Die Such­ma­schi­ne ist heute der Dreh- und An­gel­punkt im World Wide Web. Neben der E-Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on stellen Websuchen die mit Abstand do­mi­nan­tes­te Anwendung im Internet dar. Wer In­for­ma­tio­nen, Produkte oder Dienst­leis­tun­gen im Netz ausfindig machen möchte, nutzt dazu meist ent­spre­chen­de Anbieter wie Google, Bing oder Yahoo. Im Um­kehr­schluss bedeutet das: Web­in­hal­te, die in den Er­geb­nis­lis­ten dieser Such­ma­schi­nen nicht auf­tau­chen, werden von einem Großteil der In­ter­net­nut­zer schlicht­weg nicht wahr­ge­nom­men. Besonders für in­ter­net­ba­sier­te Ge­schäfts­mo­del­le wie On­line­shops ist es daher von großem Interesse, sich prominent in den Such­ergeb­nis­sen zu po­si­tio­nie­ren und so möglichst viele Sei­ten­be­su­cher zu ge­ne­rie­ren. Op­ti­mie­ren lässt sich die Sicht­bar­keit in der Such­ma­schi­ne durch ver­schie­de­ne Maßnahmen des Such­ma­schi­nen­mar­ke­tings (SEM).

„Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting umfasst alle Maßnahmen zur Gewinnung von qua­li­fi­zier­ten Besuchern über Such­ergeb­nis­sei­ten in Such­ma­schi­nen“.

Als Teil­ge­biet des Online-Mar­ke­tings be­inhal­tet SEM somit sowohl die Plat­zie­rung kos­ten­pflich­ti­ger Wer­be­an­zei­gen in der Such­ma­schi­ne (SEA = Search Engine Ad­ver­ti­sing) als auch alle Schritte der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO = Search Engine Op­ti­miza­ti­on), die auf ein besseres Ranking in den or­ga­ni­schen Such­ergeb­nis­sen abzielen.

Wie funk­tio­niert SEM?

Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting in Form von SEA und SEO gilt heut­zu­ta­ge als der wich­tigs­te Online-Marketing-Kanal. Ein Grund dafür ist, dass SEM eine grund­sätz­lich andere Her­an­ge­hens­wei­se an Wer­be­maß­nah­men er­mög­licht als her­kömm­li­che Online-Marketing-Kanäle. Während Display-Werbung, E-Mail-Marketing oder Social Media Ad­ver­ti­sing ebenso wie Offline-Werbung als ‚Push‘-Stra­te­gien be­schrie­ben werden können, erfolgt SEM als ‚Pull‘-Marketing. Statt wie beim her­kömm­li­chen Marketing ungefragt mit Wer­be­bot­schaf­ten kon­fron­tiert zu werden, durch die ein noch un­be­kann­tes Produkt „gepusht“ werden soll, sucht der Kunde bei Goo­g­le­an­fra­gen wie „Schuhe kaufen“ oder „Le­bens­mit­tel bestellen“ bereits gezielt nach In­for­ma­tio­nen – die Intention, etwas zu kaufen oder eine Dienst­leis­tung zu nutzen, besteht also bereits. Dem­entspre­chend wird ent­spre­chen­de Werbung als nütz­li­cher Hinweis ver­stan­den – anders als bei den anderen Wer­be­for­men. Mar­ke­ting­maß­nah­men in der Such­ma­schi­ne schreibt man daher deutlich geringere Streu­ver­lus­te zu als klas­si­schen Online-Marketing-Kanälen.

Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting via Google, Bing und Co.

In den meisten Ländern wird der Markt für Such­ma­schi­nen von einem einzigen Anbieter dominiert. Bran­chen­füh­rer weltweit ist das ka­li­for­ni­sche Un­ter­neh­men Google, das in Deutsch­land einen Markt­an­teil von weit über 90 Prozent besitzt. Kon­kur­ren­ten wie Yahoo und Bing geraten an­ge­sichts dieser Mo­no­pol­stel­lung an den Rand der Be­deu­tungs­lo­sig­keit. Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting kon­zen­triert sich in Deutsch­land daher in erster Linie auf Maßnahmen, die die Sicht­bar­keit in den Google-Such­ergeb­nis­sen be­ein­flus­sen. Eine größere Relevanz hat das Microsoft-Produkt Bing auf dem ame­ri­ka­ni­schen Markt, wo je nach Quel­len­la­ge 10 bis 30 Prozent der Such­an­fra­gen über diese Such­ma­schi­ne ab­ge­wi­ckelt werden. Einen Son­der­sta­tus nehmen zudem Russland und die Volks­re­pu­blik China ein, in denen sich län­der­spe­zi­fi­sche Such­ma­schi­nen wie Yandex und Baidu als Markt­füh­rer etabliert haben. Im Rest der Welt spielen diese jedoch keine Rolle.

Was ist der Un­ter­schied zwischen SEA und SEO?

Als Teil­ge­bie­te des Such­ma­schi­nen­mar­ke­tings haben Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA) und Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) zwar das ge­mein­sa­me Ziel, mehr Besucher für die zu op­ti­mie­ren­de Webseite zu gewinnen, bedienen sich dabei jedoch grund­sätz­lich un­ter­schied­li­cher Maßnahmen und In­stru­men­te. Während SEA sich auf bezahlte Wer­be­ein­blen­dun­gen kon­zen­triert, die optisch her­vor­ge­ho­ben gemeinsam mit den Sucherge­bis­sen einer Websuche aus­ge­lie­fert werden, rücken SEO-Stra­te­gien ver­schie­de­ne Stell­schrau­ben in den Mit­tel­punkt, mit denen sich das Ranking einer Webseite in der or­ga­ni­schen Websuche op­ti­mie­ren lässt. Im Fokus der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung stehen somit die Such­ergeb­nis­se, die sich nicht direkt durch das Wer­be­bud­get be­ein­flus­sen lassen, sondern auf der Grundlage eines auf Relevanz aus­ge­rich­te­ten Al­go­rith­mus zustande kommen.

Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting durch Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA)

Durch die Dominanz der Google-Such­ma­schi­ne tritt Such­ma­schi­nen­wer­bung für die meisten In­ter­net­nut­zer in Deutsch­land vor allem in Form des Google-Produkts AdWords in Er­schei­nung. Bei vielen Such­be­grif­fen bekommen In­ter­net­nut­zer neben der normalen Such­ergeb­nis­lis­te speziell auf die ver­wen­de­ten Keywords zu­ge­schnit­te­ne Wer­be­ein­blen­dun­gen mit­ge­lie­fert. Diese er­schei­nen optisch als Anzeige her­vor­ge­ho­ben an der rechten Seite des Brow­ser­fens­ters sowie vor und nach den Er­geb­nis­sen der or­ga­ni­schen Suche. Da Un­ter­neh­men viel Geld für diese Art des Mar­ke­tings ausgeben, ist Such­ma­schi­nen­wer­bung die Grund­ein­nah­me­quel­le der meisten Such­ma­schi­nen. Allein Google generiert aus den AdWords-Erlösen mehr als 95 Prozent seiner Umsätze. Für die bloße Dar­stel­lung einer Anzeige in den Such­ergeb­nis­sen erhebt das Un­ter­neh­men jedoch keine Gebühren. Kosten ver­ur­sacht diese Art des Mar­ke­tings erst, wenn ein In­ter­net­nut­zer tat­säch­lich auf die Werbung klickt und somit auf die Webseite des Werbenden gelangt. Die dabei ent­ste­hen­den Kosten sind nicht fest­ge­legt, sondern kommen durch einen Ver­stei­ge­rungs­pro­zess zustande. Ob und wie präsent eine Anzeige in der Websuche erscheint, bemisst sich jedoch nicht allein anhand der Höhe des Gebots des Wer­be­kun­den. Um Nutzern auch bei Wer­be­ein­blen­dun­gen möglichst relevante Er­geb­nis­se zu liefern, wird die Rei­hen­fol­ge der Anzeigen zudem durch den so­ge­nann­ten Qua­li­tyscore bestimmt.

Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting durch Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO)

Möchten Web­sei­ten­be­sit­zer nicht nur als Wer­be­kun­de in der Such­ma­schi­ne präsent sein, sondern auch in der or­ga­ni­schen Suche einen guten Platz ergattern, sind deutlich um­fas­sen­de­re Maßnahmen zu treffen als bei der Such­ma­schi­nen­wer­bung. Diese werden unter dem Begriff Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung (SEO) zu­sam­men­ge­fasst. Dabei un­ter­schei­det man zwischen der Onpage-Op­ti­mie­rung, bei der die eigene Webseite so gestaltet wird, dass sie von Such­ma­schi­nen gut gelesen werden kann, und der Offpage-Op­ti­mie­rung, die vor allem die Methoden des Link­mar­ke­tings nutzt.

  • Maßnahmen des Onpage-SEO: Op­ti­mie­rung des Web­sei­ten­in­halts (Content) in Bezug auf In­for­ma­ti­ons­qua­li­tät, Keyword-Op­ti­mie­rung und Dar­stel­lung sowie die tech­ni­sche Anpassung an eine such­ma­schi­nen­freund­li­che Sei­ten­struk­tur inklusive Header, HTML-Tags und interne Ver­lin­kung
     
  • Maßnahmen des Offpage-SEO: Op­ti­mie­rung der ein­ge­hen­den Links einer Webseite unter quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Ge­sichts­punk­ten im Sinne eines such­ma­schi­nen­op­ti­mier­ten Backlink-Profils sowie die Förderung der Präsenz in sozialen Netz­wer­ken durch so­ge­nann­te Social Signals
Tipp

Im White­pa­per „Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung für mehr Web Traffic“ finden Sie nützliche SEO- Tipps und Tricks von Experten sowie Strategie- und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Ihre Webseite.

Wie nach­hal­tig ist Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting?

Im Vergleich zu anderen Online-Marketing-Kanälen wird der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ein großer Vorteil bezüglich der Nach­hal­tig­keit zu­ge­schrie­ben. Während Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting via An­zei­gen­wer­bung nur so lange einen Nutzen bringt, wie Wer­be­trei­ben­de Budget für die Ein­blen­dun­gen zur Verfügung stellen, gewinnen SEO-Op­ti­mie­run­gen im On- und Offpage-Bereich noch lange nach der ei­gent­li­chen In­ves­ti­ti­on Neukunden für eine Webseite. Hat sich eine Seite infolge einer SEO-Op­ti­mie­rung gut in der or­ga­ni­schen Suche po­si­tio­niert, sorgt dies noch Jahre später für einen stabilen Be­su­cher­strom. Über die Marketing-Kanäle SEA oder Display-Werbung lassen sich Sei­ten­be­su­che hingegen nur so lange ge­ne­rie­ren, wie Wer­be­an­zei­gen ge­schal­tet werden.

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