Wollen Sie sich mit netstat-Befehlen über den Netzwerk-Status in­for­mie­ren, müssen Sie hierfür lediglich das Kom­man­do­zei­len-Tool Ihres Be­triebs­sys­tems aufrufen. In Windows, Linux und macOS un­ter­schei­det sich die hierfür er­for­der­li­che Vor­ge­hens­wei­se, ebenso wie die Anwendung einiger netstat-Commands im je­wei­li­gen Be­triebs­sys­tem.

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Wie lässt sich das netstat-Netzwerk-Tool aufrufen?

In allen gängigen Be­triebs­sys­te­men sind sowohl netstat als auch ein ent­spre­chen­des Kom­man­do­zei­len-Tool für das Ausführen des Netzwerk-Services stan­dard­mä­ßig verfügbar. In Windows-Systemen nutzen Sie die alt­be­währ­te Ein­ga­be­auf­for­de­rung, in Linux-Dis­tri­bu­tio­nen und auf Mac-Geräten verwenden Sie das Terminal.

netstat in Windows aufrufen

Nutzen Sie zunächst die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Windows] + [R]. Mithilfe dieses Shortcuts rufen Sie das „Ausführen“-Tool auf. Tippen Sie nun „cmd“ ein und be­stä­ti­gen die Eingabe via „OK“, um die Ein­ga­be­auf­for­de­rung zu starten.

In die Ein­ga­be­auf­for­de­rung können Sie an­schlie­ßend direkt beliebige netstat-Befehle eintippen und mit der Ein­ga­be­tas­te be­stä­ti­gen.

netstat in Linux aufrufen

Als Linux-Nutzer geben Sie netstat-Commands in das Terminal ein. In der beliebten Dis­tri­bu­ti­on Ubuntu gibt es für den Aufruf eine von Werk an vergebene Tas­ten­kom­bi­na­ti­on:

[Strg] + [Alt] +[T]
Hinweis

netstat ist bis Ubuntu 16.04 im Rahmen des Pakets net-tools vor­in­stal­liert. In neueren Versionen der Linux-Dis­tri­bu­ti­on müssen Sie das Paket zunächst in­stal­lie­ren. Führen Sie hierfür folgenden Befehl aus: „sudo apt-get install net-tools“.

Andere Dis­tri­bu­tio­nen wie Debian haben stan­dard­mä­ßig keinen Shortcut. Hier können Sie das Kom­man­do­zei­len-Tool aber ganz einfach über die Such­funk­ti­on im Menü „An­wen­dun­gen anzeigen“ suchen und starten (funk­tio­niert in Ubuntu ebenfalls). Tippen Sie hierfür einfach „Teminal“ ein.

Sobald das Terminal geöffnet ist, können Sie die ge­wünsch­ten netstat-Befehle ausführen.

netstat in macOS aufrufen

Das Terminal ist auch auf Mac-Geräten das Kom­man­do­zei­len-Tool Ihrer Wahl, wenn es um die Aus­füh­rung von netstat-Commands geht. Für den Aufruf haben Sie zwei bequeme Optionen: Die Spotlight-Suche und das Menü „Dienst­pro­gram­me“.

Der Start via Spotlight-Suche funk­tio­niert fol­gen­der­ma­ßen:

  1. Öffnen Sie die Spotlight-Suche, indem Sie auf das Lupe-Icon in der Me­nü­leis­te klicken oder die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Cmd] + [Leertaste] verwenden.
  2. Geben Sie „Terminal“ in das Suchfeld ein.
  3. Starten Sie das Tool per Dop­pel­klick auf das ent­spre­chen­de Such­re­sul­tat.

Über das Menü „Dienst­pro­gram­me“ starten Sie das Terminal wie folgt:

  1. Wechseln Sie auf Ihren Schreib­tisch.
  2. Klicken Sie in der Me­nü­leis­te auf den Punkt „Gehe zu“.
  3. Wählen Sie „Dienst­pro­gram­me“ aus.
  4. Öffnen Sie das Terminal per Dop­pel­klick auf den ent­spre­chen­den Eintrag.

Diese prak­ti­schen netstat-Commands für Windows, Linux und Mac gibt es

Viele netstat-Befehle sind sys­tem­über­grei­fend anwendbar, da sich Syntax und die er­for­der­li­chen Parameter nicht von­ein­an­der un­ter­schei­den. Hier und da gibt es jedoch Un­ter­schie­de bei den Kommandos in Windows, Linux und macOS. In den nach­fol­gen­den Tabellen haben wir daher alle wichtigen netstat-Commands jeweils für die einzelnen Systeme auf­ge­lis­tet.

netstat-Befehle für Windows

[OPTION] Befehl Be­schrei­bung der Option
  netstat Standard-Auf­lis­tung aller aktiven Ver­bin­dun­gen
info netstat info Ruft das netstat-Über­sichts­me­nü auf
-a netstat -a Listet zu­sätz­lich zu aktiven Ver­bin­dun­gen auch die offenen Sockets auf
-b netstat -b Zeigt die aus­führ­ba­re Datei an, die beim Erstellen einer Ver­bin­dung bzw. eines lau­schen­den Ports (Listener) in­vol­viert ist (erfordert Ad­mi­nis­tra­tor-Rechte)
-e netstat -e Ethernet-Statistik (emp­fan­ge­ne und gesendete Bytes, Da­ten­pa­ke­te etc.)
-f netstat -f Gibt den voll­qua­li­fi­zier­ten Do­mä­nen­na­men (FQDN) von Remote-Adressen wieder
-i netstat -i Zeigt an, wie lange eine TCP-Ver­bin­dung in ihrem aktuellen Zustand verbracht hat
-n netstat -n Zeigt Adressen und Port­num­mern num­me­risch an
-o netstat -o Prä­sen­tiert Ver­bin­dun­gen mit der jeweils ver­knüpf­ten Prozess-ID
-p Protokoll netstat -p TCP Zeigt die Ver­bin­dun­gen für das an­ge­ge­be­ne Protokoll an, in diesem Fall TCP; auch möglich: UDP, TCPv6 oder UDPv6
-q netstat -q Listet alle Ver­bin­dun­gen auf: alle lau­schen­den TCP-Sockets/Ports und alle ge­öff­ne­ten TCP-Ports, die nicht lauschen
-r netstat -r Zeigt den Inhalt der Routing-Tabelle
-s netstat -s Ruft Sta­tis­ti­ken über die wich­tigs­ten Netzwerk-Pro­to­kol­le auf; Standard: IP, IPv6, ICMP, ICMPv6, TCP, TCPv6, UDP, UDPv6
-t netstat -t Zeigt den Ab­la­dungs­sta­tus (TCP-Abladung zur Ent­las­tung des Haupt­pro­zes­sors) aktiver Ver­bin­dun­gen auf
-x netstat -x In­for­miert über alle Ver­bin­dun­gen, Listener und frei­ge­ge­be­ne Endpunkte für Net­work­Di­rect
-y netstat -y Zeigt die TCP-Ver­bin­dungs­vor­la­gen aller aktiven Ver­bin­dun­gen
Intervall netstat -p 10 Zeigt die jeweilige Statistik nach einer gewählten Anzahl von Sekunden (hier 10) erneut an; beliebig kom­bi­nier­bar (hier mit -p), [STRG] + [C] beendet die In­ter­vall­an­zei­ge

netstat-Commands für Linux

[OPTION] Befehl Be­schrei­bung der Option
  netstat Standard-Auf­lis­tung aller aktiven Ver­bin­dun­gen
-h, --help netstat -h Ruft das netstat-Über­sichts­me­nü auf
-r, --route netstat -r Routing-Tabelle anzeigen
-i, --in­ter­faces netstat -i Zeigt In­for­ma­tio­nen über die Netzwerk-Schnitt­stel­len an
-g, --groups netstat -g Prä­sen­tiert In­for­ma­tio­nen über die Mit­glied­schaft der Schnitt­stel­len in Multicast-Gruppen
-s, --sta­tis­tics netstat -s Aus­führ­li­che Netzwerk-Sta­tis­ti­ken, auf­ge­teilt nach Pro­to­kol­len (IP, TCP, UDP, ICMP, MPTCP)
-M, --mas­aquer­a­de netstat -M Auf­lis­tung aller aktuell mas­kier­ten IP-Ver­bin­dun­gen; nur verfügbar, wenn IP-Mas­kie­rung vom System un­ter­stützt wird
-v, --verbose netstat -v Aus­führ­li­che­re Ausgaben; unter anderem gibt das netstat-Command aus, welche Adress­fa­mi­li­en nicht im Sys­tem­kern kon­fi­gu­riert sind
-W, --wide netstat -W Ver­hin­dert, dass IP-Adressen gekürzt werden („IP Trun­ka­ting“; Entfernen des letzten Zei­chen­blocks)
-n, numeric netstat -n Gibt nu­me­ri­sche Adressen aus, anstatt den Rech­ner­na­men auf­zu­lö­sen
--numeric-hosts netstat --numeric-hosts Host-Namen werden nicht aufgelöst
--numeric-ports netstat --numeric-ports Port-Namen werden nicht aufgelöst
--numeric-users netstat --numeric-users Be­nut­zer­na­men werden nicht aufgelöst
-N, --symbolic netstat -N Hard­ware­na­men auflösen
-e, --extend netstat -e Zeigt er­wei­ter­te In­for­ma­tio­nen an, zum Beispiel den Benutzer, dem ein Socket gehört
-p, --programs netstat -p Prä­sen­tiert Prozess-ID und Pro­gramm­na­me des je­wei­li­gen Sockets (erfordert Ad­mi­nis­tra­tor-Rechte)
-o, --timers netstat -o In­for­ma­tio­nen über Timer für Zeit­über­schrei­tun­gen beim Pa­ket­ver­sand aufzeigen
-c, --con­ti­nuous netstat -c Sorgt dafür, dass die ge­wünsch­te netstat-Anzeige kon­ti­nu­ier­lich ak­tua­li­siert wird
-l, --listening netstat -l Zeigt offene Netzwerk-Sockets/Ports an
-a, --all netstat -a netstat-Command zum Anzeigen aller Sockets (verbunden und nicht verbunden)
-F, --fib netstat -F For­war­ding-Tabelle (auch For­war­ding In­for­ma­ti­on Base, kurz FIB) anzeigen
-C, --cache netstat -C Prä­sen­tiert den Routing-Cache
-Z, --context netstat -Z Zeigt den SELinux-Si­cher­heits­kon­text für Sockets an
-t, --tcp netstat -t Zeigt aus­schließ­lich TCP-Sockets an
-u, --udp netstat -u Zeigt aus­schließ­lich UDP-Sockets an
-U, --udplite netstat -U Zeigt aus­schließ­lich UDP-Lite-Sockets an
-s, --sctp netstat -s Zeigt aus­schließ­lich SCTP-Sockets an
-w, --raw netstat -w Zeigt aus­schließ­lich RAW-Sockets an
-x, --unix Nnetstat -x Zeigt aus­schließ­lich UNIX-Sockets an

netstat-Befehle für Mac

[OPTION] Befehl Be­schrei­bung der Option
-A netstat -A In Kom­bi­na­ti­on mit der Stan­dard­an­zei­ge; zeigt die Adressen aller Protokoll-Kon­troll­blö­cke, die mit Sockets verbunden sind
-a netstat -a In Kom­bi­na­ti­on mit der Stan­dard­an­zei­ge; zeigt den Status aller Sockets an
-b netstat -b In Kom­bi­na­ti­on mit der Schnitt­stel­len­an­zei­ge; prä­sen­tiert Anzahl ein- und aus­ge­hen­der Bytes
-c War­te­schlan­ge netstat -c War­te­schlan­ge In Kom­bi­na­ti­on mit der War­te­schlan­gen­an­zei­ge -q; zeigt In­for­ma­tio­nen nur für die im netstat-Command spe­zi­fi­zier­te War­te­schlan­ge an
-d netstat -d In Kom­bi­na­ti­on mit der Schnitt­stel­len­an­zei­ge; in­for­miert über die Anzahl ver­wor­fe­ner Pakete
-f Adress­fa­mi­lie netstat -f inet Begrenzt die Statistik oder die Berichte über Adress­kon­troll­blö­cke auf Treffer mit der spe­zi­fi­zier­ten Adress­fa­mi­lie (hier: inet bzw. IPv4); weitere Optionen: inet6, unix
-g netstat -g Prä­sen­tiert In­for­ma­tio­nen über die Zu­ge­hö­rig­keit der Schnitt­stel­len zu Multicast-Gruppen
-I Schnitt­stel­le netstat -I Schnitt­stel­le (großes i) Zeigt aus­schließ­lich In­for­ma­tio­nen für die spe­zi­fi­zier­te Schnitt­stel­le an
-i netstat -i Anzeige aller ver­füg­ba­ren, au­to­ma­tisch kon­fi­gu­rier­ten Schnitt­stel­len
-L netstat -L Zeigt die Größe der ver­schie­de­nen War­te­schlan­gen an; Zahl 1: ab­ge­lehn­te Ver­bin­dun­gen an, Zahl 2: ab­ge­lehn­te un­voll­stän­di­ge Ver­bin­dun­gen, Zahl 3: maximale Zahl von Ver­bin­dun­gen in War­te­schlan­ge
-l netstat -l (kleines L) Prä­sen­ta­ti­on der voll­stän­di­gen IPV6-Adresse
-m netstat -m Sta­tis­ti­ken, die von Spei­cher­ver­wal­tungs­rou­ti­nen auf­ge­zeich­net wurden
-n netstat -n Nu­me­ri­sche Anzeige von Netzwerk-Adressen
-p Protokoll netstat -p TCP Zeigt Sta­tis­ti­ken nur für das spe­zi­fi­zier­te Protokoll an (hier: TCP); eine Liste ver­füg­ba­rer Pro­to­kol­le ist im Ver­zeich­nis /etc/protocols zu finden
-q netstat -q Zeigt die War­te­schlan­gen­sta­tis­ti­ken der Netzwerk-Schnitt­stel­le an
-r netstat -r Prä­sen­tiert die Netzwerk-Routing-Tabellen
-R netstat -R Gibt In­for­ma­tio­nen über die Er­reich­bar­keit
-s netstat -s Fasst die In­for­ma­tio­nen für jedes Protokoll separat zusammen; wird diese Option wie­der­holt, werden Zähler mit einem Stand von „0“ nicht erneut be­rück­sich­tigt
-v netstat -v De­tail­lier­te­rer Bericht; unter anderem wird nun auch die Prozess-ID zu jedem offenen Port angezeigt
-W netstat -W Ver­hin­dert, dass IP-Adressen gekürzt werden („IP Trun­ka­ting“; Entfernen des letzten Zei­chen­blocks)
-w Wartezeit netstat -w 30 Gibt Netzwerk-Schnitt­stel­len- oder -Protokoll-Sta­tis­ti­ken im Intervall von „X“ Sekunden (hier: 30) neu aus
-x netstat -x Prä­sen­tiert er­wei­ter­te Link-Layer-Er­reich­bar­keits­in­for­ma­tio­nen zu­sätz­lich zu denen, die via -R angezeigt werden

netstat-Befehle: Beispiel

Mithilfe der einzelnen Parameter aus den prä­sen­tier­ten Tabellen können Sie den Status der aktiven Ver­bin­dun­gen und offenen bzw. ge­schlos­se­nen Ports und Schnitt­stel­len in aller Aus­führ­lich­keit checken. Natürlich können Sie ver­schie­de­ne netstat-Commands auch direkt mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren wie in folgendem, sys­tem­über­grei­fen­den Beispiel:

netstat -an

Durch die Kom­bi­na­ti­on der Parameter -a und -n erhalten Sie au­to­ma­tisch den Status aller aktiven und inaktiven Sockets, wobei sämtliche Adressen in nu­me­ri­scher Form wie­der­ge­ge­ben werden.

Tipp

Einen de­tail­lier­te­ren Überblick über die Grund­la­gen und die Syntax von netstat liefert unser Artikel „Ein­füh­rung in netstat“.

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