Offene Ports sind nicht nur Kom­mu­ni­ka­ti­ons­punk­te zwischen Ihren Systemen und dem Internet bzw. anderen Rechnern, sondern auch An­griffs­punk­te für Schad­soft­ware und Hacker. Ein re­gel­mä­ßi­ger Port-Check sorgt dafür, dass nur die Ports offen sind, die Sie auch benötigen. Welche Methoden sich anbieten, um Ports zu über­prü­fen, verraten wir Ihnen hier.

Was ist ein Port?

Ganz gleich, ob Sie sich nur beiläufig oder re­gel­mä­ßig mit Netz­wer­ken und Computern be­schäf­ti­gen – früher oder später stoßen Sie auf den Begriff „Port“. Port ist das englische Wort für Hafen, und genau wie Häfen Durch­gangs- und Kon­troll­punk­te für Waren sind, bilden so­ge­nann­te Netzwerk-Ports die Tore für Daten, die zwischen Rechnern und dem Internet bzw. anderen Rechnern über­tra­gen werden.

Port­num­mern sind Be­stand­teil einer IP-Adresse und er­mög­li­chen es, Da­ten­pa­ke­te einer spe­zi­fi­schen IP und be­stimm­ten Diensten zu­zu­ord­nen. In Ver­bin­dung mit einer IP-Adresse ergibt ein Port somit die voll­stän­di­ge Ziel- bzw. Ab­sen­der­adres­se einer Anwendung.

Wozu braucht es Netzwerk-Ports und wie viele gibt es?

Da in Be­triebs­sys­te­men, Apps und anderen Diensten viele Prozesse gleich­zei­tig laufen und Daten parallel über­tra­gen werden, sind mehrere, offene Ports er­for­der­lich. Eine Kern­funk­ti­on von Ports ist es, Systeme zu entlasten, bei mehreren Ver­bin­dun­gen ver­schie­de­ne Ports gleich­zei­tig zu nutzen und Da­ten­pa­ke­te der richtigen Anwendung zu­zu­ord­nen. Um Ports zu un­ter­schei­den, sind diese mit Nummern von 0 bis 65.535 versehen – jeder Computer verfügt insgesamt über 65.536 Ports.

Bestimmte Ports sind für spe­zi­fi­sche An­wen­dun­gen (z. B. Mail­ser­ver oder Webseiten) sowie wichtige Trans­port­pro­to­kol­le wie HTTP, FTP und Telnet re­ser­viert. Diese re­ser­vier­ten Ports werden von der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) verteilt und nennen sich stan­dar­di­sier­te oder Well Known Ports. Andere wiederum sind für re­gis­trier­te Dienste sowie für dy­na­mi­sche Clients vor­ge­se­hen. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Ports, die dynamisch aus einem Pool vergeben werden.

Fakt

Die Anzahl an TCP- und UDP-Ports ist enorm und umfasst insgesamt 65.536 Ports. Die wich­tigs­ten sind so­ge­nann­te stan­dar­di­sier­te Ports mit den Nummern 0 bis 1023 für feste An­wen­dun­gen. Die Ports 1024 bis 49151 werden sowohl für feste An­wen­dun­gen als auch dynamisch zu­ge­ord­net, während Ports 49152 bis 65535 dynamisch vergeben werden.

Funk­ti­ons­wei­se von Ports

Die Funk­ti­ons­wei­se von Ports ist relativ einfach: Trans­port­pro­to­kol­le wie UDP (User Datagram Protocol) und TCP (Trans­mis­si­on Control Protocol) über­tra­gen Da­ten­pa­ke­te, indem sie diese einer spe­zi­fi­schen Adresse bestehend aus IP und Port­num­mer zuordnen. Die Ziel­adres­se kann hierbei eine App, ein Dienst, eine Website oder ein be­lie­bi­ges Programm wie ein Web­brow­ser sein. Offene Ports von Ziel­adres­sen „lauschen“ auf Anfragen, die über einen Port von privaten bzw. öf­fent­li­chen IPs ausgehen. Die Ziel­an­wen­dung erfährt den Absender-Port beim Ver­bin­dungs­auf­bau und sendet die ge­wünsch­ten Da­ten­pa­ke­te an die Ab­sen­der­adres­se zurück.

Da un­ge­woll­te Netz­werk­ver­bin­dun­gen zwischen lokalen Rechnern und dem Internet möglichst zu vermeiden sind, steht in der Regel die Router-IP zwischen lokalen IPs und Ziel­adres­sen. Nach außen hin sichtbar und adres­sier­bar ist somit die öf­fent­li­che Router-IP, die auch als Absender von Da­ten­pa­ke­ten erscheint. Pa­ket­fil­ter und Firewall sorgen zudem dafür, dass Pakete, die sich keiner lokalen Anwendung zuordnen lassen, abgelehnt werden. Richtig adres­sier­te Pakete leitet der Router an den Absender-Dienst mittels IP und Port­num­mer weiter.

Port-Check: Wie lassen sich Ports testen?

Re­gel­mä­ßi­ges Port-Scanning ist ein wichtiger Vorgang. Vor allem Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren nutzen Port-Scanning, um Da­ten­ver­kehr in kleinen oder großen Netz­wer­ken zu über­wa­chen und Si­cher­heits­lü­cken zu schließen. Ein Port-Check prüft, ob Da­ten­pa­ke­te über vor­ge­se­he­ne Ports ver­schickt werden, ob Firewalls wichtige Ports ungewollt blo­ckie­ren und ob un­ge­nutz­te offene Ports ge­schlos­sen werden sollten. Für einen Port-Check bieten sich ver­schie­de­ne Methoden und Tools an, die wir im Folgenden vor­stel­len.

Hinweis

Beim Port-Check lassen sich stan­dard­mä­ßig drei mögliche Port-Zustände über­prü­fen: Offen (open), Ge­schlos­sen (closed) und Gefiltert (filterted). Offene Ports sind zum Ver­bin­dungs­auf­bau bereit, während Ver­bin­dungs­an­fra­gen an ge­schlos­se­ne oder ge­fil­ter­te Ports, z. B. durch Firewalls, abgelehnt werden.

Ports testen mit der Ein­ga­be­auf­for­de­rung

Möchten Sie auf Ihrem Rechner Ports testen, so nutzen Sie die Windows-Ein­ga­be­auf­for­de­rung und den CMD-Befehl netstat -ano. Mit diesem zeigt Ihnen Windows alle derzeit be­stehen­den Netz­werk­ver­bin­dun­gen über offene Ports bzw. offene, lau­schen­de Ports, die aktuell keine Ver­bin­dung her­stel­len. Der Befehl zeigt Ihnen zudem die PID-Nummer, also die Prozess-ID für den Prozess, der aktuell einen Port nutzt bzw. über einen Port lauscht.

So nutzen Sie den netstat -ano, um Ports zu testen:

Schritt 1: Öffnen Sie die Ein­ga­be­auf­for­de­rung als Ad­mi­nis­tra­tor, indem Sie den Windows-Shortcut [Windows] + [R] drücken, „cmd“ eingeben und mit [Strg] + [Alt] + [Enter] be­stä­ti­gen.

Schritt 2: Geben Sie den cmd-Befehl netstat -ano ein, um aktuelle Netz­werk­ver­bin­dun­gen, IPs und zu­ge­hö­ri­ge Prozess-IDs an­zu­zei­gen. Unter Status sehen Sie Einträge wie „HER­GE­STELLT“, wenn eine Ver­bin­dung zu einem Dienst besteht, oder „ABHÖREN“, wenn ein Port offen ist, jedoch keine Ver­bin­dung her­ge­stellt ist.

Bild: Geben Sie den cmd-Befehl netstat -ano in die Eingabeaufforderung ein.
Geben Sie den cmd-Befehl netstat -ano in die Ein­ga­be­auf­for­de­rung ein.

Schritt 3: Um fest­zu­stel­len, welcher Dienst einen Port nutzt und ob Sie den Port schließen können, suchen Sie im Task Manager den Task mit der ent­spre­chen­den PID heraus. Achtung: netstat -ano zeigt eine Reihe offener Ports im Bereich 49152 bis 65535 mit dem Status „Abhören“. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um Schad-Software, die häufig Ports in diesem Bereich nutzt, sondern meist um interne Windows-An­wen­dun­gen, die stan­dard­mä­ßig für Anfragen be­reit­ste­hen.

Bild: Finden Sie mit der PID im Task Manager heraus, welcher Prozess einen offenen Port nutzt.
Finden Sie mit der PID im Task Manager heraus, welcher Prozess einen offenen Port nutzt.

Ports testen mit Port-Scanner-Software

Ähnlich wie die Ein­ga­be­auf­for­de­rung funk­tio­nie­ren so­ge­nann­te Port-Scanner. Dabei handelt es sich um Software, die offene Ports und zu­ge­las­se­ne Dienste un­ter­sucht. Zu­sätz­lich sind Port-Scanner in der Lage, die Netz­werk­si­cher­heit und -struktur zu un­ter­su­chen. Port-Scanner senden zur Analyse Da­ten­pa­ke­te an eine Ziel­adres­se und werten die re­sul­tie­ren­den Antworten aus, um Ports zu über­prü­fen.

Bei der Anwendung von Port-Scannern ist al­ler­dings Vorsicht geboten. Diese werden nicht nur von Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren, sondern auch von Hackern genutzt, um Si­cher­heits­lü­cken für Malware und Angriffe zu ermitteln. Ana­ly­se­da­ten eines Port-Scans sind sensibel, da Ihre Daten für po­ten­zi­el­le Angreifer von Interesse sind. Die Anwendung von Port-Scannern hilft zwar, Si­cher­heits­lü­cken zu schließen, er­mit­tel­te Daten sind jedoch ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu behandeln. Darüber hinaus ist ein Port-Check nur auf dem eigenen System oder mit der Erlaubnis des Sys­tem­in­ha­bers durch­zu­füh­ren, da dieser ohne Ein­wil­li­gung rechtlich als An­griffs­ver­such gewertet werden kann.

Beispiel 1: Advanced Port Scanner

Advanced Port Scanner ist eine Freeware, mit der sich Ports testen und Netz­werk­ge­rä­te (z. B. Rechner, Router, Smart-Geräte) samt offenem oder ge­schlos­se­nem Port­be­reich auflisten lassen. Der Ana­ly­se­schwer­punkt liegt auf TCP-Ports, ist jedoch um weitere Ports und Pro­to­kol­le er­wei­ter­bar. Zu­sätz­li­che Funk­tio­nen der Scan-Software umfassen Remote-Befehle via RDP und Radmin sowie Port- und Netz­werk­frei­ga­ben.

Beispiel 2: Nmap

Nmap ist der klas­si­sche kos­ten­lo­se Port-Scanner, der sich vorrangig an IT-Experten richtet. Nmap wurde ur­sprüng­lich für Linux pro­gram­miert, dient in­zwi­schen jedoch für alle Systeme als Port-Scanner. Erfahrene User können Nmap als Be­fehls­zei­len-Konsole nutzen, während für un­er­fah­re­ne User die über­sicht­li­che­re grafische Zenmap-Ober­flä­che zur Verfügung steht. Beachten Sie, dass Nmap nur für die Un­ter­su­chung eigener lokaler Ports zu nutzen ist. Ein Nmap-Port-Scan fremder Ziel­adres­sen ohne Ein­wil­li­gung kann als Vorstufe eines Sys­te­m­an­griffs ver­stan­den werden!

Ports testen mit On­line­tools

Eine dritte Al­ter­na­ti­ve für den Port-Check sind kos­ten­lo­se On­line­tools, die an Ihrem Rechner offene Ports und somit po­ten­zi­el­le Si­cher­heits­lü­cken fest­stel­len. Zu beachten ist, dass Port-Scanning mit dem cmd-Befehl netstat -ano oder mit Software wie Nmap in erster Linie lokale Ports umfasst. Um öf­fent­li­che Port­frei­ga­ben Ihres Routers zu ermitteln, müssen diese jedoch von außen an­ge­spro­chen werden. Online-Port-Scanner nutzen hierzu eine Test-Website und scannen in erster Linie Standard-Ports. Ana­ly­se­da­ten werden als Er­geb­nis­lis­te aus­ge­ge­ben.

Beispiel 1: DNSTOOLS

Die Website dnstools.ch scannt einen ganzen Bereich von Standard-Ports wie FTP, DNS, POP3, IMAP, SMTP oder RPC, ana­ly­siert gezielt einzelne Ports und un­ter­sucht, ob die Wei­ter­lei­tung von öf­fent­li­chen Ports des Routers zu lokalen An­wen­dun­gen korrekt funk­tio­niert. Die Analyse-Er­geb­nis­se zeigt das On­line­tool in einer über­sicht­li­chen Liste, die sich als Datei ex­por­tie­ren lässt. Weitere Scantools umfassen DNS-Abfragen, Ping und Tra­ce­rou­te.

Beispiel 2: Nmap Online Port Scanner

Nmap steht nicht nur als leis­tungs­fä­hi­ger Port-Scanner zum Download bereit, sondern bietet zudem ein On­line­tool zum Port-Check. Mit diesem lassen sich nach außen offene TCP-Ports un­ter­su­chen und zu­ge­hö­ri­ge Dienste auflisten.

Beispiel 3: Wha­tIs­MyIP.com

Die Website Wha­tIs­MyIP.com dient in erster Linie dazu, öf­fent­lich sichtbare IP-Adressen von Nutzern wie­der­zu­ge­ben und die Wirk­sam­keit von VPN-Ver­bin­dun­gen zu prüfen. Darüber hinaus bietet die Website ver­schie­de­ne weitere Tools, zu denen auch ein Port-Scanner gehört. Einzelne Ports lassen sich testen, indem Sie die ent­spre­chen­de Port­num­mer eingeben.

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