al­ter­na­ti­ven zu Cygwin

Cygwin ist eine gute Lösung, falls Sie Linux-Programme auf Ihrem Windows-Rechner nutzen oder einen Linux-Server erstellen möchten. Die Umgebung ist sehr um­fang­reich und bietet Ihnen daher zahl­rei­che Optionen, auf die Sie ansonsten ver­zich­ten müssten. Dennoch kann es Gründe geben, warum Sie statt Cygwin lieber auf eine Al­ter­na­ti­ve zu­rück­grei­fen. Zwar ist Cygwin wahr­schein­lich die be­kann­tes­te Lösung, das bedeutet aber nicht, dass andere Optionen zwangs­läu­fig schlech­ter sind. Gerade durch ihren ge­rin­ge­ren Umfang oder die leichtere Nutzung sind auch andere Tools eine Über­le­gung wert.

GoW

GoW (GNU on Windows) ist aus­drück­lich als schlanke Al­ter­na­ti­ve zu Cygwin ent­wi­ckelt worden. Nur 10 MB umfasst GoW, das von Brent Matzelle kon­zi­piert wurde. Das ist ein Zehntel der Größe, die Cygwin benötigt. Trotzdem bietet die Al­ter­na­ti­ve über 130 Unix-Tools für den Windows-Desktop und überzeugt auch durch eine ver­gleichs­wei­se einfache und intuitive Hand­ha­bung. GoW un­ter­liegt der MIT-Lizenz und ist frei er­hält­lich.

Scoop

Wenn Sie nach einem prak­ti­schen Pa­ket­ma­na­ger für Windows suchen, ist Scoop eine gute Wahl. Er un­ter­stützt nicht nur Windows-An­wen­dun­gen, sondern auch aus­ge­wähl­te Unix-Programme. Im Vergleich zu Cygwin ist er weniger um­fang­reich; benötigen Sie al­ler­dings nur die Basics von Linux, könnten Sie auch auf diese Al­ter­na­ti­ve zu­rück­grei­fen. Das Tool richtet sich aus­drück­lich an User, die von Linux zu Windows ge­wech­selt sind.

MSYS2

Eine bekannte und beliebte Al­ter­na­ti­ve zu Cygwin ist MSYS2. Die Software-Dis­tri­bu­ti­on übersetzt Unix-Quelltext in native Windows-Binaries, umfasst den Pa­ket­ma­na­ger Pacman, eine Bash-Shell und zahl­rei­che Unix-Programme. Im Gegensatz zu Cygwin ist MSYS2 al­ler­dings nicht mit älteren Windows-Versionen kom­pa­ti­bel.

Windows Subsystem for Linux

Während Cygwin außer mit Windows 10 auch mit älteren Windows-Versionen funk­tio­niert, läuft die Al­ter­na­ti­ve Windows Subsystem for Linux (WSL) erst ab Windows 10. Microsoft hat diese Al­ter­na­ti­ve zu Cygwin im Jahr 2016 ent­wi­ckelt. In­zwi­schen ist mit WSL2 eine wei­ter­ent­wi­ckel­te Version er­hält­lich. Wenn Sie aber eine ver­gleichs­wei­se neue Windows-Version nutzen, können Sie ein Image von Ubuntu her­un­ter­la­den und so die ent­hal­te­nen Linux-An­wen­dun­gen auch nativ in Windows nutzen.

Fazit: Lohnt sich Cygwin?

Dem Duell Linux- vs. Windows-Be­triebs­sys­tem können Sie mit Cygwin die Schärfe nehmen. Die POSIX-Emulation erlaubt es Ihnen, Linux-Programme in Windows aus­zu­füh­ren, und ist dabei ein sehr ver­läss­li­ches und nütz­li­ches Tool. Gerade wenn Sie beide Systeme nutzen, er­leich­tert Cygwin die tägliche Arbeit immens.

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