Eine Neu­in­stal­la­ti­on oder Reparatur von Be­triebs­sys­te­men wie Linux, Ubuntu oder Windows kann auf ver­schie­de­nen Wegen erfolgen: Zur Auswahl stehen die Cloud-Neu­in­stal­la­ti­on von Windows 10, Live-CDs mit ISO-Dateien oder ein USB-Stick mit den ent­spre­chen­den Sys­tem­da­tei­en oder Ret­tungs­tools. Wer jedoch alles auf einem Stick will, sollte einen Multiboot-USB-Stick erstellen.

Kurz­an­lei­tung: Multiboot-USB-Stick ein­rich­ten

  1. Laden Sie ein Multiboot-Tool herunter (in dieser Anleitung YUMI).
  2. Starten Sie YUMI mit einem Dop­pel­klick.
  3. Wählen Sie unter „Step 1“ das be­tref­fen­de USB-Laufwerk aus.
  4. Wählen Sie unter „Step 2“ die ge­wünsch­te ISO-Datei oder ein System-Tool aus.
  5. Suchen Sie die aus­ge­wähl­te Datei unter „Browse“ heraus, wenn diese auf dem Rechner ist.
  6. Laden Sie die aus­ge­wähl­te Datei unter „Download Link“ herunter, wenn diese noch nicht auf dem Rechner ist.
  7. Für Windows ISO-Dateien nutzen Sie zum Her­un­ter­la­den das Me­diaCrea­ti­on­Tool.
  8. Legen Sie optional unter „Step 4“ fest, wieviel USB-Speicher die Datei nutzen soll.
  9. Bei Erst­ein­rich­tung: Wählen Sie ein Da­tei­sys­tem (FAT32 oder NTSF) aus, um den Stick zu for­ma­tie­ren und klicken Sie auf „Create“.
  10. Sobald der Vorgang ab­ge­schlos­sen ist, lassen sich weitere ISO-Dateien und Tools auf den Multiboot-USB kopieren.

Was ist ein Multiboot-USB-Stick?

Ein Multiboot-USB-Stick ist das Uni­ver­sal­werk­zeug für alle, die ihr System neu aufsetzen, re­pa­rie­ren oder ein Live-System von einem USB-Stick booten möchten. Der Vorteil an einem so­ge­nann­ten mul­ti­boota­ble USB-Stick ist, dass ver­schie­de­ne Windows- und Linux-Dis­tri­bu­tio­nen, Reparatur- und Ret­tungs­tools von Antivirus-Diensten oder komplette Live-Systeme bzw. Si­che­run­gen darauf Platz finden. Möglich ist dies durch kos­ten­lo­se Software-Tools, die im Gegensatz zu Tools wie Rufus nicht einen boot­fä­hi­gen USB-Stick pro System, sondern einen Multiboot-USB-Stick für ver­schie­de­nen Dateien erzeugen.

Zu den be­kann­tes­ten Tools zählen Yumi, Win­Se­tupFro­mUSB und Ventoy. Sie machen einen USB-Stick in wenigen Schritten mul­ti­boot­fä­hig, so dass Sie ge­wünsch­te Sys­tem­da­tei­en einfach auf den Stick kopieren.

Warum ist ein mul­ti­boota­ble USB-Stick nützlich?

Ob für Backups oder die letzte Rettung in der Not: Jeder Com­pu­ter­nut­zer sollte Daten-Backups in der Cloud und auf externen Fest­plat­ten anlegen und nach Mög­lich­keit über Ret­tungs­tools, Live-Systeme, Sys­tem­si­che­run­gen und ISO-Dateien verfügen. Zum Einsatz kommen diese, wenn Systeme neu auf­ge­setzt, Da­ten­trä­ger repariert oder Viren entfernt werden müssen. In der Regel ist hierzu jedoch eine Sammlung an Live-CDs und USB-Sticks er­for­der­lich, die ver­schie­de­ne Dis­tri­bu­tio­nen, Zu­satz­pro­gram­me und sogar BIOS-Updates enthalten können. Mit einem Multiboot-USB-Stick sparen Sie sich ver­schie­de­ne Medien, denn alle nötigen Dateien landen auf einem start­fä­hi­gen Stick. So haben Sie die Wahl zwischen mehreren Live-Dis­tri­bu­tio­nen und beheben Sys­tem­pro­ble­me mühelos.

Um einen Multiboot-USB zu erstellen, bedarf es keinen großen Aufwand. Kos­ten­lo­se Tools stehen online zum Download bereit. Vor­aus­set­zung für einen Multiboot-USB ist genügend Spei­cher­platz – min­des­tens 8 GB sind hier zu empfehlen. Um einen USB-Stick bootfähig zu machen, müssen Sie diesen erst for­ma­tie­ren. Stellen Sie also sicher, dass sich auf dem Stick keine wichtigen Daten befinden. Ein weiterer Vorteil: Mit aus­rei­chend Spei­cher­platz können Sie neben dem Multiboot-Bereich auf Ihrem Stick auch weiterhin Dateien und Dokumente speichern.

Tipp

Multiboot-Sys­tem­si­che­run­gen sind nur eine von vielen Backup-Lösungen. Nutzen Sie zu­sätz­lich My­De­fen­der von IONOS und verlassen Sie sich auf au­to­ma­ti­sier­te Backups in ISO-zer­ti­fi­zier­ten, deutschen Re­chen­zen­tren.

YUMI als Multiboot-USB-Tool nutzen

Wer einen Multiboot-USB-Stick erstellen will, hat die Qual der Wahl. Software, die einen mul­ti­boota­ble USB-Stick erzeugen, gibt es zuhauf und jede bietet eigene Vorzüge. Vor allem für un­er­fah­re­ne Nutzer ist das manuelle Ein­rich­ten von Multiboot-Sticks kom­pli­ziert. Umso einfacher fällt es mit den über­sicht­li­chen USB-Tools. Da das Funk­ti­ons­prin­zip der Tools ähnlich ist, soll hier am Beispiel des Tools YUMI („Your Universal Multiboot Installer“) erklärt werden, wie Sie mehrere Live-Systeme, In­stal­la­tio­nen oder Reparatur-/Dia­gno­se­tools auf einem Stick ein­rich­ten.

Yumi for­ma­tiert den USB-Stick und stellt eine um­fas­sen­de Auswahl an Dis­tri­bu­tio­nen, darunter Linux-Va­ria­tio­nen wie Ubuntu, Debian Live, Linux Mint und Fedora zum Download bereit. Zudem schreibt YUMI nach Bedarf Wartungs- und Dia­gno­se­tools von An­ti­vi­rus­her­stel­lern sowie ISO-Dateien von Windows auf den Stick. Vor­aus­set­zung für YUMI sind Windows Systeme ab VISTA und höher oder Wine unter Mac und Linux. Ebenfalls sollte das BIOS ein Booten von USB-Da­ten­trä­gern er­mög­li­chen. Beachten Sie beim For­ma­tie­ren des Sticks, dass FAT32 eine optimale Kom­pa­ti­bi­li­tät bietet, während sich NTFS für Systeme mit mehr als 4 GB eignet.

Tipp

Sichern Sie wichtige Sys­tem­da­ten und Dokumente auf dem HiDrive Next Cloud-Speicher von IONOS und greifen Sie bequem von jedem Gerät auf Ihre Dateien zu.

Einen Multiboot-USB-Stick erstellen mit YUMI

Schritt 1: Laden Sie YUMI kostenlos von einer ver­trau­ens­wür­di­gen Plattform oder der zu­ge­hö­ri­gen Homepage pen­dri­veli­nux.com herunter. Direkt nach dem Download ist das Tool bereits ohne In­stal­la­ti­on zum Einsatz bereit.

Schritt 2: Stecken Sie den be­tref­fen­den USB-Stick ein und starten Sie YUMI mit einem Dop­pel­klick. Beachten Sie, dass die Yumi-Be­nut­zer­ober­flä­che nur auf Englisch verfügbar ist.

Schritt 3: Wählen Sie nun unter „Step 1: Select the Drive Letter of your USB Device“ das USB-Laufwerk aus. Stellen Sie sicher, dass es das richtige USB-Laufwerk ist, da beim For­ma­tie­ren alle vor­han­de­nen Daten gelöscht werden.

Bild: Wählen Sie unter „Step 1“ das betreffende USB-Laufwerk aus
Wählen Sie unter „Step 1“ das be­tref­fen­de USB-Laufwerk aus

Schritt 4: Unter „Step 2: Select a Dis­tri­bu­ti­on to put on (Laufwerk)” wählen Sie das Be­triebs­sys­tem, das Sie auf dem USB-Stick speichern möchten. YUMI bietet bereits die wich­tigs­ten Linux-Varianten wie Ubuntu, Linux Mint, Debian Live, openSUSE, Fedora und viele mehr. Die Software bietet zudem zahl­rei­che weitere System und Wartungs-Tools, die Sie auf dem Stick speichern können.

Bild: Unter „Step 2“ wählen sie die gewünschte Distribution oder Systemtools aus
Unter „Step 2“ wählen sie die ge­wünsch­te Dis­tri­bu­ti­on oder Sys­tem­tools aus

Schritt 5: Wenn Sie eine Dis­tri­bu­ti­on (in diesem Beispiel Ubuntu) aus­ge­wählt haben, so gibt es nun zwei Mög­lich­kei­ten: Befindet sich die Ubuntu-ISO-Datei bereits auf dem Rechner, so gehen Sie auf „Browse“ und wählen Sie die Datei aus.

Bild: Gehen Sie auf „Browse“, wenn sich die Installationsdatei bereits auf dem Rechner befindet
Gehen Sie auf „Browse“, wenn sich die In­stal­la­ti­ons­da­tei bereits auf dem Rechner befindet

Schritt 6: Befindet sich die Datei noch nicht auf dem Rechner, so setzen Sie einen Haken bei „Download Link“, um auf die Download-Seite von Ubuntu bzw. der aus­ge­wähl­ten Dis­tri­bu­ti­on zu gelangen. Nach dem Download wählen Sie die her­un­ter­ge­la­de­ne Datei unter „Step 3“ mit „Browse“ aus. Sollte YUMI keinen au­to­ma­ti­schen Download anbieten, laden Sie die Dateien manuell vom Her­stel­ler herunter.

Bild: Sollte die Datei sich noch nicht auf dem Rechner befinden, gehen Sie auf „Download Link“
Sollte die Datei sich noch nicht auf dem Rechner befinden, gehen Sie auf „Download Link“

Schritt 7: In „Step 4“ können Sie optional festlegen, wieviel freien USB-Spei­cher­platz Sie für das gewählte System re­ser­vie­ren möchten, um Än­de­run­gen und Ein­stel­lun­gen zu speichern.

Bild: Unter „Step 4“ lässt sich optional Speicherplatz für die gewählte Datei festlegen
Unter „Step 4“ lässt sich optional Spei­cher­platz für die gewählte Datei festlegen

Schritt 8: Bevor Sie das gewählte System bzw. das Sys­tem­tool auf den Stick schreiben, müssen Sie den USB-Stick for­ma­tie­ren. Wählen Sie hierzu das passenden Da­tei­sys­tem – NTFS oder Fat32 – und stellen Sie sicher, dass sich auf dem Stick keine wichtigen Dateien befinden. Klicken Sie an­schlie­ßend auf „Create“, um den Multiboot-USB-Stick zu erstellen.

Bild: Schließen Sie die Einrichtung ab, indem Sie das Dateisystem zur Formatierung festlegen und „Create“ klicken
Schließen Sie die Ein­rich­tung ab, indem Sie das Da­tei­sys­tem zur For­ma­tie­rung festlegen und „Create“ klicken

Schritt 9: YUMI listet Ihnen ab­schlie­ßend die be­vor­ste­hen­den Än­de­run­gen auf. Klicken Sie auf „Ja“. Der Vorgang kann nun je nach Stick wenige Sekunden oder einige Minuten dauern.

Bild: Bestätigen Sie die aufgelisteten, bevorstehenden Änderungen mit „Ja“
Be­stä­ti­gen Sie die auf­ge­lis­te­ten, be­vor­ste­hen­den Än­de­run­gen mit „Ja“

Schritt 10: Mul­ti­boota­ble ist Ihr USB-Stick erst, wenn Sie weitere Sys­tem­da­tei­en oder Werkzeuge auf dem Stick hin­ter­le­gen. YUMI bietet Ihnen daher ab­schlie­ßend an, direkt weitere ISO-Dateien oder Tools auf den Stick zu schreiben.

Bild: Nach der Einrichtung, bietet YUMI an, weitere Boot-Dateien auf den Stick zu kopieren
Nach der Ein­rich­tung, bietet YUMI an, weitere Boot-Dateien auf den Stick zu kopieren

Schritt 11: Wählen Sie nun zum Beispiel das In­stal­la­ti­ons­pro­gramm für Windows 10, indem Sie „Single Windows Vista/7/8/10 Installer“ auswählen und, falls die ISO bereits auf dem Rechner ist, auf „Browse“ klicken. Da Windows ISO-Dateien nur noch über das Media Creation Tool von Windows her­un­ter­ge­la­den werden können, bietet YUMI für Windows keine au­to­ma­ti­sche Wei­ter­lei­tung an. Sie müssen daher zunächst das Me­diaCrea­ti­on­Tool in­stal­lie­ren und ge­wünsch­te Windows ISO-Dateien her­un­ter­la­den. Danach wählen Sie die Datei in YUMI über „Browse“ aus. Achten Sie darauf, den Stick nach der Ein­rich­tung nicht mehr zu for­ma­tie­ren, da Sie vor­han­de­ne Daten sonst löschen.

Bild: Möchten Sie Windows-ISO-Dateien auf den Stick kopieren, so laden Sie diese über das Media Creation Tool herunter
Möchten Sie Windows-ISO-Dateien auf den Stick kopieren, so laden Sie diese über das Media Creation Tool herunter

Vom Multiboot-USB-Stick booten

Wenn Sie nun Ihr System booten möchten, müssen Sie den USB-Stick vor dem Start des Computers bereits an­schlie­ßen. Während der Rechner dann startet, sehen Sie (meist sehr kurz) eine In­for­ma­ti­on, welche Taste Sie drücken müssen, um ins Boot-Menü zu gelangen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine der 12 Funk­ti­ons­tas­ten oder um die Escape-Taste. In dem Menü können Sie dann das USB-Laufwerk auswählen und den Boot­vor­gang starten. Da Sie mit einem Multiboot-USB-Stick arbeiten, wählen Sie dann noch das ge­wünsch­te Be­triebs­sys­tem und können das System laden.

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