Re­la­tio­na­le Da­ten­ban­ken sind zwar nach wie vor eine gute Lösung für struk­tu­rier­te Daten, wenn al­ler­dings eine fle­xi­ble­re Spei­che­rung benötigt wird, ist der NoSQL-Ansatz meistens besser geeignet. Wir erklären Ihnen, welche Al­ter­na­ti­ven zu SQL für Ihre Zwecke besonders gut geeignet sein könnten.

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Da­ten­ban­ken – Auf´s We­sent­li­che kon­zen­trie­ren
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Was ist SQL und welche Al­ter­na­ti­ven gibt es?

Für einige Jahr­zehn­te war der re­la­tio­na­le Ansatz der Standard für sämtliche Da­ten­ban­ken. Daten wurden (und werden teilweise noch heute) in Tabellen ge­spei­chert und so verwaltet. Da­ten­bank­ma­nage­ment­sys­te­me wie MySQL oder Post­greS­QL setzen nach wie vor auf die ge­mein­sa­me Ab­fra­ge­spra­che SQL (Struc­tu­red Query Language) und bieten Nut­ze­rin­nen und Nutzern zahl­rei­che Vorteile. So ist der SQL-Ansatz sehr be­nut­zer­freund­lich und über­sicht­lich, die Da­ten­ban­ken sind sehr sicher und können auch skaliert werden. Viele Da­ten­ban­ken ori­en­tie­ren sich außerdem an den ACID-Ei­gen­schaf­ten (Atomicity, Con­sis­ten­cy, Isolation, Du­ra­bi­li­ty) und ge­währ­leis­ten so die Zu­ver­läs­sig­keit des Da­ten­trans­fers. Sollen struk­tu­rier­te Daten ta­bel­la­risch mo­del­liert werden, gibt es viele Faktoren, die eindeutig für SQL sprechen.

Während viele große Un­ter­neh­men und Platt­for­men zumindest als Basis weiter auf eine re­la­tio­na­le Lösung setzen, hat der Bedarf an immer größeren und vor allem he­te­ro­ge­nen Da­ten­vo­lu­mi­na bei vielen Nut­ze­rin­nen und Nutzern zu einem Umdenken geführt. Gerade für halb­struk­tu­rier­te und un­struk­tu­rier­te Daten ist die Spei­che­rung in Tabellen nicht zu empfehlen oder nicht möglich. NoSQL-Da­ten­ban­ken (Not only SQL) speichern Daten hingegen in Form von Do­ku­men­ten und sind dadurch häufig flexibler. Sie müssen nicht voll­stän­dig auf Ihre re­la­tio­na­le Datenbank ver­zich­ten, sondern können diese eventuell auch mit einer do­ku­men­ten­ori­en­tier­ten Lösung kom­bi­nie­ren. Falls Sie aber doch nach einer SQL-Al­ter­na­ti­ve suchen, sind diese Da­ten­ban­ken emp­feh­lens­wert.

MongoDB: Ideal für große Da­ten­men­gen

Der NoSQL-Ansatz bietet zahl­rei­che Vorteile – bei kaum einer Datenbank ist dies of­fen­kun­di­ger als bei MongoDB. Die SQL-Al­ter­na­ti­ve ist seit 2009 er­hält­lich und verdankt ihren Namen dem eng­li­schen Wort „huMONGOus“, also „gewaltig“. So ver­wun­dert es nicht, dass MongoDB vor allem für große Da­ten­men­gen ausgelegt ist. Da die Datenbank nach Belieben ho­ri­zon­tal skaliert werden kann, ist sie auch für steigende Da­ten­vo­lu­mi­na geeignet und richtet sich so an kleinere und große Un­ter­neh­men glei­cher­ma­ßen. MongoDB speichert diese in binären JSON-Do­ku­men­ten, die in Samm­lun­gen zu­sam­men­ge­fasst werden. Die ge­spei­cher­ten Daten können dabei struk­tu­riert, halb­struk­tu­riert oder un­struk­tu­riert sein, was MongoDB zu einer der fle­xi­bels­ten Lösungen macht.

Die Vorteile von MongoDB auf einen Blick

  • Ho­ri­zon­tal ska­lier­bar ohne Grenzen
  • Fast alle Da­ten­ty­pen können ge­spei­chert und verwaltet werden
  • Sehr hohe Ver­füg­bar­keit und Aus­fall­si­cher­heit durch Spei­che­rung auf mehreren Knoten
  • Sehr be­nut­zer­freund­lich
  • Re­pli­ka­tio­nen möglich
  • Kom­pa­ti­bel mit zahl­rei­chen anderen Systemen, Sprachen und Platt­for­men
  • Große und en­ga­gier­te Community sowie um­fang­rei­che Do­ku­men­ta­ti­on
  • Kann mit SQL kom­bi­niert werden

MariaDB: Die freie und leis­tungs­star­ke NoSQL-Al­ter­na­ti­ve

MariaDB ist streng genommen keine klas­si­sche NoSQL-Datenbank, sondern eine re­la­tio­na­le Open-Source-Lösung und direkte Ab­spal­tung von MySQL. Sie bietet jedoch viele moderne Er­wei­te­run­gen, die sie für zahl­rei­che Projekte zur Lösung machen. Besonders für Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler, die weiterhin mit re­la­tio­na­len Struk­tu­ren arbeiten möchten, dabei aber größere Fle­xi­bi­li­tät und Un­ab­hän­gig­keit von großen Konzernen suchen, ist MariaDB in­ter­es­sant. MariaDB ist in vielen Dis­tri­bu­tio­nen bereits stan­dard­mä­ßig enthalten und eignet sich durch eine Vielzahl an Storage Engines, hohe Per­for­mance und Ska­lier­bar­keit auch für komplexe An­wen­dun­gen. Auch hybride Szenarien sind möglich: MariaDB un­ter­stützt JSON-Funk­tio­nen und kann teilweise auch mit do­ku­men­ten­ori­en­tier­ten Daten arbeiten – ein Ansatz, der sie näher an moderne NoSQL-Lösungen rückt.

Die Vorteile von MariaDB auf einen Blick

  • Open Source und un­ab­hän­gig von großen Konzernen
  • Kom­pa­ti­bel mit MySQL
  • Hohe Per­for­mance und Sta­bi­li­tät
  • Un­ter­stützt komplexe Abfragen und Trans­ak­tio­nen
  • Flexible Spei­che­rung dank ver­schie­de­ner Storage Engines
  • Er­wei­ter­te Funk­tio­nen für JSON
  • Aktive Community und re­gel­mä­ßi­ge Wei­ter­ent­wick­lung
  • Ideal für hybride Da­ten­bank­ar­chi­tek­tu­ren

Apache Cassandra: Die spal­ten­ori­en­tier­te NoSQL-Datenbank

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Apache Cassandra. Die NoSQL-Datenbank ist al­ler­dings spal­ten­ori­en­tiert und nutzt dazu mit CQL eine Ab­fra­ge­spra­che, die SQL sehr ähnlich ist. Der Umstieg fällt dadurch für Nut­ze­rin­nen und Nutzer der re­la­tio­na­len Methode ein wenig leichter. Ansonsten punktet auch Apache Cassandra durch die Mög­lich­keit, große Da­ten­men­gen zu speichern. Die Open-Source-Lösung ist ho­ri­zon­tal und vertikal ska­lier­bar und speichert Daten ebenfalls auf mehreren Knoten als Schlüssel-Wert-Paare. Firmen und Platt­for­men wie Apple und Netflix setzen Apache Cassandra für ihre Da­ten­strö­me ein. Das System gilt nicht nur als aus­fall­si­cher, sondern kann auch hohe Ge­schwin­dig­kei­ten bieten. Damit ist es eine emp­feh­lens­wer­te Al­ter­na­ti­ve zu SQL.

Die Vorteile von Apache Cassandra auf einen Blick

  • Open Source
  • Ho­ri­zon­tal und vertikal ska­lier­bar
  • CQL ähnelt SQL
  • Spei­che­rung in Spalten
  • Starke Per­for­mance
  • Hohe Aus­fall­si­cher­heit und Ver­füg­bar­keit der Daten
  • Re­pli­ka­tio­nen möglich
  • Hohe Feh­ler­to­le­ranz
  • En­ga­gier­te Community

DynamoDB: Die komplett ver­wal­te­te Al­ter­na­ti­ve zu SQL

Ganz anders arbeitet hingegen DynamoDB. Auch die Lösung aus dem AWS-Kosmos (Amazon Web Services) verfolgt den NoSQL-Ansatz, legt dabei al­ler­dings gänzlich andere Schwer­punk­te. Wo andere Da­ten­ban­ken Fle­xi­bi­li­tät durch un­ter­schied­li­che Da­ten­ty­pen und eine hohe Kom­pa­ti­bi­li­tät ge­währ­leis­ten, setzt DynamoDB auf den Faktor Be­nut­zer­freund­lich­keit. Die ser­ver­lo­se Option ist nämlich voll­stän­dig verwaltet. Nut­ze­rin­nen und Nutzer müssen sich somit nicht um Upgrades oder Si­cher­heits­up­dates kümmern, sondern können sich auf die ei­gent­li­che Arbeit mit der Datenbank kon­zen­trie­ren. Die Bezahlung richtet sich dabei nach den genutzten Res­sour­cen. Das System ist in das AWS-Ökosystem ein­ge­bet­tet und kann davon auch nicht gelöst werden. Dafür ist das Si­cher­heits­ni­veau sehr hoch.

Die Vorteile von DynamoDB auf einen Blick

  • Komplett verwaltet
  • Sehr sichere Lösung
  • Hohe Ver­füg­bar­keit
  • Ska­lie­rung nach Bedarf ohne Ein­schrän­kun­gen möglich
  • Hohe Lese- und Schreib­ge­schwin­dig­keit
  • Ein­bet­tung in das AWS-Ökosystem
  • Immer auf dem aktuellen Stand

Firebase: Die Ent­wick­lungs­platt­form von Google

Auch Google verfügt über eine sehr gelungene SQL-Al­ter­na­ti­ve: Firebase ist ei­gent­lich eine komplette Ent­wick­lungs­platt­form, die aus insgesamt 18 Diensten besteht. Diese sind teilweise kos­ten­pflich­tig. Dazu gehört auch eine Datenbank, die in Echtzeit syn­chro­ni­sie­ren kann und dadurch perfekt für mobile und Web­an­wen­dun­gen geeignet ist. Gerade Gaming-Apps, Chat­pro­gram­me und soziale Netzwerke pro­fi­tie­ren von der Lösung, die zu­sätz­lich eine enge Ver­knüp­fung mit ver­schie­de­nen Google-Diensten bietet. Auch Firebase speichert Daten in JSON-Do­ku­men­ten und ist sehr sicher. Zwar besteht eine klare Ver­bin­dung zum Google-Ökosystem, weshalb gerade die Mi­gra­ti­ons­op­tio­nen limitiert sind, wenn Sie aber nach einer leis­tungs­star­ken Datenbank für die Ent­wick­lung suchen, ist Firebase emp­feh­lens­wert.

Die Vorteile von Firebase auf einen Blick

  • Teil einer kom­plet­ten Ent­wick­lungs­platt­form
  • Optimal für mobile und Web­an­wen­dun­gen
  • Kluge Ein­bin­dung von Google-Diensten
  • Hohe Ver­füg­bar­keit und Aus­fall­si­cher­heit
  • Syn­chro­ni­sie­rung in Echtzeit
  • Starke Cloud-Anbindung
  • Guter Support

Redis: Die beste Wahl für schnelle Re­ak­ti­ons­zei­ten

Viele SQL-Lösungen sind sehr gut geeignet, wenn Sie große und struk­tu­rier­te Da­ten­men­gen speichern und abrufen möchten. Wenn Sie für ein Projekt al­ler­dings eher eine hohe Ge­schwin­dig­keit benötigen, ist eine In-Memory-Datenbank wie Redis viel­leicht die pas­sen­de­re Lösung. Redis speichert Daten als Schlüssel-Wert-Paar direkt im Ar­beits­spei­cher und kann dadurch Re­ak­ti­ons­zei­ten unter einer Mil­li­se­kun­de bieten. Das würde bei großen Da­ten­vo­lu­mi­na zwar zu einem hohen Spei­cher­ver­brauch führen, für Caches, Analysen in Echtzeit, Games oder Streaming kann die freie Lösung aber her­aus­ra­gen­de Er­geb­nis­se bieten. Redis ist dazu nicht nur eine gute Al­ter­na­ti­ve zu SQL, sondern kann auch in Kom­bi­na­ti­on mit einer re­la­tio­na­len Datenbank verwendet werden.

Die Vorteile von Redis auf einen Blick

  • Open Source
  • Sehr hohe Ge­schwin­dig­keit durch Spei­che­rung im Ar­beits­spei­cher
  • Ho­ri­zon­ta­le und vertikale Ska­lie­rung
  • Sehr be­nut­zer­freund­lich
  • Hohe Kom­pa­ti­bi­li­tät mit vielen Pro­gram­mier­spra­chen
  • Kann als Ergänzung zu SQL-Lösungen verwendet werden
  • Hohe Ver­füg­bar­keit
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