Jumbo Frames sind größere Ethernet-Da­ten­pa­ke­te, die im Vergleich zu Standard-Frames mehr Nutzdaten pro Über­tra­gung trans­por­tie­ren und so den Netzwerk-Overhead re­du­zie­ren. Sie werden vor allem in leis­tungs­ori­en­tier­ten Netz­wer­ken ein­ge­setzt, in denen große Da­ten­men­gen effizient bewegt werden müssen.

Dedicated Server
De­di­zier­te Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren
  • 100 % En­ter­pri­se-Hardware
  • Kon­fi­gu­rier­ba­re Hardware-Aus­stat­tung
  • ISO-zer­ti­fi­zier­te Re­chen­zen­tren

Was sind Jumbo Frames?

Jumbo Frames be­zeich­nen Ethernet-Frames mit einer deutlich erhöhten maximalen Über­tra­gungs­grö­ße, der so­ge­nann­ten MTU (Maximum Trans­mis­si­on Unit). Während Standard-Ethernet-Frames eine MTU von ty­pi­scher­wei­se 1.500 Byte Payload verwenden, liegen Jumbo Frames meist bei etwa 9.000 Byte. Aber auch andere MTUs sind möglich; grund­sätz­lich gilt: Alle Ethernet-Frames mit einer MTU, die größer als 1.500 Byte ist, sind Jumbo Frames.

Durch die größere Pa­ket­grö­ße können mehr Nutzdaten in einem einzelnen Frame über­tra­gen werden. Dadurch sinkt die Anzahl der be­nö­tig­ten Frames für dieselbe Da­ten­men­ge. Weniger Frames bedeuten weniger Header-In­for­ma­tio­nen und damit einen allgemein ge­rin­ge­ren Protokoll-Overhead. Gerade im Zu­sam­men­spiel mit TCP kann die größere MTU dazu führen, dass mehr Nutzdaten pro TCP-Segment ver­schickt werden können. Dadurch sinkt die Anzahl der not­wen­di­gen TCP-Segmente für große Da­ten­über­tra­gun­gen.

Zu­sätz­lich reduziert sich die Anzahl der In­ter­rupts auf Netz­werk­ge­rä­ten. Das entlastet ins­be­son­de­re CPUs von Servern und Storage-Systemen. Jumbo Frames sind kein offiziell genormter Ethernet-Standard, sondern eine weit ver­brei­te­te und her­stel­ler­über­grei­fen­de Er­wei­te­rung. Vor­aus­set­zung für ihren Einsatz ist, dass alle be­tei­lig­ten Netz­werk­kom­po­nen­ten Jumbo Frames un­ter­stüt­zen. Zudem müssen sie ein­heit­lich kon­fi­gu­riert sein, um Frag­men­tie­rung oder Pa­ket­ver­lus­te zu vermeiden.

Hinweis

Jumbo Frames sind kein of­fi­zi­el­ler Ethernet-Standard, sondern eine her­stel­ler­über­grei­fen­de Er­wei­te­rung. Viele Geräte un­ter­stüt­zen un­ter­schied­li­che Jumbo-Größen (z. B. bis 9.216 Byte oder mehr), was je nach Her­stel­ler variiert.

Ein­satz­ge­bie­te von Jumbo Frames

Jumbo Frames werden vor allem in spe­zia­li­sier­ten Netz­wer­ken genutzt, in denen Per­for­mance und Effizienz eine zentrale Rolle spielen. Typisch sind sie für Um­ge­bun­gen mit hohem Da­ten­durch­satz und vor­her­seh­ba­rem Ver­kehrs­pro­fil.

Storage-Netzwerke

In Storage-Netz­wer­ken werden häufig große und zu­sam­men­hän­gen­de Da­ten­blö­cke über­tra­gen. Jumbo Frames re­du­zie­ren hier den Overhead pro über­tra­ge­nem Byte deutlich. Dadurch steigt der effektive Da­ten­durch­satz des Netzwerks. Gleich­zei­tig sinkt die CPU-Belastung auf Storage- und Ap­pli­ka­ti­ons­ser­vern. Besonders bei iSCSI können Durchsatz und CPU-Effizienz erhöht werden. Vor­aus­set­zung ist eine kon­sis­ten­te MTU-Kon­fi­gu­ra­ti­on über alle Switches und Netz­werk­schnitt­stel­len hinweg.

Vir­tua­li­sie­rungs­um­ge­bun­gen

Vir­tua­li­sie­rungs­platt­for­men erzeugen hohen internen Netz­werk­ver­kehr zwischen Hosts, VMs und Storage. Jumbo Frames er­mög­li­chen es, diesen Verkehr ef­fi­zi­en­ter ab­zu­wi­ckeln. Vor allem bei Live-Mi­gra­tio­nen, Backups oder Storage-Zugriffen zeigen sich Vorteile. Die re­du­zier­te Frame-Anzahl senkt die Last auf dem Hy­per­vi­sor. Das wirkt sich positiv auf die Ge­samt­sta­bi­li­tät des Systems aus. In stark kon­so­li­dier­ten Um­ge­bun­gen kann dies ent­schei­dend für die Per­for­mance sein.

High-Per­for­mance-Computing (HPC)

HPC-Um­ge­bun­gen sind auf maximale Rechen- und Netz­werk­leis­tung ausgelegt. Jumbo Frames helfen hier, den Da­ten­aus­tausch zwischen Knoten zu op­ti­mie­ren. Durch weniger Overhead steigt der nutzbare Durchsatz. An­wen­dun­gen pro­fi­tie­ren daher von schnel­le­ren Da­ten­über­tra­gun­gen. Auch die Effizienz der Netz­werk­schnitt­stel­len wird ver­bes­sert. Deshalb werden Jumbo Frames in vielen HPC-Clustern häufig ein­ge­setzt.

Bedeutung in der Praxis

In der Praxis sind Jumbo Frames ein gezieltes Op­ti­mie­rungs­in­stru­ment. Ihr Nutzen hängt stark vom je­wei­li­gen Workload und der Netz­werk­ar­chi­tek­tur ab. In homogenen, leis­tungs­ori­en­tier­ten Netz­wer­ken können sie deutliche Vorteile bringen. In realen Netz­wer­ken können Jumbo Frames aber auch Nachteile mit sich bringen, wenn sie nicht optimal ein­ge­setzt werden. Große Frames erhöhen bei la­tenz­kri­ti­schen An­wen­dun­gen wie VoIP oder in­ter­ak­ti­ven Diensten die Über­tra­gungs­zeit einzelner Pakete, was sich negativ auf die Re­ak­ti­ons­zeit auswirken kann. Außerdem bringen moderne Netzwerk-Stacks und NIC-Offload-Funk­tio­nen oft bereits geringe CPU-Last mit Standard-MTU, sodass der spürbare Vorteil bei typischen Alltags-Workloads oft gering ausfällt. Zudem führen in­kom­pa­ti­ble Geräte oder in­kon­sis­ten­te MTU-Ein­stel­lun­gen zu ver­wor­fe­nen Paketen, Frag­men­tie­rung und einer schwie­ri­gen Feh­ler­ana­ly­se.

Eine saubere Planung und durch­gän­gi­ge Un­ter­stüt­zung sind daher ent­schei­dend. Vor dem pro­duk­ti­ven Einsatz sollten Jumbo Frames getestet und gemessen werden. Richtig ein­ge­setzt, tragen sie al­ler­dings zu ef­fi­zi­en­te­ren und besser ska­lier­ba­ren Netz­wer­ken bei.

Zum Hauptmenü