Die Auswahl an WordPress-Themes ist gewaltig: Die prak­ti­schen Layout-Vorlagen für das beliebte Content-Ma­nage­ment-System, die sich hin­sicht­lich Design, Funk­ti­ons­um­fang und Preis erheblich un­ter­schei­den können, erlauben es, un­kom­pli­ziert die ver­schie­dens­ten Web­pro­jek­te zu ver­wirk­li­chen. Immer stärker rücken seit Version 3.0 und der damit ein­ge­führ­ten Theme-API auch Wordpress-Frame­works in den Vor­der­grund. Diese Grund­ge­rüs­te – ei­gen­stän­di­ge Themes mit ele­men­ta­ren Grund­funk­tio­nen – bilden die Basis für neue Website-Layouts, die in WordPress als Child-Themes be­zeich­net werden. Ein Vertreter dieser Zunft, mit dessen Hilfe Sie Ihr WordPress-Projekt un­kom­pli­ziert für Such­ma­schi­nen op­ti­mie­ren und optisch verändern, ist Thesis, das Framework von DIYthemes.

Was verbirgt sich hinter dem Thesis-Framework?

2008 ver­öf­fent­lich­te der Website-Ent­wick­ler Chris Pearson das Theme Thesis für WordPress auf DIYthemes.com. Der Grund­ge­dan­ke hinter der Layout-Vorlage: die Mög­lich­kei­ten der Theme-Ge­stal­tung einer breiteren Masse an WordPress-Usern zu­gäng­lich zu machen. Seine Basis-Vorlage fand schnell Anklang, weshalb Pearson die Arbeit an seinem Theme kon­se­quent wei­ter­ver­fol­gen konnte. Mit Thesis 2.0 und der mitt­ler­wei­le verfügbar ge­wor­de­nen Child-Theme-Technik ent­wi­ckel­te sich die an­fäng­lich noch recht schlichte Vorlage endgültig zu einem wahren Baukasten für die Ent­wick­lung viel­sei­ti­ger Website-Layouts. Aus diesem Grund zählt das Thesis-Theme heute auch zu den WordPress-Frame­works. Mithilfe von Sprach­da­tei­en, wie sie auf deckerweb.de verfügbar sind, fügen Sie der Theme-Plattform eine deutsche Sprach­aus­ga­be hinzu.

Das un­ter­schei­det Thesis von anderen WordPress-Frame­works

Thesis ist zwar ein Framework für WordPress-Themes, entfernt sich im Gegensatz zu anderen Parent-Themes aber stark von den Struk­tu­ren des Content-Ma­nage­ment-Systems. Mit den drei Werk­zeu­gen Boxes, Skins und Site-Tools nutzen die Ver­ant­wort­li­chen von Thesis ganz bewusst Termini, die einem WordPress-Ent­wick­ler ebenso fremd sind wie einem un­er­fah­re­nen Nutzer. Hin­sicht­lich der Funk­tio­na­li­tät dieser Tools verhält es sich nicht anders: Bei der Arbeit mit Thesis hat man als Nutzer weniger das Gefühl, mit einem WordPress-Theme zu arbeiten, als vielmehr – wie bereits erwähnt – mit einem Homepage-Baukasten. Auf diese Weise soll sich Thesis als WordPress-Framework von ver­gleich­ba­ren Platt­for­men abgrenzen. Dieses Konzept sorgt al­ler­dings dafür, dass auch ein erprobter WordPress-Pro­gram­mie­rer erst nach einer gewissen Ein­ar­bei­tungs­zeit versteht, wie die einzelnen Kom­po­nen­ten funk­tio­nie­ren und korrekt ein­ge­setzt werden – ein Fakt, der schon den einen oder anderen Kritiker auf den Plan gerufen hat.

Wer sich al­ler­dings ein bisschen genauer mit den drei Features für Layout, Design und Sei­ten­ma­nage­ment be­schäf­tigt, erkennt schnell, welche Vorteile durch die strikt ge­trenn­ten Bausteine für das eigene Web­pro­jekt entstehen:

  1. Boxes
    Thesis Boxes sind das, was Widgets in einem Baukasten sind. Jede Box, die Sie im visuellen Template-Editor bequem per Drag-and-Drop zum Layout Ihrer Seite hin­zu­fü­gen, erweitert Ihr Projekt um die jeweilige Funktion. Auf diese Weise im­ple­men­tie­ren Sie bei­spiels­wei­se ein E-Mail-Kon­takt­for­mu­lar in Ihre Sidebar, Social-Media-Buttons unter einen Beitrag oder eine Auf­lis­tung der be­lieb­tes­ten Beiträge am Ende einer Seite. Sie bestimmen die exakte Plat­zie­rung, ohne auch nur eine Zeile Code schreiben zu müssen. Zu­sätz­lich zu den Standard-Boxen exis­tie­ren diverse weitere Funktions-Templates, die von Mit­glie­dern der Thesis-Community oder pro­fes­sio­nel­len Pro­gram­mie­rern ent­wi­ckelt worden sind.
  2. Site-Tools
    Ein wichtiger Be­stand­teil der Phi­lo­so­phie des Thesis-Frame­works ist die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Das Parent-Theme ist daher darauf aus­ge­rich­tet, Ihren WordPress-Webseiten Un­ter­stüt­zung im Kampf um die best­mög­li­che Plat­zie­rung bei Google und Co. zu bieten. Alle Thesis-Themes pro­fi­tie­ren aus diesem Grund nicht nur von der modernen HMTL5-Tech­no­lo­gie, einem sauberen Code und der Bündelung von HTTP-Requests. Mithilfe der Site-Tools im­ple­men­tie­ren Sie nämlich auch mit nur einem Klick ver­schie­de­ne es­sen­zi­el­le SEO-Features wie die Mög­lich­keit, Mark-ups nach Schema.org zu erstellen, Ihr Projekt bei Google und Bing an­zu­mel­den, al­ter­na­ti­ve 404-Feh­ler­mel­dun­gen zu kreieren oder Meta-Tags für einzelne Seiten und Artikel in­di­vi­du­ell fest­zu­le­gen.
  3. Skins
    Die Thesis-Skins bestimmen das Design Ihres WordPress-Projekts. Vom Ent­wick­ler­team selbst werden sie als ver­bes­ser­te Versionen der stan­dard­mä­ßi­gen Child-Themes be­zeich­net. Anders als viele einzeln verkaufte Standard-Themes sind Thesis-Skins nämlich kei­nes­wegs starr, sondern lassen sich mithilfe diverser Vor­ein­stel­lun­gen und Optionen verändern – ohne dass Sie Pro­gram­mier­kennt­nis­se benötigen. So bestimmen Sie die Po­si­tio­nie­rung von Sidebars, die Farben einzelner Objekte oder Schrift­art und -größe mit nur einem einzigen Klick. Stan­dard­mä­ßig in­stal­lie­ren Sie mit Thesis das „Classic Re­spon­si­ve Skin“, das au­to­ma­tisch per­for­mance- und such­ma­schi­nen­op­ti­miert ist und sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop-PCs eine gute Figur macht. Al­ter­na­tiv können Sie sich auch für das „Blank Skin“ ent­schei­den und Ihre eigene Design-Vorlage von Grund auf neu gestalten. Nutzer der Basic-Plus- oder der Pro­fes­sio­nal-Edition haben darüber hinaus Zugriff auf das „Pear­so­ni­fied Skin“ sowie das „Social Triggers Skin“, die beide auf dem klas­si­schen Skin aufbauen. Weitere Vorlagen erhalten Sie bei Dritt­an­bie­tern, z. B. auf wpT­he­sisSkins.com.

Nut­zungs­be­din­gun­gen und ver­füg­ba­re Thesis-Pakete

Um das Thesis-Framework zu nutzen, benötigen Sie eine gültige Lizenz. Unter Be­rück­sich­ti­gung Ihrer Pläne und Ziele können Sie sich dabei für eines der folgenden drei Pakete ent­schei­den:

  Basic Basic Plus Pro­fes­sio­nal
 
Li­zen­zier­te Domains 1 1 un­be­grenzt
Produkt-Updates 12 Monate 12 Monate un­be­grenzt
E-Mail-Support 12 Monate 12 Monate un­be­grenzt
Zugang zum Mit­glie­der-Forum 12 Monate 12 Monate un­be­grenzt
 
Classic Re­spon­si­ve Skin ja ja ja
Pear­so­ni­fied Skin nein ja ja
Social Triggers Skin nein ja ja
 
E-Mail-Opt-in Boxes nein ja ja
Social Media Sharing Boxes nein nein ja
Thesis Ent­wick­ler-Tools Box nein nein ja

Mit dem Pro­fes­sio­nal-Paket treffen Sie als Ent­wick­ler die richtige Wahl. Sie erhalten die komplette Palette ver­füg­ba­rer Funk­tio­nen und aller Thesis-Skins. Darüber hinaus können Sie das Framework in alle Ihre WordPress-Projekte einbinden und für sämtliche Domains, die Ihnen gehören, nutzen. Wenn Sie das Thesis-Framework als Grundlage für die Websites von Kunden nutzen wollen, ist es notwendig, eine zu­sätz­li­che Client-Site-Lizenz zu erwerben. Zu­sätz­lich erhalten Sie un­ein­ge­schränk­ten Zugriff auf das Mit­glie­der-Forum, den E-Mail-Support sowie alle aktuellen und zu­künf­ti­gen Updates ab Thesis 2.0.

Etwas günstiger ist die Basic-Plus-Lizenz, die zwar ebenfalls alle Skins enthält, aber nur für eine Domain gilt, weniger Templates enthält und nach zwölf Monaten erneuert werden muss. Auch die Basic-Variante wird von DIYthemes nur ein Jahr lang un­ter­stützt und bedarf im Anschluss einer erneuten Zahlung. Diese preis­wer­tes­te Lizenz offeriert nur die grund­le­gen­den Skins („Blank“ und „Classic Re­spon­si­ve“) und Boxes und richtet sich in erster Linie an Betreiber einfacher WordPress-Projekte. Beide Lizenzen können Sie jederzeit auf die Pro­fes­sio­nal-Lizenz upgraden.

Fazit
Thesis versucht mit seinen Skins, Boxes und Site-Tools anders als ver­gleich­ba­re Frame­works zu sein, was auch durchaus gelingt. Nicht für jeden Ent­wick­ler und Website-Besitzer ist diese Ent­frem­dung von der WordPress-Plattform nach­voll­zieh­bar, stellt sie doch in manchen Fällen aufgrund der not­wen­di­gen Ein­ar­bei­tungs­zeit eine ver­meid­bar schei­nen­de Hürde dar. Auch der Wechsel zu anderen Themes fernab des Thesis-Frame­works ist nicht ohne Weiteres zu be­werk­stel­li­gen. Wer hingegen hinter die Kulissen schaut und sich mit dem Theme-Grund­ge­rüst vertraut macht, wird die Vorteile schnell zu schätzen wissen.
  • Alle fertigen Vorlagen und auch die eigenen Designs bieten stan­dard­mä­ßig zahl­rei­che Optionen für Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung.
  • Themes lassen sich schnell und un­kom­pli­ziert nach dem Baukasten-Prinzip gestalten.
  • Darüber hinaus passen sich die Themes au­to­ma­tisch an die Bild­schir­me mobiler Geräte an und sind dank der Un­ter­stüt­zung von HTML5 bestens für die Zukunft gerüstet.
Die her­vor­ra­gen­de Sicht­bar­keit, die es Ihrem WordPress-Projekt verleiht, ist jedoch nicht das einzige Feature des Thesis-Frame­works. Mit geringem Aufwand und ohne Code-Kennt­nis­se fügen Sie Ihren Seiten Funk­tio­nen hinzu, verändern die Po­si­tio­nie­rung einzelner Elemente, passen Farben und Schrift­ar­ten an oder in­di­vi­dua­li­sie­ren das Aussehen Ihrer Feh­ler­code-Seiten. Ge­stal­te­te Skins exis­tie­ren parallel zu dem Framework, das somit un­kom­pli­ziert ak­tua­li­siert werden kann, ohne dass Ihre An­pas­sun­gen ver­lo­ren­ge­hen. Auf der of­fi­zi­el­len Homepage können Sie sich im Übrigen ein genaueres Bild darüber machen, wie Ihre WordPress-Website auf Thesis-Basis aussehen könnte. In der Skin-Demo sehen Sie eine Beispiel-Website inklusive nütz­li­cher Er­klä­run­gen der einzelnen Elemente. Dabei haben Sie die Wahl zwischen sechs ver­schie­de­nen Skins als Layout-Grundlage.
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