Next.js ist ein häufig genutzter Static-Site-Generator (SSG), der mit einem breiten Spektrum an Funk­tio­nen punktet, sich flexibel einsetzen lässt und eine hohe Per­for­mance bietet. Je nach Pro­jekt­an­for­de­run­gen, ge­wünsch­ter Kom­ple­xi­tät oder spe­zi­fi­schen Features können sich andere Tools jedoch besser eignen. Als besonders beliebte Next.js-Al­ter­na­ti­ven gelten Jekyll, Hugo, Gatsby, Nuxt, Astro und Eleventy.

Was ist Next.js und wann kann eine Al­ter­na­ti­ve sinnvoll sein?

Next.js ist ein quell­of­fe­nes React-Framework, das wichtige Rendering-Stra­te­gien nahtlos vereint. Die Software fungiert nicht nur als Static-Site-Generator, sondern un­ter­stützt auch ser­ver­sei­ti­ges Rendering (SSR) und in­kre­men­tel­le statische Re­ge­ne­ra­ti­on (ISR). Diese Kom­bi­na­ti­on er­mög­licht schnelle La­de­zei­ten sowie eine hohe Ska­lier­bar­keit und erlaubt gleich­zei­tig dy­na­mi­sche Inhalte.

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Trotz der zahl­rei­chen Vorteile des Frame­works gibt es einige Szenarien, in denen es sich anbietet, auf eine Next.js-Al­ter­na­ti­ve zu­rück­zu­grei­fen. Ei­ner­seits können Projekte mit sehr einfachen An­for­de­run­gen durch den breiten Funk­ti­ons­um­fang über­di­men­sio­niert werden. An­de­rer­seits sprechen lange Build-Zeiten bei großen Sei­ten­be­stän­den oder der reine Wunsch nach schlanken, spe­zia­li­sier­ten Tools mitunter für andere Ge­ne­ra­to­ren oder Frame­works.

Hinweis

Unser Guide „Die besten Static-Site-Ge­ne­ra­to­ren“ bietet Ihnen einen Überblick über zehn erst­klas­si­ge Tools zur Ge­ne­rie­rung sta­ti­scher Websites.

Jekyll: Bewährtes SSG-Urgestein

Der 2008 ver­öf­fent­lich­te und in Ruby ent­wi­ckel­te Static-Site-Generator Jekyll folgt dem Open-Source-Ansatz und wandelt HTML-Fragmente und Markdown- sowie Textile-Dateien mittels Liquid-Vorlagen in sta­ti­sches HTML um. Die enge In­te­gra­ti­on mit GitHub Pages gestattet es, Websites direkt aus einem Re­po­si­to­ry zu hosten, ohne zu­sätz­li­che In­fra­struk­tur auf­zu­set­zen. Jekyll besticht zudem durch hohe Si­cher­heit und Sta­bi­li­tät, denn das einfache Aus­lie­fern sta­ti­scher Dateien minimiert po­ten­zi­el­le Feh­ler­quel­len. Dy­na­mi­sche kom­po­nen­ten­ba­sier­te Systeme bergen meist ein höheres Risiko. Da kein ständiges Patchen er­for­der­lich ist, ge­währ­leis­tet das robuste Code­fun­da­ment lang­fris­tig außerdem eine hohe Ver­füg­bar­keit der Website.

Als Next.js-Al­ter­na­ti­ve eignet sich Jekyll ins­be­son­de­re für Projekte, die aus­schließ­lich statische Seiten benötigen und minimalen Overhead (Ver­wal­tungs­da­ten) wünschen. Für dy­na­mi­sche Funk­tio­nen wie ser­ver­sei­ti­ges Rendering, API-Endpunkte oder per­so­na­li­sier­te Nut­zungs­er­leb­nis­se fehlen jedoch die not­wen­di­gen Me­cha­nis­men.

Vorteile Nachteile
Kurze Ladezeit Keine grafisch Nut­zer­ber­flä­che und kein Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm
Weder Ein­rich­tung noch Pflege von Datenbank und CMS er­for­der­lich Kom­pi­lie­rung nimmt relativ viel Zeit in Anspruch
Bietet so gut wie keine An­griffs­flä­che Be­schränk­te Auswahl an Themes und Plugins
Keine re­gel­mä­ßi­gen Updates er­for­der­lich Community fällt klein aus
Hohe Fle­xi­bi­li­tät bei Pro­gram­mie­rung Kein ser­ver­sei­ti­ges Skripting möglich

Hugo: High-Speed-SSG mit viel­sei­ti­gen Features

Bei Hugo handelt es sich um einen in der Pro­gram­mier­spra­che Golang ge­schrie­be­nen Open-Source-SSG, der für hohe Ge­schwin­dig­keit und flexible Ein­satz­mög­lich­kei­ten ausgelegt ist. Das Tool wird als vor­kom­pi­lier­tes Single-Binary (als einzelne Datei) aus­ge­lie­fert und erzielt sehr kurze Build-Zeiten. Eine weitere Be­son­der­heit von Hugo besteht darin, dass ein eigener Webserver mit­ge­lie­fert wird. An­wen­de­rin­nen und Anwender sind demnach nicht auf externe Lösungen an­ge­wie­sen, was Ab­hän­gig­kei­ten ver­hin­dert. Die Kon­fi­gu­ra­ti­on erfolgt wahlweise in YAML, JSON oder TOML. Mit Features wie schnellen Asset-Pipelines, Mehr­spra­chig­keit und in­te­grier­ten Ta­xo­no­mien werden viele Aufgaben out-of-the-box – also ohne, dass zu­sätz­li­che Kom­po­nen­ten er­for­der­lich sind – gelöst.

Hugo empfiehlt sich als Next.js-Al­ter­na­ti­ve besonders in rein sta­ti­schen Projekten, bei denen Per­for­mance und minimaler In­fra­struk­tur­auf­wand im Fokus stehen. Der Static-Site-Generator punktet zudem mit einfacher Kon­fi­gu­ra­ti­on und einer klaren Ord­ner­struk­tur, die auch bei großen Content-Pipelines ef­fi­zi­en­te Än­de­run­gen gestattet. Vor allem für Blogs, Do­ku­men­ta­tio­nen und Marketing-Sites mit hohem Sei­ten­auf­kom­men bietet Hugo auf diese Weise eine schlanke und leis­tungs­star­ke Lösung.

Vorteile Nachteile
Build-Ge­schwin­dig­keit der Ex­tra­klas­se Go im Web-De­ve­lo­p­ment weniger ver­brei­tet als andere Sprachen
Dank Aus­lie­fe­rung als Binary auf nahezu jedem Be­triebs­sys­tem ein­setz­bar Von Haus aus weder API-Routing noch ser­ver­sei­ti­ges Rendering
Auch für um­fang­rei­che Sei­ten­struk­tu­ren sehr gut geeignet Keine komplexen in­ter­ak­ti­ven Features ohne zu­sätz­li­che Tools
Ta­xo­no­mien (Klas­si­fi­zie­rungs­sche­ma­ta) und Mehr­spra­chig­keit in­te­griert
Open Source mit großer, en­ga­gier­ter Community

Gatsby: React-SSG mit riesiger Auswahl an Plugins

Das Open-Source-Framework Gatsby ist auf React und GraphQL auf­ge­setzt, um statische Websites mit hoher Per­for­mance und in­te­grier­ter Si­cher­heit zu ge­ne­rie­ren. Schon beim Build werden die Daten über GraphQL abgefragt und in React-Elemente gerendert, was eine kon­sis­ten­te Template- und Da­ten­ver­knüp­fung gestattet. Seit Version 4 verfügt das Tool zudem über ser­ver­sei­ti­ges Rendering und Deferred Static Ge­ne­ra­ti­on (DSG), um auch dy­na­mi­sche Sei­ten­an­for­de­run­gen ab­zu­de­cken.

Vor allem für da­ten­ge­trie­be­ne Projekte, bei denen statische Aus­lie­fe­rung, um­fang­rei­che Bild­op­ti­mie­rung und Pro­gres­si­ve-Web-App-Funk­tio­na­li­tät im Fokus stehen, ist Gatsby eine erst­klas­si­ge Next.js-Al­ter­na­ti­ve. Das Tool bietet ein um­fang­rei­ches Plugin-Ökosystem mit mehr als 2.500 Er­wei­te­run­gen, mit dessen Hilfe sich Features wie PWA-Support, Bild­kom­pres­si­on oder au­to­ma­tisch erstellte Sitemaps ohne großen Aufwand hin­zu­fü­gen lassen.

Vorteile Nachteile
Viel­sei­ti­ges Plugin-Ökosystem Stark abhängig von Plugins
Ein­heit­li­che Da­ten­ab­fra­ge dank GraphQL Leistung sinkt bei wach­sen­den Sites
Pre-Fetching durch Scrollen Kennt­nis­se in Node.js und React benötigt
In­cre­men­tal Build ge­währ­leis­tet zügige Updates Mitunter Ver­si­ons­kon­flik­te aufgrund von Plugins
Un­ter­stützt PWA (Pro­gres­si­ve Web-Apps) und SSR

Nuxt: Hybrides Framework für statische und dy­na­mi­sche Seiten

Nuxt ist eine Ja­va­Script-Bi­blio­thek, die auf Vue.js basiert, Open Source ist und ein uni­ver­sel­les Rendering-System bietet. Das Tool stellt Static-Site-Ge­ne­ra­ti­on, Server-Side-Rendering und Single Page Ap­pli­ca­ti­on (SPA) in einer einzigen Ent­wick­lungs­um­ge­bung bereit – geht dies­be­züg­lich also sogar über Next.js hinaus. Nuxt-Seiten werden stan­dard­mä­ßig vorab auf dem Server gerendert und erst danach an den Browser wei­ter­ge­lei­tet. Um viel­sei­ti­ge Full-Stack-Web­an­wen­dun­gen zu erstellen, die auf jeder Plattform ein­setz­bar sind, greift das Tool auf die so­ge­nann­te Nitro-Server-Engine zurück.

Die Software eignet sich vor allem dann als Next.js-Al­ter­na­ti­ve, wenn Sie vorrangig Vue.js nutzen und von einem ge­schlos­se­nen Ökosystem mit Out-of-the-Box-Features pro­fi­tie­ren wollen. Nuxt bietet unter anderem einen au­to­ma­ti­schen Kom­po­nen­ten­im­port, in­te­grier­te API-Routen und un­ter­stützt Ty­pe­Script. Projekte, die sowohl statische Inhalte als auch dy­na­mi­sche Endpunkte benötigen, lassen sich mit Nuxt in einem schlanken Tech­no­lo­gie­um­feld umsetzen.

Tipp

Unser Guide „Nuxt vs. Next.js“ liefert ihnen einen direkten Vergleich beider Tools.

Vorteile Nachteile
SSG, SSR, SPA und ISR gebündelt in einer Plattform Do­ku­men­ta­ti­on mit Fokus auf Linux und macOS
Au­to­ma­ti­scher Import von Kom­po­nen­ten und Midd­le­wa­re Komplexer als reine SSGs
In­te­grier­te Op­ti­mie­rung von Bildern, Schrift­ar­ten und Skripten Ver­ständ­nis von Vue.js, Ja­va­Script bzw. Ty­pe­Script nötig
Mehr als 200 modulare Er­wei­te­run­gen verfügbar
Vue ver­gli­chen mit React einfacher zu erlernen

Astro: SSG mit In­sel­ar­chi­tek­tur

Mit Astro be­inhal­tet das Spektrum emp­feh­lens­wer­ter Next.js-Al­ter­na­ti­ven auch ein Tool, das auf eine In­sel­ar­chi­tek­tur setzt. Das Open-Source-Framework generiert primär statische HTML-Seiten und versorgt nur aus­ge­wähl­te in­ter­ak­ti­ve Kom­po­nen­ten – die als Islands be­zeich­net werden – mit Ja­va­Script. Dieser Ansatz gestattet es, den Großteil einer Seite als HTML-Inhalt aus­zu­lie­fern. Lediglich Widgets wie Ka­rus­sells oder Formulare werden im Client nach­ge­la­den und hy­dra­ti­siert, also mithilfe von Ja­va­Script mit In­ter­ak­ti­vi­tät versehen. Als Islands können un­ter­schied­li­che UI-Bi­blio­the­ken verwendet werden – etwa React, Vue und Svelte. Um für schnelle La­de­zei­ten zu sorgen, minimiert Astro stets den aus­ge­lie­fer­ten Ja­va­Script-Footprint.

Im Vergleich „Astro vs. Next.js“ erweist sich Astro ins­be­son­de­re in An­wen­dungs­fäl­len, bei denen minimale Ja­va­Script-Bundles und eine hohe Per­for­mance im Vor­der­grund stehen, als ideale Al­ter­na­ti­ve zu Next.js. Wird nach strikt sta­ti­schen Seiten mit ver­ein­zel­ten dy­na­mi­schen Inseln verlangt, bietet Astro eine schlanke und ef­fi­zi­en­te Lösung.

Vorteile Nachteile
Minimale Aus­lie­fe­rung von Ja­va­Script Anderes Konzept als bei klas­si­schen Static-Site-Ge­ne­ra­to­ren
Nicht abhängig von be­stimm­ten Frame­works Ökosystem weniger breit als bei anderen SSG-Lösungen
Rascher Einstieg möglich Für stark dy­na­mi­sche An­wen­dun­gen eher un­ge­eig­net
Hohe Build-Ge­schwin­dig­keit In­te­gra­ti­on zum Teil sehr aufwendig
Hohe Fle­xi­bi­li­tät

Eleventy: Leicht­ge­wich­ti­ger SSG mit maximaler Kontrolle

Der in Ja­va­Script ge­schrie­be­ne Static-Site-Generator Eleventy – kurz 11ty – ist vor allem für die Un­ter­stüt­zung zahl­rei­cher Template-Sprachen bekannt. Dadurch haben Ent­wick­le­rin­nen die volle Kontrolle über den Aufbau ihrer Seiten. Das Tool un­ter­stützt unter anderem Markdown, HTML, Liquid, Nunjucks und HAML. Der SSG un­ter­stützt zwar auch dy­na­mi­sche Inhalte, verfolgt jedoch einen Static-First-Ansatz. Das heißt, sämtliche Seiten werden vorrangig als statische HTML-Elemente erzeugt. Cli­ent­sei­ti­ges Ja­va­Script kommt nur dort zum Einsatz, wo es wirklich gebraucht wird. Eleventy punktet außerdem mit sehr rasanten Build-Zeiten, die kürzer ausfallen als bei den meisten anderen Lösungen.

Als Next.js-Al­ter­na­ti­ve ist Eleventy ideal für Projekte, die aus­schließ­lich statische Inhalte liefern und dabei größt­mög­li­che tech­ni­sche Freiheit wünschen. Die „Zero Config“-Phi­lo­so­phie er­mög­licht einen schnellen Einstieg, während um­fang­rei­che Plugins und eigene Skripte bei Bedarf Funk­tio­na­li­tät erweitern. Für rein statische Blogs, Do­ku­men­ta­tio­nen, Port­fo­li­os ohne ser­ver­sei­ti­ge Logik oder API-Routing bietet Eleventy eine mi­ni­ma­lis­ti­sche und per­for­man­te Lösung.

Vorteile Nachteile
Direkt ein­satz­be­reit Manuelle An­pas­sun­gen er­for­der­lich, die tech­ni­sches Ver­ständ­nis vor­aus­set­zen
Parallele Nutzung ver­schie­de­ner Template-Sprachen möglich Kleine Community – zumindest bisher
Verzicht auf Ja­va­Script-Framework bei sta­ti­schen Sites Kein nativer Support für in­ter­ak­ti­ve Kom­po­nen­ten
Hohe Build-Ge­schwin­dig­keit Kein in­te­grier­tes Ja­va­Script-Rendering
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