Der be­kann­tes­te Such­ma­schi­nen­dienst versucht seine Such­ergeb­nis­se für Nutzer stetig zu ver­bes­sern, u. a. mit re­gel­mä­ßi­gen Google-Updates.Surfende sollen sowohl schnell an In­for­ma­tio­nen kommen als auch ein insgesamt positives Erlebnis auf Websites haben. Deshalb un­ter­stützt Google Admins und Content-Ersteller für bessere Websites. Eine solche Maßnahme zur Ver­bes­se­rung der Web­in­hal­te hat Google mit den Web Vitals an­ge­sto­ßen: ein­heit­li­che Kenn­zah­len für klare Aussagen über die tech­ni­sche Qualität einer Website. Wenn Sie selbst eine Website betreiben und in den SERPs nicht un­ter­ge­hen wollten, sollten die Web Vitals Teil Ihrer SEO-Strategie sein.

Sie können die Core Web Vitals des eigenen Web­auf­tritts bereits jetzt einsehen und mit der Op­ti­mie­rung beginnen. Richtige Relevanz erhalten die Kenn­zah­len al­ler­dings erst ab August 2021. Google hat an­ge­kün­digt, das Page Ex­pe­ri­ence Update, wovon die Web Vitals ein großer Teil sein werden, ab Mitte Juni aus­zu­rol­len. Wirkung wird das Update dann ver­mut­lich erst zwei Monate später zeigen. Erfahren Sie, wie Sie sich schon jetzt vor­be­rei­ten können!

Tweet des Google-Teams zu den Core Web Vitals
Das Page Ex­pe­ri­ence Update inklusive der Web Vitals wird ab Mitte Juni von Google im­ple­men­tiert. / Quelle: https://twitter.com/goog­le­se­archc/status/1384173984334237699

Was sind die Core Web Vitals?

Google führt mit den Core Web Vitals Kenn­zah­len ein, die Web­sei­ten­be­trei­bern In­for­ma­tio­nen zur Qualität ihrer In­ter­net­auf­trit­te liefern. Dabei geht es nicht um den Inhalt auf der je­wei­li­gen Website. Die Web Vitals messen tech­ni­sche Aspekte, die sich auf das Erlebnis der Nutzer auswirken. Genauer gesagt beziehen sich die Kenn­zah­len auf die Er­fah­run­gen, die die Besucher einer Website in den ersten Sekunden machen. Hierfür hat Google drei Werte fest­ge­legt:

  • Largest Con­tentful Paint (LCP): Wie schnell ist das größte Element geladen?
  • First Input Delay (FID): Wann können die Nutzer mit der Website in­ter­agie­ren?
  • Cu­mu­la­ti­ve Layout Shift (CLS): Wie stark ver­schiebt sich das Layout beim La­de­vor­gang?

Für die Web Vitals erfasst Google das Erlebnis der Website-Besucher. Um dieses zu messen, wertet Google Daten aus dem Chrome-Browser aus und erstellt damit den Chrome User Ex­pe­ri­ence Report. Dabei werden mobile Daten und Messwerte von Desktop-PCs getrennt von­ein­an­der angegeben. Im Bericht selbst finden Sie auch immer einen agg­re­gier­ten Score – also einen zu­sam­men­ge­fass­ten Wert –, der 75 Prozent der Website-Besuche be­inhal­tet. Das ist wichtig, da un­ter­schied­li­che Nutzer mitunter ganz ver­schie­de­ne Er­fah­run­gen machen. Im besten Fall möchten Sie Ihre Website aber so gestalten, dass alle Benutzer ein positives Erlebnis haben.

Googles Core Web Vitals vor­ge­stellt

Bisher hat Google drei ver­schie­de­ne Kenn­zah­len vor­ge­stellt. Zukünftig können aber durchaus weitere Zahlen hin­zu­kom­men. Die bereits ein­ge­führ­ten Web Vitals drehen sich in erster Linie um In­ter­ak­ti­vi­tät auf der Website.

Largest Con­tentful Paint (LCP)

Wie schnell kann der Nutzer Inhalte auf der Website erkennen? Google misst mit LCP, ab wann dem Nutzer der größte (im Sinne der optischen Dar­stel­lung, nicht der Da­ten­men­ge) sichtbare Content-Block angezeigt wird. Hierfür kommen z. B. Text, Bilder oder Videos in Frage. Da in der Regel das größte Element zum Schluss geladen wird und es sich ver­mut­lich um den Haupt­in­halt der Seite handelt, kann Google auf diese Weise einen ganz guten Eindruck davon erhalten, wie lang es überhaupt dauert, bis die Nutzer die Website lesen oder mit dieser in­ter­agie­ren können.

Mit LCP hat der Such­ma­schi­nen­her­stel­ler eine Al­ter­na­ti­ve zu älteren Kenn­zah­len wie load oder DOM­Con­tent­Loa­ded ent­wi­ckelt. Diese Kenn­zah­len liefern eher In­for­ma­tio­nen theo­re­ti­scher Natur. Largest Con­tentful Paint hingegen bezieht sich sehr viel mehr auf das tat­säch­li­che Nut­zer­er­leb­nis. Der sehr ähnliche Wert First Con­tentful Paint (FCP) wiederum gibt lediglich an, wie schnell das erste Element geladen wurde. Dieses ist in vielen Fällen aber völlig un­be­deu­tend für den ei­gent­li­chen Inhalt der Website. Die Kennzahl First Meaningful Paint (FMP) schließ­lich hat sich in der Ver­gan­gen­heit als zu komplex und feh­ler­an­fäl­lig her­aus­ge­stellt.

Als Richtwert nennt Google 2,5 Sekunden vom ersten Aufruf der Website bis zum Er­schei­nen des Largest Contenful Paint für die Nutzer. Wichtig ist, dass dieser Wert auch für alle Nutzer gilt. Werte, die man als Webmaster bei Tests erreicht, können von den Er­fah­run­gen der ver­schie­de­nen Nutzer stark abweichen.

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, den LCP-Wert zu ver­bes­sern:

  • Benutzen Sie ein Framework statt eine große HTML-Seite, da so das Aus­spie­len der Elemente besser gesteuert werden kann.
  • Verwenden Sie ein Content-Delivery-Network, damit der Standort der Nutzer keinen Einfluss auf den Ser­ver­zu­griff hat.
  • Gehen Sie behutsam mit CSS und Ja­va­Script um, damit der Browser nicht über­las­tet wird.
  • Ver­klei­nern Sie Bilder, um Da­tei­grö­ßen und damit La­de­zei­ten zu ver­rin­gern.
  • Bei sta­ti­schen Websites können Sie mit Server-Caches schnel­le­re Zu­griffs­zei­ten er­mög­li­chen.
  • Bauen Sie die Ver­bin­dung zu externen Quellen früh­zei­tig auf, um hier keine Fla­schen­häl­se zu schaffen.
Tipp

Einen noch genaueren Einblick, wie Sie die Ladezeit des größten In­halts­ele­ments verkürzen können, finden Sie im Artikel von Google zu LCP.

First Input Delay (FID)

Sobald die Website geladen ist, wollen Nutzer mit dieser auch in­ter­agie­ren. First Input Delay gibt die Zeitdauer zwischen der ersten In­ter­ak­ti­on durch den Website-Besucher und dem Reagieren der Website an. Das kann bei­spiels­wei­se ein Login-Versuch sein, aber auch der einfache Klick auf einen Link. Damit der erste Eindruck nicht getrübt wird, sollten Server die Eingabe möglichst schnell ver­ar­bei­ten. Doch die Ser­ver­ge­schwin­dig­keit ist nur ein Teil der Her­aus­for­de­rung, einen guten FID-Wert zu erzielen: Webmaster sollten auch die Browser der Nutzer in Betracht ziehen. Wenn die Software mit anderen Aufgaben be­schäf­tigt ist, können sie die Eingaben nicht be­ar­bei­ten. Häu­figs­ter Schwach­punkt sind deshalb große Ja­va­Script-Dateien, die den Browser lang­fris­tig be­schäf­ti­gen.

Google gibt an, dass es ca. 100 Mil­li­se­kun­den dauern sollte von dem Moment, in dem ein Nutzer die In­ter­ak­ti­on ge­trig­gert hat, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Änderung im Browser sichtbar ist.

Wenn Sie den First Input Delay ver­bes­sern und Besuchern ein besseres Erlebnis auf Ihrer Website bieten möchten, sollte Sie folgende Op­ti­mie­rungs­po­ten­zia­le in Betracht ziehen:

  • Versuchen Sie, lange Aufgaben in kleinere Teile auf­zu­tei­len. Solang ein Ja­va­Script aus­ge­führt wird, kann der Browser keine anderen Aufträge ver­ar­bei­ten. Be­ar­bei­tungs­zei­ten von über 50 ms sieht Google als Long Tasks an, weshalb Sie diese vermeiden sollten.
  • Laden Sie die wich­tigs­ten In­ter­ak­ti­ons­ele­men­te zuerst. So können Nutzer schneller agieren und müssen nicht erst längere La­de­zei­ten abwarten.
  • Setzen Sie einen so­ge­nann­ten Web Worker ein. Diese Prozesse er­mög­li­chen es, kom­ple­xe­re Aufgaben im Hin­ter­grund aus­zu­füh­ren.
Tipp

Sie möchten noch weitere Details erfahren, wie Sie Ihren FID-Wert ver­bes­sern können? Google hat einen aus­führ­li­chen Artikel zur Op­ti­mie­rung des First Input Delay verfasst.

Cu­mu­la­ti­ve Layout Shift (CLS)

Oft wird eine Website so geladen, dass die Besucher diese bereits nutzen können, bevor das letzte Element im Browser erscheint. Dies hat im Sinne des LCP große Vorteile, kann aber dazu führen, dass sich das Layout noch einmal gründlich ver­schiebt. Das Um­her­sprin­gen von In­halts­ele­men­ten wiederum hat zur Folge, dass Nutzer entweder beim Lesen verwirrt werden oder ungewollt auf ein falsches Element klicken.

Für den CLS-Wert misst Google die Ver­än­de­run­gen im Layout einer Seite. Jedes Mal, wenn ein Element un­er­war­tet seinen Platz verändert, wird dies erfasst. Gewollte Ver­än­de­run­gen durch In­ter­ak­tio­nen des Nutzers sind damit also aus­ge­schlos­sen. Google achtet dabei nicht nur darauf, wie viele Objekte sich wie oft ver­schie­ben, sondern misst auch, wie weit sich die je­wei­li­gen Elemente bewegen. Alles zusammen fließt in Cu­mu­la­ti­ve Layout Shift ein.

Für Google ist ein CLS-Wert von 0,1 gut. Liegt man deutlich darüber, sollte man die Website op­ti­mie­ren.

Folgende Optionen können dabei helfen:

  • Geben Sie immer die Di­men­sio­nen der ein­ge­bau­ten Bilder im Quelltext der Website an. Auf diese Weise kann der Browser den ent­spre­chen­den Platz beim Aufbau des Layouts bereits re­ser­vie­ren.
  • Auch dy­na­mi­sche Wer­be­an­zei­gen, die von externen Anbietern ein­ge­spielt werden, bringen das Layout durch­ein­an­der. Es empfiehlt sich, für die Anzeigen einen aus­rei­chend großen Platz­hal­ter statisch fest­zu­le­gen, um das Ver­schie­ben von Objekten zu vermeiden.
  • Wenn man versucht, Schrift­ar­ten aus dem Web zu laden, kann sich das Layout mitunter ungeplant ver­schie­ben. Es empfiehlt sich daher, die Fonts vor­zu­la­den (preload).
Tipp

Google gibt auch in Bezug auf CLS einige Tipps, wie man die eigene Website op­ti­mie­ren kann.

Warum sind die Core Web Vitals wichtig?

Google versucht das Web mit­zu­ge­stal­ten. Dafür nutzt der In­ter­net­kon­zern seine Markt­macht aus: Websites, die nicht auf den ersten Seiten der Such­ma­schi­nen­er­geb­nis­se von Google auf­tau­chen, werden von den meisten Menschen niemals wahr­ge­nom­men. Webmaster und SEO-Experten geben sich deshalb viel Mühe, ihre Web­in­hal­te im Sinne der Such­ma­schi­ne auf­zu­be­rei­ten. Dabei sind nicht alle Ranking-Faktoren offiziell bekannt. Mit den Web Vitals hat Google nun al­ler­dings konkrete Werte vorgelegt, die Website-Betreiber für sich nutzen können.

Die Web-Vital-Werte der eigenen Website lassen sich bei­spiels­wei­se über die Google Search Console einsehen. Darin bekommt man sowohl für Mobile als auch Desktop eine un­ab­hän­gi­ge Analyse. Wichtig zu wissen: Da sich die Werte der Core Web Vitals aus echten Nut­zer­da­ten ergeben, müssen Sie bei neuen Projekten mitunter etwas warten, bis Google genügend In­for­ma­tio­nen für eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Analyse sammeln konnte. Auch in anderen Tools von Google werden die Kenn­zah­len angezeigt: In Google Light­house, Page Speed Insights und den Chrome User Ex­pe­ri­ence Report sind die Werte ebenfalls in­te­griert.

Fazit

Googles Core Web Vitals werden zukünftig zu den wich­tigs­ten Faktoren bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung gehören. Sie wollen Ihre Website nach vorn bringen? Der ran­king­Coach von IONOS hilft Ihnen bei Ihrer SEO-Strategie.

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