Ob Windows, Linux oder Mac, jedes Be­triebs­sys­tem kommt mit vor­in­stal­lier­tem File-Manager daher. Dabei handelt es sich um ein Programm, das Ihnen Inhalte von Da­ten­trä­gern auf Ihrem Rechner anzeigt und bei Bedarf erlaubt, diese zu be­ar­bei­ten. Zu den Grund­funk­tio­nen eines jeden Da­tei­ma­na­gers gehört die Na­vi­ga­ti­on im Da­tei­ver­zeich­nis sowie das Auflisten, Erstellen, Ver­schie­ben, Kopieren, Um­be­nen­nen und Löschen von Ordnern und Dateien. Darüber hinaus er­mög­licht Ihnen der File-Manager, Datei- oder Ver­zeich­nis­at­tri­bu­te im Rahmen Ihrer Be­nut­zer­rech­te zu verwalten.

Wie effizient diese Ar­beits­schrit­te von­stat­ten­ge­hen, hängt u. a. davon ab, auf welches Programm Sie zur Ver­wal­tung des Da­tei­sys­tems zu­rück­grei­fen. Sie sind dabei nicht auf den Standard-Da­tei­ma­na­ger Ihres Windows-, Linux- oder Mac-Be­triebs­sys­tems fest­ge­legt. Im Laufe der Jahre haben sich diverse Al­ter­na­ti­ven etabliert, die Ihnen die Arbeit mit Ordnern und Dateien durch eine an­ge­pass­te Be­nut­zer­ober­flä­che und zu­sätz­li­che Funk­tio­nen so bequem wie möglich machen möchten.

Wir haben die be­lieb­tes­ten File-Manager für Windows, Linux und macOS für Sie zu­sam­men­ge­tra­gen.

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Al­ter­na­ti­ve Da­tei­ma­na­ger für Windows

Der Explorer ist seit Windows 95 der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Microsoft-Windows-Be­triebs­sys­tem­fa­mi­lie. Das Programm stellt Nutzern grund­le­gen­de Funk­tio­nen zur Ver­wal­tung von Dateien und Ver­zeich­nis­sen über eine auf­ge­räum­te Be­nut­zer­ober­flä­che zur Verfügung.

Das Pro­gramm­fens­ter des Explorers ist in zwei Bereiche auf­ge­teilt. Auf der linken Seite finden Sie Ihr Da­tei­ver­zeich­nis in Form einer Baum­struk­tur. Das Feld auf der rechten Seite dient dazu, Ord­ner­in­hal­te an­zu­zei­gen. Bei Bedarf kann ein drittes Feld, das Vor­schau­fens­ter, ein­ge­blen­det werden. Darüber hinaus stellt der Windows-Explorer den Desktop – die Ar­beits­flä­che im Hin­ter­grund – sowie sämtliche darauf dar­ge­stell­ten Icons, die Task­leis­te und das Startmenü zur Verfügung.

Damit reicht das Funk­ti­ons­spek­trum des Explorers prin­zi­pi­ell aus, um das Da­tei­sys­tem Ihres Rechners pro­fes­sio­nell zu verwalten. Doch gerade erfahrene Windows-Nutzer möchten sich mit diesen Grund­funk­tio­nen nicht zu­frie­den­ge­ben und greifen statt­des­sen zu Al­ter­na­tiv­pro­gram­men, die können, was der Windows-Explorer nicht be­herrscht:

  • Mehr-Fenster-Ansichten
  • Re­gis­ter­kar­ten (Tabbed Browsing)
  • Remote-Zugriff auf entferne Da­tei­sys­te­me
  • Erweitere Such­funk­tio­nen
  • Vergleich und Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen
  • Filter u. v. m.

In­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ven zum Windows-Explorer sind die Freeware-Lösungen Free­Com­man­der und Q-Dir sowie die Da­tei­ma­na­ger Speed­Com­man­der und der Total Commander, die als Shareware zur Verfügung stehen.

Free­Com­man­der XE 2017

Bei Free­Com­man­der XE 2017 handelt es sich um die neueste Version des beliebten Freeware-File-Managers von Marek Jasinski für die Windows-Versionen XP, Vista, 7, 8 und 10. Als Al­ter­na­ti­ve zum Windows-Explorer überzeugt Free­Com­man­der durch diverse Zu­satz­funk­tio­nen.

Die dem Programm zu­grun­de­lie­gen­de Zwei-Fenster-Technik erlaubt ein par­al­le­les Arbeiten in zwei Da­tei­fens­tern. Dateien und Ver­zeich­nis­se werden auf beiden Seiten in einer über­sicht­li­chen Baum­struk­tur dar­ge­stellt. Weitere Da­tei­fens­ter lassen sich als Re­gis­ter­kar­ten (Tabs) anheften. Wie vom Windows-Explorer gewohnt, führen Sie Da­tei­ope­ra­tio­nen bequem per Drag-and-drop sowie über die Me­nü­leis­te oder das Kon­text­me­nü aus. Al­ter­na­tiv steuern Sie das Programm über selbst­de­fi­nier­te Shortcuts. Standard-Ope­ra­tio­nen lassen sich so besonders effizient ausführen. Darüber hinaus un­ter­stützt Sie Free­Com­man­der mit diversen Zu­satz­funk­tio­nen, die Ihre Ar­beits­ab­läu­fe be­schleu­ni­gen. Benennen Sie mehrere Dateien gleich­zei­tig um, ver­glei­chen oder syn­chro­ni­sie­ren Sie Ver­zeich­nis­se und filtern Sie die Da­tei­an­sicht nach be­nut­zer­de­fi­nier­ten Kriterien. Oft ver­wen­de­te Ordner und Programme lassen sich bei Bedarf als Favoriten de­fi­nie­ren. Im Pro­gramm­um­fang enthalten sind ein in­te­grier­tes Pack­pro­gramm für ZIP-Dateien, ein Da­tei­be­trach­ter mit Vor­schau­an­sicht (selbst für ar­chi­vier­te Dateien) sowie ein FTP-support. Weitere Ar­chiv­for­ma­te wie RAR oder 7z lassen sich per Plug-in im­ple­men­tie­ren. Free­Com­man­der XE 2017 steht auf der Anbieter-Website kostenlos zum Download bereit und kann durch diverse Sprach­da­tei­en auf die jeweilige Be­nut­zer­spra­che (auch Deutsch) angepasst werden. Der Ent­wick­ler stellt Nutzern eine um­fang­rei­che Do­ku­men­ta­ti­on zur Verfügung. Hilfe finden Sie zudem in deutsch- und eng­lisch­spra­chi­gen Nut­zer­fo­ren.

Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Keine nen­nens­wer­ten Nachteile  
Re­gis­ter­kar­ten (Tabs)    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren    
FTP-Support    
Sup­port­fo­rum (Deutsch)    
Kostenlos    

Q-Dir

Die Freeware Q-Dir von Soft­wareOKhttps://www.soft­wareok.de/?seite=Freeware/Q-Dir steht Nutzern der Windows-Versionen XP, Vista, 7, 8, 8.1 und 10 sowie für Microsoft Server 2000 bis 2016 zur Verfügung. Den Windows-Explorer sticht das Programm in erster Linie durch ein Layout aus, das es Ihnen er­mög­licht, Ihr Da­tei­sys­tem in einer Vier-Fenster-Ansicht zu verwalten.

In jedem Fenster des Da­tei­ma­na­gers legen Sie bis zu vier Tabs an und arbeiten mit bis zu 16 Da­tei­ord­nern gleich­zei­tig. Q-Dir eignet sich damit speziell für Nutzer, die Da­tei­ope­ra­tio­nen über diverse Fest­plat­ten oder Wech­sel­da­ten­trä­ger hinweg ausführen möchten. Die Bedienung erfolgt wie beim Windows-Explorer über die Me­nü­leis­te, das Kon­text­me­nü oder bequem per Drag-and-drop. Für Stan­dard­ope­ra­tio­nen stehen Tas­ten­kom­bi­na­tio­nen und Quick­links zur Verfügung.

An zu­sätz­li­chen Funk­tio­nen bietet Q-Dir eine Bild­vor­schau sowie die Mög­lich­keit, re­gel­mä­ßig genutzte Ordner als Favoriten an­zu­hef­ten. Darüber hinaus lassen sich ver­schie­de­ne Da­tei­ty­pen farblich her­vor­he­ben. Im Vergleich ist das Funk­ti­ons­spek­trum von Q-Dir jedoch deutlich kleiner als das anderer Windows-Da­tei­ma­na­ger auf dem Markt.

Q-Dir steht auf Deutsch und Englisch zur Verfügung und kann über die An­bie­ter­sei­te kostenlos bezogen werden.

Vorteile Nachteile  
Vier-Fenster-Ansicht Kein FTP-Support  
Tabs Keine Syn­chro­ni­sa­ti­ons­funk­ti­on  
Farb­fil­ter Keine in­te­grier­te Pack­funk­ti­on  
Favoriten    
Kostenlos    

Speed­Com­man­der

Auch der Shareware-Da­tei­ma­na­ger Speed­Com­man­der von Speed­Pro­ject bietet Ihnen eine über­sicht­li­che Zwei-Fenster-Ansicht und er­mög­licht es, Ord­ner­fens­ter als Re­gis­trier­kar­ten zu verwalten. Das Programm steht in 12 ver­schie­de­nen Designs zur Auswahl, die sich an den Microsoft-Produkten Windows XP, MS Office oder Visual Studio ori­en­tie­ren. Zudem können sich Nutzer zwischen einer Ansicht im Stil des Windows-Explorers und des Norton Com­man­ders ent­schei­den.

Hinweis

Bei Norton Commander handelt es sich um einen le­gen­dä­ren DOS-Da­tei­ma­na­ger aus dem Jahr 1984, dessen Layout als Vorbild für zahl­rei­che File Manager (so­ge­nann­te Norton-Commander-Klone) dient – u. a. für die hier vor­ge­stell­ten Shareware-Da­tei­ma­na­ger Speed­Com­man­der und Total Commander. Das klas­si­sche Drei-Fenster-Layout findet sich zudem beim FTP-Clients wie FileZilla.

Wie andere Explorer-Al­ter­na­ti­ven will Speed­Com­man­der Ar­beits­ab­läu­fe ef­fi­zi­en­ter gestalten. Nutzer pro­fi­tie­ren von einer Da­tei­ab­la­ge für den Schnell­zu­griff auf häufig ver­wen­de­te Dateien sowie von Ordner- und An­wen­dungs­fa­vo­ri­ten. Darüber hinaus umfasst das Funk­ti­ons­spek­trum einen in­te­grier­ten Vor­schau­mo­dus für mehr als 80 Da­tei­for­ma­te, Funk­tio­nen zum gleich­zei­ti­gen Um­be­nen­nen mehrerer Dateien sowie einen Text­edi­tor mit Syntax-Her­vor­he­bung. Das in­te­grier­te Pack­pro­gramm un­ter­stützt 13 Ar­chiv­for­ma­te sowie die Pro­to­kol­le FTP und FTP über SSL. Bei Bedarf greifen Sie mit Speed­Com­man­der auf einen FTP-Server zu und verwalten ihre Dateien per Remote wie auf der lokalen Fest­plat­te. Mit FileSync steht ein Syn­chro­ni­sie­rungs­pro­gramm für Ordner und Dateien zur Verfügung. Rou­ti­ne­auf­ga­ben lassen sich mit Makros au­to­ma­ti­sie­ren. Einen Ma­kro­e­di­tor liefert das Tool gleich mit. Nutzer, die weitere Funk­tio­nen benötigen, haben die Mög­lich­keit, selbst­ge­schrie­be­ne Er­wei­te­run­gen über eine in­te­grier­te AddIn-Schnitt­stel­le als In-Process-COM-Server zu im­ple­men­tie­ren. Zu­sätz­lich zur Stan­dard­ver­si­on wird der Da­tei­ma­na­ger zudem kos­ten­pflich­tig als Speed­Com­man­der Pro mit er­wei­ter­tem Funk­ti­ons­spek­trum angeboten. Dieses umfasst ein Brenn­pro­gramm für CDs, DVDs und Blu-rays, ein Tool für die Ver­wal­tung von Image­da­tei­en (ISO/BIN), Schnitt­stel­len zu den Cloud-Anbietern Dropbox, Google Drive und OneDrive sowie Keseling Dir­Prin­ter. Speed­Com­man­der und Speed­Com­man­der Pro werden als Shareware ver­trie­ben. Als Anwender testen Sie beide Versionen 60 Tage kostenlos, un­ver­bind­lich und mit vollem Funk­ti­ons­spek­trum. Die Voll­ver­si­on ist kos­ten­pflich­tig über die An­bie­ter­sei­te er­hält­lich.

Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Shareware (Test­ver­si­on 60 Tage kostenlos)  
Tabs    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Text­edi­tor mit Syntax-Her­vor­he­bung    
Da­tei­ab­la­ge    
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren    
Makros    
FTP-Support    

Total Commander

Der Windows-Da­tei­ma­na­ger Total Commander wird von der Ghisler Software GmbH als Shareware ver­trie­ben. Vom Windows-Explorer hebt sich das Tool wie andere Al­ter­na­ti­ven durch zahl­rei­che Zu­satz­funk­tio­nen ab.

Auch Total Commander setzt auf eine Mehr-Fenster-Ansicht, mit der sich zwei Da­tei­fens­ter parallel dar­stel­len lassen. Das Design des Tools ist an den Windows-Explorer angelehnt. Für Da­tei­ope­ra­tio­nen stehen Ihnen die Me­nü­leis­te, ein Kon­text­me­nü sowie Drag-and-drop-Funk­tio­nen zur Verfügung. Für Da­tei­ar­chi­vie­rung und FTP werden keine zu­sätz­li­chen Programme benötigt; das Tool bringt ent­spre­chen­de Funk­tio­nen bereits mit. Darüber hinaus stellt es Anwendern eine Schnell­an­sicht, eine erweitere Such­funk­ti­on sowie Funk­tio­nen zum Vergleich und zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen bereit. Favoriten, ein Verlauf sowie ein Pass­wort­schutz für aus­ge­wähl­te Ver­zeich­nis­se runden das Funk­ti­ons­spek­trum ab.

Wie Speed­Com­man­der steht auch Total Commander nur in der Test­ver­si­on kostenlos zur Verfügung. Nach 30 Tagen ist ein Upgrade auf die kos­ten­pflich­ti­ge Voll­ver­si­on er­for­der­lich.

Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Shareware (Test­ver­si­on 30 Tage kostenlos)  
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren Keine Tabs  
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
FTP-Support    
Favoriten    
Pass­wort­schutz für Ver­zeich­nis­se    

Windows-Da­tei­ma­na­ger im Vergleich

Al­ter­na­ti­ve File-Manager bieten zahl­rei­che Zu­satz­funk­tio­nen und helfen dabei, Ar­beits­ab­läu­fe unter Windows zu be­schleu­ni­gen. Wir haben das Funk­ti­ons­spek­trum der vor­ge­stell­ten Tools ge­gen­über­ge­stellt. Treffen Sie Ihre Wahl!

Funk­ti­ons­spek­trum Free­Com­man­der Q-Dir     Speed­Com­man­der Total Commander
Aktuelle Version XE 2017 6.81 17 9.12
Ent­wick­ler Free­Com­man­der Soft­wareOK Speed­Pro­ject Christian Ghisler Ghisler Software GmbH
Lizenz Freeware Freeware Shareware Shareware
Kosten Kostenlos Kostenlos Kos­ten­pflich­tig Kos­ten­pflich­tig
Plattform Windows XP Windows Vista Windows 7 Windows 8 Windows 10 Windows XP Windows Vista Windows 7 Windows 8 Windows 10 Windows Server 2000 bis 2016 Windows 7 Windows 8 Windows 10 Windows 95 Windows 98 Windows ME Windows NT 4.0 Windows 2000 Windows XP Windows Vista Windows 7 Windows 8 Windows 10
Sprache Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig
Drag-and-drop Ja Ja Ja Ja
Mehr-Fenster-Ansicht Ja Ja Ja Ja
Tabs Ja Ja Ja Nein
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on Ja Nein Ja Ja
Da­tei­be­trach­ter Ja Ja Ja Ja
In­te­grier­ter Editor Nein Nein In­te­grier­ter Editor Nein
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren Ja Nein Ja Ja
Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me Ja Nein Ja Ja
Favoriten/Le­se­zei­chen Ja Ja Ja Ja
Plug-ins Nein Nein Ja Nein

Al­ter­na­ti­ve Da­tei­ma­na­ger für Linux

Welcher Standard-Da­tei­ma­na­ger Ihnen unter Linux zur Verfügung steht, hängt davon ab, welche Dis­tri­bu­ti­on und welche Desktop-Umgebung Sie nutzen. Folgende Tabelle zeigt die be­lieb­tes­ten Um­ge­bun­gen für Linux-Systeme sowie den da­zu­ge­hö­ri­gen Standard-Da­tei­ma­na­ger:

Desktop-Umgebung Da­tei­ma­na­ger  
GNOME Nautilus  
KDE Plasma Dolphin  
Xfce Thunar  
LXDE PCMan File Manager  
Cinnamon Nemo  
Hinweis

Standard-Desktop-Umgebung für Fedora, Debian, Ubuntu, SUSE Linux En­ter­pri­se, Red Hat En­ter­pri­se Linux, CentOS, Oracle Linux SteamOS, Tails und Kali Linux ist GNOME.

Die auf­ge­führ­ten Programme lassen sich prin­zi­pi­ell auf jeder Dis­tri­bu­ti­on mit einer simplen Kom­man­do­zei­le in­stal­lie­ren. Zu­sätz­lich bietet das Linux-Universum zahl­rei­che File-Manager, die zum Teil mit einem erheblich größeren Funk­ti­ons­spek­trum aufwarten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die beliebten Standard-Tools Nautilus, Dolphin, Thunar, PCmanFM und Nemo sowie Al­ter­na­ti­ven wie SpaceFM und Krusader vor.

Nautilus

Nautilus ist der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Desktop-Umgebung GNOME sowie der Be­nut­zer­ober­flä­che Unity, die bis Version 17.0 unter Ubuntu zum Einsatz kommt. Der Da­tei­ma­na­ger wurde ab Version 3.6 auf die we­sent­li­chen Grund­funk­tio­nen reduziert – eine Ent­schei­dung, die in der Linux-Community für heftige Kon­tro­ver­sen sorgte und Ab­spal­tun­gen wie das Software-Projekt Nemo zur Folge hatte. Viele Linux-Nutzer ersetzen Nautilus daher durch eine der folgenden Al­ter­na­ti­ven.

Neben grund­le­gen­den Funk­tio­nen zur Da­tei­ver­wal­tung bietet Nautilus Re­gis­ter­kar­ten, eine Bil­der­vor­schau, eine Such­funk­ti­on und Zugriff auf Remote-Freigaben via Samba, FTP, SFTP, WebDAV oder SSH. Elemente lassen sich je nach Bedarf als Icons (mit Da­tei­vor­schau), in einem Ka­chel­ras­ter oder als Liste mit Details anzeigen. Be­nut­zer­de­fi­nier­te Er­wei­te­run­gen können über eine in­te­grier­te Schnitt­stel­le via Plug-in ein­ge­bun­den werden.

Nutzen Sie folgenden Befehl, um das Nautilus-Paket unter Linux zu in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install nautilus
Vorteile Nachteile  
Tabs Stark Re­du­zier­tes Funk­ti­ons­spek­trum seit Version 3.6  
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on Keine Mehr-Fenster-Ansicht  
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk Kein in­te­grier­ter Da­tei­be­trach­ter  
Durch Plug-ins er­wei­ter­bar Keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen  

Dolphin

Dolphin ist der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Desktop-Umgebung KDE. Von Nautilus hebt sich Dolphin durch eine Na­vi­ga­ti­ons­leis­te im Bread­crumb-Stil und eine Anzeige des ver­füg­ba­ren Spei­cher­plat­zes ab. Die Fens­ter­an­sicht kann bei Bedarf geteilt werden. Zudem stehen drei An­sichts­mo­di zur Auswahl: Icons, Details und Spalten. Da­tei­ope­ra­tio­nen, die sich mit Dolphin ausführen lassen, umfassen u. a. Ver­schie­ben, Kopieren, Um­be­nen­nen, Löschen, Ei­gen­schaf­ten und Be­rech­ti­gun­gen verwalten sowie Dateien se­lek­tie­ren. Darüber hinaus bietet der Da­tei­ma­na­ger Funk­tio­nen für ver­steck­te Dateien, Ver­knüp­fun­gen und Zugriffe auf Server im Netzwerk (z. B. Samba, FTP, SSH oder WebDAV). Weitere Funk­tio­nen lassen sich bei Bedarf via Plug-in einbinden. Nutzen Sie folgenden Befehl, um das Dolphin-Paket zu in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install dolphin kde-service-menu-fuseiso
Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Kein in­te­grier­ter Da­tei­be­trach­ter  
Tabs keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen  
Na­vi­ga­ti­ons­leis­te im Bread­crumb-Stil    
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk    
Pack­funk­ti­on (erfordert ark)    
Diverse Plug-ins    

Thunar

Thunar, der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Linux-Desktop-Umgebung Xfce, ähnelt Nautilus. Das mi­ni­ma­lis­ti­sche Programm bietet grund­le­gen­de Funk­tio­nen für die lokale Datei- und Ver­zeich­nis­ver­wal­tung sowie einen Fern­zu­griff auf Remote-Freigaben via FTP, SAMBA, WebDAV und andere Pro­to­kol­le. Ein Highlight der Software ist der Menüpunkt „Be­nut­zer­de­fi­nier­te Aktionen“, der es er­mög­licht, Thunar nach in­di­vi­du­el­len Vor­stel­lun­gen zu erweitern. Nutzer fügen so lediglich die Funk­tio­nen hinzu, die Sie tat­säch­lich benötigen. Vermissen lässt der File-Manager jedoch eine Mehr-Fenster-Ansicht. In­stal­lie­ren Sie den Da­tei­ma­na­ger unter Linux mithilfe des folgenden Befehls:

sudo apt-get install thunar
Vorteile Nachteile  
Tabs Keine Mehr-Fenster-Ansicht  
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk Pack­funk­ti­on nur via Plug-in  
Diverse Er­wei­te­run­gen via „Be­nut­zer­de­fi­nier­te Aktionen“ Keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen  

PCMan File Manager

PCMan File Manager, der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Desktop-Umgebung LXDE, ist eine kompakte Al­ter­na­ti­ve zu Nautilus, die in erster Linie mit Ge­schwin­dig­keit punkten möchte. Das schlanke Programm des tai­wa­ne­si­schen Software-Ent­wick­lers Hong Yen Jee bietet Nutzern eine Ober­flä­che mit bis zu zwei Da­tei­fens­tern, ein Tabbed Browsing, bei dem ver­schie­de­ne Da­tei­ord­ner in separaten Re­gis­ter­kar­ten geöffnet werden können, eine Vor­schau­funk­ti­on für Bilder sowie eine Ver­zeich­nis­an­sicht als Baum­struk­tur. Darüber hinaus kommt PCManFM auch mit nicht-UTF8-konformen Zei­chen­sät­zen zurecht.

Funk­tio­nen zum Packen und Entpacken von Dateien sind bereits in­te­griert, ebenso wie der Re­mo­te­zu­griff auf entfernte Da­tei­sys­te­me. Von anderen Linux-File-Managern hebt sich PCManFM durch eine Be­nut­zer­ober­flä­che ab, die von Grund auf nach Kriterien der Bar­rie­re­frei­heit ent­wi­ckelt wurde und damit die Be­dürf­nis­se von Menschen mit Ein­schrän­kun­gen be­rück­sich­tigt.

Sie möchten PCManFM auf Ihrer Linux-Dis­tri­bu­ti­on in­stal­lie­ren? Führen Sie folgenden Befehl über das Terminal aus:

sudo apt-get install pcmanfm
Vorteile Nachteile  
Mehr-Fenster-Ansicht Keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen  
Tabs    
Bar­rie­re­frei    
FTP-Support    
Durch Plug-ins er­wei­ter­bar    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    

Nemo

Nemo, der Standard-Da­tei­ma­na­ger der Desktop-Umgebung Cinnamon, ist ein Fork (eine Ab­spal­tung) von Nautilus 3.4. Anders als die Aus­gangs­soft­ware, die mit deutlich re­du­zier­tem Funk­ti­ons­um­fang wei­ter­ge­führt wird, bleibt Nutzern bei Nemo die ur­sprüng­li­che Aus­stat­tung erhalten. Bei Bedarf stehen eine Zwei-Fenster-Ansicht sowie Tabs für die Ver­wal­tung separater Ver­zeich­nis­an­sich­ten zur Verfügung. Wie Nautilus lässt sich Nemo durch zahl­rei­che Plug-ins erweitern. Nutzen Sie folgenden Befehl, um Nemo unter Linux zu in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install nemo
Vorteile Nachteile  
Mehr-Fenster-Ansicht Keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen  
Tabs    
Na­vi­ga­ti­ons­leis­te im Bread­crumb-Stil    
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Durch Plug-ins er­wei­ter­bar    

SpaceFM

Bei SpaceFM handelt es sich um ein Fork des LXDE-Standard-Da­tei­ma­na­gers PCManFM. Während dieser seit Version 0.9.x auf ein schlankes Design setzt, um schnelle, ef­fi­zi­en­te Ar­beits­ab­läu­fe zu er­mög­li­chen, stehen bei SpaceFM in erster Linie die Fle­xi­bi­li­tät der Software sowie deren Er­wei­ter­bar­keit im Vor­der­grund.

Das Programm er­mög­licht Ihnen dank Mehr-Fenster-Ansicht, bis zu vier Ordner parallel dar­zu­stel­len. Darüber hinaus lassen sich Da­tei­ord­ner als Tabs anheften. Jedes Fenster der Be­nut­zer­ober­flä­che kann un­ab­hän­gig von den anderen separat kon­fi­gu­riert werden. Das Programm bietet Vor­schau­bil­der für Bild- und Video-Dateien, eine er­wei­ter­te Such­funk­ti­on, Le­se­zei­chen und eine in­te­grier­te Pack­funk­ti­on. Im Le­se­zei­chen-Menü legen Sie nicht nur Links zu Ordnern und Dateien ab, sondern auch zu be­nut­zer­de­fi­nier­ten Befehlen und An­wen­dun­gen, die Sie re­gel­mä­ßig ausführen. Remote-Ver­bin­dun­gen zu ent­fern­ten Netz­wer­ken lassen sich via NFS, FTP, SMB und SSH her­stel­len. Al­lein­stel­lungs­merk­mal des Da­tei­ma­na­gers ist jedoch dessen An­pass­bar­keit. Nahezu jeder Menüpunkt lässt sich in­di­vi­du­ell um­be­nen­nen, aus­blen­den oder mit einem be­nut­zer­de­fi­nier­ten Shortcut ver­knüp­fen. Nutzer, die SpaceFM mit weiteren Funk­tio­nen aus­stat­ten möchten, werden auf der GitHub-Seite des Anbieters fündig. Hier stehen diverse Plug-ins zur Er­wei­te­rung des Da­tei­ma­na­gers zur Verfügung. Auf Ihrer Linux-Dis­tri­bu­ti­on in­stal­lie­ren Sie SpaceFM mit folgendem Befehl:

sudo apt-get install spacefm
Vorteile Nachteile  
Mehr-Fenster-Ansicht Keine Funktion zur Syn­chro­ni­sa­ti­on von Ver­zeich­nis­sen (steht via Plug-in zur Verfügung)  
Tabs    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk    
Durch Plug-ins er­wei­ter­bar    
In­di­vi­du­ell an­pass­ba­re Be­nut­zer­ober­flä­che    

Krusader

Der leis­tungs­stärks­te Linux-Da­tei­ma­na­ger in unserem Vergleich hört auf den Namen Krusader. Das ur­sprüng­lich für KDE ent­wi­ckel­te Programm ori­en­tiert sich am Layout des Norton Com­man­ders und bietet ein Funk­ti­ons­spek­trum, das kaum einen Wunsch of­fen­lässt.

Der Da­tei­ma­na­ger bietet Ihnen eine zwei­spal­ti­ge De­tail­an­sicht Ihres Da­tei­sys­tems. Auf Wunsch heften Sie Ver­zeich­nis­se in beiden Fenstern als Tabs an. Als KDE-Anwendung un­ter­stützt Krusader alle Pro­to­kol­le des vir­tu­el­len Da­tei­sys­tems KDE Input/Output (KIO) – u. a. FTP, SMB und NFS. Mit dem in­te­grier­ten Ar­chiv­ma­na­ger packen und entpacken Sie Dateien und Ver­zeich­nis­se in diversen Archive-Formaten. Zu­sätz­lich zu den üblichen Ba­sis­ope­ra­tio­nen Kopieren, Aus­schnei­den, Löschen und Ver­schie­ben bietet Krusader Funk­tio­nen zum Ver­glei­chen und Syn­chro­ni­sie­ren von Dateien und Ver­zeich­nis­sen, zum Erstellen und Ve­ri­fi­zie­ren von Prüf­sum­men sowie zur Mas­sen­um­be­nen­nung. Eine Da­tei­vor­schau, der in­te­grier­te Be­trach­ter inklusive Editor und eine er­wei­ter­te Such­funk­ti­on runden das Funk­ti­ons­spek­trum ab. Bei Bedarf erweitern Sie Krusader zudem mit be­nut­zer­de­fi­nier­ten Aktionen. Auch Krusader bietet eine Be­nut­zer­ober­flä­che, deren Schalt­flä­chen und Menüs Sie in­di­vi­du­ell auf Ihre Wünsche anpassen können. Für den Linux-Da­tei­ma­na­ger stehen eine de­tail­lier­te Do­ku­men­ta­ti­on und ein um­fang­rei­ches Handbuch (auch in deutscher Sprache) zur Verfügung. Krusader in­stal­lie­ren Sie bequem über das Terminal Ihrer Linux-Dis­tri­bu­ti­on:

sudo apt-get install krusader
Vorteile Nachteile  
Mehr-Fenster-Ansicht Keine nen­nens­wer­ten Nachteile  
Tabs    
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren    
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk    
In­te­grier­ter Da­tei­be­trach­ter und Editor    
Durch Plug-ins er­wei­ter­bar    

Linux-Da­tei­ma­na­ger im Vergleich

Welcher File-Manager für Linux Ihren An­sprü­chen am ehesten gerecht wird, zeigt ein direkter Vergleich der vor­ge­stell­ten Programme.

Linux-Da­tei­ma­na­ger im Vergleich (Teil 1)
Funk­ti­ons­spek­trum Nautilus Dolphin Thunar PCManFM
Aktuelle Version 3.26.0 17.08 1.7.0 1.2.5
Ent­wick­ler Eazel KDE Xfce Hong Jen Yee
Lizenz GPL GPL GPL GPL
Kosten Kostenlos Kostenlos Kostenlos Kostenlos
Plattform Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen
Sprache Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig
Drag-and-drop Ja Ja Ja Ja
Mehr-Fenster-Ansicht Nein Ja Nein Ja
Tabs Ja Ja Ja Ja
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on ja Ja Nein Ja
Da­tei­be­trach­ter Nein Nein Nein Nein
In­te­grier­ter Editor Nein Nein Nein Nein
Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me Ja Ja Ja Ja
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren Nein Nein Nein Nein
Favoriten/Le­se­zei­chen Ja Ja Ja Ja
Plug-ins Ja Ja Ja Ja
Linux-Da­tei­ma­na­ger im Vergleich (Teil 2)
Funk­ti­ons­spek­trum Nemo SpaceFM Krusader
Aktuelle Version 3.4.4 1.0.5 2.6.0
Ent­wick­ler Linux Mint Community Igno­rant­Gu­ru Krusader Krew
Lizenz GPL GPL GPL
Kosten Kostenlos Kostenlos Kostenlos
Plattform Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen Alle Linux-Dis­tri­bu­tio­nen
Sprache Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig
Drag-and-drop Ja Ja Ja
Mehr-Fenster-Ansicht Ja Ja Ja
Tabs Ja Ja Ja
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on Ja Ja Ja
Da­tei­be­trach­ter Nein Nein ja
In­te­grier­ter Editor Nein Nein Nein
Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me Ja Ja Ja
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren Nein Nein Ja
Favoriten/Le­se­zei­chen Ja Ja Ja
Plug-ins Ja Ja Ja

Al­ter­na­ti­ve Da­tei­ma­na­ger für macOS

Stan­dard­pro­gramm für die Ver­wal­tung des Da­tei­sys­tems unter macOS ist der Finder. Mit diesem or­ga­ni­sie­ren Sie Dateien und Ver­zeich­nis­se und zeigen Elemente als Icons, in Listen oder Spalten sowie als „Cover-Flow“ an. Darüber hinaus stellt Finder Ihnen den Ordner „Schreib­tisch“ zur Verfügung, dessen Inhalt im Hin­ter­grund der Be­nut­zer­ober­flä­che ihres Be­triebs­sys­tems dar­ge­stellt wird.

Finder ist über­sicht­lich gestaltet, jedoch ebenso wie der Windows-Explorer etwas schwach auf der Brust, wenn es um das Funk­ti­ons­spek­trum geht. Dieses umfasst neben Funk­tio­nen für grund­le­gen­de Da­tei­ope­ra­tio­nen lediglich Spotlight (eine ein­ge­schränk­te Such­funk­ti­on), Favoriten, Far­be­ti­ket­ten, Tags für Ordner und Dateien, eine Kom­men­tar­funk­ti­on sowie QuickLook (ein Vor­schau­pro­gramm). Darüber hinaus ist mit Air Drop ein Wi-Fi-Ad-hoc-Service zum Da­tei­aus­tausch zwischen macOS bzw. iOS-Geräten im­ple­men­tiert.

Vielen Apple-Nutzern ist das zu wenig. Sehnen Sie sich auch nach einer Al­ter­na­ti­ve zum Standard-File-Manager für Ihren Mac? Wir haben mit ForkLift, Path Finder, To­tal­Fin­der und Commander One vier at­trak­ti­ve Finder-Al­ter­na­ti­ven aus­ge­macht.

ForkLift

ForkLift von Bi­na­ry­Nights verbindet die Funk­tio­nen eines File-Managers für Mac mit denen eines Client-Programms für FTP, SFTP, WebDAV, Amazon S3 und iDisk. Vom Finder hebt sich die Software mit einem an Norton Commander an­ge­leg­ten Zwei-Fenster-Layout ab. Zudem wurden die Shortcuts des le­gen­dä­ren Vorbilds über­nom­men; fest­ge­legt auf diese sind Nutzer jedoch nicht. Sämtliche Stan­dard­ope­ra­tio­nen lassen sich mit be­nut­zer­de­fi­nier­ten Tas­ten­kom­bi­na­tio­nen ausführen.

Auch das Funk­ti­ons­spek­trum der Finder-Al­ter­na­ti­ve geht weit über das des Standard-Da­tei­ma­na­gers hinaus. Syn­chro­ni­sa­ti­on, Mas­sen­um­be­nen­nung sowie die Auf­tei­lung und Ar­chi­vie­rung von Dateien sind mit ForkLift ebenso möglich wie der Remote-Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me und die Ein­bin­dung von Netz­werk­lauf­wer­ken. Zudem wird eine Da­ten­über­tra­gung von Server zu Server un­ter­stützt – sofern diese FXP-fähig sind.

Weitere High­lights der Software sind Tabbed Browsing, ein Favoriten-Manager, die er­wei­ter­te Such­funk­ti­on, QuickLook sowie ein App-Deleter, mit dem Sie An­wen­dun­gen voll­stän­dig von der Fest­plat­te entfernen. Mithilfe vir­tu­el­ler Stacks lassen sich Dateien un­ter­schied­li­cher Ver­zeich­nis­se so zu­sam­men­fas­sen und verwalten, als ob sie in einem ge­mein­sa­men Ordner liegen würden. Mit Droplets, Disklets und Synclets lassen sich wie­der­keh­ren­de Aufgaben ef­fi­zi­en­ter gestalten.

ForkLift steht in der aktuellen Version 3 derzeit nur auf der An­bie­ter­sei­te zur Verfügung. Der Download ist kos­ten­pflich­tig. In­ter­es­sen­ten wird jedoch eine kos­ten­lo­se Testphase ein­ge­räumt. Im App-Store bietet Bi­na­ry­Nights lediglich die Vor­gän­ger­ver­si­on ForkLift 2 an – diese jedoch kostenlos.

Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Aktuelle Version kos­ten­pflich­tig  
Tabs Aktuelle Version kann derzeit nicht über den App-Store bezogen werden  
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren    
Zugriff auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk    
Client für Amazon S3    

Path Finder

Path Finder von Cocoatech prä­sen­tiert sich als funk­ti­ons­ge­la­de­ne Al­ter­na­ti­ve zum macOS-Standard-File-Manager. Bei Nutzern möchte das Programm darüber hinaus mit Ge­schwin­dig­keit und Fle­xi­bi­li­tät punkten. Die Be­nut­zer­ober­flä­che des Da­tei­ma­na­gers bietet sechs kon­fi­gu­rier­ba­re Ansichten sowie acht Er­wei­te­rungs­mo­du­le. Diese erlauben es Ihnen, das Programm Ihren in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen an­zu­pas­sen und lediglich die Funk­tio­nen zu in­te­grie­ren, die Sie tat­säch­lich benötigen.

Al­lein­stel­lungs­merk­mal des Path Finders ist ein Feature, mit dem sich der Mac-Standard-Da­tei­ma­na­ger beim Start des Programms au­to­ma­tisch beenden lässt. Nutzer müssen damit nicht länger zwei Da­tei­ma­na­ger parallel laufen lassen. Path Finder ist die einzige Finder-Al­ter­na­ti­ve, die den macOS-Standard-Desktop komplett ersetzen kann.

Das Funk­ti­ons­spek­trum des Path Finders umfasst die von vielen Nutzern be­vor­zug­te Zwei-Fenster-Ansicht im Stil des Norton Com­man­ders, Tabs, Quick Look, Cover Flow, in­te­grier­te Text- und Bild­edi­to­ren, einen Ar­chiv­ma­na­ger, Le­se­zei­chen, be­nut­zer­de­fi­nier­te Shortcuts, Filter und Sor­tier­funk­tio­nen, einen Hex-Editor sowie eine er­wei­ter­te Such­funk­ti­on.

Größtes Manko der Software ist jedoch der fehlende Remote-Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me. Einen in­te­grier­ten Client für FTP, SFTP oder WEBDav, der bei anderen Finder-Al­ter­na­ti­ven zur Stan­dard­aus­stat­tung gehört, suchen Nutzer bei Path Finder auch in Version 7 ver­geb­lich.

Vorteile Nachteile  
Zwei-Fenster-Ansicht Kos­ten­pflich­tig  
Tabs Deutlich teurer als al­ter­na­ti­ve Da­tei­ma­na­ger für Mac  
Modular er­wei­ter­bar Die komplexe Be­nut­zer­ober­flä­che erfordert Ein­ar­bei­tungs­zeit  
In­di­vi­du­ell kon­fi­gu­rier­ba­re Be­nut­zer­ober­flä­che Kein in­te­grier­ter Client für Remote-Zugriffe auf Da­tei­sys­te­me im Netzwerk  
Text- und Bild­edi­to­ren Nicht über den App-Store er­hält­lich  
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on    

To­tal­Fin­der

Das Plug-in To­tal­Fin­der richtet sich an Nutzer, die es vermeiden möchten, einen zweiten Da­tei­ma­na­ger auf dem Mac zu in­stal­lie­ren. Statt eines zu­sätz­li­chen Programms bietet BinaryAge mit To­tal­Fin­der eine Er­wei­te­rung für den nativen File-Manager von macOS.

To­tal­Fin­der ergänzt den Mac-Da­tei­ma­na­ger um eine Zwei-Fenster-Ansicht und Tabs. Weitere Zu­satz­funk­tio­nen umfassen er­wei­ter­te Far­be­ti­ket­ten sowie Cut-and-paste via Tastatur.

Hinweis

Tabbed File-Browsing wurde von Apple ab OS X Mavericks ein­ge­führt. Mit To­tal­Fin­der nutzen Sie Finder-Tabs auch auf älteren Be­triebs­sys­te­men.

Vorteile Nachteile  
Finder-Plug-in: ein zu­sätz­li­cher Da­tei­ma­na­ger wird nicht benötigt Kos­ten­pflich­tig  
Zwei-Fenster-Ansicht Ver­gleichs­wei­se geringes Funk­ti­ons­spek­trum  
Tabs Für die De­instal­la­ti­on wird ein mit­ge­lie­fer­tes Un­in­stal­ler-Skript benötigt  
Er­wei­ter­te Far­be­ti­ket­ten Nicht über den App-Store er­hält­lich  

Da­tei­ma­na­ger für macOS im Vergleich

In unserer Ver­gleichs­ta­bel­le zu den be­lieb­tes­ten Finder-Al­ter­na­ti­ven haben wir alle vor­ge­stell­ten Programme und Er­wei­te­run­gen anhand der wich­tigs­ten Funk­tio­nen ge­gen­über­ge­stellt. Finden Sie passen den Da­tei­ma­na­ger für Ihren Mac!

Da­tei­ma­na­ger für macOS im Vergleich
Funk­ti­ons­spek­trum ForkLift Path Finder To­tal­Fin­der *
Aktuelle Version 3.0.9 7 1.10.5
Ent­wick­ler Bi­na­ry­Nights, LLC Cocoatech BinaryAge
Lizenz Pro­prie­tär Pro­prie­tär Pro­prie­tär
Kosten Kos­ten­pflich­tig Kos­ten­pflich­tig Kos­ten­pflich­tig
Plattform macOS macOS macOS
Sprache Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig Mehr­spra­chig
Drag-and-drop Ja Ja *
Mehr-Fenster-Ansicht Ja Ja Ja
Tabs Ja Ja Ja
In­te­grier­te Pack­funk­ti­on Ja Ja *
Da­tei­be­trach­ter Ja Ja *
In­te­grier­ter Editor Nein Ja Nein
Zugriff auf entfernte Da­tei­sys­te­me Ja Nein Nein
Ver­zeich­nis­se syn­chro­ni­sie­ren Ja Ja Nein
Favoriten/Le­se­zei­chen Ja Ja *

* Bei To­tal­Fin­der handelt es sich um ein Plug-in für den macOS-Standard-Da­tei­ma­na­ger. Mit einem Stern markierte Funk­tio­nen werden bereits durch den Finder zur Verfügung gestellt.

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