Jede Fest­plat­te ist ir­gend­wann einmal voll. Storage Spaces Direct ist – ver­ein­facht gesagt – eine Methode, um mehrere Fest­plat­ten logisch zu­sam­men­zu­fü­gen, sodass sie für den Anwender wie ein einziges großes Laufwerk aussehen. Der Anwender braucht sich um den phy­si­schen Spei­cher­ort seiner Daten nicht mehr zu kümmern, da das S2D-Da­tei­sys­tem von den Servern au­to­ma­tisch verwaltet wird. Dies stellt hohe An­for­de­run­gen an die Aus­fall­si­cher­heit der ver­wen­de­ten Kom­po­nen­ten.

Storage Spaces Direct er­mög­licht es, die Da­ten­spei­cher ver­schie­de­ner Windows-Server zu einem Speicher-Cluster zu­sam­men­zu­fas­sen und dann in logische Laufwerke auf­zu­tei­len, die den Anwendern frei­ge­ge­ben werden. Dabei übernimmt die Software die Steuerung der Laufwerke, woraus sich bestimmte Vor­aus­set­zun­gen für die Hardware-Auswahl ergeben.

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Vor­aus­set­zun­gen für Storage Spaces Direct (S2D)

Storage Spaces Direct (S2D) ist ein Software Defined Storage in Windows Server 2016, läuft also nicht auf jedem PC mit Windows. Die Tech­no­lo­gie basiert auf den Storage Spaces, die Microsoft mit Windows Server 2012 ein­ge­führt hat, damals noch mit dem Scale-Out-File-Server (SOFS), einem Da­tei­ser­ver mit ho­ri­zon­ta­ler Ska­lie­rung.

Zur Nutzung von Storage Spaces Direct (S2D) benötigt man mehrere Fest­plat­ten in einem Server oder mehrere Server mit jeweils einer oder mehreren Fest­plat­ten. Die Server lassen sich über Ethernet mit­ein­an­der verbinden, d. h. es sind keine spe­zi­el­len Leitungen nötig. Als Laufwerke eignen sich klas­si­sche Fest­plat­ten (HDD), SSDs oder NVMe-Spei­cher­kar­ten.

Fakt

Storage Spaces Direct wird mit „S2D“ abgekürzt. Das liegt vor allem darin begründet, dass die Abkürzung „SSD“ bereits existiert. SSD steht für Solid State Drive, einen bekannten Typ von Halb­lei­ter­spei­chern. SSDs sehen für den Nutzer aus wie Laufwerke, verwenden aber im Gegensatz zu Fest­plat­ten keine me­cha­ni­schen Kom­po­nen­ten.

Richtige Auswahl der Hardware-Kom­po­nen­ten für Storage Spaces Direct (S2D)

Damit die ver­wen­de­ten Hardware-Kom­po­nen­ten ein­wand­frei zu­sam­men­spie­len, benötigen alle Geräte und Treiber von Microsoft für die Nutzung von Storage Spaces Direct ein Windows-Server-2016-Zer­ti­fi­kat. Microsoft liefert eine Liste vor­kon­fi­gu­rier­ter Server ver­schie­de­ner Her­stel­ler, die den Kriterien für Windows Server 2016 – hy­per­kon­ver­gen­te Systeme – ent­spre­chen. Zu­sätz­lich besteht die Mög­lich­keit, selbst geeignete Kom­po­nen­ten zu­sam­men­zu­stel­len. Verwenden Sie in diesem Fall Kom­po­nen­ten, die nach dem Software-Defined Data Center (SDDC) von Microsoft zer­ti­fi­ziert sind.

Die Min­dest­vor­aus­set­zung für die in den Servern ein­ge­setz­ten Pro­zes­so­ren erfüllen der Intel Nehalem oder der ver­gleich­ba­re AMD EPYC. Zu­sätz­lich zum Spei­cher­be­darf eines einzelnen Windows-Servers mit gleichen An­for­de­run­gen benötigt ein Storage-Spaces-Direct-Knoten 4 GB RAM je TB Cache-Laufwerk.

Fest­plat­ten und SSDs können über SAS oder SATA an­ge­schlos­sen sein. USB-Laufwerke werden nicht un­ter­stützt. Die Ver­wen­dung von RAID-Con­trol­lern ist ebenfalls nicht möglich, da die An­steue­rung der Hardware aus­schließ­lich über die Software-Schicht von Storage Spaces Direct erfolgt. Die Laufwerke müssen physisch am Server an­ge­schlos­sen sein, Netz­werk­spei­cher (NAS = Network Attached Storage) können nicht ein­ge­bun­den werden.

Zum Speichern von Daten, die häufig abgerufen oder verändert werden, empfiehlt es sich, SSDs in die Server ein­zu­bau­en. Dabei müssen En­ter­pri­se-SSDs verwendet werden, die Power Loss Pro­tec­tion un­ter­stüt­zen, also beim Ausfall der Strom­ver­sor­gung keine Fehler im Da­tei­sys­tem erzeugen. Beim Einsatz von SSDs oder NVMe müssen alle ein­ge­bau­ten Laufwerke in einem Knoten vom selben Typ sein.

Netz­werk­in­fra­struk­tur für Storage Spaces Direct (S2D)

Zur Kom­mu­ni­ka­ti­on innerhalb eines Clusters müssen die einzelnen Knoten min­des­tens über ein 10-GBit-Netzwerk verbunden sein. Die ver­wen­de­ten Netz­werk­kar­ten müssen RDMA (Remote Direct Memory Access) mit den Pro­to­kol­len RoCE oder iWARP un­ter­stüt­zen. Für die Anbindung der Ar­beits­sta­tio­nen ans Netzwerk gelten die üblichen Spe­zi­fi­ka­tio­nen für Windows-Server-basierte Netze.

Woraus besteht Storage Spaces Direct (S2D)?

Storage Spaces Direct besteht aus min­des­tens zwei Knoten. Dabei handelt es sich um Microsoft-zer­ti­fi­zier­te Standard-Server-Hardware, auf der Windows Server 2016 läuft. An jedem dieser Knoten sind min­des­tens zwei Laufwerke eingebaut. Zum Schutz vor Hardware-Ausfällen muss das Failover Cluster Feature in Windows Server 2016 in­stal­liert sein.

Wo kommt Storage Spaces Direct (S2D) zum Einsatz?

Storage Spaces Direct eignet sich bestens, wenn es darum geht, Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten im Netzwerk möglichst flexibel zu erweitern und hohe Da­ten­si­cher­heit bei Hardware-Ausfällen zu ge­währ­leis­ten. Daten lassen sich so an ver­schie­de­nen Fir­men­stand­or­ten gleich­zei­tig zur Verfügung stellen – eine schnelle Netz­werk­ver­bin­dung zwischen den Stand­or­ten vor­aus­ge­setzt.

Ein weiterer Ein­satz­be­reich sind virtuelle Maschinen auf Basis der Hyper-V-Tech­no­lo­gie im Netzwerk, die mithilfe von Storage Spaces Direct we­sent­lich besser ska­lier­bar sind. Mehrere virtuelle Maschinen können so bei­spiels­wei­se auf die gleichen Daten zugreifen.

Wie funk­tio­niert Storage Spaces Direct (S2D)?

Storage Spaces Direct (S2D) ist eine Software-Defined-Storage-Lösung, bei der eine Software die Ver­wal­tung der Hardware-Spei­cher­me­di­en übernimmt. Auf diese Weise lassen sich Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten und tech­ni­sche Vorteile der einzelnen Da­ten­trä­ger zentral bündeln, auch wenn diese räumlich getrennt an ver­schie­de­nen Servern an­ge­schlos­sen sind. Server und Speicher werden dabei zu einem Storage-Space-Direct-Cluster zu­sam­men­ge­fasst.

Beim Einsatz un­ter­schied­li­cher Spei­cher­tech­no­lo­gien ent­schei­det die Software selbst­stän­dig, welche Daten auf welcher Hardware abgelegt werden. Besonders häufig genutzte Dateien werden, falls vorhanden, auf schnellen NVMe-Speichern abgelegt, re­gel­mä­ßig be­ar­bei­te­te Dateien auf SSDs und Si­che­rungs­da­tei­en sowie nur selten ab­ge­ru­fe­ne Daten auf klas­si­schen Fest­plat­ten. Auch als Cache sollten idea­ler­wei­se SSD- oder NVMe-Speicher verwendet werden. Für Anwender im Netzwerk erscheint der ganze Cluster als eine Netz­werk­frei­ga­be. Sie brauchen sich nicht darum zu kümmern, welche Daten auf welcher Hardware liegen.

Tipp
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Die Ad­mi­nis­tra­ti­on erfolgt auf dem Server über das grafische Tool „Server Manager“ des Windows-Server-2016-Be­triebs­sys­tems oder über die Kom­man­do­zei­le. Bei der In­stal­la­ti­on des Storage-Spaces-Direct-Clusters werden zunächst alle Fest­plat­ten der ver­schie­de­nen Server zu einem Storage Pool zu­sam­men­ge­fasst. Wichtig ist, dass nur die Laufwerke, auf denen Nut­zer­da­ten ge­spei­chert werden, in den Cluster auf­ge­nom­men werden. Die Be­triebs­sys­tem­lauf­wer­ke der Server bleiben weiterhin un­ab­hän­gig.

Die nutzbaren Fest­plat­ten und Halb­lei­ter­spei­cher werden au­to­ma­tisch erkannt und hin­zu­ge­fügt. Auf diese Weise kann man später weitere Fest­plat­ten und Server in den Cluster aufnehmen und die Spei­cher­ka­pa­zi­tät be­darfs­ge­recht skalieren. In jeden Knoten lassen sich zu­sätz­lich zur Sys­tem­fest­plat­te noch bis zu vier Da­ten­lauf­wer­ke und zwei Cache-Laufwerke einbauen.

Auf dem neu ein­ge­rich­te­ten Cluster werden dann virtuelle Disks angelegt, die hier als Cluster Shared Volume (CSV) be­zeich­net werden. Diese CSVs werden an­schlie­ßend for­ma­tiert, wobei zwei Da­tei­sys­te­me möglich sind. Microsoft empfiehlt das CSV-ReFS (Resilient File System), das besser auf die Storage-Spaces-Direct-Tech­no­lo­gie ab­ge­stimmt ist als das CSV-NTFS auf Basis des klas­si­schen NTFS für Fest­plat­ten. Die CSVs können sich über mehrere Hardware-Laufwerke er­stre­cken, was für den Anwender jedoch keine Rolle spielt und aus­schließ­lich vom System verwaltet wird.

Jeder einzelne Storage-Spaces-Direct-Knoten kann eine gesamte Spei­cher­ka­pa­zi­tät von bis zu 100 TB haben. Ein Storage Pool aus mehreren Servern kann nur eine Ma­xi­mal­ka­pa­zi­tät von 1 PB (PetaByte = 1.024 TB) nutzen, obwohl Storage Spaces Direct (S2D) bis zu 16 Server zulässt.

Die Netz­werk­kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen den einzelnen Knoten erfolgt über das SMB3-Protokoll, eine Wei­ter­ent­wick­lung des Server Message Block (SMB) mit SMB Direct und SMB Mul­tich­an­nel.

Tipp
Mehrere Fest­plat­ten zu einem Laufwerk zu verbinden, ist auch auf einem Windows-PC möglich. Dy­na­mi­sche Da­ten­trä­ger sind hier die Lösung. In der Da­ten­trä­ger­ver­wal­tung von Windows 10 lassen sich be­stehen­de Fest­plat­ten in dy­na­mi­sche Da­ten­trä­ger kon­ver­tie­ren. An­schlie­ßend können diese zu einem logischen Laufwerk verbunden werden. Auch die au­to­ma­ti­sche Spie­ge­lung von Daten ist möglich. Al­ler­dings gibt es ohne Neu­for­ma­tie­rung kein Zurück.

Maßnahmen zur Aus­fall­si­cher­heit bei Storage Spaces Direct (S2D)?

Storage Spaces Direct bietet mit dem Failover Cluster Feature in Windows Server 2016 eigene Methoden, um die ge­spei­cher­ten Daten vor Hardware-Ausfällen zu schützen. Fällt eine Fest­plat­te oder ein ganzer Knoten aus, gehen keine Daten verloren und das System als Ganzes bleibt weiterhin lauffähig. Anwender bekommen in den meisten Fällen von dem Hardware-Ausfall nichts mit.

Sind nur zwei Knoten zu einem Cluster zu­sam­men­ge­fasst, erfolgt eine Zwei-Wege-Spie­ge­lung, die die Daten beider Knoten syn­chro­ni­siert, sodass ein Knoten oder eine Fest­plat­te komplett ausfallen kann. Ab drei Knoten empfiehlt sich eine Drei-Wege-Spie­ge­lung. In diesem Szenario kann einer von drei Knoten komplett ausfallen und auf einem weiteren mehrere Fest­plat­ten den Dienst ver­wei­gern. Al­ler­dings darf gleich­zei­tig nie mehr als die Hälfte aller Da­ten­lauf­wer­ke betroffen sein, da sonst die Da­ten­kon­sis­tenz nicht mehr ge­währ­leis­tet ist. Das gilt nicht für den Ausfall einer Be­triebs­sys­tem­fest­plat­te, die mit einem Ser­ver­aus­fall gleich­zu­set­zen ist.

Die Vorteile von Storage Spaces Direct (S2D) zu­sam­men­ge­fasst

  • Gute Ska­lier­bar­keit, weitere Server lassen sich pro­blem­los hin­zu­fü­gen.
  • Hoch­ver­füg­bar­keit durch Spie­ge­lung der Daten; Hardware-Ausfälle führen nicht zu Da­ten­ver­lus­ten.
  • Im Gegensatz zu ähnlichen Lösungen anderer Her­stel­ler kann Standard-Server-Hardware ein­ge­setzt werden, solange diese von Microsoft zer­ti­fi­ziert ist.
  • Das System ist optimiert für SQL-Server und Vir­tua­li­sie­run­gen mit Hyper-V.
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