Ho­me­of­fice und andere Fer­n­ar­beits­lö­sun­gen werden immer populärer: Heut­zu­ta­ge müssen viele Menschen nicht mehr täglich ins Büro und haben trotzdem Zugriff auf alle be­nö­tig­ten Daten und Programme. Dies kann man über ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten erreichen. Immer beliebter wird es bei­spiels­wei­se, alles in die Cloud zu verlegen oder mit VPN-Ver­bin­dun­gen auf das Fir­men­netz­werk zu­zu­grei­fen. Eine andere Option sind Remote-Desktop-Tools. Hiermit kann man den PC oder Laptop daheim mit einer Desktop-Umgebung im Büro bzw. einem Re­chen­zen­trum verbinden.

Software für eine solche Lösungen gibt es viel auf dem Markt – kostenlos sowie kos­ten­pflich­tig. Wir stellen die besten Tools für Windows, Mac und Linux vor.

Was können Remote-Desktop-Tools?

Wenn man einen Remote-Desktop verwendet, verbindet man im Prinzip zwei ver­schie­de­ne Computer mit­ein­an­der. Der eine wird dann vom anderen aus gesteuert. Besonders beliebt ist das bei Servern – die meist gar nicht mit eigener Pe­ri­phe­rie wie Monitor, Keyboard und Maus aus­ge­stat­tet sind –, um Kon­fi­gu­ra­tio­nen vor­zu­neh­men. Ad­mi­nis­tra­to­ren nutzen dann ihren eigenen PC, um an die Ein­stel­lun­gen des Servers zu gelangen.

Auch im Kun­den­sup­port wird Remote-Desktop-Software immer beliebter: Nutzer müssen dann dem Sup­port­mit­ar­bei­ter nicht alles um­ständ­lich erklären. Der Experte kann statt­des­sen direkt sehen, was das Problem auf dem anderen Computer ist und sogar gleich die richtigen Ein­stel­lun­gen vornehmen.

Aber auch bei normaler Bü­ro­tä­tig­keit wird die Technik ein­ge­setzt. Mit­ar­bei­ter können so bei­spiels­wei­se den hei­mi­schen Laptop dafür benutzen, sich per Remote-Desktop-Tool mit dem PC im Büro zu verbinden und diesen dann komplett zu steuern. Sie haben in dem Fall alle Dateien und An­wen­dun­gen zur Verfügung, die ihnen auch im Büro be­reit­ste­hen. Die Arbeit funk­tio­niert demnach genauso, als würde man im Büro sitzen. Außerdem sind viele Programme aus dem Bereich auch für die Zu­sam­men­ar­beit geeignet, indem sie bei­spiels­wei­se White­board- und Chat-Funk­tio­nen enthalten.

Die beste Remote-Desktop-Software: 7 Tools im Vergleich

Remote-Desktop-Software gibt es in den un­ter­schied­lichs­ten Aus­füh­run­gen: Einige sind platt­form­un­ab­hän­gig, andere sind an ein be­stimm­tes Be­triebs­sys­tem gebunden. Manche sind Open Source und kos­ten­frei er­hält­lich, für andere muss man ein Budget einplanen. Wir stellen die sieben besten An­wen­dun­gen inklusive ihrer Vor- und Nachteile vor.

X2Go

Die Remote-Desktop-Software X2Go ist eine um­fang­rei­che Open-Source-Lösung mit vielen in­ter­es­san­ten Features. Sie eignet sich sowohl für Ho­me­of­fice-Szenarien als auch für den Ser­ver­be­trieb. Be­son­de­res Letzteres macht die Software besonders wertvoll: Auf einem Linux-Server in­stal­liert, können ver­schie­de­ne Nutzer mithilfe von X2Go gleich­zei­tig auf diesen zugreifen. Eine Be­gren­zung der Nut­zer­zah­len ergibt sich nur durch die Res­sour­cen und tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten des Servers. Die Client-Software wiederum lässt sich auf Windows, Mac und Linux in­stal­lie­ren und kann auch über den Browser verwendet werden.

Eine Be­son­der­heit im Ser­ver­be­trieb ist die Funktion Published Ap­pli­ca­ti­on: Statt Nutzern eine komplette Desktop-Umgebung be­reit­zu­stel­len, schaltet man in diesem Modus nur bestimmte An­wen­dun­gen frei. Der Client startet diese Anwendung also nicht auf dem eigenen PC, sondern lässt die Software über den Server ausführen. Hier geht X2Go in den Bereich des Cloud Computing.

X2Go steht im vollen Umfang kos­ten­frei zum Download bereit. Die Software lässt sich relativ leicht auf dem Client und einem Server in­stal­lie­ren. Wer dennoch Hilfe bei Ein­rich­tung, Kon­fi­gu­ra­ti­on und Wartung benötigt, wendet sich einfach an einen der Ent­wick­ler und kann dann auch (gegen Bezahlung) pro­fes­sio­nel­len Support erhalten.

Vorteile Nachteile
✓ Open Source ✗ Für Laien nicht geeignet
✓ Kostenlos
✓ Published-Ap­pli­ca­ti­on-Feature

Team­View­er

Team­View­er gehört zu den be­kann­tes­ten Remote-Desktop-Tools weltweit und ist bereits seit 2005 verfügbar. Mit der Software können auch Laien schnell und un­kom­pli­ziert eine Ver­bin­dung zu einem anderen Computer aufbauen – egal ob es sich dabei um einen Server oder einen anderen Desktop-PC bzw. einen Laptop handelt. Besonders im Remote-Support (also wenn ein Experte aus der Ferne den Computer eines Nutzers repariert) und im Screen-Sharing spielt die Software eine große Rolle. Deshalb ist die Anwendung mehr im Bereich der Col­la­bo­ra­ti­on-Tools zuhause als in der Server-Ver­wal­tung.

Dafür gibt es die Software aber auch für un­ter­schied­lichs­te Platt­for­men. Neben Windows, Mac und Linux kann man Team­View­er auch auf den mobilen Be­triebs­sys­te­men iOS und Android in­stal­lie­ren oder sogar den Raspberry Pi mit der Remote-Desktop-Software aus­stat­ten. Noch relativ neu ist die Funktion Team­View­er Pilot. Hiermit funk­tio­niert die Fern­war­tung per Augmented-Reality-App.

Für private Ein­zel­an­wen­der ist die Software kostenlos. Wer das Programm aber in seinem Un­ter­neh­men einsetzen möchte, muss eine Lizenz kaufen.

Vorteile Nachteile
✓ Für sehr viele Platt­for­men verfügbar ✗ Im vollen Umfang kos­ten­pflich­tig
✓ Für Pri­vat­an­wen­der kostenlos
✓ Augmented Reality
✓ Col­la­bo­ra­ti­on-Features

AnyDesk

Nachdem sie zunächst für Team­View­er ar­bei­te­ten, haben drei Ent­wick­ler sich ent­schlos­sen, eine eigene Software an­zu­bie­ten. Das Ergebnis, AnyDesk, ist ein einfach zu be­die­nen­des Remote-Desktop-Tool, das in seinem Funk­ti­ons­um­fang Team­View­er und anderen Al­ter­na­ti­ven ähnelt. So richtet sich auch AnyDesk vor allem an Nutzer, die auf Remote-Support an­ge­wie­sen sind, aber auch an solche, die im Ho­me­of­fice nicht auf die Funk­tio­nen ihres Büro-PCs ver­zich­ten wollen. Für letzteren Zweck bieten die Her­stel­ler sogar ein ge­son­der­tes Paket, das alle be­nö­tig­ten Features zu einem spe­zi­el­len Preis anbietet. Generell ist AnyDesk für Pri­vat­an­wen­der kostenlos. Für Un­ter­neh­men stehen ver­schie­de­ne Li­zenz­mo­del­le zur Verfügung.

AnyDesk – deshalb der Name – gibt es für die un­ter­schied­lichs­ten Platt­for­men. Neben den bekannten Be­triebs­sys­te­men Windows, Mac und Linux sowie Android und iOS kann man die Software auch unter FreeBSD, Raspberry Pi und Chrome OS einsetzen.

Vorteile Nachteile
✓ Für sehr viele Platt­for­men verfügbar ✗ Im vollen Umfang kos­ten­pflich­tig
✓ Ge­son­der­te Angebote für Ho­me­of­fice-Szenarien
✓ Für Pri­vat­an­wen­der kostenlos
✓ Col­la­bo­ra­ti­on-Features

RemotePC

Vor allem für die Ver­bin­dung zwischen dem hei­mi­schen PC und dem ent­spre­chen­den Gerät im Büro ist RemotePC gedacht. Diese Remote-Desktop-Software ver­spricht, besonders einfach in der Bedienung zu sein. So ist die In­stal­la­ti­on schnell erledigt und auch im Betrieb kann die Software mit Drag-and-Drop-Funk­tio­nen von Laien bedient werden. Mit Zu­satz­fea­tures wie Chat, File-Transfer oder einem White­board eignet sich das schlanke Programm zudem sehr gut für die Zu­sam­men­ar­beit von Kollegen. Dabei kann die Arbeit auch per Video auf­ge­zeich­net werden.

Verfügbar ist die Software für ver­schie­dens­te Be­triebs­sys­te­me: Windows, macOS, Linux, iOS, Android und Chrome OS. Eine Be­son­der­heit von RemotePC ist, dass es auch auf Fire OS läuft und man so seinen PC sogar von einem Kindle aus steuern kann. Der Her­stel­ler bietet ver­schie­de­ne Abo-Stufen an, die sich in erster Linie an der Teamgröße ori­en­tie­ren.

Vorteile Nachteile
✓ Für sehr viele Platt­for­men verfügbar ✗ Keine kos­ten­freie Version verfügbar
✓ Col­la­bo­ra­ti­on-Features
✓ Augmented Reality

Zoho Assist

Zoho bietet un­ter­schied­li­che Programme an, die die Arbeit im Büro ver­ein­fa­chen sollen. Neben den großen Feldern CRM, Re­crui­ting und Office-An­wen­dun­gen hat der Her­stel­ler mit Zoho Assist auch ein Remote-Desktop-Tool im Angebot. Genau wie alle anderen An­wen­dun­gen von Zoho richtet sich auch diese Software an den Un­ter­neh­mens­all­tag. Zoho Assist soll ei­ner­seits den internen IT-Support un­ter­stüt­zen, an­de­rer­seits aber auch für externe Kunden in­ter­es­sant sein. Für letztere gibt es das Kunden-Widget. Dieses kann ein Un­ter­neh­men auf der eigenen Website einbinden und so Nutzern die Mög­lich­keit geben, die Fern­war­tung ohne vorherige Software-In­stal­la­ti­on zu in­itia­li­sie­ren. Nutzer müssen nur eine Session-ID eintragen, die ihnen zuvor per E-Mail zugesandt wurde.

Eine kos­ten­lo­se Version ist mit ein­ge­schränk­tem Funk­ti­ons­um­fang verfügbar. Zu­sätz­lich gibt es ver­schie­de­ne Premium-Fassungen, mit denen man außer der Ver­bin­dung zu mehr End­ge­rä­ten bei­spiels­wei­se auch eine Funktion zur Multi-Monitor-Na­vi­ga­ti­on bekommt. Mit diesem Feature kann man auch mehrere Monitore eines Remote-Desktops steuern.

Vorteile Nachteile
✓ Ein­ge­schränk­te, kos­ten­lo­se Version ✗ Im vollen Umfang kos­ten­pflich­tig
✓ Kunden-Widget
✓ Teil einer großen Suite

Microsoft Remote Desktop

Windows-Nutzer können auch auf das kos­ten­lo­se Tool von Microsoft selbst zugreifen, die ent­spre­chen­de Software ist bereits unter Windows in­stal­liert. Auch hier funk­tio­niert die Ver­bin­dung relativ leicht. Auf dem Host­sys­tem muss man zunächst in den Sys­tem­ei­gen­schaf­ten den Zugriff erlauben (dies geht nur ab der Pro-Version des Be­triebs­sys­tems). Auf dem Client öffnet man dann die Software, gibt die Adresse des anderen Computers ein und kann diesen schließ­lich fern­steu­ern. Außer für Windows ist die Client-Software für macOS und mobile Be­triebs­sys­te­me verfügbar.

Anders als bei anderen Remote-Desktop-Tools wird bei der Microsoft-Software der andere PC nicht ge­spie­gelt. Während man bei vielen anderen Pro­gram­men auch auf der Seite des Hosts noch wei­ter­ar­bei­ten kann oder zumindest sieht, was vor sich geht, meldet Microsoft Remote Desktop den aktuellen Nutzer des Host-PCs ab. Für Support ist das Programm also nur bedingt geeignet.

Vorteile Nachteile
✓ In Windows in­te­griert ✗ Host nur für Windows-Pro-Nutzer
✓ Kostenlos

NoMachine

Die Her­stel­ler von NoMachine rühmen sich vor allem mit der schnellen Ver­bin­dung zu einem Remote-Desktop. Dies erreichen sie mit dem eigenen NX-Protokoll. Dieses soll den Inhalt eines anderen PCs ohne Ver­zö­ge­rung auf einen anderen Computer bringen. Schnell ist nicht nur die Ver­bin­dung, sondern auch die Ein­ge­wöh­nung: Die grafische Nut­zer­ober­flä­che ist einfach gestaltet und man findet sich schnell zurecht. Die Software lässt sich auf Windows, macOS, Linux, Android, iOS und dem Raspberry Pi in­stal­lie­ren. Für Pri­vat­an­wen­der ist NoMachine kostenlos, Un­ter­neh­men mit höheren An­sprü­chen müssen eine Lizenz kaufen. Auf dem En­ter­pri­se-Level steht dann al­ler­dings auch eine Anwendung speziell für den Ser­ver­be­trieb bereit.

Neben dem Spiegeln eines anderen Desktop-PCs bietet NoMachine aber noch weitere Features: Man kann gemeinsam an einem White­board arbeiten, die komplette Session auf­zeich­nen und es stehen Chat-Funk­tio­nen bereit. Somit ist NoMachine für die Zu­sam­men­ar­beit, für Remote-Wartung und Remote-Support geeignet.

Vorteile Nachteile
✓ Für Pri­vat­an­wen­der kostenlos ✗ Im vollen Umfang kos­ten­pflich­tig
✓ Für sehr viele Platt­for­men verfügbar
✓ Col­la­bo­ra­ti­on-Features
✓ Für Pri­vat­an­wen­der kostenlos

Remote-Desktop-Tools – der Überblick

Auf den ersten Blick ähneln sich die ver­schie­de­nen Remote-Desktop-Tools un­ter­ein­an­der. Die Über­blick­s­ta­bel­le zeigt die Un­ter­schie­de.

X2Go Team­View­er AnyDesk RemotePC Zoho Assist Microsoft Remote Desktop NoMachine
Client-OS
Windows ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
Mac ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
Linux ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ ✓
Sonstige Browser Mobil, Raspberry Pi, Chrome OS Mobil, Raspberry Pi, FreeBSD, Chrome OS Mobil, Chrome OS, Fire OS Mobil, Browser, Chrome OS Mobil Mobil, Raspberry Pi
Server-OS
Windows - ✓ ? ? ? ✓ -
Mac - ✓ ? ? ? - -
Linux ✓ - ? ? ? - ✓
Ver­schlüs­se­lung SSH 256-Bit-AES RSA 2048 256-Bit-AES 256-Bit-AES RC4 128-Bit-AES
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