Für die Arch-In­stal­la­ti­on wird neben einem passenden Rechner auch eine stabile In­ter­net­ver­bin­dung benötigt. Die Ein­rich­tung erfolgt über die Kom­man­do­zei­le und ist wegen fehlender gra­fi­scher Hilfs­mit­tel etwas schwie­ri­ger. Eine Desk­top­um­ge­bung kann optional nach der Arch-In­stal­la­ti­on hin­zu­ge­fügt werden.

Einmal in­stal­liert und ver­stan­den bietet Arch Linux Nutzern mehr Mög­lich­kei­ten als viele andere Linux-Dis­tri­bu­tio­nen. Das System ist zwar sehr mi­ni­ma­lis­tisch aufgebaut, erlaubt dafür aber zahl­rei­che Er­wei­te­run­gen und lässt sich dadurch nach Belieben anpassen und in­di­vi­dua­li­sie­ren. Bis man an diesen Punkt gelangt ist, wartet al­ler­dings noch eine etwas größere Hürde. Der mi­ni­ma­lis­ti­sche Ansatz bedingt nämlich auch, dass Arch Linux auf grafische In­stal­la­ti­ons- und Kon­fi­gu­ra­ti­ons­hil­fen voll­stän­dig ver­zich­tet. Gerade für un­er­fah­re­ne Nutzer sind die ersten Schritte dadurch auf den ersten Blick sehr kom­pli­ziert. Wir erklären Ihnen hier daher alle not­wen­di­gen Schritte der Arch-In­stal­la­ti­on, von der ersten Vor­be­rei­tung bis zur finalen Ein­rich­tung.

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Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Arch-In­stal­la­ti­on

Bevor es losgehen kann, lohnt ein Blick auf die Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen, die die Arch-In­stal­la­ti­on benötigt. Ihr Rechner muss x86-64-kom­pa­ti­bel sein, über eine sichere und stabile In­ter­net­ver­bin­dung verfügen und ein USB-Laufwerk mit einer Spei­cher­ka­pa­zi­tät von min­des­tens 2 GB haben. Sie benötigen außerdem min­des­tens 512 MB RAM und einen Speicher von 1 GB. Empfohlen für eine rei­bungs­lo­se Arch-In­stal­la­ti­on und die folgende re­gel­mä­ßi­ge Nutzung werden al­ler­dings 2 GB RAM und ein min­des­tens 20 GB großer Speicher.

Vor der Arch-In­stal­la­ti­on Backup erstellen

Durch die Arch-In­stal­la­ti­on werden sämtliche Daten auf Ihrem Rechner sowie das aktuelle Be­triebs­sys­tem gelöscht. Aus diesem Grund sollten sie entweder auf einen Computer zu­rück­grei­fen, bei dem dies kein Problem darstellt, eine virtuelle Maschine verwenden oder ein Backup für Linux bzw. Windows erstellen. Dafür nutzen sie eine externe Fest­plat­te. Erst wenn Sie sich sicher sind, dass die Arch-In­stal­la­ti­on zu keinen sensiblen Da­ten­ver­lus­ten führen kann, beginnen Sie damit.

Arch-Linux-Download

Im ersten Schritt laden Sie das In­stal­la­ti­ons-Image herunter. Auf der Linux-Arch-Down­load­sei­te finden Sie eine ISO-Datei, die Sie auf einem boot­fä­hi­gen USB-Stick speichern. Al­ter­na­tiv haben Sie die Mög­lich­keit, die Datei auf eine leere DVD zu brennen. Achten Sie darauf, dass Sie die neueste Version her­un­ter­la­den und den Download nur über die of­fi­zi­el­le Seite durch­füh­ren.

Im Anschluss starten Sie Ihren Computer neu und wählen den Stick im BIOS als Start­lauf­werk. Der Weg ins BIOS ist vom Her­stel­ler des Rechners abhängig. In vielen Fällen ist die Taste [F2] die richtige. Al­ter­na­tiv finden Sie die passende Taste oder Tas­ten­kom­bi­na­ti­on im Handbuch des Her­stel­lers. Im BIOS rufen Sie das Bootmenü auf, wählen „Boot Arch Linux (x86_64)“, speichern diese Änderung und booten dann vom USB-Stick. Nun sind Sie bereit für die Arch-In­stal­la­ti­on.

Par­ti­tio­nen erstellen und Fest­plat­te löschen

Um das System ord­nungs­ge­mäß in­stal­lie­ren zu können, müssen Sie zunächst Par­ti­tio­nen erstellen und diese dann einbinden. Sie haben zu Beginn zwei Laufwerke: zum einen die Fest­plat­te Ihres Rechners und zum anderen das In­stal­la­ti­ons­me­di­um für Arch Linux. Für die Par­ti­tio­nie­rung gehen Sie nun wie folgt vor:

  1. Zunächst wählen Sie „Boot Arch Linux (x86_64)“ aus.
  2. Die Par­ti­tio­nen erstellen Sie am ein­fachs­ten über ein Programm wie cfdisk. Dieses starten Sie, indem Sie den Namen als Befehl eingeben.
  3. Wählen Sie nun als Par­ti­ti­ons­stil „dos“ für den MBR-Par­ti­ti­ons­stil. Al­ter­na­tiv können Sie unter „Select label type“ „gpt“, „sgi“ oder „sun“ auswählen. Sollten Sie mehrere Fest­plat­ten haben, müssen Sie sich für die richtige ent­schei­den.
  4. Starten Sie nun cfdisk über „cfdisk /dev/sda“. Heißt Ihre Fest­plat­te anders, müssen Sie den Part „/dev/sda“ ent­spre­chend aus­tau­schen. Dieser steht für die Benennung Ihrer Fest­plat­te.
  5. Nun sehen Sie, ob die Fest­plat­te leer ist. Ist das nicht der Fall, können Sie sie über „Delete“ löschen.

Swap-Partition erstellen

Ist die Fest­plat­te leer, erstellen Sie zunächst eine Swap-Partition, die als RAM für Arch Linux verwendet wird.

  1. Gehen Sie dafür unten links auf „New“ und drücken Sie [Enter].
  2. Dann wählen Sie „Primary“ und be­stä­ti­gen wieder mit [Enter].
  3. Jetzt tippen Sie eine Zahl in MB ein und be­stä­ti­gen diese ebenfalls. 1024 ent­spricht 1 GB, 2048 2 GB und so weiter. Ihre Swap-Partition sollte doppelt oder sogar dreifach so groß sein wie Ihr RAM. Bei 2 GB RAM würden Sie ent­spre­chend 4096 MB (ent­spricht viermal 1024) nehmen.
  4. Wählen Sie nun „Quit“ und beenden Sie so den Vorgang.

Haupt­par­ti­ti­on erstellen

Die Haupt­par­ti­ti­on wird später der Spei­cher­platz für Ihr ei­gent­li­ches Be­triebs­sys­tem und weitere Daten. Diese erstellen Sie fol­gen­der­ma­ßen:

  1. Wählen Sie die Partition „Pri/Log Free Space“ aus.
  2. Gehen Sie wieder zu „New“ und drücken Sie [Enter].
  3. Jetzt wählen Sie „Primary“ und be­stä­ti­gen Ihre Auswahl.
  4. Über­prü­fen Sie die Größe der Partition unter „Size Type“. Dieser Wert sollte Ihrem gesamten Speicher abzüglich der Swap-Partition ent­spre­chen.
  5. Gehen Sie nun unten links auf „Bootable“ und be­stä­ti­gen Sie die Auswahl.
  6. Danach wählen Sie „Write“ (zweite Option von rechts), dann „yes“ und drücken [Enter].
  7. Beenden Sie nun cfdisk durch „Quit“.

Da­tei­sys­tem anlegen und Par­ti­tio­nen einbinden

Ab­schlie­ßend legen Sie das Da­tei­sys­tem an und binden die beiden Par­ti­tio­nen ein. Dazu for­ma­tie­ren Sie zunächst Ihre primäre Partition mit folgendem Befehl:

mkfs.ext4 /dev/sda2

Sollten Sie einen anderen Namen für Ihre primäre Partition gewählt haben, ändern Sie die Eingabe ent­spre­chend.

Nun binden Sie die for­ma­tier­te Partition ein. Der Befehl dafür lautet:

mount /dev/sda2 /mnt

So können Sie die Partition als Laufwerk nutzen.

Im nächsten Schritt fügen Sie eine Swap-Datei in der Swap-Partition ein. Dafür verwenden Sie die folgenden Befehle und be­stä­ti­gen sie jeweils mit [Enter]:

mkswap /dev/sda1
swapon /dev/sda1

Arch-In­stal­la­ti­on: Ba­sis­sys­tem und Ein­stel­lun­gen

Nun können Sie mit der ei­gent­li­chen Arch-In­stal­la­ti­on beginnen. Um das Ba­sis­sys­tem zu laden, müssen Sie mit dem Internet verbunden sein. Zwar ist dies auch über WLAN möglich, eine Ethernet-Ver­bin­dung ist al­ler­dings in diesem Fall sicherer und daher emp­feh­lens­wert.

Ba­sis­sys­tem in­stal­lie­ren

Für die Arch-In­stal­la­ti­on geben Sie folgendes ein:

pacstrap /mnt base base-devel

Be­stä­ti­gen Sie die Einnahme. Die Arch-In­stal­la­ti­on wird nun durch­ge­führt. Dies kann je nach In­ter­net­ver­bin­dung bis zu 30 Minuten dauern.

fstab erzeugen

Erzeugen Sie eine fstab mit UUIDs, damit Sie festlegen können, wo Laufwerke im Ver­zeich­nis eingebaut werden. Der passende Befehl lautet:

genfstab -UP /mnt > /mnt/etc/fstab

Root-Passwort festlegen

Öffnen Sie nun den chroot-Zugang, um weitere Ein­stel­lun­gen vor­zu­neh­men. Der passende Befehl ist dieser:

arch-chroot /mnt

Hier können Sie nun z. B. Ihr Root-Passwort ändern.

Sprache, Tas­ta­tur­be­le­gung und Zeitzone ändern

Über die Sys­tem­kon­fi­gu­ra­ti­on können Sie an dieser Stelle auch die Sprache festlegen. Für Deutsch ist dieser Befehl der richtige:

echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf

Die passenden Befehle für Tas­ta­tur­be­le­gung und lokale Zeitzone lauten:

echo KEYMAP=de-latin1 > /etc/vconsole.conf
In -sf /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime

Archiv anlegen

Sie benötigen ein Archiv für alle Dateien, die bei einem Sys­tem­start verwendet werden. Diese initramfs erstellen Sie so:

mkinitcpio -p linux

Boot­loa­der in­stal­lie­ren

Für die Arch-In­stal­la­ti­on benötigen Sie einen Boot­loa­der. Eine beliebte und sichere Variante ist der Grand Unified Boot­loa­der (GRUB). Diesen erhalten Sie über diesen Befehl:

pacman -S grub os-prober

Für die In­stal­la­ti­on tippen Sie beim nächsten Booten dies ein:

grub-install /dev/sda

Erstellen Sie dann eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei:

grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

Arch-In­stal­la­ti­on ab­schlie­ßen

Sie haben nun die Arch-In­stal­la­ti­on er­folg­reich ab­ge­schlos­sen und können das Ba­sis­sys­tem nutzen, indem Sie diesen Befehl eingeben:

exit > umount /dev/sda2 > reboot

Wenn Sie das System weiter über die Kom­man­do­zei­le verwenden möchten, ist das kein Problem und Ihre Arch-In­stal­la­ti­on ist an dieser Stelle beendet. Sie können aber auch eine weitere Desk­top­um­ge­bung ein­rich­ten. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Optionen. Neben Gnome werden z. B. LXDE oder Budgie un­ter­stützt.

Fazit: Die Arch-In­stal­la­ti­on ist einfacher als gedacht

Linux kennt si­cher­lich ein­fa­che­re Systeme als Arch. Ist die In­stal­la­ti­on al­ler­dings einmal durch­ge­führt, erhalten Sie auf diese Weise ein System, das Ihnen sehr viele Mög­lich­kei­ten zur in­di­vi­du­el­len Ge­stal­tung gibt. Für Anfänger mögen andere Dis­tri­bu­tio­nen zwar auf den ersten Blick ge­eig­ne­ter sein, hat man sich al­ler­dings einmal ein­ge­ar­bei­tet und Arch von der In­stal­la­ti­on über die Kon­fi­gu­ra­ti­on bis zur re­gel­mä­ßi­gen Wartung ver­stan­den, hilft einem das auch bei anderen Dis­tri­bu­tio­nen. Eine große Community steht außerdem für alle Fragen rund um Arch Linux zur Verfügung.

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