In­fra­struc­tu­re as a Service (IaaS) ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem vir­tua­li­sier­te IT-Res­sour­cen wie Re­chen­leis­tung, Speicher und Netzwerke über das Internet be­reit­ge­stellt werden. Nutzer mieten be­darfs­ge­recht virtuelle Server oder Bare Metal, behalten aber die Kontrolle über Be­triebs­sys­te­me und An­wen­dun­gen.

Bare Metal Server
De­di­zier­te Server mit mo­derns­ten Pro­zes­so­ren
  • 100 % En­ter­pri­se-Hardware
  • Mi­nu­ten­ge­naue Ab­rech­nung
  • Nur bei uns: Cloud-Funk­tio­nen

Was ist IaaS (In­fra­struc­tu­re-as-a-Service)?

Bei In­fra­struc­tu­re as a Service, kurz IaaS, vermietet ein Cloud-Provider IT-In­fra­struk­tur und stellt sie über ein Netzwerk bereit. Der Anbieter betreibt dafür Re­chen­zen­tren, in denen er die zugrunde liegende Hardware in­stal­liert, absichert, wartet und bei Bedarf mo­der­ni­siert.

IaaS umfasst Re­chen­leis­tung, Ar­beits­spei­cher, Block- und Ob­jekt­spei­cher sowie Netz­werk­kom­po­nen­ten wie virtuelle Netze, Load Balancer, Router und Firewalls. Neben klas­si­schen vir­tu­el­len Maschinen gehören in­zwi­schen auch de­di­zier­te Server, Bare-Metal-Res­sour­cen und GPU-Instanzen zum Angebot vieler IaaS-Platt­for­men.

Moderne IaaS lässt sich daher nicht mehr nur als vir­tu­el­les Re­chen­zen­trum be­schrei­ben. Sie bildet eine Software-Defined In­fra­struc­tu­re (SDI): Re­chen­leis­tung, Netzwerke und Speicher werden über eine ge­mein­sa­me soft­ware­ba­sier­te Steue­rungs­ebe­ne be­reit­ge­stellt und mit­ein­an­der verbunden.

Dazu gehören ins­be­son­de­re:

  • Compute-Vir­tua­li­sie­rung: Virtuelle Maschinen und Container-Hosts werden un­ab­hän­gig von einzelnen phy­si­schen Servern be­reit­ge­stellt.
  • Software-Defined Net­wor­king (SDN): Virtuelle Netze, Rou­ting­re­geln, Firewalls und Load Balancer lassen sich per Software kon­fi­gu­rie­ren.
  • Software-Defined Storage (SDS): Speicher wird aus phy­si­schen Systemen abs­tra­hiert, zu Pools zu­sam­men­ge­fasst und be­darfs­ge­recht zu­ge­wie­sen.
  • Pro­gram­mier­schnitt­stel­len: Res­sour­cen lassen sich über eine API erstellen, verändern, über­wa­chen und wieder entfernen.

Kundinnen und Kunden bestimmen selbst, welche Res­sour­cen sie benötigen und wie diese mit­ein­an­der verbunden werden. Virtuelle Maschinen, Speicher und Netz­werk­kom­po­nen­ten lassen sich je nach Plattform innerhalb kurzer Zeit skalieren. Häufig erfolgt die Ab­rech­nung nut­zungs­ab­hän­gig nach dem Pay-as-you-go-Prinzip.

De­fi­ni­ti­on

IaaS (Infra­struc­tu­re-as-a-Service) ist ein Cloud-Service, bei dem Nut­ze­rin­nen und Nutzer über das Internet Zugriff auf eine sofort nutzbare, hoch­gra­dig ska­lier­ba­re IT-In­fra­struk­tur erhalten. Lagerung, Ver­wal­tung und In­stand­hal­tung der zugrunde liegenden Hardware fallen dabei komplett in den Auf­ga­ben­be­reich des Providers. Das typische Kos­ten­ab­rech­nungs­mo­dell bei IaaS-Angeboten ist das Pay-per-Use-Verfahren, bei dem die Kund­schaft nur das bezahlt, was sie auch tat­säch­lich genutzt hat.

Typische Merkmale von IaaS sind:

  • Ska­lier­bar­keit: Res­sour­cen lassen sich be­darfs­ge­recht erweitern oder re­du­zie­ren.
  • API-Zugriff: Die In­fra­struk­tur kann au­to­ma­ti­siert gesteuert werden.
  • Pay-as-you-go: Die Ab­rech­nung ori­en­tiert sich an der gebuchten oder tat­säch­li­chen Nutzung.
  • Redundanz: Mehrere Systeme, Ver­füg­bar­keits­zo­nen oder Regionen er­mög­li­chen aus­fall­si­che­re Ar­chi­tek­tu­ren.

Wie funk­tio­niert IaaS?

Bei IaaS stellt ein Provider Re­chen­leis­tung, Speicher und Netz­werk­res­sour­cen über eine zentral ver­wal­te­te Cloud-Plattform bereit. Kundinnen und Kunden wählen die be­nö­tig­ten Kom­po­nen­ten aus und kon­fi­gu­rie­ren sie über ein Web­in­ter­face, eine Kom­man­do­zei­le, eine API oder In­fra­struc­tu­re-as-Code-Werkzeuge.

  1. Res­sour­cen bündeln: Der Provider fasst die Rechen-, Speicher- und Netz­werk­res­sour­cen seiner Re­chen­zen­tren in zentral ver­wal­te­ten Res­sour­cen­pools zusammen.
  2. In­fra­struk­tur auswählen: Kund­schaft legen fest, welche Server, Spei­cher­vo­lu­men, Netz­werk­seg­men­te und Si­cher­heits­funk­tio­nen sie benötigen.
  3. Res­sour­cen be­reit­stel­len: Eine soft­ware­ba­sier­te Steue­rungs­ebe­ne überträgt die gewählte Kon­fi­gu­ra­ti­on auf die physische In­fra­struk­tur und stellt die Res­sour­cen bereit.
  4. Systeme von­ein­an­der trennen: Bei vir­tu­el­len Maschinen weist ein Hy­per­vi­sor die Hard­ware­ka­pa­zi­tä­ten zu und isoliert die einzelnen Systeme von­ein­an­der. Bare-Metal-Angebote stellen dagegen einen voll­stän­di­gen phy­si­schen Server ohne vor­ge­schal­te­te Vir­tua­li­sie­rungs­schicht bereit.
  5. In­fra­struk­tur verwalten und skalieren: Kund­schaft kann Res­sour­cen ergänzen, re­du­zie­ren oder entfernen. Über APIs und In­fra­struc­tu­re as Code lassen sich diese Vorgänge au­to­ma­ti­sie­ren.
  6. Ver­ant­wor­tung aufteilen: Der Provider betreibt das Re­chen­zen­trum, die Hardware und die zentrale Plattform. Nut­ze­rin­nen und Nutzer verwalten Be­triebs­sys­te­me, An­wen­dun­gen, Zu­griffs­rech­te und Daten.

Un­ter­schied zu VPS:

Ein klas­si­scher Virtual Private Server (VPS) wird häufig als einzelner vir­tu­el­ler Server mit fest­ge­leg­tem Res­sour­cen­pa­ket und re­gel­mä­ßi­ger Ab­rech­nung angeboten. IaaS verbindet dagegen mehrere frei kom­bi­nier­ba­re Compute-, Netzwerk- und Spei­cher­res­sour­cen, die sich per API au­to­ma­ti­sie­ren, messen und dynamisch skalieren lassen. Die Grenzen können sich über­schnei­den, da auch moderne VPS-Angebote APIs und nut­zungs­ab­hän­gi­ge Modelle un­ter­stüt­zen. Ent­schei­dend ist daher weniger die Pro­dukt­be­zeich­nung als der tat­säch­li­che Funk­ti­ons­um­fang.

IaaS, PaaS und SaaS im Vergleich

Die Cloud-Ser­vice­mo­del­le IaaS. PaaS und SaaS un­ter­schei­den sich vor allem darin, wie viel Kontrolle Kundinnen und Kunden behalten und wie viele Aufgaben sie selbst über­neh­men.

Modell User verwaltet Anbieter verwaltet Kontrolle und Aufwand
In­fra­struc­tu­re as a Service (IaaS) Be­triebs­sys­tem, Midd­le­wa­re, Lauf­zeit­um­ge­bung, An­wen­dun­gen, Daten und Zu­griffs­rech­te Re­chen­zen­trum, Hardware, phy­si­sches Netzwerk und Vir­tua­li­sie­rung Hohe Kontrolle, hoher eigener Ad­mi­nis­tra­ti­ons­auf­wand
Platform as a Service (PaaS) An­wen­dun­gen und Daten In­fra­struk­tur, Be­triebs­sys­tem, Midd­le­wa­re und Lauf­zeit­um­ge­bung Mittlere Kontrolle, ge­rin­ge­rer Be­triebs­auf­wand
Software as a Service (SaaS) Be­nut­zer­kon­ten, Ein­stel­lun­gen und ein­ge­ge­be­ne Daten Anwendung, Plattform und gesamte In­fra­struk­tur Geringe tech­ni­sche Kontrolle, geringer Ad­mi­nis­tra­ti­ons­auf­wand

Welche Typen von In­fra­struc­tu­re-as-a-Service gibt es?

Abhängig von der Art der Be­reit­stel­lung des Services lassen sich üb­li­cher­wei­se drei ver­schie­de­ne Typen von IaaS-Lösungen un­ter­schei­den:

  • Public IaaS
  • Private IaaS
  • Hybrid IaaS

Public IaaS

Bei Public IaaS stellt ein externer Provider stan­dar­di­sier­te Cloud-Res­sour­cen über das Internet oder private Netz­werk­ver­bin­dun­gen bereit. Die physische Plattform wird in der Regel von mehreren Nut­ze­rin­nen und Nutzern genutzt. Vir­tua­li­sie­rung und Man­dan­ten­tren­nung sorgen dafür, dass die einzelnen Um­ge­bun­gen logisch von­ein­an­der getrennt bleiben.

Public IaaS kann neben gemeinsam genutzten Res­sour­cen auch de­di­zier­te Pro­zes­sor­ker­ne, Hosts oder Bare-Metal-Server umfassen. Der Begriff „Public“ bedeutet daher nicht, dass alle Res­sour­cen zwingend mit anderen Personen geteilt werden.

Private IaaS

Private IaaS stellt Cloud-Res­sour­cen exklusiv für ein Un­ter­neh­men oder eine Or­ga­ni­sa­ti­on bereit. Die Umgebung kann im eigenen Re­chen­zen­trum oder bei einem externen Provider betrieben werden. Sie bietet mehr Kontrolle über Ar­chi­tek­tur, Si­cher­heits­vor­ga­ben und tech­ni­sche Standards, ver­ur­sacht aber einen höheren Betriebs- und Ver­wal­tungs­auf­wand.

Auch eine Private Cloud lässt sich au­to­ma­ti­sie­ren und innerhalb der ver­füg­ba­ren Ka­pa­zi­tä­ten skalieren. Die maximale Elas­ti­zi­tät bleibt jedoch durch die be­reit­ge­stell­te Hardware begrenzt.

Hybrid IaaS

Hybrid IaaS verbindet private und öf­fent­li­che In­fra­struk­tur. Sensible oder dauerhaft aus­ge­las­te­te Systeme können in einer privaten Umgebung ver­blei­ben, während zu­sätz­li­che Ka­pa­zi­tä­ten, Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen oder Last­spit­zen aus der Public Cloud bezogen werden.

Das Modell bietet Fle­xi­bi­li­tät, erfordert aber eine ab­ge­stimm­te Netzwerk-, Iden­ti­täts- und Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur. An­wen­dun­gen und Daten müssen zwischen den be­tei­lig­ten Um­ge­bun­gen kon­trol­liert über­tra­gen werden.

Shared Re­spon­si­bi­li­ty: Wie ist die Ver­ant­wor­tung bei IaaS auf­ge­teilt?

Bei IaaS teilen sich der Provider und die Kundinnen und Kunden die Ver­ant­wor­tung für Betrieb und Si­cher­heit. Der Provider schützt und verwaltet die zugrunde liegende Cloud-In­fra­struk­tur. Kundinnen und Kunden sind für die darauf be­trie­be­nen Systeme, An­wen­dun­gen und Daten zuständig.

Provider verwaltet Kundinnen und Kunden verwalten
Re­chen­zen­trum und physische Si­cher­heit Be­triebs­sys­tem und Si­cher­heits­up­dates
Server, Speicher und Netz­werk­hard­ware In­stal­lier­te An­wen­dun­gen und Midd­le­wa­re
Vir­tua­li­sie­rung und zentrale Cloud-Plattform Be­nut­zer­kon­ten und Zu­griffs­rech­te
Ver­füg­bar­keit der gebuchten In­fra­struk­tur Firewall- und Netz­werk­kon­fi­gu­ra­tio­nen
Wartung der phy­si­schen Kom­po­nen­ten Daten, Ver­schlüs­se­lung und Back-ups

Die genaue Ab­gren­zung hängt vom gebuchten Dienst ab. Auch wenn der Provider Si­cher­heits­funk­tio­nen be­reit­stellt, müssen Kundinnen und Kunden diese korrekt kon­fi­gu­rie­ren und ihre Be­triebs­sys­te­me, An­wen­dun­gen und Daten selbst schützen.

Spe­zia­li­sier­te IaaS: GPU as a Service und Bare Metal

Stan­dar­di­sier­te virtuelle Maschinen eignen sich für viele Web­an­wen­dun­gen, Da­ten­ban­ken und Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen. Für KI, High-Per­for­mance-Computing oder la­tenz­kri­ti­sche Systeme reichen all­ge­mei­ne CPU-Instanzen jedoch nicht immer aus. Spe­zia­li­sier­te IaaS-Angebote stellen dafür GPU-Res­sour­cen oder de­di­zier­te Bare-Metal-Systeme bereit.

GPU-Instanzen für KI und Da­ten­ver­ar­bei­tung

Gra­fik­pro­zes­so­ren führen viele Be­rech­nun­gen parallel aus. Dadurch eignen sie sich unter anderem für das Training von Large Language Models, die Aus­füh­rung bereits trai­nier­ter KI-Modelle (so­ge­nann­te Inferenz) sowie für Si­mu­la­tio­nen, Bild­ver­ar­bei­tung und wis­sen­schaft­li­che Be­rech­nun­gen.

Mit GPU as a Service lassen sich solche Be­schleu­ni­ger zeitlich begrenzt aus der Cloud beziehen. Un­ter­neh­men müssen keine eigene GPU-Hardware an­schaf­fen und können Res­sour­cen für einzelne Projekte, Tests oder Last­spit­zen be­reit­stel­len.

Bei der Auswahl sollten Un­ter­neh­men nicht nur die Anzahl der GPUs be­rück­sich­ti­gen. Relevant sind auch GPU-Speicher, ver­füg­ba­re Treiber und Frame­works, Netz­werk­band­brei­te, Da­ten­spei­cher, regionale Ver­füg­bar­keit und die vor­aus­sicht­li­che Aus­las­tung.

Bare Metal Cloud für konstante Leistung

Eine Bare Metal Cloud stellt einen phy­si­schen Server exklusiv für eine Kundin bzw. einen Kunden bereit. Zwischen Be­triebs­sys­tem und Hardware befindet sich dabei keine vom Provider ver­wal­te­te VM-Schicht. Das er­mög­licht einen direkten Hard­ware­zu­griff und eine gut planbare Leistung ohne Kon­kur­renz durch andere virtuelle Maschinen auf demselben Host.

Bare Metal eignet sich unter anderem für da­ten­in­ten­si­ve Da­ten­ban­ken, spezielle Li­zenz­mo­del­le, große Vir­tua­li­sie­rungs­platt­for­men und Workloads mit hohen An­for­de­run­gen an Latenz oder Eingabe- und Aus­ga­be­ope­ra­tio­nen. Die Bare Metal Cloud verbindet de­di­zier­te Hardware mit cloud­ty­pi­scher Be­reit­stel­lung und Ver­wal­tung.

Im Vergleich zu vir­tu­el­len Maschinen lassen sich Bare-Metal-Systeme nicht immer ebenso schnell oder fein abgestuft skalieren. Für wech­seln­de An­for­de­run­gen kom­bi­nie­ren Un­ter­neh­men daher häufig virtuelle Res­sour­cen, GPU-Instanzen und Bare Metal innerhalb einer ge­mein­sa­men Ar­chi­tek­tur.

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In­fra­struc­tu­re as Code und Au­to­ma­ti­sie­rung

Grafische Ver­wal­tungs­ober­flä­chen eignen sich für einzelne Tests oder kleine Um­ge­bun­gen. Bei wie­der­keh­ren­den Be­reit­stel­lun­gen, mehreren Regionen oder größeren Sys­tem­land­schaf­ten führt eine aus­schließ­lich manuelle Kon­fi­gu­ra­ti­on jedoch schnell zu un­ein­heit­li­chen Ein­stel­lun­gen und schwer nach­voll­zieh­ba­ren Än­de­run­gen.

Mit In­fra­struc­tu­re as Code (IaC) wird die ge­wünsch­te In­fra­struk­tur in Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei­en be­schrie­ben. Diese Dateien lassen sich ver­sio­nie­ren, prüfen und au­to­ma­ti­siert ausführen. Vor­aus­set­zung ist, dass der IaaS-Provider seine Res­sour­cen über do­ku­men­tier­te APIs und passende Provider-Plugins zu­gäng­lich macht.

Zu den ver­brei­te­ten Werk­zeu­gen gehören:

  • Terraform: Be­schreibt und pro­vi­sio­niert Cloud- und On-Premises-Res­sour­cen de­kla­ra­tiv.
  • OpenTofu: Eine quell­of­fe­ne IaC-Lösung zum ver­sio­nier­ba­ren Be­reit­stel­len und Verwalten von In­fra­struk­tur.
  • Ansible: Au­to­ma­ti­siert unter anderem Sys­tem­kon­fi­gu­ra­tio­nen, Soft­ware­instal­la­tio­nen und An­wen­dungs­be­reit­stel­lun­gen.

Terraform oder OpenTofu werden häufig für Server, Netzwerke und Speicher ein­ge­setzt. Ansible kon­fi­gu­riert an­schlie­ßend die Be­triebs­sys­te­me und An­wen­dun­gen. Durch die Kom­bi­na­ti­on entstehen re­pro­du­zier­ba­re Um­ge­bun­gen, die sich in Ent­wick­lungs-, Test- und Pro­duk­ti­ons­sys­te­men nach demselben Verfahren be­reit­stel­len lassen.

IaC verkürzt außerdem die Wie­der­her­stel­lungs­zeit nach Ausfällen. Statt eine Umgebung manuell nach­zu­bau­en, lässt sie sich anhand der geprüften Kon­fi­gu­ra­ti­on erneut pro­vi­sio­nie­ren. Zu­gangs­da­ten und andere Ge­heim­nis­se dürfen dabei nicht un­ver­schlüs­selt im Quellcode ge­spei­chert werden.

Beliebte IaaS-Ge­schäfts­sze­na­ri­en im Überblick

In­fra­struc­tu­re-as-a-Service ist nicht für jedes Un­ter­neh­men und jeden Ein­satz­zweck geeignet. Wer bei­spiels­wei­se lediglich auf der Suche nach etwas Spei­cher­platz ist, wird bei einem Online-Spei­cher­dienst mit großer Wahr­schein­lich­keit pas­sen­de­re Angebote vorfinden als bei einem IaaS-Provider. Ähnlich verhält es sich bei der Auswahl eines ge­eig­ne­ten Anbieters für das Hosting einfacher Fir­men­web­sites – in diesem Bereich bieten klas­si­sche Webhoster nor­ma­ler­wei­se weitaus güns­ti­ge­re Angebote.

Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Ge­schäfts­sze­na­ri­en In­fra­struc­tu­re-as-a-Service mehr als nur eine einfache Al­ter­na­ti­ve zu klas­si­schen Hosting-Szenarien oder eigener In­fra­struk­tur vor Ort darstellt:

Ge­schäfts­sze­na­rio Nutzen von IaaS
Soft­ware­ent­wick­lung und Tests Ent­wick­lungs- und Test­um­ge­bun­gen lassen sich kurz­fris­tig erstellen, ver­viel­fäl­ti­gen und nach Pro­jek­ten­de wieder entfernen.
An­spruchs­vol­le Web­pro­jek­te Zu­sätz­li­che Instanzen und Load Balancer fangen schwan­ken­den Traffic bei On­line­shops, Portalen oder Kampagnen ab.
Web­an­wen­dun­gen Compute-, Speicher- und Netz­werk­res­sour­cen lassen sich passend zur Ar­chi­tek­tur einer Anwendung zu­sam­men­stel­len.
KI-Training und Inferenz GPU-Instanzen stellen Re­chen­leis­tung für Mo­dell­trai­ning, ge­ne­ra­ti­ve KI und die Aus­füh­rung trai­nier­ter Modelle bereit.
High-Per­for­mance-Computing Temporäre Cluster ver­ar­bei­ten Si­mu­la­tio­nen, tech­ni­sche Be­rech­nun­gen und andere par­al­le­li­sier­ba­re Aufgaben.
Big-Data-Analysen Re­chen­leis­tung und Speicher lassen sich für große Da­ten­men­gen zeitlich begrenzt skalieren.
Back-up und Disaster Recovery Getrennte Regionen und Spei­cher­klas­sen un­ter­stüt­zen Si­che­rungs- und Wie­der­her­stel­lungs­kon­zep­te.
Hybride In­fra­struk­tur Lokale Systeme lassen sich mit ska­lier­ba­ren Cloud-Res­sour­cen und zu­sätz­li­chen Stand­or­ten verbinden.

Warum sind digitale Sou­ve­rä­ni­tät und Com­pli­ance wichtig?

Eine Sovereign Cloud verbindet Cloud-Technik mit tech­ni­schen, or­ga­ni­sa­to­ri­schen und recht­li­chen Kon­troll­me­cha­nis­men. Bei der Wahl einer IaaS-Plattform zählen deshalb nicht nur Leistung und Kosten. Da der Provider zentrale Teile der In­fra­struk­tur betreibt, be­ein­flusst die An­bie­ter­wahl auch, wo Daten ver­ar­bei­tet werden, welche Rechts­ord­nun­gen gelten und wer auf die Systeme zugreifen kann. Digitale Sou­ve­rä­ni­tät bedeutet, dass Un­ter­neh­men die Kontrolle über Daten, Iden­ti­tä­ten, Ver­schlüs­se­lungs­schlüs­sel und In­fra­struk­tur­ent­schei­dun­gen behalten.

Diese Aspekte betreffen auch das Ri­si­ko­ma­nage­ment. Die NIS2-Richt­li­nie bzw. das in Deutsch­land gültige NIS2UmsuCG ver­pflich­tet be­trof­fe­ne Un­ter­neh­men, Risiken externer IT-Dienst­leis­ter und ihrer Lie­fer­ket­ten zu be­rück­sich­ti­gen. Bei der Wahl eines IaaS-Anbieters sollten sie daher Si­cher­heits­maß­nah­men, Not­fall­pro­zes­se und Meldewege prüfen. Zer­ti­fi­zie­run­gen un­ter­stüt­zen diese Bewertung, ersetzen aber nicht die eigene Ver­ant­wor­tung.

Gaia-X ergänzt diese re­gu­la­to­ri­sche Per­spek­ti­ve um einen eu­ro­päi­schen Ori­en­tie­rungs­rah­men. Kriterien wie Trans­pa­renz, In­ter­ope­ra­bi­li­tät, Por­ta­bi­li­tät und Da­ten­sou­ve­rä­ni­tät helfen dabei, IaaS-Angebote auch nach Kon­troll­mög­lich­kei­ten und An­bie­ter­ab­hän­gig­kei­ten zu bewerten. Gaia-X ersetzt jedoch keine Prüfung nach DSGVO oder NIS2.

Wichtige Aus­wahl­kri­te­ri­en sind:

  • ver­trag­lich geregelte Da­ten­stand­or­te
  • Sitz und Ei­gen­tü­mer­struk­tur des Providers
  • trans­pa­ren­te Angaben zu Un­ter­auf­trag­neh­mern
  • Ver­schlüs­se­lung und Schlüs­sel­ver­wal­tung
  • do­ku­men­tier­te Si­cher­heits- und Not­fall­pro­zes­se
  • Zer­ti­fi­zie­run­gen
  • Mög­lich­kei­ten zum Da­ten­ex­port und An­bie­ter­wech­sel

Welche Vor- und Nachteile hat IaaS?

Der wich­tigs­te Vorteil von IaaS ist die schnelle Be­reit­stel­lung neuer In­fra­struk­tur. Un­ter­neh­men können Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen, zu­sätz­li­che Webserver oder KI-Res­sour­cen innerhalb kurzer Zeit aufbauen, statt zunächst Hardware zu be­schaf­fen und zu in­stal­lie­ren. Das verkürzt die Markt­ein­füh­rungs­zeit neuer An­wen­dun­gen und er­leich­tert die Reaktion auf Last­spit­zen.

IaaS verlagert außerdem einen Teil der In­ves­ti­ti­ons­kos­ten für Hardware in laufende Be­triebs­aus­ga­ben. Das Pay-as-you-go-Modell führt jedoch nicht au­to­ma­tisch zu nied­ri­ge­ren Ge­samt­kos­ten. Für eine op­ti­mier­te Total Cost of Ownership (TCO) müssen Un­ter­neh­men un­ge­nutz­te Res­sour­cen ab­schal­ten, Instanzen passend di­men­sio­nie­ren und Da­ten­über­tra­gungs-, Speicher- und Li­zenz­kos­ten über­wa­chen.

Die hohe tech­ni­sche Kontrolle bringt gleich­zei­tig Ver­ant­wor­tung mit sich. Kundinnen und Kunden benötigen Fach­wis­sen für Be­triebs­sys­te­me, Netzwerke, Iden­ti­täts­ver­wal­tung, Mo­ni­to­ring und An­wen­dungs­si­cher­heit. Feh­ler­haf­te Firewall-Regeln, un­ge­schütz­te Zu­gangs­da­ten oder aus­blei­ben­de Updates fallen nicht in den Auf­ga­ben­be­reich des Providers.

Vorteile von IaaS Nachteile von IaaS
Schnelle Be­reit­stel­lung neuer Systeme und kürzere Time-to-Market Hoher eigener Ad­mi­nis­tra­ti­ons- und Si­cher­heits­auf­wand
Flexible Ska­lie­rung für Last­spit­zen, KI und pro­jekt­be­zo­ge­ne Workloads Kosten können ohne Mo­ni­to­ring und Go­ver­nan­ce un­über­sicht­lich werden
Zugriff auf virtuelle Maschinen, GPUs und Bare-Metal-Res­sour­cen Ab­hän­gig­keit von APIs, Diensten und Regionen des Providers
Au­to­ma­ti­sie­rung über APIs und In­fra­struc­tu­re as Code An­bie­ter­wech­sel kann durch pro­prie­tä­re Dienste erschwert werden
Keine eigene Be­schaf­fung und Wartung der phy­si­schen Hardware Störungen beim Provider oder der Netz­werk­an­bin­dung wirken sich auf die Nutzung aus
Nut­zungs­ab­hän­gi­ge Ab­rech­nung und geringe an­fäng­li­che Ka­pi­tal­bin­dung Da­ten­schutz, Da­ten­stand­ort und recht­li­che Zu­griffs­mög­lich­kei­ten müssen geprüft werden
Aufbau red­un­dan­ter Ar­chi­tek­tu­ren über mehrere Systeme oder Regionen Redundanz und Back-ups müssen korrekt geplant und kon­fi­gu­riert werden

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