Wer seine E-Mails ohne Ver­schlüs­se­lung versendet, schickt diese ei­ner­seits über eine leicht an­greif­ba­re Ver­bin­dung und an­de­rer­seits im so­ge­nann­ten Klartext. Das macht es Un­be­fug­ten nicht nur leicht, die elek­tro­ni­sche Post auf dem Weg zum Empfänger ab­zu­fan­gen, sondern erlaubt es ihnen auch, ab­ge­fan­ge­ne Nach­rich­ten pro­blem­los mit­zu­le­sen. Mit SSL/TLS können Sie Ihre Mails ver­schlüs­seln und Ihre Nach­rich­ten so in an­ge­mes­se­ner Weise vor Fremd­zu­grif­fen schützen.

E-Mails absichern: Eine Frage der Ver­schlüs­se­lung

Die Inhalte von E-Mails sind ohne Ver­schlüs­se­lung in etwa so geheim wie der Inhalt einer Postkarte: Gerät die Karte bzw. die Mail in die falschen Hände, kann der gesamte Text pro­blem­los gelesen werden. Aus diesem Grund wurden leis­tungs­star­ke Ver­schlüs­se­lungs­me­tho­den ent­wi­ckelt, mit deren Hilfe entweder eine ver­schlüs­sel­te E-Mail erzeugt oder der Versand einer E-Mail ver­schlüs­selt werden kann. Dabei lassen sich folgende drei Ka­te­go­rien für die Ver­schlüs­se­lung von E-Mails un­ter­schei­den:

  1. Die Über­tra­gung von E-Mails ver­schlüs­seln
  2. Den Inhalt der Mails ver­schlüs­seln
  3. Ge­spei­cher­te E-Mails ver­schlüs­seln

Über­tra­gung von Mails ver­schlüs­seln – mit SSL/TLS

Das not­wen­di­ge Werkzeug für den sicheren Versand von Mail-Inhalten ist das uni­ver­sell ein­setz­ba­re Über­tra­gungs­pro­to­koll Transport Layer Security (TLS). Besser bekannt ist es jedoch unter seiner früheren Be­zeich­nung Secure Sockets Layer (SSL). Eine E-Mail mit SSL/TLS-Ver­schlüs­se­lung zeichnet sich dadurch aus, dass ihr Inhalt während des Da­ten­aus­tauschs für Dritte nicht zu ent­zif­fern ist, da diese nicht über den zur Ent­schlüs­se­lung not­wen­di­gen Schlüssel verfügen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die elek­tro­ni­sche Post über einen E-Mail-Client wie Outlook oder über einen Web­brow­ser abgerufen bzw. versendet wird. Die SSL/TLS-Technik ist nicht nur beim E-Mail-Versand, sondern bei­spiels­wei­se auch beim On­line­ban­king oder im E-Commerce im Einsatz.

Hinweis

Wenn heut­zu­ta­ge von SSL/TLS ge­spro­chen wird, ist in nahezu allen Fällen TLS gemeint. SSL ist veraltet und wird für die Über­tra­gungs­ver­schlüs­se­lung nicht mehr verwendet. In unserem Artikel „TLS vs. SSL“ gehen wir genauer auf die Thematik ein.

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Inhalt von Mails ver­schlüs­seln mit S/MIME oder PGP

Wollen Sie den ei­gent­li­chen Inhalt von E-Mails ver­schlüs­seln, stehen Ihnen ver­schie­de­ne Techniken zur Auswahl – wie das Stan­dard­ver­fah­ren S/MIME oder das ebenfalls eta­blier­te PGP, die beide eine asym­me­tri­sche Ver­schlüs­se­lung verwenden. Während her­kömm­li­che Verfahren für Codierung und De­co­die­rung auf denselben Schlüssel zugreifen, kommen bei der asym­me­tri­schen Ver­schlüs­se­lung zwei Schlüssel zum Einsatz – ein privater, der nur dem Absender bekannt ist, und ein öf­fent­li­cher, der für alle Adres­sa­ten frei zu­gäng­lich ist.

Ge­spei­cher­te E-Mails ver­schlüs­seln per Software

Die Ver­schlüs­se­lung elek­tro­ni­scher Nach­rich­ten ist auch dann von ele­men­ta­rer Bedeutung, wenn diese nach dem Lesen im Postfach bzw. im Archiv ge­spei­chert bleiben. Nur durch eine solche Ver­schlüs­se­lung sind Sie auch für den Fall gewappnet, dass Kri­mi­nel­le Zugriff auf Ihren Account und damit auch Zugriff auf alle vor­han­de­nen E-Mails erhalten. Für zu­sätz­li­chen Schutz sorgen Sie durch eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung (vor allem bei der Nutzung von E-Mail-Web-Clients) oder durch eine Ver­schlüs­se­lung Ihrer Daten bzw. der re­le­van­ten Ordner und Dateien (bei der Nutzung von E-Mail-Desktop-Clients bzw. -Apps).

E-Mail-Ver­schlüs­se­lung in die Tat umsetzen: So funk­tio­niert’s

Nachdem die wich­tigs­ten Bausteine für die E-Mail-Ver­schlüs­se­lung und die sichere Nach­rich­ten­über­tra­gung in den vor­an­ste­hen­den Ab­schnit­ten kurz erläutert wurden, erfahren Sie in den folgenden Ab­schnit­ten mehr über die konkrete Umsetzung der einzelnen Si­cher­heits­maß­nah­men.

E-Mail-Über­tra­gung in Web-Clients ver­schlüs­seln

Seriöse Mail-Provider bieten ihre Web­diens­te schon seit Langem stan­dard­mä­ßig über das sichere HTTPS-Protokoll an. Sie erkennen das ei­ner­seits an der URL, die mit „https“ anstelle von „http“ beginnt. Außerdem können Sie in der Adress­zei­le Ihres Browsers – ty­pi­scher­wei­se über ein Schloss-Symbol – in Erfahrung bringen, ob der Webmail-Client über ein SSL/TLS-Zer­ti­fi­kat verfügt.

Bild: SSL/TLS-Hinweis in Firefox
Klicken Sie auf das Schloss in der Adress­zei­le, gibt Ihnen Firefox zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen zum Si­cher­heits­sta­tus der auf­ge­ru­fe­nen URL.

E-Mail-Über­tra­gung in Desktop-Clients ver­schlüs­seln

Auch im Mail-Client auf dem PC oder in einer ent­spre­chen­den App auf Ihrem Smart­phone oder Tablet können Sie die Ver­bin­dun­gen zum E-Mail-Server per SSL/TLS ver­schlüs­seln. Die ent­schei­den­de Größe, die es hierfür zu de­fi­nie­ren gilt, ist der Port, der für den Versand bzw. den Empfang verwendet wird. Die ent­spre­chen­den Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten finden Sie in den Kon­to­ein­stel­lun­gen des je­wei­li­gen Mail-Programms. Häufig gibt es zudem eine generelle Option, um die Mail-SSL/TLS-Ver­schlüs­se­lung zu ak­ti­vie­ren. Sobald diese ein­ge­schal­tet ist, stellt das Programm in der Regel au­to­ma­tisch die passenden Ports ein. An­dern­falls können Sie dies manuell erledigen, wobei Sie je nach Ein­gangs­ser­ver-Typ (POP3 bzw. IMAP) und für den Aus­gangs­ser­ver un­ter­schied­li­che Nummern eintragen müssen:

  • Post­ein­gangs­ser­ver (IMAP): 993
  • Post­ein­gangs­ser­ver (POP3): 995
  • Post­aus­gangs­ser­ver (SMTP): 465

Als Ver­bin­dungs­typ wählen Sie „SSL“ aus. (Technisch gesehen „TLS“, trotz der „SSL“-Anzeige.)

Hinweis

Ist in den Optionen die Funktion StartTLS aktiviert, fordert SMTP Port 587 (seltener auch Port 25) für den mit dieser Technik her­bei­ge­führ­ten Aufbau ver­schlüs­sel­ter Ver­bin­dun­gen.

Inhalt von E-Mails ver­schlüs­seln (Beispiel: Mail­ve­lo­pe)

Wollen Sie nicht nur eine sichere SSL/TLS-Ver­bin­dung nutzen, sondern darüber hinaus auch ver­schlüs­sel­te E-Mails senden und empfangen, stehen Ihnen zahl­rei­che Programme zur Verfügung, mit denen Sie auf die bereits erwähnten Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren S/MIME und PGP zu­rück­zu­grei­fen können. Schicken und erhalten Sie Ihre Mails mit einem Web-Client, führt der ein­fachs­te Weg aber in jedem Fall über eine Browser-Er­wei­te­rung wie Mail­ve­lo­pe, die in diesem Artikel als Beispiel dienen soll.

Mail­ve­lo­pe ist für Firefox, Edge und Google Chrome verfügbar und er­mög­licht es, die PGP-E-Mail-Ver­schlüs­se­lung in diversen Webmail-Diensten ein­zu­set­zen. Im ersten Schritt in­stal­lie­ren Sie die Er­wei­te­rung über das Plugin- bzw. Extension-Center (Di­rekt­links sind auf der Mail­ve­lo­pe-Homepage zu finden).

Rufen Sie die Extension nach der In­stal­la­ti­on auf, erscheint ein Popup-Fenster. Klicken Sie auf „Los geht’s“, um mit der Kon­fi­gu­ra­ti­on zu starten. Sie werden dann direkt zur Schlüs­sel­ver­wal­tung wei­ter­ge­lei­tet, die zum jetzigen Zeitpunkt lo­gi­scher­wei­se noch kein Schlüs­sel­paar für die geplante E-Mail-Ver­schlüs­se­lung enthält. Um dieses zu erzeugen, klicken Sie auf „Schlüssel erstellen“ und tippen an­schlie­ßend die ge­for­der­ten Angaben ein:

Bild: Schlüssel erstellen in Mailvelope
Klicken Sie bei der Schlüs­sel­ge­nerie­rung auf „Erweitert“, können Sie unter anderem zwischen den Al­go­rith­men RSA und ECC wählen und die Bit-Größe (2048 oder 4096 Bit) sowie das Ab­lauf­da­tum der Schlüssel (falls gewünscht) de­fi­nie­ren.

Wählen Sie die Option „Öf­fent­li­chen Schlüssel zum Mail­ve­lo­pe Schlüssel-Server hochladen“ aus, können Kon­takt­part­ner diesen von dort aus beziehen, um Ihnen ebenfalls ver­schlüs­sel­te E-Mails zu schicken. Sobald das PGP-Schlüs­sel­paar generiert wurde, erhalten Sie eine Er­folgs­mel­dung und zudem eine erste ver­schlüs­sel­te E-Mail, die Mail­ve­lo­pe an die an­ge­ge­be­ne E-Mail-Adresse schickt. Öffnen Sie die Nachricht, klicken Sie auf das Symbol in der Mitte („Nachricht anzeigen“) und geben Sie dann das Passwort für den zuvor erzeugten Schlüssel ein:

Bild: Verschlüsselte E-Mail und Fenster zur Schlüssel-Passwort-Eingabe
Ohne das Passwort, das Sie bei der Schlüs­sel­paar-Ge­ne­rie­rung fest­ge­legt haben, können Sie erhaltene Nach­rich­ten mit der Mail­ve­lo­pe-E-Mail-Ver­schlüs­se­lung nicht lesen.

Die Nachricht wird ent­schlüs­selt und daraufhin ein Link sichtbar. Klicken Sie diesen an, um Ihre Mail-Adresse zu ak­ti­vie­ren und künftig E-Mails ver­schlüs­seln zu können. Zur Ver­schlüs­se­lung finden Sie nun im Nach­rich­ten-Editor des je­wei­li­gen Web-Clients eine spe­zi­fi­sche Mail­ve­lo­pe-Schalt­flä­che, die Sie immer dann nutzen müssen, wenn Sie den Inhalt von Mails ver­schlüs­seln möchten.

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E-Mail-Ver­schlüs­se­lung bei IONOS Mail

Veraltete TLS-Versionen und SSL sind auf den E-Mail-Servern von IONOS dauerhaft de­ak­ti­viert. Nutzen Sie den Webmailer von IONOS, müssen Sie sich keinerlei Gedanken machen, da die Ver­schlüs­se­lung hier immer ge­währ­leis­tet wird.

Wenn Sie IONOS Mail in einem E-Mail-Programm auf dem PC oder Smart­phone (z. B. Outlook, Thun­der­bird, Apple Mail) verwenden, achten Sie darauf, dass die SSL/TLS-Ver­schlüs­se­lung aktiviert ist.

Um SSL/TLS in Ihrem Mail-Client an­zu­schal­ten, gehen Sie fol­gen­der­ma­ßen vor:

  1. Öffnen Sie die Post­fach­ein­stel­lun­gen.
  2. Schalten Sie die SSL/TLS-Ver­schlüs­se­lung für das Postfach an.
  3. Stellen Sie die korrekten Ports für Post­ein­gangs- und Post­aus­gangs­ser­ver ein:
    • Post­ein­gang via POP3 (SSL/TLS): 995
    • Post­ein­gang via IMAP (SSL/TLS): 993
    • Post­aus­gang via SMTP (SSL/TLS): 465

Wie Sie die Ver­schlüs­se­lung für IONOS Mail in Android, iOS und Co. ak­ti­vie­ren, erfahren Sie im Beitrag zur Um­stel­lung auf SSL/TLS-Ver­schlüs­se­lung im IONOS Hilfe-Center.

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