Der Kunde ist be­kann­ter­ma­ßen König – und das nicht nur im Sinne des Customer Service. Be­trach­tet man nämlich das große Ganze, stellt er nichts Ge­rin­ge­res als den Dreh- und An­gel­punkt jeder wirt­schaft­li­chen Un­ter­neh­mung dar, denn ohne ihn gibt es auch keinen Profit. Es ver­wun­dert also nicht, dass er­folg­rei­che Marketer, die kon­ti­nu­ier­lich mit KPIs, Kanälen und Kapital jon­glie­ren müssen, trotzdem niemals ihre Kon­su­men­ten aus den Augen lassen. Das Ziel: sie zuerst zu In­ter­es­sen­ten und im Anschluss zu Käufern zu machen, die im Bestfall eine lang­fris­ti­ge Beziehung mit dem Un­ter­neh­men eingehen.

Zu diesem Zweck steht Marketern eine Vielfalt an Methoden und Stra­te­gien zur Verfügung, die man jedoch unter einem ge­mein­sa­men Ober­be­griff zu­sam­men­fas­sen kann: Demand Ge­ne­ra­ti­on – Nach­fra­ge­ge­nerie­rung. Doch was bedeutet dieses recht abstrakte Modewort und wie grenzt es sich von anderen stra­te­gi­schen Marketing-Ansätzen ab?

Was ist Demand Ge­ne­ra­ti­on?

Den Begriff „Demand Ge­ne­ra­ti­on“ (kurz auch: „Demand Gen“) hört man vor allem im Zu­sam­men­hang mit den Be­zie­hungs­mo­del­len Business-to-Business (B2B), Business-to-Ad­mi­nis­tra­ti­on (B2A) und Business-to-Customer (B2C). Obgleich er oft recht lax und geradezu in­fla­tio­när gebraucht wird, nutzen Fach­ex­per­ten und Medien doch immer einen ähnlichen Wortlaut, wenn sie sich an einer Demand-Ge­ne­ra­ti­on-De­fi­ni­ti­on versuchen: ein in­te­grier­ter und messbarer Marketing-Ansatz, der nach­hal­ti­ges Interesse für ein Un­ter­neh­men schaffen und somit zu mehr Umsatz führen soll.

Be­trach­tet man alle Kom­po­nen­ten dieser De­fi­ni­ti­on einzeln, wird er­sicht­lich, wie sich Demand Gen von anderen Stra­te­gien des Mar­ke­tings und der Kun­den­ak­qui­si­ti­on abhebt:

  • In­te­griert: Demand Ge­ne­ra­ti­on vereint mehrere Marketing-Ansätze und Methoden mit­ein­an­der und gibt ihnen eine ho­lis­ti­sche Grund­stra­te­gie (den Aufbau von nach­hal­ti­gen Kun­den­be­zie­hun­gen) vor.
  • Messbar: Wie bei jeder anderen E-Commerce-Strategie ist der Erfolg von Demand Ge­ne­ra­ti­on an vorher fest­ge­leg­te KPIs gebunden. Als da­ten­ge­trie­be­nes Konzept kann es auf Basis von Feedback aus den nach­fol­gen­den Stufen des Funnels fort­wäh­rend geprüft und optimiert werden.
  • Nach­hal­ti­ges Interesse: Im Fokus der Demand Ge­ne­ra­ti­on steht ganz klar die Schaffung nach­hal­ti­ger Kunden- bzw. Ge­schäfts­be­zie­hun­gen. Alle in­vol­vier­ten Maßnahmen ori­en­tie­ren sich an diesem Ziel und sollen lang­fris­ti­ge Auf­merk­sam­keit und Be­geis­te­rung für die Produkte oder Dienst­leis­tun­gen eines Un­ter­neh­mens ge­ne­rie­ren.
  • Umsatz: Demand Ge­ne­ra­ti­on hat den Anspruch, sich direkt auf den Umsatz aus­zu­wir­ken. Aus diesem Grund wird eine enge Ver­zah­nung mit dem Vertrieb (Sales) an­ge­strebt.

Maßnahmen dieses Marketing-Ansatzes sind dem­entspre­chend lang­fris­tig angelegt, anstatt nur stoßweise zum Einsatz zu kommen (wie etwa bei einer Bulk-Mail-Kampagne). Dazu zählen bei­spiels­wei­se:

  • In­ter­ak­ti­on mit Kunden über soziale Medien
  • Teilen von Blogposts in Business-Foren
  • Aus­rich­tung von Webinaren
  • E-Book-Kampagnen
  • Per­so­na­li­sier­te News­let­ter
  • Or­ga­ni­sa­ti­on von und Teilnahme an Events

Ab­gren­zung von Lead Ge­ne­ra­ti­on

Ver­wir­rung scheint mitunter bezüglich der Ab­gren­zung von Demand Ge­ne­ra­ti­on und Lead Ge­ne­ra­ti­on zu bestehen – und das sogar bei pro­fes­sio­nel­len Marketing-Dienst­leis­tern, die es ei­gent­lich besser wissen müssten.

Bei der Lead Ge­ne­ra­ti­on geht es um die Gewinnung von In­ter­es­sen­ten – so­ge­nann­ten Leads – die im Austausch für re­gis­trie­rungs­pflich­ti­gen Content (z. B. News­let­ter oder Ge­winn­spie­le) per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten (Namen, E-Mail-Adressen, Te­le­fon­num­mern etc.) von sich preis­ge­ben (Cold Leads) und im Idealfall ein spe­zi­fi­sches Interesse an dem Produkt oder der Dienst­leis­tung einer Firma haben (Hot Leads).

Bei Demand Ge­ne­ra­ti­on muss diese Interesse jedoch nicht zwangs­läu­fig dem Erwerb eines Produkts oder einer Dienst­leis­tung gelten. Statt­des­sen kann es sich auch anders ma­ni­fes­tie­ren: So möchte sich ein In­ter­es­sent viel­leicht erst einmal genauer über das Angebot eines Un­ter­neh­mens er­kun­di­gen und dafür die Homepage durch­fors­ten, den Kun­den­dienst via Social Media kon­tak­tie­ren oder anonym eine kos­ten­lo­se Test­ver­si­on aus­pro­bie­ren – ohne dabei ir­gend­wel­che In­for­ma­tio­nen zu über­mit­teln. Somit verhält es sich bei den beiden Begriffen wie mit den Fingern und den Daumen: Nicht immer ist Demand Ge­ne­ra­ti­on auch Lead Ge­ne­ra­ti­on; aber Lead Ge­ne­ra­ti­on ist grund­sätz­lich als eine Kom­po­nen­te der Demand Ge­ne­ra­ti­on zu verstehen, da ohne vor­han­de­ne Nachfrage keine Leads zustande kommen können.

Ab­gren­zung von Inbound-Marketing

Auch Inbound-Marketing wird zuweilen mit Demand Ge­ne­ra­ti­on ver­wech­selt. Dabei meint dieses lediglich eine Auswahl von Marketing-Maßnahmen, die zur Nach­fra­ge­ge­nerie­rung beitragen können.

Inbound-Marketing folgt einem Denk­an­satz, nach dem die Kunden auf der Suche nach In­for­ma­tio­nen oder einer Pro­blem­lö­sung von selbst zum Un­ter­neh­men kommen – vor­aus­ge­setzt, dieses hat sich als fachlich kom­pe­ten­ter An­sprech­part­ner erwiesen. Ins­be­son­de­re im B2B-Bereich ist es dafür notwendig, einen Mehrwert in Form von Blog-Posts, Videos, Podcasts, News­let­tern, Newsfeeds, E-Books, Case Studies, White Papers oder Webinaren zu aktuellen Bran­chen­the­men zu kreieren, diesen per SEO und Social Media bekannt zu machen und sich somit als Thought Leader und In­for­ma­ti­on Hub zu pro­fi­lie­ren.

Dies steht im direkten Kontrast zum tra­di­tio­nel­len Outbound-Marketing, bei dem ein Un­ter­neh­men mittels Reklame, Flyern und Fern­seh­wer­bung auf Ei­gen­in­itia­ti­ve versucht, seine Ziel­grup­pe direkt an­zu­spre­chen. Inbound-Marketing setzt somit ebenfalls auf den Aufbau einer lang­fris­ti­gen Beziehung zum Kunden bzw. Ge­schäfts­part­ner – ganz im Sinne des Demand-Ge­ne­ra­ti­on-Mar­ke­tings.

Wie funk­tio­niert Demand-Ge­ne­ra­ti­on-Marketing?

In einem her­kömm­li­chen Marketing-Funnel steht Demand Ge­ne­ra­ti­on im Rahmen der Neu­kun­den­ge­win­nung grund­sätz­lich am Anfang eines Prozesses, der sich grob in drei Stufen gliedern lässt: Awareness Building, Lead Nurturing und Sales. Jedoch greift das ho­lis­tisch angelegte Konzept auch an allen anderen Stellen des Funnels, also auch bei der Be­stands­kun­den­bin­dung, Rück­ge­win­nung und Re­ak­ti­vie­rung aktiver Kontakte.

Awareness Building

Im engeren Sinne des Demand-Gen-Begriffs soll mittels einer Kom­bi­na­ti­on aus Inbound- und Outbound-Marketing lang­fris­ti­ge Nachfrage generiert werden, um somit In­ter­es­sen­ten für ein Produkt, eine Dienst­leis­tung oder generell ein Un­ter­neh­men an­zu­zie­hen. U. U. können diese In­ter­es­sen­ten zu mehr oder weniger qua­li­fi­zier­ten Leads werden, weshalb auch die Lead Ge­ne­ra­ti­on in diesen Schritt hin­ein­zählt. Das Konzept der Nach­fra­ge­ge­nerie­rung setzt dabei nicht auf die bloße Menge von In­ter­es­sen­ten, sondern hat den Anspruch, gleich eine qua­li­ta­ti­ve Vor­auswahl durch­zu­füh­ren, bevor die ei­gent­li­che Lead Ge­ne­ra­ti­on übernimmt. Dies soll die Effizienz und zuletzt die Con­ver­si­on-Rate erhöhen.

Lead Nurturing

Sobald Leads generiert wurden, geht der Prozess in die nächste Stufe über. Durch Lead Nurturing soll die her­ge­stell­te Kun­den­be­zie­hung mittels ver­schie­de­ner Methoden der Kon­takt­pfle­ge weiter vertieft werden. Content, SEO und SEA sind auch hier weiterhin im Einsatz, werden aber stärker per­so­na­li­siert – z. B. in Form von in­di­vi­dua­li­sier­ten E-Mails auf Basis von Kun­den­da­ten. Zudem kommen kos­ten­lo­se Test­ver­sio­nen, Online-Pro­dukt­de­mons­tra­tio­nen sowie Reference Ma­nage­ment (etwa Kun­den­re­zen­sio­nen) zum Tragen. End­gül­ti­ges Ziel ist es, nur die qua­li­fi­zier­tes­ten, sinn­volls­ten Leads von jedem Touch­point der Customer Journey her­aus­zu­fil­tern und für den Vertrieb vor­zu­be­rei­ten, um damit einen besseren Return on In­vest­ment (ROI) zu er­mög­li­chen.

Sales

Als nächstes werden die qua­li­fi­zier­ten Kontakte bewertet – dies nennt man Lead Scoring. An­schlie­ßend werden sie im Zuge des Lead Routings an die Sales-Abteilung wei­ter­ge­ge­ben. Auch hierbei spielt die Nach­fra­ge­ge­nerie­rung eine grund­le­gen­de Rolle: Um den er­folg­rei­chen Kauf­ab­schluss zu ge­währ­leis­ten, müssen Demand-Ge­ne­ra­ti­on-Marketer und Sales-Manager ihre Ideal Customer Profiles (ICP), also die Kriterien für einen ver­triebs­re­le­van­ten Lead, fort­wäh­rend mit­ein­an­der ab­glei­chen. Dieses Gebot be­kräf­tigt noch einmal, dass Demand Ge­ne­ra­ti­on als da­ten­ge­trie­be­nes Marketing-Konzept stark vom Feedback aus allen Stufen des Funnels abhängig ist.

Demand Ge­ne­ra­ti­on: Beispiele aus der Praxis

Wir re­ka­pi­tu­lie­ren: Ein er­folg­rei­ches Demand-Ge­ne­ra­ti­on-Marketing muss mithilfe von Inbound- und Outbound-Marketing In­ter­es­sen­ten anlocken, die im Bestfall zu Leads mit einer zumindest un­ver­bind­li­chen Kauf­ab­sicht werden. Fort­wäh­ren­des Lead Nurturing soll diese kurz­fris­tig ge­knüpf­ten Kontakte in lang­fris­ti­ge Kunden- bzw. Ge­schäfts­be­zie­hun­gen ver­wan­deln. Durch eine enge Ver­flech­tung mit dem Vertrieb will Demand Gen letztlich einen sicht­ba­ren Beitrag zur Um­satz­stei­ge­rung leisten. Folgende Beispiele ver­deut­li­chen, wie solch eine Strategie zur Nach­fra­ge­ge­nerie­rung aussehen kann:

Kos­ten­lo­se Inhalte und Tools

Gemäß Demand-Gen-Logik eignet sich mehr­wer­ti­ger Content (sowie andere Inbound-Marketing-Werkzeuge) ganz besonders dazu, nach­hal­ti­ge Be­geis­te­rung für ein Un­ter­neh­men zu wecken. Dafür müssen die be­reit­ge­stell­ten Inhalte aber auch relevant und auf die Be­dürf­nis­se und In­ter­es­sen zu­ge­schnit­ten sein, die Kunden auf den ver­schie­de­nen Stufen der Customer Journey haben. So mag schon ein gut plat­zier­tes White­pa­per aus­rei­chend Auf­merk­sam­keit erregen, um einen Leser auf die Fir­men­home­page zu locken. Videos mit konkreten An­lei­tun­gen zu einem Produkt oder einer Dienst­leis­tung erzeugen daraufhin ein konkretes Interesse an einer wei­ter­füh­ren­den In­ter­ak­ti­on mit dem Un­ter­neh­men. Zuletzt generiert ein re­gis­trie­rungs­pflich­ti­ges, aber prak­ti­sches Freeware-Tool womöglich den qua­li­fi­zier­ten Lead.

Die Her­stel­lung solcher kos­ten­lo­ser Inhalte ist natürlich mit ent­spre­chen­den Kosten (z. B. für die Pro­gram­mie­rung einer App) verbunden, die sich aber durchaus rentieren: Ein­zig­ar­ti­ger Content von hoher Qualität kann als eine Art Ar­beits­pro­be eines Un­ter­neh­mens dienen und somit von Anfang an eine Ver­trau­ens­ba­sis für den Kun­den­kon­takt schaffen. Dadurch steigt die Wahr­schein­lich­keit, dass In­ter­es­sen­ten re­gel­mä­ßig für neue Giveaways und Res­sour­cen zu­rück­keh­ren, als frei­wil­li­ge „Brand Am­bassa­dors“ für ein Un­ter­neh­men werben und sich schließ­lich als po­ten­zi­el­le Kunden mit ihren Personen- und Kon­takt­da­ten re­gis­trie­ren lassen.

Ein gutes Vorbild hierfür ist HubSpot: Das US-Un­ter­neh­men beweist seine eigene Expertise in den Bereichen Inbound-Marketing und Sales nicht nur, indem es seine bran­chen­re­le­van­ten For­schungs­er­geb­nis­se auf einer spe­zi­el­len „HubSpot Research“-Webpage der Öf­fent­lich­keit be­reit­stellt. Die Firma bietet auch ein ganzes Set ori­gi­nel­ler In­fo­gra­fik-Templates für Power­Point-Prä­sen­ta­tio­nen kostenlos zum Download an.

Noch ein gutes Beispiel: Von der populären Mind­map­ping-Software Mindjet gibt es eine kos­ten­lo­se Test­ver­si­on, die man 30 Tage lang aus­pro­bie­ren kann. Ganz im Sinne der Lead Ge­ne­ra­ti­on verlangt der Her­stel­ler aber, dass ein in­ter­es­sier­ter Nutzer für diesen Service seine per­sön­li­chen Daten her­aus­gibt, mit denen Mindjet eine um­fas­sen­de Kun­den­da­ten­bank aufbauen kann. Mehr Freiheit bietet da das Kon­kur­renz­pro­dukt wi­se­map­ping, das ebenfalls zu den besten Mind­map­ping-Tools auf dem Markt zählt. Das brow­ser­ba­sier­te Open­So­ur­ce-Programm ist zwar ohnehin kos­ten­frei, die Test­ver­si­on lässt sich aber außerdem voll­kom­men anonym aus­pro­bie­ren. So kann man sich ohne Angabe von Daten von der Funk­tio­na­li­tät des Tools über­zeu­gen und spendet viel­leicht aus freien Stücken auf das PayPal-Konto der Ent­wick­ler – wieder ein An­halts­punkt dafür, wie un­ter­schied­lich das Interesse aussehen kann, das mithilfe von Demand Ge­ne­ra­ti­on erzeugt wird.

Webinare und Events

Webinare sind ein äußerst beliebtes Mittel, um sich bei Kunden und Bran­chen­kol­le­gen ins Gespräch zu bringen. Doch obwohl die Seminare in Videoform relativ einfach und kos­ten­güns­tig zu pro­du­zie­ren sind, gilt für sie dasselbe Qua­li­täts­kri­te­ri­um wie für alle anderen Arten von Content: Man sollte auf ori­gi­nel­le Themen und ein­zig­ar­ti­ge State­ments setzen, anstatt einfach nur dieselben Weis­hei­ten wie die Kon­kur­renz her­un­ter­zu­be­ten.

Bei der Ver­mitt­lung komplexer Themen können visuelle Hilfs­mit­tel genauso wir­kungs­voll sein wie ein cha­ris­ma­ti­scher und fachlich ver­sier­ter Sprecher, der im Live-Chat auf wei­ter­füh­ren­de Fragen antwortet. Und wenn einige In­ter­es­sen­ten das On­line­se­mi­nar verpasst haben, können sie es immer noch flexibel als On-Demand-Video auf der Homepage abrufen. Darüber hinaus lässt sich ein auf­ge­zeich­ne­tes Live-Webinar auch zu anderen Content-Formen wie Blog-Posts, White­pa­pers oder Kurz-Clips wei­ter­ver­ar­bei­ten.

Die „Zu­kunfts­werk­statt“ von Google erweist sich hierfür als ge­eig­ne­tes Vor­zei­ge­bei­spiel. Neben Vor-Ort-Schu­lun­gen bietet der Such­ma­schi­nen­rie­se auf seinem Portal lear­ndi­gi­tal.wi­th­goog­le.com eine große Auswahl an On­line­kur­sen an, die mit einem an­er­kann­ten Zer­ti­fi­kat des Wirt­schafts­ver­bands IAB Europe ab­ge­schlos­sen werden können. Dafür ab­sol­viert man ein struk­tu­rier­tes Cur­ri­cu­lum aus 26 Themen und erwirbt Kom­pe­ten­zen in Bereichen wie Mobile-Marketing, SEO, Web-Analytics und Content-Marketing. Das voll­stän­di­ge Angebot ist absolut kostenlos, setzt aber eine vorherige Re­gis­trie­rung voraus, durch die der Konzern jede Menge Leads für weitere Marketing-Maßnahmen sammeln kann. Zudem er­mög­licht der Umfang und die pro­fes­sio­nel­le Pro­duk­ti­on des be­reit­ge­stell­ten Vi­deo­ma­te­ri­als eine lang an­dau­ern­de In­ter­ak­ti­on zwischen den Kurs­teil­neh­mern und Google, das sich einmal mehr als her­aus­ra­gen­der In­for­ma­ti­on Hub beweisen kann.

Das Spon­so­ring von bzw. die Teilnahme an B2B-Events ist eine weitere Mög­lich­keit, sich als Thought Leader zu eta­blie­ren und darüber hinaus Kontakt zu re­le­van­ten In­fluen­cern auf­zu­bau­en, die diese Position noch weiter un­ter­mau­ern. Mit eigenen Dis­kus­si­ons­bei­trä­gen und Workshops kann man bei diesen Ge­le­gen­hei­ten po­ten­zi­el­le Ge­schäfts­part­ner mit Insights versorgen, also Einblicke in die eigene Expertise geben. Das Prak­ti­sche hierbei: Wie bei den Webinaren sind die Zuschauer of­fen­kun­dig am je­wei­li­gen Thema in­ter­es­siert und haben damit ein hohes Potenzial, zu qua­li­fi­zier­ten Leads zu werden.

Per­so­na­li­sier­te E-Mail-Kampagnen

E-Mail-Kampagnen können ein mächtiges Werkzeug für die Nach­fra­ge­ge­nerie­rung sein, vor­aus­ge­setzt, sie erfüllen gewisse Gü­te­kri­te­ri­en. Besonders im B2B-Bereich ist der Er­klä­rungs­be­darf für Produkte und Dienst­leis­tun­gen oft sehr groß, weshalb es sich anbietet, die relativ um­fang­rei­chen und lang­wie­ri­gen Kauf- und Ser­vice­pro­zes­se mit einem re­dak­tio­nell auf­be­rei­te­ten News­let­ter zu begleiten. Auf diese Weise baut der Kunde schon früh ein starkes Vertrauen in das Un­ter­neh­men auf und kann gleich­zei­tig auf weitere Angebote auf­merk­sam gemacht werden. Im News­let­ter sollte er vor allem In­for­ma­tio­nen vorfinden, die in Bezug auf sein gekauftes Produkt hilfreich sein könnten, etwa Tipps zu dessen richtiger Ver­wen­dung. Hierbei gilt jedoch wie so oft das Motto: Weniger ist mehr.

Der Trend im er­folg­rei­chen E-Mail-Marketing geht also ganz klar weg von re­gel­mä­ßig ver­sen­de­ten Massen-Mailings und hin zu per­so­na­li­sier­ten Nach­rich­ten, die genau dann im Postfach des Emp­fän­gers landen, wenn dieser sie am meisten benötigt. Ein gründ­li­ches, soft­ware­ge­stütz­tes A/B-Testing aller Kom­po­nen­ten einer E-Mail ist hierfür die ef­fek­tivs­te Maßnahme, sowohl beim Erst­kon­takt als auch bei One-to-One-Mails im späteren Verlauf der Customer Journey.

Die US-ame­ri­ka­ni­sche Bil­lig­flug­ge­sell­schaft jetBlue Airways z. B. begleitet ihre Kunden von Anfang an: Eine hu­mor­vol­le „Ken­nen­lern“-Mail spricht den Empfänger direkt an und ver­mit­telt dabei den Eindruck, die US-ame­ri­ka­ni­sche Bil­lig­flug­ge­sell­schaft würde ihren Kunden bereits gut kennen – noch lange bevor dieser aus­rei­chend In­for­ma­tio­nen von sich preis­ge­ge­ben hat. Die jetBlue zielt mit dieser Taktik nicht zwangs­läu­fig auf eine direkte Con­ver­si­on ab, sondern versucht vorrangig, mehr Mit­glie­der für ihr TrueBlue-Bo­nus­pro­gramm an­zu­wer­ben – und un­ent­schlos­se­ne In­ter­es­sen­ten somit zu qua­li­fi­zier­ten Leads zu machen. Airbnb wiederum meldet sich zu sinn­vol­len Zeit­punk­ten beim Benutzer zurück, etwa mit einem News­let­ter zum ein­jäh­ri­gen Jubiläum einer Account-Re­gis­trie­rung, in der die Fe­ri­en­woh­nungs­ver­mitt­lung auf Basis von Kun­den­da­ten neue in­ter­es­san­te Rei­se­zie­le vor­schlägt.

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