Mit dem Linux-Befehl nohup ignoriert Ihr System den Hangup-Command HUP. So kann ein Prozess auch weiterhin im Hin­ter­grund aus­ge­führt werden. Dessen Output wird dann in die Datei nohup.out oder eine andere Datei Ihrer Wahl um­ge­lei­tet.

Was ist Linux-nohup?

Um zu verstehen, was der Linux-nohup-Befehl ist, lohnt sich ein Blick auf SIGHUP. Dies ist ein Signal, das u. a. unter Linux erzeugt wird, wenn es auf einer Da­ten­lei­tung zwischen dem Be­triebs­sys­tem und einer anderen Anwendung zu einem Ver­bin­dungs­ab­bruch kommt. Unter Umständen ist es al­ler­dings nötig, dass dieses Signal nicht gesendet wird. Das ist ins­be­son­de­re der Fall, wenn eine Anwendung auch dann wei­ter­lau­fen soll, wenn sich der Nutzer oder die Nutzerin vom System ab­ge­mel­det hat. Um das Signal zu un­ter­drü­cken und Programme im Hin­ter­grund wei­ter­lau­fen zu lassen, wird Linux-nohup genutzt.

Wie funk­tio­niert der Linux-nohup-Befehl?

Das Programm Linux-nohup ist in allen gängigen Linux-Dis­tri­bu­tio­nen wie Debian und Ubuntu enthalten und muss daher nicht extra in­stal­liert werden. Sie können damit dem System die Anweisung geben, ein be­stimm­tes Programm im Hin­ter­grund zu starten und so von der Login-Shell zu lösen. Even­tu­el­le Ausgaben werden au­to­ma­tisch in den Ordner nohup.out um­ge­lei­tet. Gerade bei lang­wie­ri­gen Prozessen hat das den Vorteil, dass Sie sich abmelden können, ohne dass der Vorgang dadurch un­ter­bro­chen würde.

Wie sieht die Syntax von Linux-nohup aus?

Die grund­sätz­li­che Syntax des Linux-nohup-Befehls sieht immer gleich aus. Dies ist der Aufbau:

$ nohup [Befehl] [Argument] [&]
bash

„[Befehl]“ und „[Argument]“ sind dabei Parameter, die angepasst und spe­zi­fi­ziert werden können. Um Prozesse auch nach der Abmeldung im Hin­ter­grund wei­ter­lau­fen zu lassen, verwenden Sie „[&]“.

Welche Optionen hat der nohup-Befehl?

Linux-nohup ak­zep­tiert keine Optionen außer den beiden Standards „-h“ oder „–help“ und „-v“ oder „–version“. Lediglich wenn Sie auf die Eingabe eines Pa­ra­me­ters für „[Befehl]“ ver­zich­ten, ist die Option „-p“ oder „–parents“ erlaubt.

Beispiele für den Linux-nohup-Befehl

Damit Sie noch besser verstehen können, wie der Befehl funk­tio­niert, zeigen wir Ihnen ab­schlie­ßend ein paar Beispiele für seine Ver­wen­dung.

$ nohup bash beispiel.sh
bash

Dies bewirkt, dass der Command im Vor­der­grund aus­ge­führt wird. Der Output des Kommandos wird dabei au­to­ma­tisch in die Datei nohup.out um­ge­lei­tet.

$ nohup bash beispiel.sh > output.txt
bash

So sorgen Sie dafür, dass der Output in das Dokument output.txt um­ge­lei­tet wird.

$ nohup bash beispiel.sh &
bash

Diese Eingabe bewirkt, dass der Befehl im Hin­ter­grund weiterhin aus­ge­führt wird. Möchten Sie dies rück­gän­gig machen und den Command wieder in den Vor­der­grund holen, ist der fg-Befehl die richtige Wahl.

Zum Hauptmenü