Do-it-Yourself-Projekte (DIY) mit Hard- und Software erfreuen sich immer größerer Be­liebt­heit. Hob­by­bast­ler aus der ganzen Welt versuchen sich an nütz­li­chen All­tags­hel­fern wie Fern­steue­run­gen für das Ga­ra­gen­tor oder Tem­pe­ra­tur­mess­ge­rä­ten sowie spie­le­ri­schen Projekten wie Drohnen, Robotern oder eigenen Spie­le­kon­so­len. Im Mit­tel­punkt der kreativen Werke stehen spezielle Hardware-Kom­po­nen­ten ver­schie­dens­ter Anbieter, die zu eben­die­sen Zwecken entworfen wurden. Zu­sätz­lich zu ihrer kompakten Bauweise zeichnen sich diese in der Regel durch ihren besonders er­schwing­li­chen Preis aus, der meist im niedrigen ein- bis zwei­stel­li­gen Euro-Bereich liegt.

Zu den be­kann­tes­ten unter den tech­ni­schen Mini-Bauteilen zählen ohne Zweifel der britische Ein­pla­ti­nen­com­pu­ter Raspberry Pi und der aus Italien stammende Mi­kro­con­trol­ler Arduino. Beide werden häufig als Kon­kur­renz­lö­sun­gen angesehen, obwohl sie im Prinzip voll­kom­men un­ter­schied­li­che Bau­stel­len bedienen.

Raspberry Pi vs. Arduino: DIY-Bausteine mit un­ter­schied­li­chen Ansätzen

Als die erste Version des Raspberry Pi Anfang 2012 auf den Markt kam, lag die Ver­öf­fent­li­chung des ersten Arduino-Boards bereits sieben Jahre zurück. Nicht von ungefähr gilt die ita­lie­ni­sche Physical-Computing-Plattform, die ihren Namen von einer Bar in Piemont hat (die einigen der Pro­jekt­grün­der als re­gel­mä­ßi­ger Treff­punkt diente), in der Hob­by­bast­ler-Szene als Klassiker. Das typische Arduino-Setup setzt sich dabei aus einem Mix quell­of­fe­ner Software- und Hardware-Kom­po­nen­ten zusammen, der dem Nutzer die Bedienung ei­gen­stän­di­ger, in­ter­ak­ti­ver Objekte sowie die einfache In­ter­ak­ti­on mit Com­pu­ter­an­wen­dun­gen er­mög­licht. So zählt ein E/A-Board (Eingabe/Ausgabe) mit Atmel-Mi­kro­con­trol­ler (meist aus der Atmel-AVR-Reihe wie z. B. ATmega328) ebenso zur typischen Aus­stat­tung wie eine in­te­grier­te Ent­wick­lungs­um­ge­bung. Diese ist in Java ge­schrie­ben und bringt u. a. einen eigenen Code-Editor sowie ver­schie­de­ne Bi­blio­the­ken zur Ver­ein­fa­chung der Pro­gram­mie­rung in C und C++ mit.

  Arduino Raspberry Pi
Ver­öf­fent­li­chung 2005 2012
Homepage arduino.cc raspber­ry­pi.org
Typ Mi­kro­con­trol­ler Ein­pla­ti­nen­com­pu­ter
Ar­chi­tek­tur AVR, ARM ARM
Strom­ver­sor­gung USB, externe Span­nungs­quel­le USB, externe Span­nungs­quel­le
USB-Anschluss ja ja
HDMI-Anschluss nein ja
Software in­te­grier­te Ent­wick­lungs­um­ge­bung auf Java-Basis optional (spezielle Be­triebs­sys­te­me wie Raspbian)

Der Raspberry Pi hat seinen Namen zwar nicht einer Bar zu verdanken – al­ler­dings spricht man diesen wie den eng­li­schen Ausdruck für Him­beer­ku­chen („raspberry pie“) aus, weshalb ku­li­na­ri­sche Vorlieben auch hier eine Rolle gespielt haben könnten. Mit der Himbeere, die auch das of­fi­zi­el­le Logo ziert, knüpfte man an ältere Tra­di­tio­nen der Na­mens­ge­bung von Computer-Her­stel­lern wie Tangerine Computer Systems, Apricot Computers oder Apple an, denen es Frucht­sor­ten sichtlich angetan hatten. Das Pi, das für „Python in­ter­pre­ter“ steht, re­sul­tiert aus dem ur­sprüng­li­chen Plan, den Raspberry mit einem ein­ge­bau­ten In­ter­pre­ter für die Pro­gram­mier­spra­che Python aus­zu­lie­fern.

Im Un­ter­schied zu Arduino verfügen die Raspberry-Pi-Modelle nicht nur über eine we­sent­lich höhere Pro­zes­sor­leis­tung, sondern auch über eigenen Ar­beits­spei­cher und Mög­lich­kei­ten zur Vi­deo­aus­ga­be. Der Mi­ni­com­pu­ter aus Groß­bri­tan­ni­en kann daher ei­gen­stän­dig betrieben werden und An­wen­dun­gen ausführen, wofür lediglich ein Raspberry-Pi-Be­triebs­sys­tem in­stal­liert sein muss.

Arduino und Raspberry Pi im Vergleich

Der größte Un­ter­schied zwischen Arduino und Raspberry Pi: Während es sich bei ersterem um einen Mi­kro­con­trol­ler handelt, der lediglich kom­pi­lier­ten C-Code ausführen kann, funk­tio­niert letzterer wahlweise auch als ei­gen­stän­di­ges System. Dennoch ist der Raspberry Pi dadurch nicht einfach die bessere Wahl für jegliche Art von DIY-Projekten, was sich an den Vor- und Nach­tei­len, den Ein­satz­mög­lich­kei­ten und der je­wei­li­gen Community zeigt.

Die Vor- und Nachteile von Arduino

Arduino-Boards zeichnen sich ins­be­son­de­re durch zwei Ei­gen­schaf­ten aus: Ei­ner­seits liefern sie fertig ein­ge­bau­te Pro­zes­sor­leis­tung inklusive Pe­ri­phe­rie (Ein-/Ausgänge sowie Schnitt­stel­len), was sie für alle Nutzer in­ter­es­sant macht, die nur über geringe Elek­tronik­kennt­nis­se verfügen. An­de­rer­seits – und damit sammeln die Mini-Platt­for­men aus Italien auch wertvolle Plus­punk­te im „Arduino vs. Raspberry Pi“-Vergleich – liefert die auf die Hardware ab­ge­stimm­te Ent­wick­lungs­um­ge­bung eine Pro­gram­mier­ober­flä­che mit diversen fertigen Bi­blio­the­ken, die das Pro­gram­mie­ren erheblich er­leich­tert. Ferner ist die IDE (da in Java ge­schrie­ben) platt­form­un­ab­hän­gig und daher mit gleichem Er­schei­nungs­bild sowohl in Windows als auch Linux und macOS verfügbar. Deshalb ver­wun­dert es wenig, dass Arduino-Bauteile als Übungs­kom­po­nen­ten in Schulen, Uni­ver­si­tä­ten und anderen Lehr­ein­rich­tun­gen sehr beliebt ist.

Hinweis

Parallel zum ver­ein­fach­ten C-Code können Arduino-Nutzer auch jederzeit klas­si­schen Code schreiben oder eine al­ter­na­ti­ve Ent­wick­lungs­um­ge­bung einsetzen – so bieten die Boards auch für Profis eine kos­ten­güns­ti­ge und zeit­spa­ren­de Al­ter­na­ti­ve.

Die Sim­pli­zi­tät der Arduino-Boards ist nicht aus­schließ­lich mit Vorteilen verbunden: So ist die in­te­grier­te Ent­wick­lungs­um­ge­bung zwar eine große Stütze bei der An­steue­rung der Hardware, al­ler­dings lernen Pro­gram­mier­neu­lin­ge auf diesem Weg kaum etwas über das klas­si­sche Code-Schreiben. Allgemein droht die Gefahr, aufgrund der ein­satz­fer­ti­gen Bi­blio­the­ken gänzlich auf eigene Pro­gram­mie­run­gen zu ver­zich­ten und den möglichen Ak­ti­ons­ra­di­us dadurch un­nö­ti­ger­wei­se ein­zu­schrän­ken. Ein weiterer Nachteil von Arduino kommt zum Tragen, wenn die Stan­dard­aus­füh­rung der Mi­kro­con­trol­ler-Boards durch zu­sätz­li­che Schnitt­stel­len und Eingabe-/Ausgabe-Funk­tio­nen erweitert werden soll. Zwar erlaubt die stan­dar­di­sier­te Hardware die un­kom­pli­zier­te Auf­rüs­tung über so­ge­nann­te Shields – der Erwerb dieser Zu­satz­mo­du­le für Ethernet, LED und Co. lässt die Pro­jekt­kos­ten jedoch schnell in die Höhe schießen.

Vorteile Nachteile
sofort ein­satz­be­rei­tes Hardware-/Software-Setup geringer Lern­fak­tor in Sachen Elek­tro­nik und Pro­gram­mie­rung (bei Nutzung der IDE)
eigene Ent­wick­lungs­um­ge­bung mit diversen Bi­blio­the­ken (platt­form­über­grei­fend) Auf­rüs­tung mit Shields kann kost­spie­lig werden

Stärken und Schwächen des Raspberry Pi

Auch der Raspberry Pi zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er ein ein­satz­be­rei­tes Hardware-Setup liefert, das dem Nutzer die auf­wen­di­ge Zu­sam­men­stel­lung der tech­ni­schen Basis für DIY-Projekte abnimmt. Im Vergleich zu den Boards von Arduino hat der Raspberry Pi alle Kom­po­nen­ten an Bord, um einen ei­gen­stän­di­gen Betrieb des Mi­ni­com­pu­ters möglich zu machen. Darüber hinaus sind die meisten Modelle stan­dard­mä­ßig netz­werk­fä­hig (Ethernet, WLAN oder beides) – lediglich den Modellen A und A++ des Pi 1 sowie dem mi­ni­ma­lis­ti­schen Pi Zero fehlen ent­spre­chen­de Ports. Dank dieser Ei­gen­schaf­ten kann der Raspberry Pi nicht nur direkt als Pro­gram­mie­rungs­platt­form dienen, sondern auch für den Betrieb von An­wen­dun­gen wie privaten Clouds, Web­ser­vern oder VPN-Servern auf Raspberry Pi genutzt werden.

Das Hauptziel der Raspberry Pi Foun­da­ti­on, die hinter der Ent­wick­lung des Mi­ni­com­pu­ters steckt, war von Beginn an, Nutzern mit geringem Know-how den Zugang zu Hardware und Pro­gram­mie­rung zu er­leich­tern. Und obwohl sich dieser Wunsch in dem Projekt zum Großteil wi­der­spie­gelt, kann ins­be­son­de­re die Ein­rich­tung zur wahren Ge­dulds­pro­be werden. Man muss das Be­triebs­sys­tem nicht nur auswählen und her­un­ter­la­den, sondern auch auf eine passende SD-Spei­cher­kar­te ver­frach­ten. Auch die an­schlie­ßen­de In­stal­la­ti­on und Kon­fi­gu­ra­ti­on der Sys­tem­soft­ware ist nicht für jeden Neuling so selbst­ver­ständ­lich, wie man im Raspberry-Lager viel­leicht vermutet.

Hinweis

Ver­schie­dens­te Anbieter of­fe­rie­ren SD-Karten (kos­ten­pflich­tig), auf denen ein lauf­fä­hi­ges Raspberry-Pi-Be­triebs­sys­tem (für ge­wöhn­lich Raspbian) bereits in­stal­liert ist.

Ein weiterer Nachteil: Der Ba­sis­preis liegt zwar je nach Modell und Anbieter nur zwischen 5 und 40 Euro – für den Betrieb des Raspber­rys wird jedoch allerhand kos­ten­pflich­ti­ges Zu­satz­zu­be­hör wie Strom- und HDMI-Kabel etc. benötigt.

Vorteile Nachteile
stan­dard­mä­ßig HDMI- und netz­werk­fä­hig (mit Ausnahme einiger Modelle) Software gehört nicht zum Paket und muss daher vom Nutzer selbst her­un­ter­ge­la­den und ein­ge­rich­tet werden
für einfache wie komplexe Aufgaben geeignet für den ei­gen­stän­di­gen Betrieb wird eine Menge kos­ten­pflich­ti­ger Zu­satz­tei­le benötigt

Community-Check: Arduino vs. Raspberry Pi

Wer Projekte mit Hardware-Teilen wie Raspberry Pi und Arduino plant und ent­wi­ckelt, teilt sein Ergebnis gerne mit anderen Hobby-Bastlern. Vi­deo­por­ta­le wie YouTube oder Vimeo sowie DIY-Websites wie hackster.io prä­sen­tie­ren Tausende Tutorials und An­lei­tun­gen – von Nutzern für andere Nutzer. Sowohl Arduino als auch Raspberry Pi sind dabei mehr als gut vertreten. Beide DIY-Kom­po­nen­ten, der Mi­kro­con­trol­ler auf der einen und der Mi­ni­com­pu­ter auf der anderen Seite, vereinen riesige Com­mu­ni­tys hinter sich. Im Ergebnis findet man jederzeit nicht nur In­for­ma­tio­nen über bereits rea­li­sier­te Werke, sondern auch Hil­fe­stel­lung bei Fragen zu eigenen Projekten.

Hinweis

Die bereits erwähnten Arduino-Shields zur Er­wei­te­rung der tech­ni­schen Basis der Elek­tro­nik­boards sind größ­ten­teils von Mit­glie­dern der Arduino-Community ent­wi­ckelt worden.

Zu den wich­tigs­ten Seiten rund um Arduino-Projekte zählen:

  • Reddit: Auf Reddit existiert ein um­fang­rei­cher Arduino-Kanal, auf dem Nutzer ihre Pro­jekt­ideen teilen, Bilder oder Videos von Re­sul­ta­ten posten oder ihre Fragen bezüglich der Mi­kro­con­trol­ler-Boards stellen.
  • Of­fi­zi­el­les Arduino-Forum: Rund 500.000 re­gis­trier­te Mit­glie­der dis­ku­tie­ren in beinahe ebenso vielen er­stell­ten Threads über die ver­schie­de­nen Arduino-Modelle, Ein­satz­mög­lich­kei­ten, tech­ni­sche Fragen u. v. m.
  • Arduino Play­ground: Arduino Play­ground ist ein um­fang­rei­ches Wiki, in dem jeder in­ter­es­sier­te Nutzer eigene Code-Snippets, Tutorials, Tipps und Tricks ver­öf­fent­li­chen, Projekte prä­sen­tie­ren oder lediglich stöbern kann.

Wer sich mit anderen Raspberry-Pi-Fans aus­tau­schen möchte, dem bieten ins­be­son­de­re diese Seiten die perfekte Basis:

  • Raspber­ry­pi.org: Die of­fi­zi­el­le Homepage des Raspberry-Pi-Projekts ist nicht nur die erste An­lauf­stel­le für jeden, der eine Ausgabe des Mi­ni­com­pu­ters ergattern möchte. Unter der Rubrik „HELP“ finden Besucher diverse Guides (u. a. zu Soft- und Hardware) sowie eine aus­führ­li­che Online-Do­ku­men­ta­ti­on. Im Forum der Website sind darüber hinaus über 200.000 Mit­glie­der re­gis­triert, die über die ver­schie­dens­ten Themen rund um den Raspberry dis­ku­tie­ren.
  • RPi Hub: Der RPi Hub auf eLinux.org liefert eine riesige Zahl an In­for­ma­tio­nen für Ein­stei­ger und Fort­ge­schrit­te­ne – ob Guides für den Kauf, das Setup und den Start oder Tipps und Tricks zu Soft- und Hardware. Lektüre-Emp­feh­lun­gen und Links zu wichtigen Community-Seiten runden das Paket ab.
  • element14: element14 zählt zu den er­folg­reichs­ten Community-Websites für Elek­tro­nik-Projekte aller Art. In der Raspberry-Pi-Ecke dis­ku­tie­ren Mit­glie­der aktuelle Themen und geben Reviews zu Zu­satz­hard­ware und -software ab. Auf­lis­tun­gen beliebter und emp­foh­le­ner Beiträge zeigen neuen Mit­glie­dern beim ersten Besuch, welche Themen einen Blick wert sind. Im internen Blog werden zudem re­gel­mä­ßig Themen rund um den Raspberry ver­öf­fent­licht.

Ein­satz­sze­na­ri­os für Arduino und Raspberry Pi im Vergleich

Die große Ge­mein­sam­keit von Arduino und Raspberry Pi besteht darin, dass sie sofort ein­satz­be­reit sind, ohne dass elek­tro­ni­scher Schal­tun­gen aufgebaut und aus­ge­mes­sen oder Platinen bestückt oder gelötet werden müssen. Damit ist im Grunde genommen auch der Haupt­grund dafür genannt, warum sowohl Raspberry als auch Arduino für DIY-Projekte an Schulen und Uni­ver­si­tä­ten sowie im Pri­vat­sek­tor so beliebt sind: Sie bieten un­er­fah­re­nen Neulingen die Mög­lich­keit, schnell erste Er­geb­nis­se zu erzielen, und Fort­ge­schrit­te­nen ein fertiges Hardware-Gerüst.

Dass beide Bauteile dabei in un­ter­schied­li­cher Weise zum Einsatz kommen, ist auf die we­sent­li­chen Un­ter­schie­de zwischen Raspberry Pi und Arduino zu­rück­zu­füh­ren: Arduino-Boards sind in ihrer Funktion als Mi­kro­con­trol­ler in der Lage, eine auf­ge­spiel­te Anwendung wie zuvor definiert ohne groß­ar­ti­ge Ver­zö­ge­rung aus­zu­füh­ren. Sie werden mit einer eigenen Ent­wick­lungs­um­ge­bung aus­ge­lie­fert, die über diverse ein­satz­fer­ti­ge Bi­blio­the­ken verfügt und so eine Menge Pro­gram­mie­rungs­ar­beit erspart. Der Raspberry Pi kann als Mi­ni­com­pu­ter mit eigenem Be­triebs­sys­tem we­sent­lich kom­ple­xe­re Aufgaben erledigen und bei­spiels­wei­se mehrere An­wen­dun­gen parallel oder nach­ein­an­der ausführen. Zudem verfügt er stan­dard­mä­ßig über eine Vielzahl von Schnitt­stel­len und Ports (HDMI, WiFi, LAN), die man Arduino-Boards erst mit Shields hin­zu­fü­gen muss.

Ver­ein­facht lässt sich daher sagen, dass der Arduino sich ins­be­son­de­re für Projekte eignet, in denen eine einfache Aufgabe wie­der­holt aus­ge­führt werden soll. Geht es bei­spiels­wei­se darum, die Au­ßen­tem­pe­ra­tur zu messen und auf einem be­lie­bi­gen Display an­zu­zei­gen, bietet der Mi­kro­con­trol­ler die perfekte Grundlage. Will man hingegen nicht nur die Au­ßen­tem­pe­ra­tur messen, sondern auch den Wet­ter­be­richt checken und anhand zuvor de­fi­nier­ter Kriterien (z. B. hohe Tem­pe­ra­tur und niedrige Re­gen­wahr­schein­lich­keit) die Garten-Be­wäs­se­rungs­an­la­ge starten, ist ein Raspberry Pi die bessere Wahl.

Es muss nicht zwangs­läu­fig Raspberry Pi vs. Arduino heißen

Sowohl Arduino-Boards als auch die Raspberry-Pi-Rechner haben also ihre Stärken und Schwächen. Bei kleineren Projekten ist es daher sinnvoll, zunächst zu überlegen, welche Kom­po­nen­ten man für die Umsetzung benötigt, und sich an­schlie­ßend für eines der beiden Ba­sis­tei­le zu ent­schei­den. Wenn es das Budget zulässt und es sich bei dem geplanten Projekt um mehr als eine einfache Fern­schal­tung handelt, ist es aber kei­nes­wegs abwegig, auf einen Verbund aus Arduino- und Raspberry-Modellen zu setzen.

So ist es bei­spiels­wei­se denkbar, dass der Arduino erst zur Aus­füh­rung einer Anwendung ein­ge­setzt wird, nachdem ein Raspberry Pi Be­rech­nun­gen an­ge­stellt hat. An­ders­her­um ist es natürlich ebenso möglich, dass die Aufgabe des Arduino-Mi­kro­con­trol­lers darin liegt, die Ver­ar­bei­tung eines komplexen Prozesses auf einem Raspberry Pi zu starten. Ein mus­ter­gül­ti­ges Beispiel hierfür ist das Projekt Piano Stairs (dt. „Klavier-Treppe“), mit dem Bonnie Eisenman, Erica Portnoy und Vincent Castaneda den zweiten Platz beim Hack­Princ­ton 2013 (Kategorie „Hardware“) gewinnen konnten: Die in­ter­ak­ti­ven Trep­pen­stu­fen spielen beim Betreten Kla­vier­tö­ne ab, wobei ein Arduino für die Wei­ter­ga­be der erfassten Werte an einen Raspberry Pi ein­ge­setzt wird. Dieser wiederum sorgt für die Ver­ar­bei­tung der Werte und die Ausgabe der ent­spre­chen­den Sounds.

Eine aus­führ­li­che Anleitung zu dem Projekt gibt es auf der DIY-Ent­wick­ler-Website in­s­truc­ta­bles.com.

Zum Hauptmenü