Kritische Fehler wie „Page Fault In Nonpaged Area“ können aus ver­schie­de­nen Gründen auftreten: Trei­ber­feh­ler, falsch in­stal­lier­te Programme bzw. Updates, Fehler im Ar­beits­spei­cher sowie Hardware-Probleme. Um den Fehler und seine Ursache zu beheben, müssen Sie ver­schie­de­ne Methoden aus­pro­bie­ren – denn eine pauschale Antwort, woraus das Problem re­sul­tiert, gibt es nicht. Wir stellen die Lö­sungs­me­tho­den vor.

Der Blue­screen in Windows ist einer der be­kann­tes­ten und zugleich ge­fürch­tets­ten Sys­tem­feh­ler und wird über­spitzt auch als „Blue­screen Of Death“ be­zeich­net. Beim so­ge­nann­ten „Windows Stopcode“ handelt es sich um einen Hinweis auf Sys­tem­ab­stür­ze, die durch kritische Sys­tem­feh­ler ver­ur­sacht werden. Sie sehen meist nur einen blauen Bild­schirm, einen traurigen Smiley und vage Hinweise wie „Page Fault In Nonpaged Area“. Wirklich weiter hilft das nicht, denn die Ursachen können sowohl bei Fehlern in der Software als auch in der Hardware liegen.

Das sind die häu­figs­ten Gründe für die Feh­ler­mel­dung „Page Fault In Nonpaged Area“: feh­ler­haf­te Sys­tem­up­dates, Probleme mit dem Zugriff auf den Ar­beits­spei­cher, Hardware-Fehler der SSD, Fest­plat­ten, Treiber oder Gra­fik­kar­te(n).

Lösungen für „Page Fault In Nonpaged Area“

Nor­ma­ler­wei­se würden wir Ihnen empfehlen, zunächst zu bewährten Mitteln wie einem Neustart des Computers zu greifen. Da ein Blue­screen jedoch auf kritische Sys­tem­feh­ler hinweist, sollten Sie es direkt mit den folgenden Lö­sungs­me­tho­den probieren.

Lösung 1: Sys­tem­da­tei­en re­pa­rie­ren mit SFC und DISM

Kritische Sys­tem­feh­ler wie „Page Fault In Nonpaged Area“ können in korrupten, be­schä­dig­ten oder fehlenden Sys­tem­da­tei­en begründet sein. Um diese zu über­prü­fen und zu re­pa­rie­ren, verfügt Windows über die Re­pa­ra­tur­tools DISM (De­ploy­ment Image Servicing and Ma­nage­ment) und SFC (System File Checker). Beide lassen sich wie folgt als CMD-Befehl über die Kom­man­do­zei­le ausführen.

Schritt 1: Drücken Sie jeweils nach­ein­an­der den Windows-Shortcut [Strg] + [R] und [Strg] + [Umschalt] + [Enter]. Auf diese Weise öffnen Sie die Ein­ga­be­auf­for­de­rung mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten.

Schritt 2: Geben Sie zunächst den Befehl „sfc/scannow“ ein und drücken Sie [Enter]. Das SFC-Tool wird die Sys­tem­da­tei­en über­prü­fen und feh­ler­haf­te Dateien gegen ge­spei­cher­te, intakte Kopien aus­tau­schen.

Schritt 3: Geben Sie an­schlie­ßend folgende DISM-Befehle ein und be­stä­ti­gen Sie nach jedem Befehl mit [Enter]: „DISM.exe/Online/Cleanup-image/Sc­an­he­alth“ und „DISM.exe/Online/Cleanup-image/Res­tore­he­alth“.

Schritt 4: Starten Sie das System neu.

KI-Assistent kostenlos – Ihr smarter All­tags­hel­fer
  • DSGVO-konform & sicher gehostet in Deutsch­land
  • Pro­duk­ti­vi­tät steigern – weniger Aufwand, mehr Output
  • Direkt im Browser starten – ohne In­stal­la­ti­on

Lösung 2: Windows-Update be­rei­ni­gen

Ein weiterer Grund für den blauen Bild­schirm sind falsch her­un­ter­ge­la­de­ne, fehlende oder be­schä­dig­te Update-Dateien. Windows bietet Ihnen die Mög­lich­keit, alle ge­spei­cher­ten, nicht mehr be­nö­tig­ten Update-Dateien zu be­rei­ni­gen:

Schritt 1: Geben Sie unten in das Windows-Suchfeld „Da­ten­trä­ger­be­rei­ni­gung“ ein und öffnen Sie die an­ge­zeig­te App.

Schritt 2: Im Menü der Da­ten­be­rei­ni­gung gehen Sie auf „Sys­tem­da­tei­en be­rei­ni­gen“. Aus der auf­ge­führ­ten Liste wählen Sie „Windows Update-Be­rei­ni­gung“ und be­stä­ti­gen mit „OK“. Wählen Sie hierbei auch „Temporäre Dateien“ aus. Die ent­spre­chen­den Dateien werden dadurch entfernt.

Schritt 3: Führen Sie im Anschluss einen Neustart durch.

Lösung 3: Windows-Update-Kom­po­nen­ten zu­rück­set­zen

Falls der Fehler weiterhin auftritt und mit einem Update in Ver­bin­dung steht, bietet sich ein weiterer Lö­sungs­weg an, um Update-Kom­po­nen­ten in Windows auf den Ori­gi­nal­zu­stand zu­rück­zu­set­zen. Rufen Sie die Kom­man­do­zei­le wieder mit Ad­mi­nis­tra­tor­rech­ten auf, indem Sie [Strg] + [R] und [Strg] + [Umschalt] + [Enter] drücken.

Schritt 1: Geben Sie die nach­fol­gen­den Befehle ein und ak­ti­vie­ren Sie diese jeweils mit [Enter], um die Update-Kom­po­nen­ten zu de­ak­ti­vie­ren:

  • net stop wuauserv
  • net stop cryptSvc
  • net stop bits
  • net stop msiserver
  • ren C:\\Windows\\Soft­ware­Dis­tri­bu­ti­on Soft­ware­Dis­tri­bu­ti­on.old
  • ren C:\\Windows\\System32\\catroot2 Catroot2.old

Schritt 2: Starten Sie die Kom­po­nen­ten mit folgenden Befehlen neu und führen Sie danach einen Neustart durch:

  • net start wuauserv
  • net start cryptSvc
  • net start bits
  • net start msiserver

Lösung 4: Ar­beits­spei­cher testen

Auch der RAM, also der Ar­beits­spei­cher des Computers, kann eine mögliche Ursache für den Fehler sein. Um zu über­prü­fen, ob der Ar­beits­spei­cher pro­blem­los funk­tio­niert, bietet Windows eine Ar­beits­spei­cher­dia­gno­se an:

Schritt 1: Öffnen Sie die Kom­man­do­zei­le mit Ad­mi­nis­tra­to­ren­rech­ten und geben Sie den CMD-Befehl „mdsched.exe“ ein. Al­ter­na­tiv finden Sie die Spei­cher­dia­gno­se auch, indem Sie in die Windows-Suchzeile „Spei­cher­dia­gno­se“ eingeben.

Schritt 2: Der Test dauert etwa 30 Minuten und scannt den Ar­beits­spei­cher mit dem „Windows Memory Dia­gno­stics Tool“ auf kaputten Speicher. Die Resultate werden von Windows nach einem Neustart aus­ge­ge­ben.

Schritt 3: Sollte der Ar­beits­spei­cher tat­säch­lich defekt sein, lässt dieser sich selten re­pa­rie­ren. In diesem Fall müssen Sie den RAM-Riegel aus­tau­schen.

Lösung 5: Testen der Fest­plat­te und des Speichers für die Aus­la­ge­rungs­da­tei

Auch ein Defekt im Da­tei­sys­tem Ihrer Laufwerke kann zum Blue­screen führen. Prüfen Sie diese wie folgt:

Schritt 1: Starten Sie die Kom­man­do­zei­le als Ad­mi­nis­tra­tor und geben Sie den Befehl „chkdsk C: /f /r /x“ ein. Ihre Par­ti­tio­nen werden dadurch getestet und mögliche Fehler repariert. Im Beispiel steht „C:“ für die Partition C:. Daher müssen Sie den Buch­sta­ben jeweils anpassen, bis Sie alle Par­ti­tio­nen getestet haben.

Schritt 2: Sollte Ihre Aus­la­ge­rungs­da­tei auf einer anderen Partition liegen, prüfen Sie auch diese mit besagtem Befehl. Hier ist zu beachten, dass auf Ihrer Sys­tem­par­ti­ti­on sowie der Partition für die Aus­la­ge­rungs­da­tei min­des­tens doppelt so viel freier Rest­spei­cher vorhanden ist, als Ar­beits­spei­cher aktuell belegt ist.

Lösung 6: Ak­tua­li­sie­rung der Treiber

Auch veraltete bzw. nicht ak­tua­li­sier­te Treiber können zu einem Sys­tem­ab­sturz führen. Prüfen und ak­tua­li­sie­ren Sie Ihre Treiber wie folgt:

Schritt 1: Geben Sie in die Windows-Suchzeile „Geräte-Manager“ ein und öffnen Sie diesen.

Schritt 2: Gehen Sie die Ge­rä­te­lis­te durch, klappen Sie die jeweilige Zeile auf und führen Sie einen Rechts­klick auf das ent­spre­chen­de Gerät aus. Mit dem Menüpunkt „Treiber ak­tua­li­sie­ren“ lassen sich die Treiber von sys­tem­kri­ti­schen Geräten wie „Gra­fik­kar­ten“, „Laufwerke“, „Pro­zes­so­ren“ oder „Netz­werk­ad­ap­ter“ auf den neuesten Stand bringen.

Schritt 3: Sie können auch mit einem Windows-Bord­mit­tel Trei­ber­pro­ble­me über­prü­fen lassen. Öffnen Sie dafür die Kom­man­do­zei­le als Ad­mi­nis­tra­tor und geben Sie den Befehl „perform /report“ ein. Sie erhalten nach ca. einer Minute einen Bericht zu Fehlern Ihres Systems inklusive etwaigen Trei­ber­pro­ble­men. In der Regel ak­tua­li­siert Windows veraltete Treiber jedoch au­to­ma­tisch, indem Sie nach neuen Updates suchen und diese dann ausführen lassen.

Hinweis

Um den Fehler zu beheben, empfehlen einige Ratgeber, Ihre Antivirus-Software oder Ihren Windows Defender zu de­ak­ti­vie­ren. Hierzu raten wir jedoch nur, wenn Sie tat­säch­lich vermuten, dass neu­in­stal­lier­te Antiviren-Software ver­ant­wort­lich ist.

Lösung 7: Wie­der­her­stel­lungs­punkt oder auf Werk­ein­stel­lun­gen zu­rück­set­zen

Sollten Sie in Windows die Er­stel­lung von Wie­der­her­stel­lungs­punk­ten aktiviert haben, können Sie Ihr System auf einen Zeitpunkt zu­rück­set­zen, bevor das Problem auftrat. Die Wie­der­her­stel­lungs­funk­ti­on ak­ti­vie­ren Sie über den Pfad „System und Si­cher­heit“ > „Si­cher­heit und Wartung“ > „Wie­der­her­stel­lung“ > „Er­wei­ter­te Wie­der­her­stel­lungs­tools“ > „Sys­tem­wie­der­her­stel­lung kon­fi­gu­rie­ren“.

Gehen Sie wie folgt vor, um Windows auf einen früheren Wie­der­her­stel­lungs­punkt zu­rück­zu­set­zen:

Schritt 1: Öffnen Sie über die Windows-Suchzeile „Si­cher­heit und Wartung“ und gehen Sie auf „Wie­der­her­stel­lung“.

Schritt 2: Wählen Sie „Sys­tem­wie­der­her­stel­lung öffnen“. Be­stä­ti­gen Sie im nächsten Fenster mit „Weiter“ und wählen Sie einen Wie­der­her­stel­lungs­punkt aus, der vor dem Auftreten des Blue­screens liegt. Be­stä­ti­gen Sie in den folgenden Menüs, dass Sie den Computer wirklich zu­rück­set­zen möchten.

Al­ter­na­tiv können Sie Windows 10 zu­rück­set­zen bzw. Windows 11 zu­rück­set­zen, indem Sie auf „Updates und Si­cher­heit“ und auf „Wie­der­her­stel­lung“ gehen. Hierbei werden jedoch alle Apps und Ein­stel­lun­gen und/oder alle eigenen Daten gelöscht. Sie setzen somit Windows auf die Werks­ein­stel­lun­gen zurück, was in der Regel das Problem ebenfalls beheben kann.

Lösung 8: Blue­screen beim Boot

Stürzt das System bereits beim Hoch­fah­ren ab, werden die oben genannten Lö­sungs­me­tho­den nicht funk­tio­nie­ren. Gehen Sie in diesem Fall wie folgt vor:

Schritt 1: Drücken Sie während des Hoch­fah­rens [Strg] + [F8]. Sollte der Boot zu schnell erfolgen, drücken Sie die Kom­bi­na­ti­on früh­zei­tig mehrmals hin­ter­ein­an­der.

Schritt 2: Gehen Sie in den er­wei­ter­ten Start­op­tio­nen auf „Pro­blem­be­hand­lung“ und wählen Sie in den er­wei­ter­ten Optionen aus, ob Sie in­stal­lier­te Updates de­instal­lie­ren oder das System zu­rück­set­zen möchten.

Zum Hauptmenü