Eine Sentiment-Analyse ist ein Verfahren der na­tür­li­chen Sprach­ver­ar­bei­tung, das darauf abzielt, die Stimmung oder Haltung in Texten zu erkennen. Sie wird dazu ein­ge­setzt, Meinungen in sozialen Medien, Kun­den­be­wer­tun­gen oder Umfragen au­to­ma­tisch aus­zu­wer­ten.

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Wieso benötigt man Sentiment-Analyse?

Für den Erfolg oder Miss­erfolg einer Marke sind nicht nur die direkten Ver­kaufs­zah­len ent­schei­dend, die sich kurz­fris­tig ändern können, sondern auch die Kun­den­mei­nun­gen. Dabei geht es vor allem darum, wie po­ten­zi­el­le Kundinnen und Kunden über die Marke sprechen – un­ab­hän­gig davon, ob sie das Produkt bereits gekauft haben oder nicht.

  • Passt eine Marke in den Trend der Zeit?
  • Wird die Marke von der ge­wünsch­ten Ziel­grup­pe positiv oder negativ wahr­ge­nom­men?
  • Wird die Marke gar komplett ignoriert?
  • Wie kommt die Marke bei In­fluen­cern an?

Das sind wichtige Fragen, die ein Un­ter­neh­men über gezielte Be­ob­ach­tung von Social-Media-Kanälen re­gel­mä­ßig klären sollte. Sentiment-Analysen werden außerdem von Bör­sen­spe­zia­lis­ten und -spe­zia­lis­tin­nen durch­ge­führt, um anhand des Kauf­ver­hal­tens und der all­ge­mei­nen Stimmung von Ak­ti­en­in­ves­to­ren den Kurs­ver­lauf von Aktien ab­schät­zen zu können.

Wie funk­tio­niert Sentiment-Analyse?

Sentiment-Analyse, auch als „Stim­mungs­er­ken­nung“ be­zeich­net, basiert auf der au­to­ma­ti­sier­ten Aus­wer­tung von Be­nut­zer­kom­men­ta­ren, durch die fest­ge­stellt werden soll, ob ein Text eher positiv oder eher negativ gemeint ist. Dazu bedient man sich Methoden des „Text Mining“ (siehe hierzu auch Data-Mining), also der au­to­ma­ti­schen Analyse von Texten, die in na­tür­li­cher Sprache ge­schrie­ben sind.

Zu den größten Her­aus­for­de­run­gen dieser Disziplin zählen folgende:

  • Na­tür­li­che Sprache besteht nicht aus Positiv- und Ne­ga­tiv­lis­ten, ihre Bedeutung ändert sich je nach Kontext
  • Ana­ly­se­me­tho­den, die gemäß eines vorher er­stell­ten, zum Thema passenden Wör­ter­buchs nach Wörtern mit positiver oder negativer Bedeutung suchen, er­mög­li­chen nur einen sehr groben Überblick
  • Die Häu­fig­keit von Wörtern, die im Zu­sam­men­hang mit der sub­jek­ti­ven Bewertung eines Produkts als positiv oder negativ gelten, ist nicht aus­sa­ge­kräf­tig
  • In sozialen Netz­wer­ken werden Meinungen nicht immer nach den Regeln der deutschen Grammatik for­mu­liert
  • Je nach Ziel­grup­pe findet man Trends im Sprach­ge­brauch, z. B. Ju­gend­spra­che

Ver­an­schau­li­chen lassen sich diese Schwie­rig­kei­ten an zwei un­ter­schied­li­chen Kun­den­be­wer­tun­gen:

Kun­den­be­wer­tung Anzahl positiver Wörter Mensch­li­che Bewertung
„Bin be­geis­tert“ 1 („be­geis­tert“) Sehr gut
„Ganz gut, erfüllt so seinen Zweck.“ 2 („gut“, „erfüllt“) Mit­tel­mä­ßig

Für eine er­folg­rei­che Sentiment-Analyse zieht man daher immer häufiger Werkzeuge der künst­li­chen In­tel­li­genz heran. Methoden des Machine Learning helfen dabei, Tools zu trai­nie­ren, die die Ziel­grup­pe und das Umfeld des zu ana­ly­sie­ren­den Produkts genau kennen. Lang­fris­tig wird so die Qualität der Er­geb­nis­se ver­bes­sert.

Was ist der Zweck einer Sentiment-Analyse?

Die wich­tigs­te Aufgabe einer Sentiment-Analyse ist es, ein all­ge­mei­nes Stim­mungs­bild zu einem Produkt oder zu einer Marke innerhalb einer de­fi­nier­ten Ziel­grup­pe zu ermitteln. Dazu bietet es sich an, neben Pro­dukt­re­zen­sio­nen auf der eigenen Website oder in großen On­line­shops auch the­ma­tisch passende Postings bei Facebook, Twitter und anderen sozialen Netz­wer­ken zu durch­su­chen.

Sentiment-Analysen sollen die Emotionen hinter dem ge­schrie­be­nen Text erkennen und außerdem erfassen, was die Autorin bzw. der Autor des Texts tat­säch­lich gemeint hat.

Die Sentiment-Analyse ist jedoch kein Werkzeug, um einzelne Mei­nungs­tex­te oder Pro­dukt­be­wer­tun­gen zu be­ant­wor­ten. In solchen Fällen sollte lieber ein Mensch eine per­sön­li­che Antwort schreiben.

Was sind die Vorteile von Sentiment-Analyse?

Eine Sentiment-Analyse bietet Un­ter­neh­men zahl­rei­che Vorteile in den Bereichen Marketing, Kun­den­ser­vice und Mar­ken­wahr­neh­mung. Die au­to­ma­ti­sier­te Aus­wer­tung großer Text­men­gen er­mög­licht es, Meinungen, Ein­stel­lun­gen und Emotionen von Kundinnen und Kunden gezielt zu ana­ly­sie­ren und zu nutzen.

Früh­zei­ti­ges Erkennen negativer Kun­den­stim­mung: Pro­fes­sio­nel­le Text­ana­ly­sen erlauben es, Stim­mun­gen innerhalb einer Ziel­grup­pe schnell zu erfassen. Un­ter­neh­men können so früh­zei­tig reagieren und mit passenden Maßnahmen – etwa durch an­ge­pass­te Kom­mu­ni­ka­ti­on oder gezielte Kampagnen – ent­ge­gen­wir­ken.

Ge­ziel­te­res Marketing: Durch die Aus­wer­tung von Kun­den­kom­men­ta­ren lassen sich positive Kun­de­n­er­fah­run­gen iden­ti­fi­zie­ren. Diese In­for­ma­tio­nen können genutzt werden, um gezielt per­so­na­li­sier­te Werbung oder Bo­nus­ak­tio­nen an­zu­bie­ten – idea­ler­wei­se genau dort, wo die Ziel­grup­pe aktiv ist.

Stärkung der Kun­den­bin­dung: Wer seine Kund­schaft besser versteht, kann pass­ge­naue­re Angebote erstellen und auf deren Be­dürf­nis­se eingehen. Dies stärkt die Kun­den­bin­dung und erhöht lang­fris­tig die Zu­frie­den­heit.

Re­pu­ta­ti­ons­ma­nage­ment: Sentiment-Analyse hilft dabei, die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung der Marke im Blick zu behalten. So lassen sich Krisen früh­zei­tig erkennen und Re­pu­ta­ti­ons­ri­si­ken mi­ni­mie­ren.

Wann kommt Sentiment-Analyse zum Einsatz?

Die Sentiment-Analyse findet in vielen Bereichen Anwendung, in denen Meinungen, Be­wer­tun­gen oder Stim­mun­gen eine Rolle spielen. Besonders Un­ter­neh­men nutzen sie, um Einblicke in das Kun­den­ver­hal­ten zu gewinnen und schneller auf Trends reagieren zu können. Folgende Ein­satz­ge­bie­te sind besonders beliebt:

  • Wer­be­kam­pa­gnen in sozialen Netz­wer­ken: Hier reagieren die po­ten­zi­el­len Kundinnen und Kunden un­mit­tel­bar auf Aussagen des Un­ter­neh­mens und kom­mu­ni­zie­ren in manchen Fällen sogar un­ter­ein­an­der– oft we­sent­lich ehrlicher, als sie es mit dem Un­ter­neh­men tun würden.
  • Anpassen von Kampagnen: Sollte sich eine negative Stimmung ab­zeich­nen oder ein falscher Eindruck von den be­wor­be­nen Produkten entstehen, können ent­spre­chen­de Kampagnen kurz­fris­tig angepasst und danach erneut aus­ge­wer­tet werden.
  • Reaktion auf Produkt- oder Mar­ken­an­pas­sun­gen: Auch nach einer neuen, mög­li­cher­wei­se ver­bes­ser­ten Auflage eines bekannten Produkts oder bei visuellen Ver­än­de­run­gen der Marke sind Stim­mungs­ana­ly­sen hilfreich, um be­ur­tei­len zu können, wie sich die Neu­aus­rich­tung auf die Kun­den­zu­frie­den­heit und mög­li­cher­wei­se auf das Verhalten von Neu­kun­din­nen und -kunden auswirkt.
  • Relevante Inhalte finden: Neben dem Her­aus­fil­tern von Spam geht es auch darum, Texte zu finden und von der Analyse aus­zu­schlie­ßen, die nur indirekt mit dem eigenen Produkt zu tun haben.
  • Sortieren des Feedbacks: Die re­le­van­ten Kom­men­ta­re zur eigenen Marke sollte man nach weiteren Kriterien un­ter­glie­dern oder aus­fil­tern – bei­spiels­wei­se danach, ob es sich wirklich um Re­zen­sio­nen zu einem Produkt handelt oder ob eine Kritik sich eher gegen den Kun­den­ser­vice oder die Ver­pa­ckung richtet und deshalb viele negative Begriffe enthält.
  • Erfolg messen: Mit einer Stim­mungs­ana­ly­se lässt sich der Erfolg von Mar­ke­ting­kam­pa­gnen messen, wenn bei­spiels­wei­se Begriffe oder Phrasen aus der aktuellen Werbung zusammen mit positiven Worten gehäuft in Kom­men­ta­ren auf­tau­chen.

Beispiel einer einfachen Sentiment-Analyse

Das Natural Language API von Google ist eine Pro­gram­mier­schnitt­stel­le, die u. a. einfache Sentiment-Analyse-Methoden be­herrscht und in eigene Programme ein­ge­bun­den werden kann. Google er­mög­licht jedem, nicht nur Software-Ent­wi­ckeln­den, das Testen dieser API. Man braucht nur einen Text in das Ein­ga­be­feld der Google Natural Language API zu kopieren und erhält ver­schie­de­ne Optionen für Text­ana­ly­sen, darunter auch die Auswahl „Sentiment“.

Jeder Satz wird einzeln aus­ge­wer­tet und erhält eine Bewertung zwischen -1 und +1, wobei -1 für „sehr negativ“ steht und +1 für „optimal“. Aus den Be­wer­tun­gen der einzelnen Sätze ergibt sich nach einer vor­ge­ge­be­nen Staf­fe­lung der Wer­tig­kei­ten ein Ge­samt­ergeb­nis für den Text.

Im nach­fol­gen­den Beispiel verwenden wir die fiktive Rezension zu einem Was­ser­ko­cher. Das Ergebnis zeigt, wo die Schwächen einer au­to­ma­ti­schen Text­ana­ly­se liegen. So enthält der Satz, der am schlech­tes­ten bewertet wurde, den negativen Ausdruck. „keine Ahnung“. Liest man den Text jedoch im Ge­samt­kon­text, wird klar, dass der Nutzer bzw. die Nutzerin an dieser Stelle ei­gent­lich lobt.

Da solche For­mu­lie­run­gen sowie Ironie in Be­wer­tun­gen aber eher die Ausnahme sind, eignet sich jedoch selbst eine einfache Sentiment-Analyse dazu, bei großen Text­men­gen zumindest ein all­ge­mei­nes Stim­mungs­bild zu erhalten.

Bild: Screenshot der Google Natural Language API
Google liefert mit der Natural Language API ein kos­ten­lo­ses Werkzeug zur Sentiment-Analyse; Quelle: https://cloud.google.com/natural-language

Welche Tools für Sentiment-Analysen gibt es?

Neben dem bereits erwähnten Natural Language API von Google gibt es weitere pro­fes­sio­nel­le Ana­ly­se­werk­zeu­ge, die große Text­men­gen auswerten können. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass das Tool die deutsche Sprache be­herrscht und von Mut­ter­sprach­lern ent­wi­ckel­te Wör­ter­lis­ten und Da­ten­ban­ken mit typischen For­mu­lie­run­gen in se­man­ti­schen Zu­sam­men­hän­gen enthält. Jede Sprache hat, besonders bei Be­rück­sich­ti­gung von Um­gangs­spra­che, ihre eigenen Fein­hei­ten, die ein au­to­ma­ti­scher Über­set­zer nicht abbilden kann, ohne die Stimmung eines Texts zu ver­fäl­schen.

Hootsuite

Die AI-gestützte Sentiment-Analyse im Hootsuite-Dashboard wertet au­to­ma­tisch alle wichtigen Social-Media-Kanäle, Nach­rich­ten­por­ta­le, bekannten Blogs und Foren aus, um die all­ge­mei­ne Stimmung der In­ter­net­nut­zen­den gegenüber einer Pro­dukt­mar­ke zu ermitteln. Die zur Analyse her­an­ge­zo­ge­nen Kom­men­ta­re lassen sich nach ver­schie­de­nen Schlüs­sel­wör­tern und typischen Per­so­nen­grup­pen filtern.

Das Tool umfasst neben der Sentiment-Analyse weitere Features, die für Un­ter­neh­men hilfreich sind. So bietet es unter anderem eine KI-Un­ter­stüt­zung bei der Er­stel­lung von Inhalten an und schlägt die besten Zeiten für Postings vor. Pläne sind ab 99 € pro User und Monat er­hält­lich.

IBM Watson Natural Language Un­der­stan­ding

IBM Watson Natural Language Un­der­stan­ding ist ein leis­tungs­star­kes KI-Tool zur Text­ana­ly­se, das unter anderem Sentiment, Emotionen, Keywords und Themen erkennen kann. Es er­mög­licht eine de­tail­lier­te Aus­wer­tung von Inhalten in mehreren Sprachen. Die API lässt sich flexibel in be­stehen­de Systeme in­te­grie­ren und liefert de­tail­lier­te Einblicke in die Stimmung und Intention von Texten. Sie können die kos­ten­lo­se Test­ver­si­on nutzen, um das IBM-Tool aus­zu­pro­bie­ren.

Click­wor­ker

Click­wor­ker geht einen anderen Weg. Hier arbeitet ein großes Netzwerk aus Nut­ze­rin­nen und Nutzern über Micro-Jobs an den Texten. So erhält man über gezielte einfache Fragen ein Stim­mungs­bild statt über eine au­to­ma­ti­sche Text­ana­ly­se.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt auf der Hand: Mensch­li­che In­tel­li­genz kann die Stimmung in Texten ganz­heit­lich un­ter­su­chen und muss sich nicht auf die Kon­no­ta­ti­on einzelner Wörter verlassen. Dank drei bis fünf Click­wor­kern pro Text und einer Bewertung nach dem Prinzip des Mehr­heits­ent­schei­des können Sie sich auf die Er­geb­nis­se in einem hohen Maße verlassen.

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