Eine er­folg­rei­che Website zu betreiben, ist ein komplexes Un­ter­fan­gen: Es gibt kein stets er­folg­rei­ches Uni­ver­sal­re­zept, das bei der Gewinnung von Sei­ten­be­su­chern und der Ge­ne­rie­rung von Con­ver­si­ons hilft. Lediglich die Fo­kus­sie­rung auf die Be­dürf­nis­se der Nutzer ist un­be­strit­ten eine un­ver­zicht­ba­re Aufgabe, der man stets höchste Priorität zumessen sollte. Un­ab­hän­gig davon, ob es um die Na­vi­ga­ti­on der Website, um die ver­öf­fent­lich­ten Inhalte oder die un­ter­nom­me­nen Marketing-Be­mü­hun­gen geht: Je aus­führ­li­cher Sie sich mit der Frage aus­ein­an­der­set­zen, wie sich Än­de­run­gen an Ihrer Website auf die Zu­frie­den­heit der User auswirken, desto größer sind Ihre Chancen, das ge­wünsch­te Ergebnis zu erzielen.

Bei der Aus­ar­bei­tung nut­zer­freund­li­cher Elemente und Kampagnen sind Sie glück­li­cher­wei­se nicht auf sich allein gestellt: Es gibt nützliche, tech­ni­sche Hilfs­mit­tel, die die Website-Op­ti­mie­rung erheblich ver­ein­fa­chen. Um bei­spiels­wei­se die Wirkung zweier ver­schie­de­ner Web­de­signs nicht nur zu vermuten, sondern auch gezielt über­prü­fen zu können, eignet sich das so­ge­nann­te A/B-Testing (auch „Split“-Testing genannt). Beim A/B-Testing wird dem Test­pu­bli­kum eine von un­ter­schied­li­chen Versionen prä­sen­tiert, um seine Reaktion in Erfahrung zu bringen. Wie die Ein­rich­tung und Aus­wer­tung solcher Tests von­stat­ten­geht, hängt dabei ganz we­sent­lich von den ver­wen­de­ten A/B-Testing-Tools ab.

Was zeichnet A/B-Test-Tools aus?

Immer häufiger nutzen Website-Betreiber und Marketer die Mög­lich­keit, den Erfolg ver­schie­de­ner Versionen ihrer Seiten, Anzeigen und Co. zu messen, um das Maximum für das eigene Projekt her­aus­zu­ho­len. Vor allem in der Wer­be­bran­che und im E-Commerce erfreuen sich die Split-Tests großer Be­liebt­heit. Es wundert daher wenig, dass der Markt eine riesige Auswahl an Testing-Tools bietet, die mit ganz ver­schie­de­nen Funk­tio­nen und Preis­mo­del­len aufwarten – von einfachen An­wen­dun­gen für Klein­un­ter­neh­mer bis hin zu komplexen En­ter­pri­se-Lösungen mit Rund-um-Service.

Die einzelnen Tools un­ter­schei­den sich dabei nicht nur durch den un­ter­schied­lich großen Test-Umfang (Nut­zer­zahl, Testdauer etc.) und die of­fe­rier­ten Zu­satz­leis­tun­gen (Analyse, Beratung, Support etc.), sondern natürlich auch hin­sicht­lich ihrer Funk­tio­nen. Unter anderem können sich die Website-Testing-Tools durch folgende, tech­ni­sche Ei­gen­schaf­ten aus­zeich­nen bzw. un­ter­schei­den:

  • Erstellen mehrerer Accounts möglich / nicht möglich
  • Gleich­zei­ti­ger Log-in möglich / nicht möglich
  • Seg­men­tie­rung der User (Targeting) möglich / nicht möglich
  • Vi­sua­li­sie­rung der Testdaten
  • Export-Mög­lich­kei­ten der Testdaten
  • E-Mail-Be­nach­rich­ti­gun­gen
  • Schnitt­stel­len (CMS, Analyse-Software, Shop-Systeme)
  • Angabe mehrerer Con­ver­si­on-Ziele möglich / nicht möglich
  • Ter­mi­nie­rungs­op­tio­nen für das A/B-Testing
  • Heatmap / Clickmap
  • Ar­chi­vie­rung der Testdaten

A/B-Testing-Tools für die Website im Schnell-Check

Die Ent­schei­dung für oder gegen ein be­stimm­tes Testing-Tool ist an­ge­sichts möglicher vier­stel­li­ger Summen pro Monat im En­ter­pri­se-Sektor natürlich auch eine Frage des Preises. Das in der eigenen Firma vor­han­de­ne Know-how sollte jedoch ebenso eine Rolle bei der Auswahl spielen: Wer bei­spiels­wei­se weder weiß, wie man A/B-Testing am besten für das eigene Web­pro­jekt einsetzt, noch die er­mit­tel­ten Testdaten auswerten kann, der wird von einem Tool ohne weiteren Anbieter-Service nur wenig pro­fi­tie­ren. Unter Umständen lohnt es sich auch pe­ri­odisch eine externe Agentur mit den Testing-Aufgaben zu betreuen, statt die meist recht teuren Dienste der Tool-Anbieter zu nutzen.

Falls Sie sich ent­schie­den haben, eine ent­spre­chen­de Software zu nutzen, kann die folgende Übersicht Ihnen aber die Auswahl er­leich­tern. Wir stellen Ihnen im weiteren Verlauf dieses Artikels einige in­ter­es­san­te An­wen­dun­gen zur Website-Op­ti­mie­rung auf Basis von A/B-Tests vor.

Adobe Target

Seit 2012 bündelt Adobe ver­schie­de­ne Online-Marketing- und Web-Analytics-Produkte in der Adobe Marketing Cloud. Zu diesen Tools gehört mit Adobe Target unter anderem auch ein A/B-Testing-Tool, das wahlweise im Marketing-Ge­samt­pa­ket oder einzeln erworben werden kann. Die Kosten für die En­ter­pri­se-Lösung errechnen sich in­di­vi­du­ell aus den jähr­li­chen Be­su­cher­zah­len der je­wei­li­gen Website. Sie als Website-Betreiber müssen daher zu Beginn der Ver­trags­lauf­zeit einen rea­lis­ti­schen Schätz­wert angeben, der als Aus­gangs­ba­sis für die Preis­be­rech­nung dient. Für de­tail­lier­te­re Tests und Analysen auf Basis aller re­le­van­ten Kenn­grö­ßen und Ziel­grup­pen empfiehlt sich die Ver­knüp­fung mit Adobe Analytics.

Adobe Target richtet sich sowohl an Ein­stei­ger als auch an Profis auf dem Gebiet des A/B-Testings. Das Tool hält einige Best Practices bereit, die man als Basis für eigene Tests nutzen und in­di­vi­du­ell anpassen und prä­zi­sie­ren kann. Dabei spielt Targeting eine wichtige Rolle: Mit dem Programm sind Ziel­grup­pen im Hand­um­dre­hen angelegt und die ge­wünsch­ten Varianten für einzelne Code-Zeilen oder ganze Website-Bereiche definiert. Schritt-für-Schritt-An­lei­tun­gen führen den Nutzer dabei durch den Ein­rich­tungs­pro­zess, der ins­be­son­de­re bei der ersten Nutzung ansonsten schwer zu meistern wäre. Das Testing-Tool er­mög­licht die gleich­zei­ti­ge Durch­füh­rung von Tests auf mehreren Seiten bzw. Kanälen und bietet zudem auch Funk­tio­nen, um op­ti­mier­te Inhalte au­to­ma­tisch und in Echtzeit zu ver­öf­fent­li­chen. Weitere Features sind unter anderem:

  • Au­to­ma­ti­sier­te Op­ti­mie­run­gen auf Basis eines de­fi­nier­ten Mer­chan­di­sing-Re­gel­werks (Kenn­zah­len, KPI-Schwel­len­wer­te)
  • Mög­lich­keit ziel­ge­rich­te­ter Pro­mo­ti­ons (Wer­be­ban­ner oder-videos)
  • In­te­gra­ti­on von Ana­ly­se­funk­tio­nen via Adobe Analytics
  • Op­ti­mie­rung mobiler Inhalte möglich
  • Er­stel­lung au­to­ma­ti­sier­ter Emp­feh­lun­gen

Die Ober­flä­che von Adobe Target ist in­di­vi­du­ell anpassbar. Wie die ver­schie­de­nen Berichte, Diagramme und Ta­ges­zu­sam­men­fas­sun­gen angezeigt werden, hat der Marketer folglich selbst in der Hand. Je mehr Daten die Software erhält, desto weniger muss er sich al­ler­dings um die Spe­zi­fi­zie­rung der A/B-Tests kümmern: Adobe Target greift nicht nur auf die Ein­stel­lun­gen des Nutzers zurück, sondern liefert dank leis­tungs­star­ker Al­go­rith­men auch eigenen Input für die Op­ti­mie­rung der Kampagnen. So wertet die Targeting-Engine bei­spiels­wei­se sämtliche Testdaten au­to­ma­tisch aus und gewinnt auf diese Weise In­for­ma­tio­nen, die dabei helfen, die Seg­men­tie­rung der Test­per­so­nen lang­fris­tig zu per­fek­tio­nie­ren.

Pro Contra
Mobile-Testing/Op­ti­mie­rung möglich Preis nur auf Anfrage
Selbst-Hosting möglich Mühsamer, zeit­in­ten­si­ver Einstieg

AB Tasty

Im Juni 2012 ver­öf­fent­lich­te die Web-Analytics-Agentur AB Tasty (ehemals Liwio) die erste Version der gleich­na­mi­gen Software, die den Kunden dabei helfen sollte, eigene Op­ti­mie­rungs­hy­po­the­sen schnell und einfach zu über­prü­fen. Seitdem wurde das A/B-Testing-Tool an den mitt­ler­wei­le sechs Stand­or­ten des Un­ter­neh­mens kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt und um zahl­rei­che Funk­tio­nen erweitert. In­ter­es­sier­ten stehen die drei Abon­ne­ment-Modelle „Starter“, „Plus“ und „En­ter­pri­se“ zur Verfügung. Das „Starter“-Paket (199,00 Euro im Monat) und das „Plus“-Paket (349,00 Euro im Monat) un­ter­schei­den sich lediglich hin­sicht­lich der Zahl zu­ge­las­se­ner Besucher (50.000 bzw. 100.000). Die „En­ter­pri­se“-Edition (Preis auf Anfrage) enthält keinerlei Traffic-Be­schrän­kung und bietet neben Premium-Support diverse Zu­satz­fea­tures.

AB Tasty erweist sich als sehr über­sicht­li­ches und be­nut­zer­freund­li­ches A/B-Testing-Tool. Tests lassen sich mit ihm schnell und einfach erstellen, per­so­na­li­sie­ren und im Anschluss unter der Rubrik „Tests“ verwalten. Dort lässt sich jedes Analyse-Projekt (das stets eine ein­zig­ar­ti­ge Test-ID hat) starten, pausieren oder stoppen. Ferner kann der Nutzer die Ein­stel­lun­gen jederzeit anpassen oder sich einen aktuellen Bericht anzeigen lassen und diesen als PDF- oder Excel-Datei ex­por­tie­ren. Un­ab­hän­gig davon, ob ein Test für eine Desktop-Website, das mobile Pendant oder eine native App (das ist al­ler­dings nur im En­ter­pri­se-Paket möglich) durch­ge­führt werden soll: Mit einem einzigen Schritt sind Mo­di­fi­zie­run­gen und Ziel­grup­pen-Ein­stel­lun­gen in allen Versionen des Web­pro­jekts aktiv. Nutzer von AB Tasty pro­fi­tie­ren außerdem von folgenden Vorteilen:

  • Un­be­grenz­te Anzahl an Con­ver­si­ons de­fi­nier­bar
  • In­no­va­ti­ver Al­go­rith­mus „Clever Stats
  • Beliebig viele Be­nut­zer­kon­ten möglich
  • Deutsch­spra­chi­ge Online-Do­ku­men­ta­ti­on
  • Einfache In­te­gra­ti­on von Dritt­an­wen­dun­gen (Web­ana­ly­se-Tools, CRM- und DMP-Systeme)

Der Funk­ti­ons­um­fang der Modelle „Starter“ und „Plus“ ist für ge­wöhn­li­che A/B-Tests kleinerer und mit­tel­gro­ßer Web­pro­jek­te mehr als aus­rei­chend. Wer jedoch die User-Ex­pe­ri­ence von Websites oder Ap­pli­ka­tio­nen mit sehr starkem Traffic-Aufkommen ver­bes­sern möchte, sollte auf AB Tasty En­ter­pri­se zu­rück­grei­fen: Nutzer dieses Abon­ne­ment-Modells können nicht nur Mo­di­fi­zie­run­gen in mobilen Apps testen, sondern zu­sätz­lich auch Mul­ti­va­ria­te- und Multipage-Tests erstellen. Darüber hinaus können Sie damit auch Heatmaps erzeugen und die Zu­griffs­rech­te auf die einzelnen Tests verwalten. Auch in Sachen Targeting ist die En­ter­pri­se-Edition mit über 100 nativen Kriterien den beiden Standard-Modellen einen Schritt voraus, wodurch noch ziel­ori­en­tier­te­re Kampagnen möglich sind.

Pro Contra
Über­sicht­li­che Be­nut­zer­ober­flä­che Trainings-Material nur im En­ter­pri­se-Paket enthalten
Her­vor­ra­gen­der Support

Op­ti­mi­ze­ly X Web Ex­pe­ri­men­ta­ti­on

Seit 2016 bietet das in San Francisco be­hei­ma­te­te Un­ter­neh­men Op­ti­mi­ze­ly mit X Web Ex­pe­ri­men­ta­ti­on“ sein haus­ei­ge­nes Testing-Tool für um­fang­rei­che A/B-Tests an. Bereits seit 2007 un­ter­stützt die Per­for­mance-Agentur Website-Betreiber, Ent­wick­ler, Marketer und Pro­dukt­ma­na­ger dabei, Projekte auf der Basis ge­sam­mel­ter Testdaten zu op­ti­mie­ren – mitt­ler­wei­le auch in Nie­der­las­sun­gen auf der ganzen Welt wie in München, London, Paris oder Sydney.

Op­ti­mi­ze­ly ver­mark­tet seine Software in drei Varianten: Während das „Standard“-Paket alle Werkzeuge für das A/B-Testing enthält, erweitert das „Pro­fes­sio­nal“-Paket diese Ba­sis­kom­po­nen­ten um zu­sätz­li­che Features wie ein er­wei­ter­tes Ziel­grup­pen-Targeting oder nut­zer­ba­sier­te Rollen und Be­rech­ti­gun­gen. Das „Premium“-Paket enthält zu­sätz­lich zu den Features von Standard- und Pro­fes­sio­nal-Edition weitere Funk­tio­nen wie Geo-Targeting und er­mög­licht Tests mit einer un­be­grenz­ten Nut­zer­zahl. Die Kosten für das jeweilige Paket (Preise auf Anfrage) sind abhängig von der Zahl der Web­sei­ten­be­su­cher, wobei eine Un­ter­gren­ze von 1.000 Besuchern besteht.

Op­ti­mi­ze­ly dürfte sich von den meisten Nutzern intuitiv über das an­spre­chen­de Web-Interface bedienen lassen – zumindest sofern ent­spre­chen­de Eng­lisch­kennt­nis­se vorhanden sind, denn eine deutsche Be­nut­zer­ober­flä­che gibt es nicht. Während Homepage, FAQs und Support durchaus in deutscher Sprache zur Verfügung stehen, ist das A/B-Testing-Tool selbst bis dato (Stand: Juli 2017) nur auf Englisch verfügbar. Unter der Rubrik „Ex­pe­ri­ments“ sind die ge­wünsch­ten Test­pro­jek­te in wenigen Schritten erstellt: Nach der Wahl eines Kam­pa­gnen­na­mens sowie der Test­sei­ten und ge­wünsch­ten Ziel­grup­pen lassen sich beliebig viele Con­ver­si­on-Ziele for­mu­lie­ren, die in Op­ti­mi­ze­ly als „Metrics“ be­zeich­net werden. Ab­schlie­ßend können Sie den ein­ge­hen­den Traffic pro­zen­tu­al auf die ver­schie­de­nen Va­ria­tio­nen verteilen. Die Ziel­grup­pen lassen sich im separaten „Audiences“-Menü erstellen. Dort weist der Nutzer diesen per Drag-and-Drop selbst de­fi­nier­te oder vor­de­fi­nier­te Merkmale wie die folgenden zu:

  • Browser / Browser-Version
  • Cookies zu­ge­las­sen / nicht zu­ge­las­sen
  • Ja­va­Script zu­ge­las­sen / nicht zu­ge­las­sen
  • Herkunftssprache / Her­kunfts­ort
  • Be­triebs­sys­tem
  • Be­su­cher­quel­le (Di­rekt­zu­griff, Such­ma­schi­ne, Link, Wer­be­an­zei­ge)

Das A/B-Test-Tool er­mög­licht nicht nur, die Ex­pe­ri­ence von Desktop-Nutzern zu ver­bes­sern: Da sich auch mobile Webseiten und iOS- oder Android-Apps testen lassen, können Sie In­for­ma­tio­nen zum Nut­zer­ver­hal­ten und zur Zu­frie­den­heit von Usern portabler Geräte in Erfahrung bringen. Die einzelnen Tests lassen sich jederzeit starten, pausieren und bei Bedarf anpassen. Wer die Zeitplan-Funktion nutzt, kann sogar festlegen, wann welche Prozesse wirken sollen und muss sie dann nicht manuell ak­ti­vie­ren. Bei der späteren Analyse hilft die im­ple­men­tier­te Stats Engine bei der Ent­schei­dungs­fin­dung. Dieses Statistik-Framework findet mit seiner se­quen­zi­el­len Testing-Methode die optimale Variante mit einer Wahr­schein­lich­keit von rund 95 Prozent.

Pro Contra
Ziel­grup­pen-Editor mit Drag-and-Drop-Funktion Eng­lisch­spra­chi­ge Be­nut­zer­ober­flä­che
Hohe Er­folgs­quo­te dank eigenem Statistik-Framework (Stats Engine) Preis nur auf Anfrage

Visual Website Optimizer

Visual Website Optimizer (kurz VWO) zählt zu den Website-Testing-Tools der ersten Stunde. Bereits im Jahr 2010 ver­öf­fent­lich­te das indische Ent­wick­ler-Team Wingify seine Software, mit der seitdem schon über 300.000 Test-Kampagnen erstellt worden sind. Die Anwendung richtet sich sowohl an Selbst­stän­di­ge und KMUs als auch an Groß­kon­zer­ne, was sich auch in den drei Abon­ne­ment-Plänen wi­der­spie­gelt: Die Standard-Pläne „Startup“ (rund 40 Euro / Monat für 10.000 Besucher) und „Business“ (ab 110 Euro / Monat für 30.000+ Besucher) enthalten alle Features, die Blogger, Agenturen oder kleinere Un­ter­neh­men benötigen. Groß­un­ter­neh­men greifen zu dem Plan „En­ter­pri­se“ (ab 870 Euro / Monat für beliebig viele Besucher) und erhalten nützliche Zusatz-Funk­tio­nen wie Geo-Targeting oder API-Zugriff.

Auch die Nutzer von VWO müssen solide Eng­lisch­kennt­nis­se mit­brin­gen: Anwendung, Hand­bü­cher und Support-Angebot gibt es lediglich in einer eng­li­schen und einer ja­pa­ni­schen Aus­füh­rung. Wer dieser Sprach­hür­de meistert, findet sich dank der ge­ord­ne­ten Ober­flä­che jedoch schnell zurecht. Die Analyse-Werkzeuge wie Heatmaps, Umfragen und Feedback-Tracker haben ebenso ihren eigenen Men­über­eich wie die Editoren zum Erstellen der Tests und zur De­fi­ni­ti­on der Ziel­grup­pen. Das Website-Testing-Tool ist dabei nicht nur auf A/B-Testing be­schränkt, sondern er­mög­licht auch Mul­ti­va­ria­te- und Split-URL-Tests. Ferner kann man auch ein einfaches Con­ver­si­on-Tracking des aktuellen Web­pro­jekts in­iti­ie­ren. Bei der Kon­fi­gu­ra­ti­on der Ex­pe­ri­ence-Checks kann der Nutzer darüber hinaus beliebig viele Con­ver­si­on-Ziele (Goals) de­fi­nie­ren. Weitere Features des Tools sind:

  • WYSIWYG-Editor zur Varianten-Er­stel­lung
  • Zugang zu Best Practices (Idea­Fac­to­ry, Landing Page Analyzer, Case Study Library)
  • Top-Per­for­mance dank Anbindung an eigenes Content-Delivery-Network (CDN)
  • in­te­grier­te Schnitt­stel­len zu diversen Standard-Pro­gram­men (CMS, Web­ana­ly­se-Tools, Wa­ren­kör­be etc.)
  • Selbst-Hosting (nur En­ter­pri­se-Plan)
  • API-Zugang (nur En­ter­pri­se-Plan)

Mit Visual Website Optimizer lassen sich alle Tests jederzeit starten, pausieren oder beenden. Ebenso ist es möglich, Än­de­run­gen an den Ein­stel­lun­gen vor­zu­neh­men, wenn bei­spiels­wei­se ein Con­ver­si­on-Ziel hin­zu­ge­fügt oder die Ziel­grup­pe angepasst werden soll. Für die Zu­sam­men­stel­lung der Gruppen können Sie aus über 15 Merkmalen – wie den genutzten Keywords, den Anfrage-Pa­ra­me­tern, dem Wochentag oder dem Be­triebs­sys­tem wählen – al­ter­na­tiv lassen sich auch eigene Werte festlegen. En­ter­pri­se-Kunden haben neben der Mög­lich­keit, das Testing-Tool selbst zu hosten, auch Zugriff auf er­wei­ter­te Si­cher­heits-Features, de­tail­lier­te­re Berichte sowie einen Rund-um-die-Uhr-Service inklusive per­sön­li­chem Account-Manager.

Pro Contra
Top-Per­for­mance durch CDN-Anbindung Software und Support lediglich auf Englisch und Japanisch verfügbar
Selbst-Hosting möglich (En­ter­pri­se-Plan) Kein Test mobiler Apps möglich (nur mobile Websites)

Convert Ex­pe­ri­en­ces

2011 stellte das ka­li­for­ni­sche Un­ter­neh­men Convert Insights seinen Kunden erstmals eine A/B-Testing-Plattform zur Op­ti­mie­rung von Web-Projekten zur Verfügung. Mit Un­ter­stüt­zung der Firma Alta Ventures wurde noch im gleichen Jahr ein zweites Büro in Mexico eröffnet, um die Wei­ter­ent­wick­lung der Software in der Folge kon­ti­nu­ier­lich vor­an­zu­trei­ben. Convert Insights lenkte den Fokus dabei zunehmend auf den En­ter­pri­se-Sektor und ziel­grup­pen­ori­en­tier­tes Testen, was sich auch in der aktuellen Version des Tools wi­der­spie­gelt, die den Namen Convert Ex­pe­ri­en­ces trägt. Nutzer haben die Wahl zwischen drei kos­ten­pflich­ti­gen Versionen: „Plus“ (ab 390,00 Euro / Monat für bis zu 400.000 Besucher), „Pro­fes­sio­nal Team“ (ab 520,00 Euro / Monat für bis zu 1.000.000 Besucher) und „En­ter­pri­se“ (ab 6100,00 Euro / Monat für bis zu 100.000.000 Besucher).

Dass es sich bei Convert Ex­pe­ri­ments um ein Testing-Tool für Profis handelt, wird nur allzu schnell deutlich: Obwohl das Interface (das komplett auf Englisch ist) sich auf die wich­tigs­ten Na­vi­ga­ti­ons­ele­men­te be­schränkt, werden Neu­ein­stei­ger und un­er­fah­re­ne Marketer mit der Fülle an Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten und Sta­tis­ti­ken wahr­schein­lich über­for­dert sein. Für einfache Tests und User ohne größeres A/B-Testing-Know-how ist die Web­an­wen­dung schlicht­weg zu komplex. Experten pro­fi­tie­ren al­ler­dings von den de­tail­lier­ten Optionen: Außer den stan­dard­mä­ßi­gen A/B-Tests sind unter anderem auch Split-URL-, Mul­ti­va­ria­te- und A/A-Tests (Vergleich des Originals mit einer exakten Kopie zur Über­prü­fung der Funk­tio­na­li­tät des Tools) möglich.

Das Herzstück von Convert Ex­pe­ri­ments ist ohne Zweifel der Visual Editor, mit dessen Hilfe sich die ge­wünsch­ten Test-Va­ria­tio­nen durch wenige Klicks und ohne HTML-Kennt­nis­se erstellen lassen. Wählt man die ge­wünsch­ten Elemente der Ori­gi­nal­sei­te aus, erfasst der Editor den zu­grun­de­lie­gen­den Code und listet in einem Pop-up-Op­ti­ons­me­nü ent­spre­chen­de An­pas­sungs­mög­lich­kei­ten auf – zum Beispiel folgende:

  • Objekt bewegen
  • Ob­jekt­grö­ße verändern
  • Element verbergen
  • CSS-/HTML-Code anpassen bzw. aus­tau­schen
  • Bild einfügen bzw. aus­tau­schen
  • Text editieren
  • Hin­ter­grund­far­be ändern

Das Testing-Tool überzeugt aber nicht nur durch den erst­klas­si­gen WYSIWYG-Editor, sondern auch durch die Auswahl vor­ge­fer­tig­ter Ziel-Con­ver­si­ons („Goal-Templates“). Der Benutzer kann einfach auf diese Vorlagen zu­rück­grei­fen, wenn er bei­spiels­wei­se das Anklicken eines Links oder den Besuch einer be­stimm­ten Un­ter­sei­te als Con­ver­si­on de­fi­nie­ren möchte. Al­ter­na­tiv können Sie eigene Templates in einem Drag-and-Drop-Editor kreieren oder Ziele aus Google Analytics im­por­tie­ren. Für die Zu­sam­men­stel­lung der Ziel­grup­pen hat Convert Ex­pres­si­ons derweil zahl­rei­che Kriterien stan­dard­mä­ßig parat: So ist die Un­ter­tei­lung in neue und wie­der­keh­ren­de Besucher ebenso möglich wie die Ein­ord­nung auf Basis der Her­kunfts­sei­te (auch Social-Media), der gewählten Stan­dard­spra­che oder der genutzten Such­ma­schi­ne.

Pro Contra
Um­fang­rei­che Ein­stel­lungs­op­tio­nen für Tests, Targeting und Con­ver­si­on-Ziele Eng­lisch­spra­chi­ge Be­nut­zer­ober­flä­che
Leis­tungs­star­ker WYSIWYG-Editor zur Varianten-Kreation Für A/B-Testing-Ein­stei­ger zu komplex

etracker Optimiser

Das Tool etracker un­ter­stützt seine Kunden seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Op­ti­mie­rung von Websites und Online-Marketing-Kampagnen. Der Erfolg des Hamburger Un­ter­neh­mens fußt ins­be­son­de­re auf seiner Web-Analyse-Software, die als da­ten­schutz­kon­for­me Al­ter­na­ti­ve (Da­ten­spei­che­rung in Deutsch­land) zu Google Analytics mehrfach aus­ge­zeich­net wurde. Seit 2013 bietet die IT-Firma mit etracker Optimiser auch ein eigenes Testing-Tool zur Durch­füh­rung von A/B- und Split-URL-Tests. Kunden haben dabei die Wahl zwischen zwei Abon­ne­ment-Modellen: Die „Pro“-Variante für Selbst­stän­di­ge und KMUs, die bereits ab 19,00 Euro im Monat er­hält­lich ist, sowie die „En­ter­pri­se“-Edition (Preis auf Anfrage), die zu­sätz­lich zu Mul­ti­va­ria­te-Testing (optional) auch Features für das Re­mar­ke­ting be­reit­hält.

etracker Optimiser sieht eine schritt­wei­se Er­stel­lung von Test­pro­jek­ten vor. Zu Beginn wählt der User den ge­wünsch­ten Test-Typ und die zu op­ti­mie­ren­de Seite aus. Im nächsten Schritt kann er die Ori­gi­nal­sei­te im visuellen Editor wunsch­ge­mäß anpassen. Zu diesem Zweck muss man lediglich das ge­wünsch­te Element anklicken, woraufhin ein Pop-up-Menü die ent­spre­chen­den Optionen für die Be­ar­bei­tung von Ja­va­Script-, CSS-, HTML- und Text­ele­men­ten anzeigt. Ent­spricht die Variante den eigenen Vor­stel­lun­gen, kann der Nutzer Regeln für die Seg­men­tie­rung der Besucher festlegen – sofern eine Variante nur für eine bestimmte Ziel­grup­pe aus­ge­spielt werden soll. Das Testing-Tool stellt hierfür ver­schie­de­ne Kenn­zeich­nungs­merk­ma­le zur Verfügung, die sich beliebig mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren lassen – wie zum Beispiel:

  • Zei­chen­ket­te in URL
  • Her­kunfts­me­di­um (Social Media, Such­ma­schi­ne, Wer­be­an­zei­ge, Type-in)
  • Genutzte Such­be­grif­fe
  • Un­ter­schei­dung zwischen neuen und wie­der­keh­ren­den Besuchern
  • Besucher ist (k)ein News­let­ter-Abonnent
  • Gerätetyp
  • Standort

Im Anschluss an die Varianten-Er­stel­lung bietet der Editor die Mög­lich­keit, Start- und End­zeit­punkt des Tests fest­zu­le­gen und den Anteil der Besucher (in Prozent) zu de­fi­nie­ren, die an ihm teil­neh­men sollen. Beide Ein­stel­lun­gen können Sie auch im Nach­hin­ein noch anpassen – bei­spiels­wei­se wenn eine Pause oder ein vor­zei­ti­ges Ende des Tests erwünscht ist. Der ab­schlie­ßen­de Schritt ist die De­fi­ni­ti­on der Con­ver­si­on-Ziele. Hierbei können Sie Aktionen wie das Klicken auf einen Link, den Aufruf einer be­stimm­ten Seite oder den Kauf eines Produkts als Ziel auswählen. Das A/B-Testing-Tool trackt fortan das Verhalten der Website-Besucher und stellt eine Con­ver­si­on fest, sobald eine der von Ihnen gewählten Aktionen aus­ge­führt wird.

Pro Contra
Da­ten­spei­che­rung in Deutsch­land Einige Ziel­grup­pen-Ein­stel­lun­gen sind nur in der En­ter­pri­se-Edition verfügbar
Kom­bi­nier­bar mit etracker Analytics Keine eigenen Seg­men­tie­rungs-Merkmale de­fi­nier­bar

Die Testing-Tools im ta­bel­la­ri­schen Vergleich

Die vor­ge­stell­ten An­wen­dun­gen haben ganz un­ter­schied­li­che Stärken und Schwächen. Ein A/B-Testing-Tool als die Optimal-Lösung zu prä­sen­tie­ren, fällt aber nicht nur aufgrund dieser Tatsache schwer. Die ver­schie­de­nen Angebote zielen auch auf ganz un­ter­schied­li­che Kun­den­grup­pen ab: Während Adobe Target und Convert Ex­pe­ri­en­ces speziell Nutzer aus dem En­ter­pri­se-Sektor an­spre­chen, eignen sich Tools wie VWO oder Otimizely X Web Ex­pe­ri­men­ta­ti­on auch für Marketer, die gerade erst den Einstieg in die Welt des A/B-Testings wagen. Wer Wert auf eine deutsch­spra­chi­ge Be­nut­zer­ober­flä­che legt, hat hingegen mit AB Tasty und etracker Optimiser die passenden Tools zur Hand – letzteres ist vor allem auch aufgrund der Da­ten­kon­for­mi­tät für viele User in­ter­es­sant.

Ent­wick­ler Er­schei­nungs­jahr Sprache Selbst-Hosting möglich
AB Tasty AB Tasty 2012 Deutsch nein
Adobe Target Adobe 2012 Englisch ja
Convert Ex­pe­ri­en­ces Convert Insights 2011 Englisch nein
etracker Optimiser etracker 2013 Deutsch nein
Op­ti­mi­ze­ly X Web Ex­pe­ri­men­ta­ti­on Op­ti­mi­ze­ly 2016 Englisch nein
Visual Website Optimizer (VWO) Wingify 2010 Englisch ja
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