Die OSI-Trans­port­schicht übernimmt Daten von der Sit­zungs­schicht und leitet sie an die Ver­mitt­lungs­schicht weiter. Die Trans­port­schicht stellt eine sichere und trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen zwei Systemen zur Verfügung, kann Pakete zerlegen und die Ge­schwin­dig­keit der Über­tra­gung steuern.

Was ist die OSI-Trans­port­schicht?

Die Trans­port­schicht ist die vierte Ebene des OSI-Modells und sorgt dafür, dass zwei Systeme über eine ge­si­cher­te, lü­cken­lo­se und trans­pa­ren­te End-to-End-Da­ten­über­tra­gung mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren können. Auch die Stau­ver­mei­dung obliegt dabei dem so­ge­nann­ten Transport Layer.

Welche Funk­tio­nen hat die Trans­port­schicht?

Die Haupt­auf­ga­be der Trans­port­schicht ist die Be­reit­stel­lung einer funk­tio­na­len und sicheren End-to-End-Da­ten­über­tra­gung innerhalb eines Netzwerks. Dafür übernimmt die OSI-Trans­port­schicht die Daten von der Sit­zungs­schicht (Layer 5) und gibt sie dann an die Ver­mitt­lungs­schicht (Layer 3) weiter. Die Trans­port­schicht kann bei Bedarf die Daten auch in kleinere Einheiten un­ter­tei­len oder sie in größeren Paketen zu­sam­men­fas­sen, um sie so einfacher zu trans­por­tie­ren.

Die Über­tra­gun­gen können dabei im ver­bun­de­nen oder im un­ver­bun­de­nen Modus statt­fin­den. Die Trans­port­schicht kann eine Netz­werk­ver­bin­dung nutzen, eine Ver­bin­dung für mehrere Ver­bin­dun­gen verwenden oder eine Trans­port­ver­bin­dung auf ver­schie­de­ne Netz­ver­bin­dun­gen verteilen. Sie agiert dabei aber immer trans­pa­rent.

Zu den weiteren Funk­tio­nen der Trans­port­schicht gehören auch der Auf- und Abbau sowie die Über­wa­chung der Ver­bin­dung. Erfolgt die Über­tra­gung im Ver­bin­dungs­mo­dus, wird der er­folg­rei­che Da­ten­trans­fer durch eine Be­stä­ti­gung ab­ge­si­chert. So weiß die Maschine, die die Daten gesendet hat, dass sämtliche Einheiten wie vor­ge­schrie­ben über­tra­gen wurden. Erfolgt die Be­stä­ti­gung nicht, startet au­to­ma­tisch ein neuer Über­tra­gungs­ver­such. Dabei nimmt die Trans­port­schicht keine Rücksicht auf die Medien, die in den ersten drei Schichten verwendet werden.

Welche Dienste führt die Trans­port­schicht aus?

Es gibt zahl­rei­che Dienste, die die OSI-Trans­port­schicht den höheren Ebenen anbietet. Diese sind für un­ter­schied­li­che Aspekte des Da­ten­trans­fers relevant. Zu den wich­tigs­ten Diensten gehören unter anderem folgende:

  • Ver­bin­dungs­ori­en­tier­te Über­tra­gun­gen: Die Trans­port­schicht stellt ver­bin­dungs­ori­en­tier­te Über­tra­gun­gen wie TCP (Trans­mis­si­on Control Protocol) zur Verfügung. Dabei vergibt sie Port­num­mern zwischen 0 und 65.535 und greift auf das oben be­schrie­be­ne Be­stä­ti­gungs­ver­fah­ren zurück.
  • Ver­bin­dungs­lo­se Pro­to­kol­le: Im Gegensatz zu den ver­bin­dungs­ori­en­tier­ten Pro­to­kol­len ver­zich­ten ver­bin­dungs­lo­se Über­tra­gun­gen auf die au­to­ma­ti­sche Be­stä­ti­gung. So fällt zwar dieser Si­cher­heits­me­cha­nis­mus weg, gerade für Echt­zeit­über­tra­gun­gen wie Vi­deo­kon­fe­ren­zen ist diese Methode al­ler­dings dennoch geeignet. Auch Pro­to­kol­le wie UDP (User Datagram Protocol) nutzen dabei Ports zwischen 0 und 65.535.
  • Same Order Delivery: Dieser Dienst der Trans­port­schicht stellt sicher, dass Da­ten­pa­ke­te in einer fest­ge­leg­ten Rei­hen­fol­ge ver­schickt und erhalten werden. Die einzelnen Pakete werden zu diesem Zweck num­me­riert und können so ent­spre­chend korrekt an­ge­ord­net werden.
  • In­te­gri­tät der Daten: Bei der Über­tra­gung zwischen zwei Systemen können Daten be­schä­digt werden, verloren gehen oder in einer falschen Rei­hen­fol­ge beim Empfänger ankommen. Die Trans­port­schicht nutzt Feh­ler­er­ken­nungs­codes und stellt so sicher, dass die Daten im geplanten Zustand zu­ge­stellt werden. Zu diesem Zweck sendet der Transport Layer eine Be­stä­ti­gungs­nach­richt an den Sender.
  • Fluss­kon­trol­le: Die Fluss­kon­trol­le reguliert und optimiert den Da­ten­ver­kehr. Hierbei kann die Ge­schwin­dig­keit der Über­tra­gung ge­dros­selt oder erhöht werden, um den Da­ten­aus­tausch an­zu­pas­sen. Dies ver­hin­dert, dass der Empfänger über­las­tet wird.
  • Stau­ver­mei­dung: Kommt es dennoch zu Engpässen an Kno­ten­punk­ten und Ver­bin­dun­gen, kann die Trans­port­schicht Maßnahmen ergreifen, um eine län­ger­fris­ti­ge Be­hin­de­rung zu vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel die Ver­min­de­rung der Über­tra­gungs­ra­te.
  • Mul­ti­plex­ing: Pakete, die von einem System zum anderen System trans­fe­riert werden, können aus vielen un­ter­schied­li­chen Quellen stammen. Durch Mul­ti­plex­ing erlaubt es die Trans­port­schicht Nut­ze­rin­nen und Nutzern, An­wen­dun­gen und Dienste aus ver­schie­de­nen Quellen innerhalb eines Netzwerks zu öffnen.

Welche Pro­to­kol­le nutzen die Trans­port­schicht?

Es gibt zahl­rei­che Pro­to­kol­le, die die OSI-Trans­port­schicht nutzen oder früher nutzten. Dazu gehören unter anderem folgende:

  • DCCP (Datagram Con­ges­ti­on Control Protocol): Ein Netz­werk­pro­to­koll zur Über­tra­gung von Medien in IP-Netzen in Echtzeit, das ohne ob­li­ga­to­ri­sche Be­stä­ti­gun­gen auskommt.
  • FCP (Fibre Channel Protocol): Ein SCSI Interface Protocol für eine Stan­dard­schnitt­stel­le in einem Spei­cher­netz­werk.
  • IL Protocol: Eine ver­ein­fach­te Form von TCP.
  • MPTCP (Multipath TCP): Ein vor­ge­schla­ge­ner Standard, der mehrere Pfade zu­sam­men­schlie­ßen soll.
  • NORM (NACK-Oriented Reliable Multicast): Für den ver­läss­li­chen Transport in Multicast-Gruppen innerhalb von Netz­wer­ken.
  • RDP (Reliable Data Protocol): Ein Trans­port­pro­to­koll für den Transfer von Bildern und Daten.
  • RUDP (Reliable User Datagram Protocol): Ein Protokoll für das Be­triebs­sys­tem Plan 9.
  • SCTP (Stream Control Trans­mis­si­on Protocol): Ein Netz­werk­pro­to­koll, das auf einem po­ten­zi­ell un­zu­ver­läs­si­gen Pa­ket­dienst aufsetzt.
  • TCP (Trans­mis­si­on Control Protocol): Ein ver­brei­te­tes Netz­werk­pro­to­koll, das die Art des Da­ten­trans­fers zwischen Netz­werk­kom­po­nen­ten definiert.
  • UDP (User Datagram Protocol): Ein mi­ni­ma­lis­ti­sches Netz­werk­pro­to­koll, das den Versand von Da­ta­gram­men in IP-basierten Netzen er­mög­licht.
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