Falls Sie den stan­dard­mä­ßig in Ubuntu 24.04 ent­hal­te­nen SSH-Server OpenSSH bei der In­stal­la­ti­on nicht aktiviert haben, lässt sich dies jederzeit nachholen. Nach­träg­lich können Sie OpenSSH bequem über das Terminal in­stal­lie­ren und an­schlie­ßend die Kon­fi­gu­ra­ti­on des SSH-Dienstes flexibel an Ihre Si­cher­heits­an­for­de­run­gen anpassen.

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Ubuntu 24.04 SSH ak­ti­vie­ren: So geht’s Schritt für Schritt

Für den ge­schütz­ten Zugriff auf entfernte Server oder Rechner hat sich das SSH-Protokoll als un­ver­zicht­ba­rer Standard etabliert. Es ge­währ­leis­tet nicht nur eine ver­schlüs­sel­te Da­ten­über­tra­gung, sondern schützt auch zu­ver­läs­sig vor un­au­to­ri­sier­ten Zugriffen und Ma­ni­pu­la­tio­nen. In modernen Linux-Systemen wie Ubuntu 24.04 kommt dafür in der Regel die Open-Source-Lösung OpenSSH zum Einsatz.

Hinweis

Bei der Ein­rich­tung eines Servers mit Ubuntu können Sie direkt beim Setup schon SSH ak­ti­vie­ren und ersparen sich somit den nach­träg­li­chen In­stal­la­ti­ons­pro­zess.

OpenSSH er­mög­licht neben dem Fern­zu­griff auch den sicheren Da­tei­trans­fer über SFTP und SCP. Da der SSH-Dienst bei Ubuntu nach der In­stal­la­ti­on nicht au­to­ma­tisch aktiv ist, muss er zunächst ein­ge­rich­tet werden. Eigene SSH-Keys unter Ubuntu können ebenfalls in wenigen Schritten erstellt werden.

Wie Sie bei der Ein­rich­tung von OpenSSH unter Ubuntu 24.04 vorgehen und welche Optionen zur Kon­fi­gu­ra­ti­on be­reit­ste­hen, erfahren Sie in der folgenden, einfach ver­ständ­li­chen Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Tipp

Wenn Sie OpenSSH unter Ubuntu 22.04 ein­rich­ten möchten, können Sie einen Blick auf unseren separaten Artikel werfen.

Schritt 1: Terminal öffnen

In einem ersten Schritt sollten Sie das Kom­man­do­zei­len-Tool der Linux-Dis­tri­bu­ti­on öffnen. Hierzu gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Neben einem Rechts­klick auf den Desktop > „Open in Terminal“ und der Ver­wen­dung der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Strg] +[Alt] + [t] können Sie auch das An­wen­dungs­me­nü öffnen und die Such­funk­ti­on nutzen. Geben Sie hierzu in das Suchfeld einfach „Terminal“ ein.

Bild: Screenshot der Ubuntu App-Suche
Ubuntu-Such­funk­ti­on in der Ap­p­über­sicht: Suche nach „Terminal“

Schritt 2: In­stal­la­ti­on des Ubuntu-SSH-Service

Nun folgt bereits die In­stal­la­ti­on von OpenSSH. Hierzu wird der Ubuntu-Pa­ket­ma­na­ger apt mit dem sudo-Befehl als Root-User genutzt. Folgender Terminal-Befehl startet die In­stal­la­ti­on:

sudo apt install openssh-server
bash
Bild: Screenshot der Installation von OpenSSH im Terminal
Die OpenSSH-In­stal­la­ti­on erfolgt einfach im Ubuntu-Terminal.

Da Sie als Superuser agieren, müssen Sie vor der In­stal­la­ti­on Ihr Passwort eingeben und diese Eingabe mit Enter be­stä­ti­gen.

Schritt 3: Erfolg über­prü­fen

Nachdem Sie den In­stal­la­ti­ons­be­fehl aus­ge­führt haben und die In­stal­la­ti­on er­folg­reich ab­ge­schlos­sen wurde, können Sie den Erfolg des Un­ter­fan­gens über­prü­fen, indem Sie den Status Ihres SSH-Daemons be­trach­ten. Auch dies geschieht einfach über das Terminal mit folgendem Kommando:

sudo systemctl status ssh
bash

Be­trach­ten Sie nun die Ausgabe dieses Kommandos. Sie sollten folgende Einträge finden:

  • „active (running)“: Dieser Status zeigt an, dass der Ubuntu-SSH-Service gerade aus­ge­führt wird.
  • „preset: enabled“: Be­trach­ten Sie die Zeile „Loaded“ und suchen Sie nach dem Eintrag „preset: enabled“. Er gibt an, dass SSH fortan bei jedem Sys­tem­neu­start verfügbar sein soll.
Bild: Screenshot des Status von SSH im Terminal
An der grünen „active“-Anzeige können Sie erkennen, dass SSH aktiviert ist.

Wenn Ihnen als Status angezeigt wird, dass Ihr SSH-Service zum aktuellen Zeitpunkt inaktiv ist, müssen Sie dies manuell ändern. Auch hierzu kann wieder das Terminal genutzt werden. Geben Sie folgende Befehle ein, um SSH zu ak­ti­vie­ren:

sudo systemctl enable ssh
sudo systemctl start ssh
bash

Um die Sta­tus­an­zei­ge des SSH-Dienstes zu verlassen und zur Ein­ga­be­auf­for­de­rung zu­rück­zu­keh­ren, drücken Sie einfach die Taste „q“ für „quit“.

Schritt 4: SSH-Port öffnen

Damit der Fern­zu­griff per SSH auf Ihr Ubuntu-24.04-System funk­tio­niert, muss das System auch „von außen er­reich­bar“ sein – genauer gesagt: Der richtige Netz­werk­port muss offen sein. Stan­dard­mä­ßig läuft SSH über Port 22. Solange dieser durch die Firewall blockiert wird, bleibt jede Ver­bin­dungs­an­fra­ge erfolglos.

Ubuntu nutzt zur Steuerung der internen Firewall ein Tool namens UFW (Un­com­pli­ca­ted Firewall). Damit Ver­bin­dun­gen per SSH nicht un­ter­bun­den werden und Sie später keine SSH-Fehler beheben müssen, ist es notwendig, eine explizite Freigabe für Port 22 ein­zu­rich­ten. Erst wenn diese Regel gesetzt ist, lassen sich Remote-Zugriffe mit Tools wie PuTTY oder anderen SSH-Clients er­folg­reich aufbauen. Der Befehl, um diese Freigabe ein­zu­rich­ten, lautet fol­gen­der­ma­ßen:

sudo ufw allow ssh
bash
Bild: Screenshot des Befehls zum Updaten der Firewall
Die SSH-Port-Freigabe erfolgt ebenfalls mittels Kommando im Ubuntu-Terminal.

Schritt 5: Kon­fi­gu­ra­ti­on vornehmen

Die Vor­ein­stel­lun­gen von OpenSSH bieten bereits eine solide Basis für sichere Remote-Zugriffe unter Ubuntu 24.04. Wer jedoch besondere An­for­de­run­gen an Si­cher­heit oder Netz­werk­struk­tur hat, kann das Verhalten des SSH-Servers gezielt anpassen. So lassen sich bei­spiels­wei­se der Stan­dard­port 22 ändern, IP-Adressen gezielt ak­ti­vie­ren oder de­ak­ti­vie­ren oder das Wei­ter­lei­ten von Ver­bin­dun­gen (TCP-For­war­ding) un­ter­bin­den – je nachdem, was Ihre Umgebung erfordert.

Alle re­le­van­ten Optionen finden sich in der zentralen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei namens sshd_config, über die sich der SSH-Daemon steuern lässt. Um diese Datei zu be­ar­bei­ten, öffnen Sie sie einfach mit einem Editor Ihrer Wahl. Wir haben uns für den Editor vim ent­schie­den, sodass der Befehl fol­gen­der­ma­ßen lautet:

sudo vim /etc/ssh/sshd_config
bash
Bild: Screenshot der Datei sshd_config
Den Inhalt der OpenSSH-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei sshd_config können Sie in einem Editor Ihrer Wahl wie bei­spiels­wei­se vim anpassen.

Nehmen Sie nun die ge­wünsch­ten Än­de­run­gen an der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei vor – etwa durch das Anpassen von Ports, das Ein­schrän­ken erlaubter Pro­to­kol­le oder das Festlegen sicherer Au­then­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren. Achten Sie darauf, Ihre Än­de­run­gen zu speichern, bevor Sie den Editor schließen.

Damit die neuen Ein­stel­lun­gen aktiv werden, muss der SSH-Dienst neu gestartet werden. Dies erledigen Sie mit folgendem Befehl im Terminal:

sudo service ssh restart
bash
Tipp

Die Kon­fi­gu­ra­ti­on von SSH lohnt sich bei­spiels­wei­se dann besonders, wenn Sie einen FTP-Server unter Ubuntu betreiben möchten. Denn damit schaffen Sie die Grundlage, um SFTP zu nutzen – die sichere Al­ter­na­ti­ve zu klas­si­schem FTP, die Ver­schlüs­se­lung und Schutz Ihrer Daten stan­dard­mä­ßig in­te­griert.

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