Twitch ist eine interaktive Streaming-Plattform mit Milliarden Stunden Zuschauerzeit, die Gaming-Kultur, Community-Engagement und Monetarisierung für Creator und Creatorinnen vereint. Auf der Live-Streaming-Plattform können Streamer und Streamerinnen Games, „Just Chatting“-Formate oder Events übertragen, während Zuschauer und Zuschauerinnen über Chat, Emotes und Hype Trains interaktiv teilnehmen.

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Wie funktioniert Twitch?

Twitch ist eine interaktive Streaming-Plattform mit rund 224 Millionen monatlich und 35 Millionen täglich aktiven Nutzern und Nutzerinnen. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 20,8 Milliarden Stunden Inhalte angesehen, bei einem Durchschnitt von 2,37 Millionen gleichzeitigen Zuschauern und Zuschauerinnen.

Viele fragen sich nicht nur, was Twitch ist, sondern auch, wie genau die Plattform technisch funktioniert und welche Features sie besonders machen. Bei Twitch geht es vor allem darum, andere Menschen am eigenen Spielerlebnis teilhaben zu lassen. Dafür übertragen Spieler und Spielerinnen das Bild ihres Displays über die Plattform an die Community. Das Video-Streaming wird durch einige Features erweitert, die aus der reinen Plattform für Übertragungen eine aktive Community machen.

Gaming-Streams

Der Fokus von Twitch liegt auf der Übertragung von Videospielen in Echtzeit via Screencast. Neben dem Match selbst ist die Persönlichkeit des Gamers oder der Gamerin wesentlich für das Interesse des Publikums. Deshalb benutzen viele Streamer und Streamerinnen auch eine Kamera, die auf sie selbst gerichtet ist – die Face-Cam. Ähnlich wie bei den besonders auf YouTube beliebten Let‘s-Play-Videos spielen die Reaktionen der Streamer und Streamerinnen eine große Rolle bei der Faszination der Zuschauer und Zuschauerinnen.

Das Bild des Spielers oder der Spielerin liegt in einem kleinen Format über dem eigentlichen Video. Um diese Darstellung besonders ansprechend zu gestalten, sitzen viele Spieler und Spielerinnen vor einem Greenscreen und lassen den Hintergrund von der Übertragungssoftware herausrechnen. Da ihre Selbstdarstellung immer Teil der Übertragung ist, können die Spieler und Spielerinnen eine eigene Fanbase aufbauen. Unter dem Video informiert ein Profil über den Streamer oder die Streamerin. Oftmals ist dies der Platz, um auf die verwendete Hardware hinzuweisen oder die Nutzer oder Nutzerinnen über die eigenen Social-Media-Kanäle zu informieren. Damit die Zuschauer und Zuschauerinnen mit den Streamern oder Streamerinnen in Kontakt treten können, gibt es einen Chat, der sich neben dem Video befindet.

Welche Spiele werden auf Twitch gestreamt?

Die beliebtesten Spiele bei Twitch sind ganz klar Multiplayer-Games: Der Wettkampf gegeneinander erzeugt auch unter den Zuschauern und Zuschauerinnen – ähnlich wie bei Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen – Begeisterung oder Frustration. Spitzenreiter sind Klassiker wie Counter-Strike und League of Legends. Aber auch Strategie- und Rollenspiele wie World of Warcraft oder Dota 2 begeistern ein großes Publikum. Daneben ziehen der Open-World-Hit GTA V und natürlich das kultige Minecraft viele Menschen an.

Zusätzliche Kanäle

Über die Spielekanäle hinaus bietet Twitch inzwischen auch Kanäle an, die thematisch in andere Richtungen gehen:

  • Just Chatting: Reine Chat-Gespräche mit der Community
  • IRL: Streamer und Streamerinnen im Alltag
  • Talk Shows: Diskussionen zu Themen
  • Creative: Zeichnen, Malen, Kochen
  • Music: DJ-Sets und Singer-Songwriting-Acts

Verwendete Technik

Zur Übertragung des eigenen Bildschirminhalts benutzen viele Twitch-Nutzende XSplit oder die Open-Source-Lösung Open Broadcaster Software. OBS unterstützt Windows, macOS und Linux. Beide bieten Twitch-Integration, Multistreaming und virtuelle Hintergründe ohne Greenscreen. Aktuelle Konsolen (PS5, Xbox Series X/S) haben integrierte Streaming-Funktionen.

Hardware-Empfehlungen:

  • PC: Intel i5/Ryzen 5 (6+ Kerne), 16 GB RAM, NVIDIA RTX 3060+ für NVENC-Encoding
  • Internet: 8 bis 10 Mbit/s Upload für 1080p60
  • Webcam, Mikrofon, Greenscreen (optional, XSplit VCam ersetzt dies)
  • Dual-PC + Capture Card für professionelle Streamer und Streamerinnen
Hinweis

Twitch hat 2025 eine Rewind-Funktion eingeführt, mit der Sie während eines laufenden Livestreams verpasste Momente pausieren und an eine frühere Stelle zurückspringen können. Chat-Nachrichten laufen dabei weiter, sodass man noch immer Teil der Live-Interaktion bleibt. Voraussetzung ist, dass der Streamer bzw. die Streamerin die Funktion aktiviert und VOD-Archivierung eingeschaltet hat.

Was kostet Twitch?

Grundsätzlich ist Twitch ein vollständig kostenfreier Dienst. Als Zuschauer oder Zuschauerin muss man sich nicht mal registrieren. Auch Broadcaster und Broadcasterinnen müssen nur für ihre persönliche Ausstattung aufkommen. Seit der Übernahme durch Amazon können Nutzende der Plattform sich aber auch bei Prime Gaming (ehemals Twitch Prime) anmelden. Diese Variante von Amazon Prime bietet neben Prime Video, Prime Music und Premiumversand folgende Twitch-Extras: monatlich einen kostenlosen Sub, Chat-Badges, kostenlose Game-Erweiterungen (Skins, In-Game-Guthaben) und Bonus-Chat-Funktionen.

Warum ist Twitch für die Gaming-Szene so wichtig?

Twitch geht auf das Jahr 2007 zurück und entstand aus der Plattform Justin.tv. Deren Gründer, der Yale-Absolvent Justin Kan, streamte damals rund um die Uhr sein eigenes Leben – mit Webcam auf der Baseballkappe und Laptop im Rucksack. Aus diesem Experiment entwickelte sich schnell eine Plattform mit sogenannten Lifecasting-Kanälen für Sport, Musik und Nachrichten. Bereits 2008 nutzten rund 30.000 Streamer und Streamerinnen das Angebot regelmäßig.

Besonders der Gaming-Bereich wuchs rasant und entwickelte sich zum zentralen Erfolgsfaktor. 2011 wurde er deshalb als eigenständige Plattform unter dem Namen Twitch.tv ausgegliedert, während Justin.tv einige Jahre später, 2014, vollständig eingestellt wurde. Ebenfalls 2014 übernahm Amazon Twitch für 970 Millionen US-Dollar und leitete damit eine Phase der Professionalisierung und Skalierung ein.

Seitdem ist Twitch stark gewachsen: Von rund 2,2 Millionen aktiven Streamern und Streamerinnen im Jahr 2016 entwickelte sich die Plattform bis 2024 zu einem globalen Angebot mit über 240 Millionen monatlich aktiven Nutzern und Nutzerinnen und 20,8 Milliarden gestreamten Zuschauerstunden. Damit gilt Twitch als eines der erfolgreichsten Medieninvestments von Amazon und hat sich von einer Gaming-Nische zu einer weltweit etablierten Community- und Entertainment-Plattform entwickelt.

Welche Zielgruppe hat Twitch?

Bei der Zielgruppe der Streaming-Plattform handelt es sich hauptsächlich um Gaming-Fans. Dabei macht die Gruppe von 18- bis 34-Jährigen weltweit den Löwenanteil aus: 2025 waren rund 35 bis 38 % zwischen 18 und 24 Jahre alt, 72 % unter 34. Der größte Anteil der Nutzenden ist männlich (ca. 65 %), allerdings versammeln weibliche Broadcasterinnen besonders große Fangruppen.

Mit Streaming-Angeboten wie Twitch kommt der Begriff Cord-Cutting ins Spiel: Das Abnabeln vom klassischen TV-Angebot. Vor allem jüngere Menschen wenden sich vom Fernsehen ab und stattdessen Streaming-Angeboten zu. Da diese Gruppe für Marketingmaßnahmen über traditionelle Fernsehkanäle kaum erreichbar ist, wird Twitch immer interessanter für Marketer und Marketerinnen. Neben Werbebannern und -spots können sie bekannte Streamer und Streamerinnen als Influencer oder Influencerinnen nutzen. Die Interaktivität bietet zudem kreative Marketingmöglichkeiten durch Chat-gesteuerte Kampagnen.

Wie verdient man Geld auf Twitch?

Um zu verstehen, wie Creator und Creatorinnen Einnahmen erzielen, reicht es nicht, nur zu wissen, was Twitch ist – wichtig ist auch, welche Monetarisierungsmodelle die Plattform anbietet. Streamer und Streamerinnen, und alle, die Streamer werden wollen, haben die Möglichkeit, ihre Livestreams zu monetarisieren. Für die meisten Verdienstoptionen ist allerdings eine Partnerschaft notwendig. Für den Affiliate-Status (der Einstieg) reichen:

  • 25 Follower oder Followerinnen
  • 4 Stunden gestreamt
  • 4 Unique Days
  • 3 durchschnittliche Zuschauer oder Zuschauerinnen

Die Partnerschaft wird individuell geprüft. Der Anbieter prüft jede Bewerbung persönlich nach folgenden Kriterien:

  • Inhalt: Twitch sucht Streamer und Streamerinnen, die mit ihrem Content einen wertvollen Beitrag für die Community leisten. Qualität und Originalität zählen, natürlich ohne Verstöße gegen Nutzungsbedingungen oder Copyright.
  • Community: Potenzielle Partner oder Partnerinnen müssen bereits über eine größere Fanbase verfügen. Genaue Zahlen werden nicht genannt, aber Follower und Followerinnen auf Twitch, YouTube und anderen Social-Media-Kanälen fließen in die Bewertung ein.
  • Regelmäßigkeit: Nur Streamer und Streamerinnen, die konsequent aktiv sind (mindestens 2 bis 3 Mal pro Woche), haben Chancen. Wer bereit ist, Zeit und Engagement zu investieren, kann wie bei jedem Job Einnahmen erzielen.

Streamer und Streamerinnen können auf Twitch über verschiedene Wege Einnahmen erzielen. Hier sind die Verdienstoptionen:

  • Abonnements: Diese stehen in drei Preisstufen von 4,99 €, 7,99 € und 19,99 € zur Verfügung. In der Regel erhalten Streamer und Streamerinnen 50 % der Einnahmen, während Top-Partner und Partnerinnen von einem verbesserten 70/30-Split profitieren können. Abonnenten und Abonnentinnen erhalten dafür unter anderem Abzeichen, exklusive Emotes sowie werbefreie Streams.
  • Twitch-Ads: Zusätzlich lassen sich Einnahmen über Twitch-Werbung (Ads) generieren. Der durchschnittliche Erlös liegt bei etwa 3 € pro 1.000 Views, wobei Streamer und Streamerinnen die Platzierung von Mid-Roll-Werbung selbst steuern können, etwa in festen Intervallen von rund acht Minuten.
  • Bits: Bits sind die interne Währung von Twitch. Zuschauer und Zuschauerinnen kaufen Bits zu Preisen von etwa 1,40 bis 1,59 € pro 100 Bits und können diese direkt an Streamer und Streamerinnen spenden, wodurch die Einnahmen ohne zusätzlichen Split beim Creator oder bei der Creatorin ankommen.
  • Spenden: Viele Streamer und Streamerinnen nutzen außerdem Spenden über externe Zahlungsdienste wie PayPal oder spezialisierte Drittanbieter. Diese lassen sich häufig mit Echtzeit-Benachrichtigungen im Stream verknüpfen, etwa durch Dankes-Einblendungen oder Soundeffekte.
  • Affiliate-Links: Sie spielen eine wichtige Rolle, beispielsweise zu Amazon oder Anbietern von Gaming-Hardware, über die Streamer und Streamerinnen Provisionen auf vermittelte Verkäufe erhalten. Weitere Einnahmequellen sind Merchandising und Sponsoring, etwa durch eigene Fan-Artikel oder Kooperationen mit Herstellern und Marken.
  • E-Sport: Für professionelle Creator und Creatorinnen im Wettbewerbsumfeld kommen zudem Einnahmen aus dem E-Sport infrage, etwa durch Preisgelder bei Turnieren oder den Verkauf von Online-Kursen und Coaching-Angeboten.

Was unterscheidet Twitch von YouTube Live?

Twitch und YouTube Live dienen beide dem Livestreaming, unterscheiden sich aber deutlich in Fokus und Funktionen. Twitch dominiert Gaming-Streams mit 61 % Marktanteil und setzt auf starke Community-Interaktion durch Chat, Emotes und Features wie Hype Trains. Twitch punktet mit Gaming-spezifischen Tools, Just Chatting und E-Sports-Events, hat aber schwächere VOD-Suche. YouTube Live glänzt durch bessere Discoverability, Multi-Streaming und nahtlose Integration in YouTubes Algorithmus.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Chat-Interaktion: Twitch ist stärker auf Live-Communitys und interaktive Chat-Features ausgelegt, während YouTube Live funktionaler und weniger spielerisch wirkt.
  • Gaming-Fokus: Im Bereich des Live-Gaming-Streamings dominiert Twitch mit rund 60 bis 70 % der Watchtime, während YouTube Gaming Live je nach Erhebung auf etwa 20 bis 30 % kommt.
  • Archivsuche: YouTube bietet klare Vorteile bei der Auffindbarkeit von Inhalten durch Transkripte, Thumbnails und leistungsstarke Such- und Empfehlungsmechanismen.
  • Musikrichtlinien: YouTube setzt Urheberrechte durch automatisierte Content-ID-Systeme besonders konsequent um, während Twitch Verstöße häufig nachträglich über VOD-Stummschaltungen oder Strikes behandelt.

Wie finde ich den richtigen Streamer für mich?

Twitch bietet mehrere Möglichkeiten, den passenden Streamer oder die passende Streamerin zu finden. Über die Kategorien lassen sich Streams gezielt nach Interessen filtern, während Tags dabei helfen, spezifische Nischen wie „VTuber“, „Deutsch“ oder „Speedrun“ zu entdecken. Zusätzlich unterstützen verschiedene Discovery-Funktionen die Orientierung: Die sogenannte Follower-Power zeigt populäre Streamer und Streamerinnen aus dem eigenen Netzwerk an, der Empfehlungsalgorithmus schlägt auf der Startseite relevante Kanäle vor, und im Bereich „Browse“ bzw. „Directory“ lassen sich aktuelle Trends und Charts erkunden. Ergänzend dazu ermöglicht die Suchfunktion, gezielt nach Namen von Streamerinnen und Streamern, Spielen oder Sprachen zu suchen.

Tipp

Es empfiehlt sich, zunächst fünf bis zehn unterschiedliche Streamer oder Streamerinnen auszuprobieren und anschließend den besten drei Kanälen zu folgen, da sich auf dieser Basis Schritt für Schritt ein personalisierter Feed aufbaut.

Twitch entwickelt sich spürbar weiter und öffnet sich zunehmend über klassisches Gaming hinaus für vielfältige Content-Formate. Besonders VTuber verzeichnen ein starkes Wachstum und gewinnen mit virtuellen Anime-Avataren, Rollenspiel-Elementen und kontinuierlichem Storytelling deutlich an Sichtbarkeit. Je nach Erhebung liegt das Wachstum dieser Kategorie bei über 50 %, wobei vor allem langfristige Community-Bindung eine zentrale Rolle spielt.

Zu den wichtigsten Trends zählen außerdem:

  • Vertical Streams, bei denen Inhalte parallel im horizontalen und vertikalen Format ausgespielt werden, um Mobile-Nutzer und Nutzerinnen besser zu erreichen.
  • Die Kategorie Just Chatting bleibt weiterhin die größte auf Twitch und erreicht regelmäßig mehrere Hunderttausend gleichzeitige Zuschauer und Zuschauerinnen.
  • Parallel dazu gewinnt ein Mobile-First-Nutzungsverhalten an Bedeutung, da rund 40 bis 45 % der Zuschauer und Zuschauerinnen Twitch überwiegend über Smartphones nutzen.
  • Auch IRL- und Community-Content wie Reisen, Challenges oder Q&A-Formate nehmen weiter zu und ergänzen das klassische Streaming-Angebot.

Mit Blick auf die Zukunft positioniert sich Twitch zunehmend als Community- und Entertainment-Plattform. Gaming stellt weiterhin einen wesentlichen Bestandteil dar, macht jedoch „nur noch“ rund 60 % der Streams aus. Entscheidend für Reichweite und Wachstum werden vor allem Interaktivität, Community-Building und eine konsequente mobile Optimierung sein.

Fazit: Twitch bleibt für Gaming und Marketing interessant

Twitch erreicht in Deutschland vor allem junge Zielgruppen und wird insbesondere von 14- bis 29-Jährigen intensiv genutzt – deutlich häufiger als klassisches lineares Fernsehen. Die Plattform hat sich von einer reinen Gaming-Nische zu einer zentralen Community-Plattform entwickelt. Für Marketer und Marketerinnen wird Twitch immer relevanter: Die Zielgruppe (18 bis 34) ist via traditionelle TV-Kanäle kaum erreichbar. Die Plattform bietet Influencer-Marketing mit bekannten Streamern und Streamerinnen, präzise Werbebannern und einzigartige interaktive Kampagnen über Chat-Interaktion.

Die Vielfalt steigt, Experimentierfreudigkeit wächst, Echtzeit-Feedback erreicht Produzenten und Produzentinnen direkt. Im Gegensatz zu TV und Radio mit hohen Auflagen sind Internet-Inhalte günstig, flexibel und direkt am Publikum ausgerichtet. Grundsätzlich kann jede Person Inhalte als Stream, Podcast oder digitales Format veröffentlichen.

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