KI-Bil­der­ken­nung ist eine Tech­no­lo­gie, die künst­li­che In­tel­li­genz (KI) nutzt, um Objekte, Personen, Texte und andere Inhalte in Bildern au­to­ma­ti­siert zu erkennen, zu ana­ly­sie­ren und ein­zu­ord­nen. Je nach Verfahren lassen sich ganze Bilder klas­si­fi­zie­ren, einzelne Objekte lo­ka­li­sie­ren oder Texte aus Bildern auslesen.

Wie funk­tio­niert KI-Bil­der­ken­nung?

Die Bil­der­ken­nung oder Image Re­co­gni­ti­on be­zeich­net Verfahren, mit denen Computer Inhalte in Bildern au­to­ma­ti­siert ana­ly­sie­ren. Je nach Aufgabe klas­si­fi­ziert ein Modell bei­spiels­wei­se ein gesamtes Bild, erkennt und lo­ka­li­siert einzelne Objekte oder liest Text aus einem Bild aus. So lassen sich bei­spiels­wei­se Objekte wie Pflanzen iden­ti­fi­zie­ren oder Produkte per Foto suchen. Auch Gesichter und Personen lassen sich technisch erkennen.

Die Analyse basiert im Bereich der künst­li­chen In­tel­li­genz auf Machine Learning und damit auf tiefen neu­ro­na­len Netzen. Dabei lernen die Modelle relevante Merkmale während des Trainings aus den be­reit­ge­stell­ten Daten. Ver­brei­te­te Ar­chi­tek­tu­ren für die Bild­ver­ar­bei­tung sind unter anderem Con­vo­lu­tio­nal Neural Networks (CNNs) und Vision Trans­for­mer. Zunehmend kommen auch Hy­brid­mo­del­le zum Einsatz, die beide Ansätze kom­bi­nie­ren, sowie mul­ti­mo­da­le Foun­da­ti­on-Modelle wie CLIP, die Bild- und Text­ver­ständ­nis mit­ein­an­der verbinden.

Dabei läuft die Ent­wick­lung eines Modells meist wie folgt ab:

  • Sammlung von Daten: Für das Training werden Bilddaten benötigt. Beim über­wach­ten Lernen sind die Bilder mit In­for­ma­tio­nen versehen, die dem Modell vorgeben, welche Klassen oder Objekte darauf zu sehen sind.
  • Vor­ver­ar­bei­tung: Um die Bilddaten für das Training vor­zu­be­rei­ten, lassen sich bei­spiels­wei­se Bildgröße und Wer­te­be­rei­che ver­ein­heit­li­chen. Auch Varianten der vor­han­de­nen Bilder können erzeugt werden, um die Trai­nings­da­ten viel­fäl­ti­ger zu gestalten.
  • Merk­mals­ler­nen: Moderne Deep-Learning-Modelle lernen relevante Merkmale wie Kanten, Formen oder Texturen während des Trainings weit­ge­hend selbst­stän­dig. Eine separate manuelle De­fi­ni­ti­on dieser Features ist daher nicht immer er­for­der­lich.
  • Mo­dell­trai­ning: Mit den vor­be­rei­te­ten Daten wird das Modell trainiert. Zum Einsatz kommen bei­spiels­wei­se CNNs oder Vision Trans­for­mer. Häufig werden bereits vor­trai­nier­te Modelle genutzt und für den ge­wünsch­ten An­wen­dungs­fall angepasst.
  • Aus­wer­tung: Nach dem Training ver­ar­bei­tet das Modell neue, un­be­kann­te Bilddaten. Je nach Aufgabe gibt es bei­spiels­wei­se eine Bild­klas­se, erkannte Objekte mit ihrer Position oder aus­ge­le­se­nen Text zurück.
  • Va­li­die­rung und Fein­ab­stim­mung: Die Leistung des Modells wird mit Daten überprüft, die nicht für das ei­gent­li­che Training verwendet wurden. Bei Bedarf lässt sich das Modell an­schlie­ßend für den je­wei­li­gen Ein­satz­be­reich weiter anpassen.
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Welche An­wen­dungs­ge­bie­te hat KI-Bil­der­ken­nung?

KI-Bil­der­ken­nung wird mitt­ler­wei­le in vielen In­dus­trien und all­täg­li­chen An­wen­dungs­fäl­len genutzt, oftmals ohne dass Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher dies direkt bemerken. Zu den wich­tigs­ten Bereichen gehören unter anderem:

  • Ge­sund­heits­we­sen: KI-Bil­der­ken­nung kann me­di­zi­ni­sches Fach­per­so­nal bei der Aus­wer­tung von Bilddaten un­ter­stüt­zen. In der Ra­dio­lo­gie lassen sich bei­spiels­wei­se Rönt­gen­auf­nah­men oder MRT-Bilder ana­ly­sie­ren, um auf­fäl­li­ge Struk­tu­ren zu erkennen.
  • Si­cher­heit und Über­wa­chung: Bil­der­ken­nung lässt sich zur Ve­ri­fi­ka­ti­on oder Iden­ti­fi­ka­ti­on von Personen einsetzen, etwa bei Zu­gangs­sys­te­men. Für bio­me­tri­sche An­wen­dun­gen gelten besondere recht­li­che Vorgaben. Die KI-Ver­ord­nung der EU verbietet bestimmte bio­me­tri­sche Praktiken und be­schränkt ins­be­son­de­re die bio­me­tri­sche Echtzeit-Fern­iden­ti­fi­zie­rung in öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Räumen zu Straf­ver­fol­gungs­zwe­cken auf eng de­fi­nier­te Aus­nah­me­fäl­le.
  • Mobilität: KI-gestützte Bil­der­ken­nung ist ein wichtiger Be­stand­teil von Fah­rer­as­sis­tenz­sys­te­men und au­to­ma­ti­sier­tem Fahren. Kameras liefern bei­spiels­wei­se In­for­ma­tio­nen zu Ver­kehrs­zei­chen, Fahr­spu­ren, Fahr­zeu­gen, Personen und Hin­der­nis­sen. Je nach System werden die Ka­me­ra­da­ten mit In­for­ma­tio­nen weiterer Sensoren kom­bi­niert.
  • Industrie: In der Fertigung lässt sich Bil­der­ken­nung zur au­to­ma­ti­sier­ten Qua­li­täts­kon­trol­le einsetzen. Feh­ler­haf­te Waren oder Bauteile können dadurch bereits während des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses erkannt und aus­sor­tiert werden.
  • Land­wirt­schaft: Bil­der­ken­nung kann dabei helfen, den Zustand von Pflanzen zu be­ur­tei­len und bei­spiels­wei­se Rei­fe­gra­de oder sichtbare Anzeichen von Krank­hei­ten und Schäd­lings­be­fall zu erkennen. Kameras oder Drohnen er­mög­li­chen es, auch größere Flächen bild­ba­siert zu erfassen.
  • Robotik: Besonders relevant ist die Ver­bin­dung von visueller Wahr­neh­mung und Robotik. Roboter nutzen Ka­me­ra­da­ten, um ihre Umgebung, Objekte und Menschen zu erfassen und darauf zu reagieren. Das betrifft neben Fertigung und Logistik in­zwi­schen auch He­alth­ca­re-Robotik und humanoide Systeme
  • Content-Mo­de­ra­ti­on: KI-Bil­der­ken­nung kann Bilder und Videos auf Social-Media-Platt­for­men au­to­ma­ti­siert ana­ly­sie­ren und dabei po­ten­zi­ell pro­ble­ma­ti­sche Inhalte wie Gewalt, Nacktheit oder andere un­er­wünsch­te Dar­stel­lun­gen erkennen. Solche Systeme un­ter­stüt­zen die Mo­de­ra­ti­on, indem sie auf­fäl­li­ge Inhalte markieren, prio­ri­sie­ren oder abhängig von den Platt­form­re­geln au­to­ma­tisch ein­schrän­ken.

Was sind die Chancen und Risiken von KI-Bil­der­ken­nung?

Image Re­co­gni­ti­on kann in vielen Bereichen Abläufe be­schleu­ni­gen und au­to­ma­ti­sie­ren. Wie zu­ver­läs­sig die Er­geb­nis­se ausfallen, hängt jedoch stark vom ver­wen­de­ten Modell, der Qualität der Daten und dem je­wei­li­gen An­wen­dungs­fall ab. Neben den Chancen sind deshalb auch Risiken mit dem Einsatz von KI-Bil­der­ken­nung verbunden.

Chancen von Image Re­co­gni­ti­on

  • Höhere Effizienz und kon­sis­ten­te Aus­wer­tung: Au­to­ma­ti­sier­te Bild­ana­ly­sen können große Da­ten­men­gen in kurzer Zeit auswerten und Prozesse dadurch be­schleu­ni­gen. Wie genau die Er­geb­nis­se ausfallen, hängt vom ver­wen­de­ten Modell, der Da­ten­qua­li­tät und dem je­wei­li­gen An­wen­dungs­fall ab.
  • In­no­va­ti­ons­kraft und neue Pro­zess­stu­fen: Bil­der­ken­nung ist eine wichtige Kom­po­nen­te au­to­ma­ti­sier­ter Fahr­funk­tio­nen. Ebenso lassen sich damit einzelne Schritte in Fer­ti­gungs­pro­zes­sen oder in der land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­on au­to­ma­ti­sie­ren.
  • Per­so­na­li­sier­te Kun­den­er­leb­nis­se: KI-Bil­der­ken­nung kann den Ein­kaufs­pro­zess offline und online in­di­vi­dua­li­sie­ren und dabei helfen, Kun­den­an­for­de­run­gen gezielter zu be­rück­sich­ti­gen.
  • Ver­bes­ser­te Si­cher­heits­um­ge­bun­gen: Bil­der­ken­nung kann dabei helfen, relevante Objekte oder Er­eig­nis­se schneller zu erkennen. Gerade bei der Analyse von Personen müssen jedoch Da­ten­schutz, mögliche Fehl­ent­schei­dun­gen und recht­li­che Vorgaben be­rück­sich­tigt werden.
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Risiken der AI Image Re­co­gni­ti­on

  • Da­ten­schutz und Pri­vat­sphä­re: Bei der Erfassung und Analyse von Personen können per­so­nen­be­zo­ge­ne und ins­be­son­de­re bio­me­tri­sche Daten ver­ar­bei­tet werden. Je nach Anwendung ergeben sich daraus besondere An­for­de­run­gen an Da­ten­schutz, Zweck­bin­dung, Zu­griffs­schutz und die recht­li­che Grundlage der Ver­ar­bei­tung.
  • Dis­kri­mi­nie­rung und Trai­nings­bi­as: Die Feh­ler­quo­ten von Ge­sichts­er­ken­nungs­sys­te­men können sich je nach Al­go­rith­mus, Bild­qua­li­tät und de­mo­gra­fi­scher Gruppe un­ter­schei­den. Nicht re­prä­sen­ta­ti­ve oder un­aus­ge­wo­ge­ne Daten können solche Un­ter­schie­de ver­stär­ken. Gerade bei sensiblen An­wen­dun­gen sind deshalb geeignete Tests, eine passende Da­ten­ba­sis und mensch­li­che Kontrolle wichtig.
  • Fehlende Trans­pa­renz: Systeme zur KI-Bil­der­ken­nung können komplex sein. Dadurch lässt sich unter Umständen nur schwer nach­voll­zie­hen, welche Merkmale für ein be­stimm­tes Ergebnis aus­schlag­ge­bend waren. Bei Ent­schei­dun­gen mit Aus­wir­kun­gen auf Personen ist die Nach­voll­zieh­bar­keit deshalb besonders relevant.
  • An­fäl­lig­keit für Miss­brauch: Bilddaten und ins­be­son­de­re bio­me­tri­sche In­for­ma­tio­nen können sensible Daten dar­stel­len. Un­zu­rei­chend ge­schütz­te Systeme und Da­ten­be­stän­de können zum Ziel von Angriffen oder miss­bräuch­li­cher Nutzung werden. Auch deshalb sind geeignete tech­ni­sche und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Si­cher­heits­maß­nah­men wichtig.

Fazit: AI Image Re­co­gni­ti­on muss ver­ant­wor­tungs­voll ein­ge­setzt werden

Die Chancen der Image Re­co­gni­ti­on sind bran­chen­über­grei­fend groß und bieten für un­ter­schied­li­che Bereiche er­heb­li­che Op­ti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten. Ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Einsatz setzt jedoch voraus, dass die ein­ge­setz­ten Systeme für ihren je­wei­li­gen Zweck zu­ver­läs­sig geprüft werden und An­for­de­run­gen an Da­ten­schutz, Si­cher­heit und geltendes KI-Recht be­rück­sich­tigt werden. Besonders bei bio­me­tri­schen An­wen­dun­gen gelten nach der eu­ro­päi­schen KI-Re­gu­lie­rung zu­sätz­li­che Be­schrän­kun­gen und Pflichten.

Bereits bei der Ent­wick­lung und beim Training sind eine geeignete Da­ten­ba­sis, trans­pa­ren­te Prozesse und re­gel­mä­ßi­ge Tests wichtig. So lassen sich Fehler und Ver­zer­run­gen besser erkennen und die Qualität eines Systems für den je­wei­li­gen Ein­satz­be­reich über­prü­fen. Bei An­wen­dun­gen mit möglichen Aus­wir­kun­gen auf Personen sollte außerdem eine an­ge­mes­se­ne mensch­li­che Kontrolle vor­ge­se­hen werden.

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