URN: Der Uniform Resource Name erklärt

Den meisten Menschen ist die URL bekannt. Mit dieser Zeichenfolge lassen sich zum Beispiel Websites oder andere Medien auf Webservern adressieren. Dank der Kennzeichnung können wir durchs World Wide Web surfen. Doch es gibt auch den URN, den Uniform Resource Name. Durchaus verwandt mit dem Uniform Resource Locator, hat der URN aber einen anderen wichtigen Zweck. Welcher das ist, erklären wir im Folgenden.

Was ist der URN?

Mit einem Uniform Resource Name lassen sich unterschiedliche Dinge (Ressourcen) eindeutig bezeichnen. Das ist insbesondere im Internet interessant, da dort unterschiedlichste Menschen und Anwendungen aufeinandertreffen – und sich dabei auch über bestimmte Objekte austauschen. Durch eine klare Bezeichnung lässt sich sicherstellen, dass alle Beteiligten über den selben Inhalt sprechen.

Dafür muss allerdings gewährleistet sein, dass die Identifikation des Objekts verlässlich funktioniert und sich nicht ändert – also unabhängig von Ort und Zeit ist. Der URN ist perfekt geeignet, genau das sicherzustellen, denn er ist als ortsunabhängig und zeitlich unbegrenzt angelegt. Das heißt: Auch, wenn man die Daten verschiebt und an einem anderen Ort lagert, ändert sich der Name des Objekts nicht.

Fakt

Zwar sind theoretisch unterschiedlichste Ressourcen per URN ansprechbar, in der Praxis verwendet man das Format aber in erster Linie für Medien. Besonders im Bibliothekswesen haben sich URNs durchgesetzt, um Bücher und andere Inhalte eindeutig identifizieren zu können. Dabei wird auf weitere Informationen, wie zum Beispiel ISBN zurückgegriffen.

Aufbau eines URN

URN wird in der URI-Syntax wiedergegeben. Hier ist für den URN ein bestimmtes Schema – so heißt der erste Teil der Syntax – vorgesehen. Anschließend folgen Informationen, die per Doppelpunkt voneinander getrennt werden.

urn:<nid>:<nss></nss></nid>

Jeder URN besteht demnach aus mindestens drei Teilen.

  • Jeder URN beginnt mit der Angabe des Schemas URN.
  • Anschließend folgt ein Namespace Identifier (NID), der bei der IANA registriert sein muss und (mit weiteren Doppelpunkten voneinander getrennt) untergliedert werden kann.
  • Zum Abschluss findet man den Namespace-specific String (NSS), welcher dann das jeweilige Objekt genau identifiziert.

Der verwendete Namespace wird durch die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) verwaltet. Die offizielle Liste enthält über 60 verschiedene Namensräume – zu den bekanntesten gehören:

  • issn: International Standard Serial Number. Eindeutige Nummer für fortlaufende Sammelwerke, wie etwa Zeitschriften.
  • isbn: International Standard. Books Number. Eindeutige Kennzeichnung für Bücher.
  • nbn: National Bibliography Number. Länderspezifisches Kennzeichnungsformat einiger Nationalbibliotheken.
  • uuid: Universally Unique Identifier. Eindeutige Kennzeichnung von Informationen in einem Computersystem.
  • isan: International Standard Audiovisual Number. Eindeutige Nummer für audiovisuelle Werke, wie beispielsweise Filme – unabhängig vom Format der Veröffentlichung.

Die NBN lässt sich als gutes Beispiel verwenden. Ein URN mit diesem Namespace könnte beispielsweise so aussehen:

 

urn:nbn:de:101:1-2019072802401757702913

Man kann an der Kennzeichnung erkennen, dass es sich um einen URN im NBN-Namspace handelt. Dieser wird allerdings noch weiter spezifiziert: Mit „de“ wird der Ländercode (in diesem Fall Deutschland) bestimmt. Anschließend folgt ein Subnamespace Identifier (SNID), der die Deutsche Nationalbibliothek kennzeichnet. Erst dann folgt die Kennzeichnung des eigentlichen Werks mit einer langen, einzigartigen Nummer.

Tipp

Für den deutschen und schweizerischen Namensraum bietet die Deutsche Nationalbibliothek einen Auflösungsservice an. Der URN:NBN-Resolver wandelt den URN in die eigentliche Information um.

URN, URL und URI: Die Unterschiede erklärt

Der Uniform Resource Name teilt einige Gemeinsamkeiten mit dem Uniform Resource Locator (URL). Sowohl URN als auch URL sind Unterkategorien des Uniform Resource Identifiers (URI). Diese Kennzeichnung wurde erdachte, um jede Form von Ressource – egal, ob Website oder E-Mail – in einem Netzwerk wie dem Internet identifizieren und ansprechen zu können. Das trifft auch auf URL und URN zu; und trotz jeweiliger Eigenheiten folgen beide Unterkategorien dem Schema des URI.

URN und URL unterscheiden sich aber darin, dass ersterer eine Ressource dauerhaft benennt und letzterer in erster Linie den Weg zur Ressource angibt. Während der URN gerade so gestaltet ist, dass die Kennzeichnung unabhängig von der Lagerung der Daten ist, zeigen URLs auf einen bestimmten Ort, an dem sich die Ressource befindet. Die beiden Kennzeichnungsformate ähneln sich also im Aufbau, dienen aber unterschiedlichen Zwecken.


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