Instagram für Unternehmen - Teil 2: Strategie und Planung

Wer sich einmal auf der Social-Sharing-Plattform Instagram verloren hat, kommt so schnell nicht wieder davon los: Ob von großen Marken, weltbekannten Stars oder privaten Nutzer, die sich dank einer treuen Fangemeinde zu relevanten Influencern entwickelt haben, täglich werden über 95 Millionen neue Fotos und Videos hochgeladen – es gibt also einiges zu sehen.

Kaum ein soziales Netzwerk strotzt so sehr vor Kreativität und Innovation und gibt Unternehmen gleichzeitig die Chance, ihre Marken und Produkte in einem dafür so offenen Umfeld zu platzieren. Doch ganz einfach ist es nun auch wieder nicht: Erfolg oder Misserfolg, das unterliegt auf Instagram ganz eigenen Regeln.

Was Sie bei der Planung einer Instagram-Kampagne beachten müssen, wie guter Content aussieht, wie Sie mit Hashtags, Instagram Stories und der Community umgehen und natürlich wie Sie Instagram in Ihre Marketing-Planung integrieren, lesen Sie in Teil 2 unseres Instagram-Ratgeber für Unternehmen.

Die Basis: Instagram-Business

Seit Sommer 2016 steht Unternehmen ein spezieller Instagram-Business-Account zur Verfügung. Bis dahin unterschieden sich die Unternehmensprofile kaum von den privaten. Neben ausführlicheren Profilinformationen, einem CTA-Button mit drei Kontaktmöglichkeiten (E-Mail, Telefon, Routenplaner) und einer Kategorie-Auswahl bietet vor allem die neue Statistik-Funktion einen wahren Mehrwert für Marketer und Unternehmen. Durch die neuen Analytics-Features ist es möglich, auch ohne externen Anbieter mehr über die eigenen Follower auf Instagram zu erfahren und die Performance einzelner Posts besser zu beurteilen.

Wie Sie Ihr Standard-Profil in einen Instagram-Business-Account umwandeln, haben wir im ersten Teil unseres Instagram-Ratgebers ausführlich beschrieben. Ist der Account aufgesetzt, geht es an die strategische Instagram-Planung und die Zielsetzung

Für welche Branchen eignet sich Instagram?

Mit der richtigen Strategie können sich Unternehmen aus wirklich jeder Branche auf Instagram durchsetzen – vom großen Modelabel bis zum kleinen Kiez-Café präsentiert sich heute fast jeder auf der Foto-Plattform, nahezu jede Branche ist vertreten. Besonders intensiv nutzt wie erwartet die Beauty-, Mode- und Schmuck-Branche das Netzwerk. Diese Branchen waren die Vorreiter auf Instagram und haben die Potenziale des Kanals als erstes für sich entdeckt. Doch übertroffen werden sie von einer anderen: der Automobilbranche. Nahezu jedes namhafte Automobilunternehmen nutzt Instagram, um Fans und Follower auf dem Laufenden zu halten. Vor allem finden Nutzer aber natürlich hochwertige Fotos der Fahrzeuge.

Instagram im Marketing-Mix

Die Liste der im Marketing relevanten Social-Media-Plattformen ist lang. Bei den sozialen Bildnetzwerken gibt es neben Instagram noch Pinterest, Snapchat und Flickr, und auch bei Facebook stehen Bilder und Videos immer mehr im Mittelpunkt.

Der wichtigste Unterschied zwischen Instagram und anderen Social-Media-Kanälen wie Facebook ist die Tatsache, dass man bei organischen Beiträgen auf Instagram vergeblich nach Links sucht. Während Facebook-Beiträge oder Tweets auf Twitter fast immer mit einem Link auf den eigenen Blog, eine Landingpage oder den Shop verknüpft sind, findet man auf Instagram tatsächlich nur Fotos und Videos ohne entsprechenden Link zu einer Zielseite. Das heißt für Instagram-Marketing und -Performance: Über dieses Netzwerk lässt sich kein unmittelbarer Traffic für die eigene Website generieren. Beim Instagram-Marketing stehen andere KPIs (Key Performance Indicators) im Vordergrund.

Branding statt Traffic

Instagram ist keinKanal des klassischen Performance-Marketings. Vorrangig geht es um Image und Markenbekanntheit. Natürlich unterstützt man dabei indirekt Vertriebsziele. Diese Effekte sind allerdings kaum bzw. gar nicht messbar. Da man über den organischen Instagram-Stream keinen unmittelbaren Traffic generiert, lassen sich auch keine eindeutig rückführbaren Conversions feststellen.

Vielmehr ist Instagram als digitaler Branding-Kanal zu verstehen. Es geht nicht um Klicks, sondern um Wahrnehmung bei der Zielgruppe. Klassische Buzzwords in diesem Zusammenhang sind:

  • Visual Storytelling
  • Visual Corporate Storytelling
  • Branded Storytelling

Einfacher ausgedrückt: Wer auf Instagram aktiv ist, will die Markenbekanntheit steigern, sein forciertes Image stützen und die Produktkommunikation vorantreiben. Es geht darum, Aufmerksamkeit für Unternehmen und Produkt(e) zu generieren. Im Mittelpunkt stehen KPIs wie:

  • Follower
  • Reichweite
  • Interaktionsrate
  • Häufigkeit der Nutzung von Kampagnen-Hashtags

Oft nutzt man Instagram deshalb als Verlängerung von großen Branding-Kampagnen. Eine Ausnahme stellen die neu eingeführten Instagram Ads dar, mit denen sich der letzte Teil unseres Instagram-Ratgebers beschäftigt.

Nutzer-Engagement ist enorm

Das „Teilen“ von Bildern ist auf Instagram nur bedingt möglich. Eine gewisse Eigendynamik, die sich in klassischen Social Networks oft entwickelt, ist bei Instagram deshalb weniger zu finden. Auf Facebook kommt es z. B. häufig vor, dass ein Nutzer einen Beitrag teilt, seine Freunde diesen wiederum teilen – und so innerhalb kürzester Zeit die Reichweite eines einzelnen Beitrags potenziert wird, ganz ohne aktives Zutun des Unternehmens. Durch die fehlende Sharing-Funktion findet man solche Phänomene auf Instagram weniger.

Dennoch birgt Instagram einen sehr großen Vorteil gegenüber anderen Kanälen: Die Engagement-Rate ist im Vergleich mit Facebook oder Twitter enorm hoch. Nutzer interagieren wesentlich häufiger mit Beiträgen auf Instagram als auf anderen Plattformen. Sie liken und kommentieren, vor allem bei Profilen von großen Marken, was das Zeug hält. Laut einer Studie von Forrester ist das Nutzer-Engagement auf Instagram-Seiten großer Marken im Schnitt 58 Mal höher als auf Facebook und 120 Mal höher als auf Twitter. Statt Beiträge zu teilen, ist es bei Instagram gängige Praxis, Freunde in Kommentaren unter Fotos zu markieren, also deren Namen zu verlinken, um sie auf interessante Videos und Fotos aufmerksam zu machen. Über zwei Drittel aller Kommentare sind Markierungen von anderen Instagram-Nutzern.

Aufbau von Reichweite auf Instagram

Über 9 Millionen Nutzer in Deutschland (Tendenz rasant steigend), großes Reichweitenpotenzial, hohes User-Engagement – das sind starke Argumente für Instagram. Um davon zu profitieren, muss ein Unternehmen jedoch zunächst Reichweite aufbauen. Wie generiert man als Unternehmen Follower? Die Verlockung ist groß, den einfachen, schnellen, aber nicht besonders nachhaltigen Weg zu nehmen. Denn wie zu Zeiten, als sich Facebook als Marketingkanal etablierte, gibt es bei Instagram zahlreiche zweifelhafte Angebote. Kurzum: Man kauft sich Follower. Das steigert zwar kurzfristig die Follower-Zahlen und die Reichweite, trägt langfristig jedoch kaum zu den Unternehmenszielen bei.

Selten erhält man durch den Follower-Kauf oder ähnliche Praktiken wirklich aktive Gefolgsleute, die Beiträge kommentieren, liken und Freunden weiterempfehlen. Es ist deshalb in jedem Fall besser, Instagram-Follower auf natürlichem Wege zu gewinnen. Das dauert in der Regel zwar länger und erfordert mehr Aufwand, ist jedoch viel nachhaltiger. In unserem Ratgeber „Instagram-Follower bekommen“ haben wir die besten Tipps zusammengefasst, mit denen Sie dem Follower-Zuwachs auf die Sprünge helfen und Instagram zur wirkungsvollen Werbeplattform machen – ohne für Likes zu bezahlen.

Unter den Top 10 der beliebtesten Instagram-Accounts mit den meisten Followern finden sich übrigens ausschließlich Prominente und Sportler. Platz 1 mit über 100 Millionen Fans ist derzeit die Sängerin und Schauspielerin Selena Gomez. Das erste Unternehmen in der Liste ist der Sportartikelhersteller Nike auf Platz 13 mit aktuell über 64 Millionen Followern. In Deutschland ist das stärkste Unternehmensprofil das der Drogeriemarkt-Kette dm mit 923.000 Followern.

Instagram Content-Strategie

Wer seine Marke auf Instagram aufbauen und seine gewünschte Zielgruppe passend ansprechen will, braucht die richtige Content-Strategie. Die Ansprache der Zielgruppe und die Tonalität aller Marketing-Maßnahmen sind in der Regel fest in den Richtlinien der eigenen Unternehmenskommunikation verankert. Ihre Content-Strategie sollte sich im gesamten Social-Media-Marketing-Plan widerspiegeln. Ganz wichtig im Fall von Instagram: Man muss die Kommunikationsziele der Marke mit den Interessen und Vorlieben der Instagram-Nutzer zusammenbringen. Einen Leitfaden für das perfekte Bild gibt es nicht – für die visuelle Identität des Unternehmensprofils kann man hingegen einen festlegen.

Wiederkennungswert schaffen

Bei Instagram dreht sich alles um die Optik. Der Auftritt eines Unternehmens oder einer Marke sollte individuell, dabei aber einheitlich sein. Ein großer Wiedererkennungswert ist wichtig. Um den richtigen Look für das Unternehmensprofil zu finden, hilft es, sich auf einen oder wenige Filter zu beschränken oder ein Attribut in allen Bildern fortzusetzen. So entsteht ein unverwechselbarer Stil, den Nutzer schnell mit der Marke assoziieren können – ein wertvoller Effekt für erfolgreiches Branding.

Instagram Content-Planung

Teil der Content-Strategie sind auch ganz praktische Dinge wie:

  • Häufigkeit der Posts
  • Zeitpunkt für neue Veröffentlichungen
  • Auswahl der Motive und Themen
  • Erstellung eines entsprechenden Content-Kalenders

Unternehmen sollten regelmäßig neue Inhalte posten, ohne die Follower allerdings mit einer Bilderflut zu überschwemmen. Im Schnitt veröffentlichen Marken drei Posts am Tag. Der Zeitpunkt ist wie bei anderen Social Networks ganz von der Zielgruppe abhängig. Für Frequenz und Zeitpunkt gibt es im Grunde keinen Leitfaden. Jedes Unternehmen muss individuell testen und herausfinden, was für den eigenen Kanal am besten funktioniert. Die neuen Analytics-Funktionen helfen dabei, indem sie Unternehmen ausführliche Informationen zur Followerschaft bieten. Die Ergebnisse sollte man in einer Art Redaktionsplan oder Content-Kalender festhalten. Dort kann man nicht nur Zeitpunkt und veröffentliche Inhalte, sondern auch alle Verantwortlichkeiten bestimmen.

Wie sieht ein guter Post auf Instagram aus?

Qualität und Aktualität sind zentrale Faktoren, sowohl bei Fotos, Videos als auch Instagram Stories (mehr dazu weiter unten). Doch auch Spaß, Kreativität, Authentizität, Innovation und eine moderne und auffällige Bildsprache sind wichtige Elemente für gute Inhalte auf Instagram.

Ein Beispiel: In einer Branche wie dem Tourismus ist hochwertiger Bild-Content in Masse vorhanden. Doch Hochglanz-Fotos von Traumstränden müssen kein Garant für den Instagram-Erfolg sein – die Konkurrenz zu diesem Thema ist schließlich enorm hoch. Ein sehr erfolgreicher Instagram-Unternehmens-Account zum Thema Reise ist der des zweitgrößten deutschen Reiseanbieters Thomas Cook. Hier setzt man auf nutzergenerierte Inhalte und arbeitet viel mit Foto-Contests. Unter dem Hashtag #thomascook können Nutzer ihre besten Urlaubsfotos taggen und mit etwas Glück auf dem mit über 22.000 Followern sehr starken Account gezeigt werden. Über 60.000 solcher Beiträge findet man aktuell auf Instagram.

Das Produkt im Mittelpunkt

Während Produktfotos auf anderen Kanälen als No-Go gelten, generieren bei Instagram kreativ umgesetzte Bildkompositionen mit Produkten einer Marke viele Interaktionen. Die Engagement-Rate bei Produktfotos ist sogar höher als bei Fotos zum Thema Lifestyle oder bei Schnappschüssen von Influencern und Prominenten. Gewinnspiele und Verkaufs-Postings hingegen schneiden eher schlecht ab. Kreativ in Szene gesetzte visuelle Inhalte sind die zentrale Komponente des Instagram-Erfolgs. Als Gewinnspiel-Kanal, wie manche Marketer z. B. Facebook zeitweise exzessiv genutzt haben, eignet sich die Plattform eher weniger.

Zu den erfolgreichsten deutschen Instagram-Unternehmens-Accounts gehört einer, der quasi nur mit Produktfotos gefüllt wird: der Account des Drogeriemarkts dm. Mit aktuell 923.000 Followern verfügt der Kanal bereits über eine enorme Reichweite und verbucht weiterhin täglich wachsende Follower-Zahlen. Durchschnittlich veröffentlicht dm einmal täglich einen neuen Post. Darunter findet man nicht nur kreativ inszenierte Produktbilder, sondern auch kurze Video-Tutorials. Neben kreativen Ideen und hohen visuellen Standards sieht man bei dm auch gut, wie man seinen Markenauftritt durch eine einheitliche Bildsprache und einen wiedererkennbaren Stil prägt.

Die richtige Aufbereitung

Idee und Umsetzung eines Fotos sind dafür ausschlaggebend, ob es bei den Nutzern gut ankommt und viele Kommentare und Likes erzielt. Doch ist das beste Foto auf Instagram nutzlos, wenn es nicht richtig aufbereitet wird. Bildunterschriften, Hashtags, Ortsangaben und Emojis sind wichtige Parameter, die beeinflussen, wie ein Bild wahrgenommen wird – und ob es überhaupt gefunden wird. Ein gutes Bild ist Pflicht bei Instagram; es richtig zu betiteln, mit den richtigen Hashtags zu versehen und in der Bildunterschrift die ideale Kundensprache zu wählen, ist die Kür. Unternehmen sollten versuchen, jeden Post auf Instagram als eigene Kampagne zu verstehen, bei der jede Komponente stimmen muss.

Am folgenden Beispiel sieht man, wie der Online-Modehändler Zalando die Bildunterschrift mit Tags zu verschiedenen Marken und dem Kampagnen-Hashtag #StepIntoMARNI umsetzt.

Mehr Hashtags und dazu noch Emojis findet man bei Haribo Deutschland. Der Süßwarenhersteller fordert seine Follower in der Bildunterschrift direkt zum Kommentieren auf.

Der Instagram-Account der Deutschen Bahn spricht hingegen eine ganz andere Zielgruppe an. Das merkt man auch in der Aufbereitung der Posts: Die Deutsche Bahn setzt auf viel Text und will ihren Followern viele Informationen zu den Bildern bieten. Die Like-Zahlen zeigen, dass das für ihre Zielgruppe bestens funktioniert.

Hashtags richtig einsetzen

Neben dem Aufbau einer Followerschaft ist auch der Einsatz relevanter Hashtags auf Instagram erfolgsfördernd. Bekannt wurde der Begriff „Hashtag“ im Zusammenhang mit dem Micro-Blogging-Dienst Twitter. Ein Hashtag ist ein Wort oder eine Phrase, die mittels einer Raute (#) „getaggt“ werden. So macht man Beiträge für die Schlüsselwort-Suche verfügbar. Auch auf Instagram dienen Hashtags als Themenfilter und machen es möglich, in der Flut der Instagram-Posts gefunden zu werden. Was für Unternehmen wichtig ist: Der Einsatz der richtigen Instagram-Hashtags sorgt für eine höhere Reichweite und mehr User-Engagement. Das funktioniert vor allem, weil Nutzer gezielt nach Hashtags filtern bzw. diese in anderen Beiträgen anklicken. Über die Suchfunktion können Nutzer nämlich nicht nur nach Personen und Orten, sondern auch gezielt nach Hashtags suchen.

Hashtags sind auf Instagram unglaublich beliebt, bis zu 30 davon können Nutzer ihren Beiträgen anhängen. Ihre Anzahl ist allerdings nicht wirklich relevant, umso wichtiger ist aber der thematische Bezug. Auch Unternehmen sollten Hashtags nutzen und gezielt für ihr Image und die entsprechenden Kampagnen einsetzen. Verwendung findet dabei nicht nur der Markenname. Unternehmen können mit speziellen Kampagnen-Hashtags arbeiten und Nutzer dazu animieren, Fotos unter diesem Hashtags zu posten. Große Namen wie Nike zeigen, wie man den eigenen Slogan erfolgreich zum Lifestyle-Motto und beliebten Hashtag auf Instagram macht. Unter dem offiziellen Hashtag #justdoit findet man mittlerweile über 9 Millionen Bilder von fitnessbegeisterten Instagram-Nutzern. Der Sportartikelhersteller selbst hat den Slogan in seiner Kurzbiografie stehen und verwendet das Hashtag unter seinen Videos und Bildern.

Das Beispiel oben zeigt, dass #justdoit das einzige verwendete Hashtag unter dem Bild von Nike ist. Als Weltmarke verfolgt Nike eine minimalistische Hashtag-Strategie und wird trotzdem von Millionen von Leuten wahrgenommen. Wenn man seine Instagram-Unternehmens-Präsenz jedoch erst aufbaut und seine Followerschaft vergrößern will, darf es gerne mehr sein. Aber welche Hashtags soll man sonst noch benutzen?

Wichtig ist, dass man thematisch immer nah am Inhalt bleibt: Was beschreibt das Foto am besten? Welches Thema hat es? Nach welchen Hashtags sucht die Zielgruppe?

In der Praxis überwiegen englische Hashtags auch bei Posts deutscher Nutzer. Einen Überblick aktuell viel genutzter Hashtags auf Instagram findet man z. B. hier. Beliebte Hashtags haben ein größeres Reichweitenpotenzial, aber gleichzeitig muss man sich auch größerer Konkurrenz stellen und läuft Gefahr, in der Masse unterzugehen. Unternehmen sollten ein gutes Mittelmaß finden zwischen besonders beliebten und speziellen, sehr zielgruppenrelevanten Hashtags, die nicht tausendfach genutzt werden.

Beliebte Hashtags aus Instagram

Unter den Top 100 Hashtags finden sich viele einfache Adjektive wie #beautiful, #happy oder #cute, aber vor allem Dauerbrenner wie #instagood, #instalike oder #instadaily, denen keine besondere Bedeutung zukommt. Interessanter sind Schlagworte wie #photooftheday oder #tbt.

#photooftheday ist das Hashtag für eine Art Fotowettbewerb des Accounts von Webstagram. Über das Hashtag bewirbt man sich. Das Bild mit den meisten Likes wird auf der Instagram-Seite @photooftheday gepostet – diese hat Tausende von Followern und beschert dem jeweiligen Instagrammer mit Sicherheit zahlreiche neue Likes und Fans.

Ebenfalls sehr beliebt ist das Hashtag #tbt. TBT steht kurz für „Throwback Thursday“, was auf Deutsch so viel beutet wie Rückblick-Donnerstag. Der Initiator des Hashtags will Nutzer dazu animieren, Fotos aus vergangenen Zeiten zu posten – immer donnerstags. Unter dem Hashtag #tbt findet man derzeit über 341 Millionen Beiträge, die ausgeschriebene Version #throwbackthursday kommt auf über 33 Millionen Beiträge.

Von Hashtags wie #follow, #followme, #like4like oder #tagsforlike sollte man sich als Unternehmen distanzieren. Diese Hashtags werden genutzt, um möglichst schnell möglichst viele Likes und Follower zu generieren. Nutzt ein Unternehmen solche Taktiken, wirkt das eher verzweifelt und unprofessionell.

Instagram Direct als Unternehmen nutzen

Instagram Direct bietet die Möglichkeit, Inhalte mit Nutzern via Privatnachricht zu teilen. Die Fotos und Videos erscheinen nicht im öffentlichen Stream, sondern nur im Posteingang des Empfängers. Auch Unternehmen können diese Funktion für sich nutzen, um in Kontakt mit Followern zu treten. Ganz wichtig hierbei: Der Nutzer bzw. Abonnent muss immer die Konversationen eröffnen, sprich die erste Nachricht schicken. Geht man als Unternehmen in die Offensive, wirkt das zum einen aufdringlich, zum anderen bekommt die Nachricht den unangenehmen Beigeschmack von Spam. Einen Nutzer bewegt man z. B. über Gewinnspiele oder Foto-Contests dazu, eine Nachricht an den Unternehmens-Account zu schicken. Eröffnet der Nutzer den direkten Dialog, bietet es sich später an, passende Produktempfehlungen auszusprechen.

Instagram Stories

Als letztes, für Unternehmen interessantes Feature stellen wir die Instagram Stories vor. Die Funktion ist seit 2016 verfügbar und ermöglicht es Nutzern, Fotos und Videos zu posten, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Nur zwei Monate nach Einführung der Funktion sehen sich über 100 Millionen Nutzer täglich Instagram Stories an. Das ist ein großer Erfolg für Instagram und verspricht Unternehmen eine neue Chance auf Reichweite, unabhängig vom Stream und den Direct-Nachrichten. Die begrenzte Halbwertszeit bildet den Unterschied zu normalen Beiträgen aus dem Stream. Die Stories sind ein einfaches Mittel, um zusätzliche Inhalte zu präsentieren und stärker präsent zu sein. Sie stellen somit eine inhaltliche Ergänzung zu regulären Postings dar.

Der Nutzer findet die Stories seiner abonnierten Kanäle auf dem Startbildschirm der App (Home). Stories sind übrigens ausschließlich über die App und nicht in der Webansicht verfügbar. Ist eine aktuelle Story vorhanden, wird der entsprechende Kanal mit einem kreisförmigen Symbol angezeigt. Mit Klick auf das Symbol öffnet sich die Story. Stories können aus einem einzigen Bild oder Video oder aus mehreren Teilen bestehen. Öffnet man die Story, spielt die App alle vorhandenen Teile hintereinander ab. Macht man keine weitere Aktion, springt die App automatisch zur nächsten verfügbaren Story und spielt diese ab.

Momentan sehen nur Abonnenten eines Kanals dessen Instagram Stories. Instagram hat jedoch angekündigt, die Stories zukünftig auch im Explore-Tab allen Nutzern anzuzeigen, die der Seite noch nicht folgen. In den USA ist diese Änderung bereits ausgerollt.

Wie erstellt man eine Story?

Links oben im Instagram-Feed findet man ein kleines Plus-Zeichen. Mit einem Klick darauf öffnet sich das Aufnahmefenster für die Stories. Wahlweise wischt man im Feed nach rechts über den Screen und gelangt so in die Stories-Oberfläche. Im Aufnahmefenster erstellt man dann entweder direkt ein Bild oder Video oder lädt ein bereits gespeichertes Medium (max. 24 Stunden alt) hoch. Um das Bild vor dem Hochladen zu bearbeiten, stehen wie bei den normalen Posts verschiedene Filter zur Auswahl. Zusätzlich gibt es, wie aus der Paint-Anwendung am PC bekannt, Schreib- und Malwerkzeuge, mit denen man das Bild beschriften und gestalten kann.

Sobald die ersten Follower die Story gesehen haben, kann man dies in einem eigenen Analysebereich nachvollziehen. Indem man seine eigene Story öffnet und nach oben wischt, öffnet sich eine Übersicht der veröffentlichten Storys mit Anzahl der Nutzer, die diese bereits gesehen haben.

Instagram Stories für Marketer

Neben der begrenzten Verfügbarkeit von 24 Stunden ist der große Unterschied zwischen Stories und „normalen“ Posts, dass es sich selten um perfekt in Szene gesetzte Fotos, vielmehr um spontane Schnappschüsse handelt. Die Momentaufnahmen sind vergänglich und löschen sich automatisch nach 24 Stunden. Nutzer können dank der Story-Funktion nun öfter posten, ohne den Feed der Abonnenten zu überschwemmen.

Hat man als Unternehmen bereits Reichweite auf Instagram aufgebaut, besteht jetzt die Möglichkeit, auch die Funktion der Stories für sich zu nutzen. Man kann neue Content-Formate ausprobieren, ohne erst wieder ein neues Publikum aufbauen zu müssen. Anders als perfekt inszenierte und optisch an die Corporate Identity angepasste Fotografien und Videos, haben Instagram Stories keinen Anspruch auf Perfektion. Unternehmen können sie z. B. nutzen, um ihren Followern Einblicke „hinter die Kulissen“ geben. Das stärkt die Kundenbindung, da man ihnen so auf Augenhöhe begegnet und einen ehrlichen Einblick in den Unternehmensalltag gibt. Als Hersteller eines Produkts kann man beispielsweise Ansichten aus der Produktion zeigen, als Agentur inszeniert man eine kleine Führung durchs Büro. Wichtig dabei ist, immer relevant zu bleiben.

Messen und Analysieren: Instagram Analytics

Es ist sinnvoll, sich eine gut durchdachte Strategie zurechtzulegen, bevor man wild drauflospostet. Aber keine Strategie und keine noch so strukturierte und mit Fakten und Recherche belegte Planung hat Erfolgsgarantie. Wie in anderen Marketing-Disziplinen auch, geht eine Strategie entweder auf oder scheitert. Es darauf an, zu wissen, wieso etwas funktioniert oder nicht funktioniert. Die Erfolgsmessung und -analyse ist deshalb auch bei Instagram das A und O. Während man bisher nur über Drittanbieter Erkenntnisse über seine Follower und die Performance einzelner Beiträge gewinnen konnte, gibt es mittlerweile eine integrierte Analytics-Funktion. Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zu Instagram-Analyse-Tools.


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