Ubuntu 22.04 ist die aktuelle LTS-Version der beliebten Linux-Dis­tri­bu­ti­on und kann für viele An­wen­dun­gen genutzt werden. Auch eine In­stal­la­ti­on der Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware Docker stellt unter Ubuntu 22.04 kein Problem dar und kann in nur wenigen Schritten erledigt werden.

An­for­de­run­gen an Ihr System

Um Docker er­folg­reich zu in­stal­lie­ren, muss Ihr Linux-System mit Ubuntu 22.04 einige Vor­aus­set­zun­gen erfüllen. Da es sich bei Docker um eine vor allem in der Software-Ent­wick­lung beliebte Stan­dard­soft­ware handelt, sind diese An­for­de­run­gen nicht sehr hoch:

  • 64-Bit-Kernel und CPU-Un­ter­stüt­zung für Vir­tua­li­sie­rung
  • Un­ter­stüt­zung von KVM-Vir­tua­li­sie­rung
  • QEMU in der Version 5.2 oder neuer
  • Desktop-Umgebung von Gnome, KDE oder MATE
  • Min­des­tens 4 GB Ar­beits­spei­cher bzw. RAM (vor allem relevant, wenn Sie Docker auf einer vir­tu­el­len Maschine mit Linux in­stal­lie­ren möchten)

Der passende Linux-Server

Wenn Sie Docker unter Ubuntu 22.04 in­stal­lie­ren möchten, müssen Sie hierfür nicht unbedingt Ihren lokalen Computer oder eine virtuelle Maschine nutzen: Auch ein eigener Linux-Server eignet sich her­vor­ra­gend, um eine Docker-Umgebung auf­zu­set­zen. In dem Falls müssen Sie eine Auswahl zwischen ver­schie­de­nen Ser­ver­ty­pen treffen.

Grund­sätz­lich un­ter­schei­det man cloud­ba­sier­te und de­di­zier­te Ser­ver­lö­sun­gen. Auf der Cloud basieren der Cloud Server und der Virtual Private Server (vServer). Während ersterer mi­nu­ten­ge­nau nach Nutzung ab­ge­rech­net wird, können Sie bei einem vServer zwischen ver­schie­de­nen mo­nat­li­chen Tarifen auswählen. Gemeinsam ist den beiden Ser­ver­ty­pen jedoch, dass Sie Ihren Server dank hoch­ska­lier­ba­rer Res­sour­cen jederzeit an Ihren aktuellen Bedarf anpassen können.

Der Dedicated Server wird ebenfalls mi­nu­ten­ge­nau ab­ge­rech­net, basiert al­ler­dings nicht auf der Cloud, sondern stellt Ihnen de­di­zier­te En­ter­pri­se-Hardware zur Verfügung, die auch den höchsten Sys­tem­an­for­de­run­gen gerecht wird.

Egal, für welchen Servertyp Sie sich ent­schei­den: Die Wahl des Be­triebs­sys­tems steht Ihnen offen. Bei IONOS haben Sie die Wahl zwischen ver­schie­de­nen Linux-Dis­tri­bu­tio­nen sowie Windows. Außerdem können Sie sich jederzeit auf eine her­vor­ra­gen­de Breit­band­an­bin­dung mit bis zu 400 Mbit/s verlassen und auf höchste Ver­füg­bar­keit vertrauen.

Ser­ver­ty­pen und IONOS-Tarife im Vergleich

Bei den ver­schie­de­nen Ser­ver­ty­pen kann man schnell den Überblick verlieren und sich fragen, welcher Server denn nun für den eigenen An­wen­dungs­fall am besten geeignet ist. Als Ori­en­tie­rungs­hil­fe haben wir eine prak­ti­sche Über­sichts­ta­bel­le mit drei gängigen An­wen­dungs­sze­na­ri­en für Sie zu­sam­men­ge­stellt:

Ein­satz­sze­na­rioDer passende Server
Ein Server, um eigene Projekte um­zu­set­zen und zu ent­wi­ckeln: Vor­ran­gi­ge Nutzung für Ent­wick­lung und TestungCloud Server XL
Ein Server, um ver­schie­de­ne An­wen­dun­gen für Clients bereit: Vor­ran­gi­ge Nutzung für De­ploy­mentvServer RAM L
Stellen Sie mit Ihrem Server virtuelle Um­ge­bun­gen bereit: Nutzung ins­be­son­de­re für Vir­tua­li­sie­rungvServer RAM XL
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Tipp

Falls Ihnen Ubuntu 22.04 nicht gefällt, ist es gar kein Problem, Docker auf Ubuntu 20.04 zu in­stal­lie­ren. Wenn Sie mal etwas Neues aus­pro­bie­ren wollen, eignen sich auch andere Linux-Dis­tri­bu­tio­nen für den Einsatz der beliebten Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware. So ist etwa die In­stal­la­ti­on von Docker auf Debian 11 ebenfalls eine Sache von Minuten.

So in­stal­lie­ren Sie Docker auf Ubuntu 22.04 Schritt für Schritt

Die In­stal­la­ti­on von Docker unter Ubuntu 22.04 kann direkt im Terminal erfolgen und erfordert somit nichts weiter als das Wissen um einige grund­le­gen­de Ter­mi­nal­be­feh­le.

Schritt 1: System vor­be­rei­ten

In einem ersten Schritt sollten Sie Ihr Be­triebs­sys­tem auf den neuesten Stand bringen. Dies ist mit folgenden zwei Befehlen schnell erledigt:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Schritt 2: Etwaige Docker-Rück­stän­de entfernen

Wenn Sie bereits Beta-Versionen von Docker genutzt oder Previews der Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware in­stal­liert haben, müssen diese vor der In­stal­la­ti­on von Docker entfernt werden, da es ansonsten zu un­er­wünsch­ten Sei­ten­ef­fek­ten kommen kann.

sudo apt remove docker-desktop
rm -r $HOME/.docker/desktop
sudo rm /usr/local/bin/com.docker.cli
sudo apt purge docker-desktop

Schritt 3: Re­po­si­to­ry von Docker her­un­ter­la­den

Docker nutzt für die In­stal­la­ti­on ein Re­po­si­to­ry, das Sie daher in Ihrem System hin­ter­le­gen müssen. Um mit dem Re­po­si­to­ry arbeiten zu können, müssen Sie in einem ersten Schritt folgende Pakete in­stal­lie­ren:

sudo apt-get install \
    ca-certificates \
    curl \
    gnupg \
    lsb-release

An­schlie­ßend können Sie den GPG-Schlüssel von Docker zu Ihrem System hin­zu­fü­gen:

sudo mkdir -p /etc/apt/keyrings
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | sudo gpg --dearmor -o /etc/apt/keyrings/docker.gpg

Das Docker-Re­po­si­to­ry wird ebenfalls in der Kom­man­do­zei­le auf­ge­setzt. Auch hierzu benötigen Sie lediglich den passenden Ter­mi­nal­be­fehl:

echo \
    "deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.gpg] https://download.docker.com/linux/ubuntu \
    $(lsb_release -cs) stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null

Schritt 4: In­stal­la­ti­on der Docker Engine

Die Docker Engine können Sie unter Ubuntu 22.04 ebenfalls direkt im Terminal her­un­ter­la­den. Die Befehle, die Sie dazu benötigen, un­ter­schei­den sich, je nachdem, ob Sie eine bestimmte Version von Docker benötigen oder aber die aktuelle Version down­loa­den möchten.

Für den Download einer be­stimm­ten Version von Docker können Sie sich zunächst mit folgendem Befehl alle ver­füg­ba­ren Versionen auflisten lassen:

apt-cache madison docker-ce | awk '{ print $3 }'

Aus der ent­stan­de­nen Liste können Sie eine Version auswählen. Geben Sie als Version-String die ge­wünsch­te Version an. An­schlie­ßend können Sie diese wie folgt in­stal­lie­ren:

VERSION_STRING=5:20.10.13~3-0~ubuntu-jammy
sudo apt-get install docker-ce=$VERSION_STRING docker-ce-cli=$VERSION_STRING containerd.io docker-compose-plugin

Noch einfacher geht die In­stal­la­ti­on der aktuellen Docker-Version:

apt-cache madison docker-ce | awk '{ print $3 }'

Schritt 5: In­stal­la­ti­on über­prü­fen

Um zu schauen, ob Ihre In­stal­la­ti­on er­folg­reich war, bietet Docker Ihnen die Mög­lich­keit, einen „Hello World“-Docker-Container zu starten. Nutzen Sie hierzu den folgenden Ter­mi­nal­be­fehl:

sudo docker run hello-world

Wenn alles geklappt hat, sehen Sie im Anschluss folgenden Output in Ihrer Kom­man­do­zei­le:

Optional: Schritt 6: Führen Sie Docker als Non-Root-User aus

Wie Sie an den Ter­mi­nal­be­feh­len gesehen haben, benötigen Sie für die Aus­füh­rung von Docker im Moment root-Rechte. Dies ist der Grund dafür, dass Sie all Ihre Befehle mit „sudo“ beginnen müssen. Wenn Sie Docker auch als User ohne root-Rechte ausführen möchten, können Sie dies ganz einfach rea­li­sie­ren, indem Sie eine Docker Gruppe erstellen.

Schritt 6.1: Gruppe namens „docker“ erstellen

Eine Gruppe namens „docker“, der Sie User zuweisen können, erstellen Sie mit folgendem Befehl:

sudo groupadd docker

Schritt 6.2: Fügen Sie User hinzu

Mit einem einfachen Kom­man­do­zei­len­be­fehl können Sie Ihrer Docker-Gruppe alle User hin­zu­fü­gen, die Docker ohne root-Rechte ausführen können sollen:

sudo usermod -aG docker $USER

Bei $USER handelt es sich um einen Platz­hal­ter, der mit der Be­zeich­nung des ge­wünsch­ten Users ersetzt werden muss. Damit die Ver­än­de­run­gen von Ihrem System erkannt und befolgt werden, müssen Sie sich nun aus- und wieder einloggen. An­schlie­ßend können Sie Docker auch als in der Gruppe ein­ge­tra­ge­ner User und so ohne die Nutzung von sudo aufrufen.

Tipp

Nutzen Sie auch Windows? Wir haben weitere An­lei­tun­gen zur In­stal­la­ti­on von Docker auf Windows 10 und Docker auf Windows 11.

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