Wer Windows nutzt und sein System re­gel­mä­ßig von unnötigem Da­ten­bal­last befreit, der stößt immer wieder auf Ordner und Dateien, deren Funk­tio­na­li­tät und Nutzen ihm mehr oder weniger unbekannt sind. Folglich bleiben die je­wei­li­gen Daten bei der Sys­tem­be­rei­ni­gung lieber außen vor und für den ge­wünsch­ten Spei­cher­platz­ge­winn werden statt­des­sen andere Dateien gelöscht. So ist man zwar auf der sicheren Seite, aber häufig ist in­fol­ge­des­sen der ver­füg­ba­re Speicher we­sent­lich stärker aus­ge­las­tet, als er es ei­gent­lich sein müsste.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Ordner Windows.old, der häufig (zu­sätz­lich zum Ordner der aktuellen Windows-Version) in der Sys­tem­par­ti­ti­on zu finden ist. Worum es sich bei diesem genau handelt und warum und wie Sie den Windows.old-Ordner löschen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Windows.old: Was steckt hinter dem Sys­tem­ord­ner?

Bei dem Ordner mit dem Namen „Windows.old“ handelt es sich um eine Art Si­cher­heits­ko­pie einer älteren Windows-Version. Dieser enthält ver­schie­dens­te Dateien und Ein­stel­lun­gen der vor­he­ri­gen In­stal­la­ti­on des Microsoft-Systems, die für eine Wie­der­her­stel­lung dieser alten Version notwendig sind. Stan­dard­mä­ßig wird Windows.old nach einem fest­ge­leg­ten Zeitraum (10 Tage) au­to­ma­tisch wieder gelöscht – in der Praxis funk­tio­niert dies al­ler­dings nicht immer, sodass der häufig mehrere Gigabyte große Ordner parallel zu dem aktuellen Windows-Ordner auf der Sys­tem­par­ti­ti­on ge­spei­chert bleibt.

Zu einem solchen Szenario kommt es ins­be­son­de­re dann, wenn Sie eine Neu­in­stal­la­ti­on von Windows auf einer Fest­plat­te durch­füh­ren, auf der Windows (die gleiche oder eine andere Version) bereits in­stal­liert ist. In diesem Fall wird Windows.old nämlich zwar häufig generiert, aber nicht immer für den au­to­ma­ti­schen Lösch­pro­zess durch die Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung ein­ge­tra­gen. In manchen Fällen verbleibt der Back-up-Ordner außerdem infolge eines Sys­temup­grades (z. B. von Windows 8 auf Windows 10) oder von Ver­si­ons­up­dates innerhalb einer Windows-Edition auch nach dem Ablauf der vor­de­fi­nier­ten Spei­cher­dau­er auf dem System.

Hinweis

In vielen Fällen werden im Windows.old-Ordner nicht nur sys­tem­re­le­van­te Daten, sondern auch Daten von Dritt­an­wen­dun­gen ge­spei­chert, was der Haupt­grund dafür ist, dass der Ordner oft so groß ist und nicht von der Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung be­rück­sich­tigt wird.

Windows.old entfernen: So funk­tio­niert’s

Wenn Ihre Um­stel­lung auf eine neue bzw. al­ter­na­ti­ve Windows-Version schon vor längerer Zeit er­folg­reich durch­ge­führt wurde und Sie mit dem System zufrieden sind, können Sie ruhigen Gewissens den Windows.old-Ordner löschen, falls dieser noch als „Über­bleib­sel“ der Neu­in­stal­la­ti­on bzw. des Upgrades/Updates auf Ihrer Fest­plat­te liegt.

Tipp

Werfen Sie vor dem Windows.old-Entfernen noch einmal einen Blick in den Sys­tem­ord­ner! Über­prü­fen Sie, ob dort eventuell per­sön­li­che Dateien liegen, die Sie eventuell noch benötigen, aber nur an dieser Stelle ge­spei­chert haben.

Wie für sys­tem­re­le­van­te Dateien in Windows typisch, lässt sich Windows.old nicht so einfach auf dem ge­wöhn­li­chen Wege löschen. Sie benötigen zu diesem Zweck die bereits erwähnte Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung, also das Tool, das den Lösch­pro­zess ei­gent­lich au­to­ma­tisch durch­führt. Der manuelle Weg, den Sie ein­schla­gen müssen, falls die au­to­ma­ti­sche Be­rei­ni­gung nicht funk­tio­niert, gestaltet sich fol­gen­der­ma­ßen:

Schritt 1: Öffnen Sie den Da­tei­ex­plo­rer über das Windows-Startmenü oder die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Windows]-Taste + [E] und klicken auf das Icon „Dieser PC“. Rechts­kli­cken Sie an­schlie­ßend auf den Da­ten­trä­ger, auf dem sich Windows bzw. der Windows.old-Ordner befindet, und wählen Sie den Menüpunkt „Ei­gen­schaf­ten“ aus:

Schritt 2: Rufen Sie den Reiter „Allgemein“ auf und klicken Sie auf die Schalt­flä­che „Be­rei­ni­gen“, um die Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung zu starten:

Schritt 3: Drücken Sie auf „Sys­tem­da­tei­en be­rei­ni­gen“:

Schritt 4: Windows prä­sen­tiert daraufhin eine Auf­lis­tung aller Sys­tem­da­tei­en, die Sie mithilfe der Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung löschen können. Setzen Sie ein Häkchen bei „Windows Update-Be­rei­ni­gung“ und be­stä­ti­gen Sie die Auswahl per Klick auf den „OK“-Button. In­fol­ge­des­sen werden alle Daten, die mit vor­he­ri­gen Windows-Updates bzw. -Versionen zu­sam­men­hän­gen, und somit auch der Ordner Windows.old entfernt. Das kann durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Windows.old löschen in Windows 10: So funk­tio­niert es in neueren Versionen

Mit Windows 10 hat Microsoft viele ältere Struk­tu­ren des Systems grund­le­gend über­ar­bei­tet und mehrere Features und Funk­tio­nen in der Rubrik „Ein­stel­lun­gen“ vereint. Das ist zwar generell sehr praktisch, sorgt aber auch dafür, dass die Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung veraltete Windows-Dateien nicht immer anzeigen bzw. finden kann. Ist das auch bei Ihnen der Fall, können Sie versuchen, den Windows.old-Ordner über eben jenes Menü „Ein­stel­lun­gen“ zu löschen.

Schritt 1: Rufen Sie die Ein­stel­lun­gen von Windows 10 auf, indem Sie das Startmenü öffnen und auf die gleich­na­mi­ge Kachel klicken (Zahnrad-Icon). Al­ter­na­tiv können Sie das Windows-Icon (Startmenü) per Rechts­klick auswählen und auf den Menüpunkt „Ein­stel­lun­gen“ drücken:

Schritt 2: Wählen Sie den Punkt „System“ aus:

Schritt 3: Wechseln Sie über das linke Sei­ten­me­nü in die Rubrik „Speicher“ und klicken Sie auf den Link mit dem Namen „Kon­fi­gu­rie­ren Sie die Spei­cher­op­ti­mie­rung oder führen Sie den Vorgang jetzt aus“:

Schritt 4: Unter „Jetzt Spei­cher­platz freigeben“ drücken Sie nun auf „Jetzt be­rei­ni­gen“, um Windows.old zu entfernen:

Ist Windows.old als län­ger­fris­ti­ge Backup-Lösung sinnvoll?

Wahlweise bis zu zehn Tage oder einen ganzen Monat speichert Windows das Windows.old-Backup für eine etwaige Wie­der­her­stel­lung des alten Sys­tem­zu­stands, bevor der Ordner au­to­ma­tisch gelöscht wird. Bleibt der Ordner im Anschluss auf der Fest­plat­te oder haben Sie ihn zu­sätz­lich auf einem externen Spei­cher­me­di­um ab­ge­si­chert, könnte er theo­re­tisch auch zu einem späteren Zeitpunkt nach Ablauf dieser Frist für die Sys­tem­wie­der­her­stel­lung verwendet werden – also als Backup dienen. In der Praxis funk­tio­niert dies aber nur in seltenen Fällen, da Windows den ge­wöhn­li­chen Wie­der­her­stel­lungs­pro­zess auf Basis der Windows.old-Daten au­to­ma­tisch de­ak­ti­viert. Zudem sind die ent­hal­te­nen Sys­tem­da­tei­en und -ein­stel­lun­gen, die für ein Backup un­ver­hält­nis­mä­ßig viel Spei­cher­platz einnehmen, schnell veraltet.

Wollen Sie nach einem er­folg­rei­chen Sys­tem­up­date bzw. -upgrade für eine lang­fris­ti­ge Ab­si­che­rung des Systems sorgen, ist statt­des­sen der Einsatz der in Windows in­te­grier­ten „Wie­der­her­stel­lungs­punk­te“-Technik zu empfehlen. Diese Sys­tem­ab­bil­der sind we­sent­lich zu­ver­läs­si­ger, wenn es um das Zu­rück­set­zen von Windows geht, und nehmen darüber hinaus deutlich weniger Spei­cher­platz als der Windows.old-Ordner in Beschlag.

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