„Lass uns mal Content-Marketing machen“, hört man immer mal wieder in zahl­rei­chen Marketing-Ab­tei­lun­gen. Doch ebenso mal „Content-Marketing machen“, das funk­tio­niert nicht. Wer mit auf der Er­folgs­wel­le der guten Inhalte schwimmen möchte, geht stra­te­gisch vor, plant genau und baut sich Artikel für Artikel eine Re­pu­ta­ti­on auf, mit der man auch den an­spruchs­vol­len Nutzer überzeugt. Denn nur weil ein Un­ter­neh­men be­schlos­sen hat, nun einen Blog zu betreiben oder Video-Tutorials zu pro­du­zie­ren, führt das noch lange nicht zu ef­fek­ti­vem Content-Marketing. Das Zau­ber­wort lautet Content-Promotion.

Re­cher­chie­ren, pro­du­zie­ren, pu­bli­zie­ren

Sehr viel Arbeit beim Content-Marketing – mehr noch als in die Strategie-Planung – muss in die Recherche, Pro­duk­ti­on und die Ver­öf­fent­li­chung der Inhalte in­ves­tiert werden. Doch streng­ge­nom­men geht die ei­gent­li­che Arbeit erst dann richtig los, nachdem man einen Artikel oder ein Video pu­bli­ziert hat.

Wer auf „Ver­öf­fent­li­chen“ klickt und sich danach gemütlich zu­rück­lehnt, merkt schnell: Da tut sich nichts. Denn Content-Promotion bzw. Content-Marketing-Seeding sind es­sen­zi­ell, um mit seinen Inhalten tat­säch­lich po­ten­zi­el­le Kunden zu erreichen. Fast jedes Un­ter­neh­men setzt heute auf Content-Marketing, Erfolgt hat jedoch nur, wer sich von der Kon­kur­renz absetzt und seine Inhalte aktiv ins Be­wusst­sein der Nutzer rückt. Nur weil man hoch­wer­ti­gen Content mit Mehrwert pro­du­ziert, kommen die Leser nicht von alleine – ef­fek­ti­ves und er­folg­rei­ches Content-Marketing braucht die richtige Content-Marketing-Promotion.

Vor der Promotion sollte man natürlich seine konkreten Ziele de­fi­nie­ren. Der Erfolg einer Content-Marketing-Kampagne ist immer davon abhängig, welche Ziele man sich vorab setzt – will man seine Reich­wei­te ver­grö­ßern, die Mar­ken­be­kannt­heit steigern oder bilden vielmehr qua­li­fi­zier­te Leads, News­let­ter-Abon­nen­ten oder mehr Follower in den Social-Networks die we­sent­li­chen Ziele? Nur wer seine Ziele definiert, dem ist später auch eine rea­lis­ti­sche Er­folgs­mes­sung möglich.

Wie funk­tio­niert Content-Promotion?

Content-Promotion erfolgt generell über Paid und Owned Media. Bei der Ver­brei­tung über Paid Media steht die Bewerbung re­dak­tio­nel­ler Inhalte gegen Geld im Mit­tel­punkt. Bei der Promotion über Owned Media erfolgt die Ver­öf­fent­li­chung von Inhalten über die eigene Kanäle und Platt­for­men. Zu den eigenen Me­di­en­ka­nä­len gehören in der Regel Blog, News­let­ter und ver­schie­de­nen Social-Media-Kanäle.

Neben Paid und Owned Media gibt es noch eine dritte Me­di­en­gat­tung: So­ge­nann­te Earned Media. Die Nutzung von Earned Media ist Aufgabe des so­ge­nann­ten Content-Outreach. Beim Out­rea­ching versucht man, re­dak­tio­nel­le Inhalte un­ent­gelt­lich auf Dritt-Seiten un­ter­zu­brin­gen: in Form von Gast­ar­ti­keln, In­ter­views oder anderer re­dak­tio­nel­ler Be­richt­erstat­tung.

Es gibt auch Misch­for­men – zu den be­kann­tes­ten gehört die Kom­bi­na­ti­on aus Earned und Paid Media. Das Native Ad­ver­ti­sing und Ad­ver­to­ri­als zählen zu dieser Gattung.

Im Bereich des Content-Mar­ke­tings spricht man nicht länger von der klas­si­schen Un­ter­tei­lung von Owned, Earned und Paid Media, sondern immer öfter von Owned, Earned und Paid Content.

Owned Content Ver­öf­fent­li­chung über eigene Website, Blog, News­let­ter, Social-Media-Kanäle, Podacast
  • Volle Kontrolle über Inhalte und Qualität
  • Geringer Einfluss auf Reich­wei­te
  • Ten­den­zi­ell geringere Akzeptanz und Glaub­wür­dig­keit bei der Ziel­grup­pe
Earned Content Pu­bli­ka­tio­nen in Zeitungen, Magazinen, Blogs
  • wenig Einfluss auf Be­richt­erstat­tung und Inhalte
  • größere Reich­wei­te
  • Hohe Glaub­wür­dig­keit und Akzeptanz bei der Ziel­grup­pe
Paid Content Ver­brei­tung der Inhalte über Online-Werbung, Anzeigen und Banner
  • Volle Kontrolle über Reich­wei­te
  • Genaues Ziel­grup­pen-Targeting möglich
  • weniger Akzeptanz und Glaub­wür­dig­keit
Earned + Paid Content = Native Ad­ver­ti­sing bezahlte Pu­bli­ka­tio­nen in Online-Medien, Ver­mi­schung von re­dak­tio­nel­len Inhalten und Werbung, i.d.R. ge­kenn­zeich­net
  • Steigert Akzeptanz von Paid Media
  • Keine volle Kontrolle über in­halt­li­che Ge­stal­tung

Warum man Paid-Content-Promotion braucht

Die eigenen Kanäle sind natürlich der sinnvolle Start in die Content-Promotion. Doch über Owned Media alleine lässt sich meist keine relevante Reich­wei­te erzielen. Über Social-Media-Kanäle oder den News­let­ter-Verteiler erreicht man außerdem nur Menschen, die bereits Kontakt zum Un­ter­neh­men hatten. Wer außerhalb der eigenen Kreise po­ten­zi­el­le Neukunden erreichen will, sollte auf Content-Promotion über Paid Media setzen. Das Problem mit der Content-Promotion über Earned Media ist, das man meist wenig Einfluss auf die Be­richt­erstat­tung hat. Natürlich genießen Earned-Media-Beiträge eine große Akzeptanz und Glaub­wür­dig­keit – davon pro­fi­tiert man als Un­ter­neh­men aber nur, wenn diese Beiträge auch positiv sind. Und darauf hat man wiederum nur ge­ring­fü­gig Einfluss. Outreach-Be­mü­hun­gen zeichnen sich durch eine gewisse Un­vor­her­seh­bar­keit und oft fehlende Ska­lier­bar­keit aus. Paid Content hat hingegen den Vorteil, dass Tools und Platt­for­men eine Kal­ku­la­ti­on er­mög­li­chen. Budget und Ziel­grup­pen-Targeting sind ein­stell­bar und anpassbar. Neben den oben erwähnten gekauften Ad­ver­to­ri­als, die dem Native Ad­ver­ti­sing zu­zu­ord­nen sind, gibt es eine Vielzahl an Platt­for­men und Tools, die sich für die Ver­brei­tung von Paid Content eignen. Wir stellen die Paid-Content-Promotion via Facebook, über Google-Angebote und über spezielle Platt­for­men kurz vor.

Content-Promotion mit Facebook

Die Facebook-Fanpage ist für viele Un­ter­neh­men ein wichtiges Kom­mu­ni­ka­ti­ons-In­stru­ment und zählt im Grund zum Bereich Owned Media. Doch abseits der eigenen Fanpage, über die man z. B. Blog­ar­ti­kel und News mit der Fan­ge­mein­de teilt, bietet Facebook die Mög­lich­kei­ten der bezahlten Content-Promotion: die Facebook-Ads. An­ge­sichts der riesigen Reich­wei­te, die man über die Social-Media-Plattform alleine in Deutsch­land erreicht, lohnt sich die In­ves­ti­ti­on. Der Nutzer findet die Facebook-Ads sowohl in der rechten Spalte, als auch direkt im News-Stream. Für die Content-Marketing-Promotion empfiehlt es sich, auf Sponsored Ads im News-Stream zu setzen und dort seine Beiträge zu bewerben. Die Anzeigen am rechten Rand genießen in der Regel weniger Akzeptanz beim Nutzer – er nimmt sie als klas­si­sche Wer­be­an­zei­ge wahr und ignoriert sie. Über den Wer­be­an­zei­gen-Manager bietet Facebook Wer­be­trei­ben­den ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten des Ziel­grup­pen-Tar­ge­tings nach Standort, de­mo­gra­fi­schen Daten, In­ter­es­sen oder Ver­bin­dun­gen. Wie genau man eine Facebook-Anzeige erstellt, haben wir bereits hier aus­führ­lich für Sie erklärt.

Promotion über spezielle Platt­for­men und Services

Jeder hat die kleinen Anzeigen am Ende von News-Artikeln oder am rechten Rand neben re­dak­tio­nel­len Inhalten schon gesehen. Dort finden sich Le­se­emp­feh­lun­gen und Artikel, die uns laut Über­schrift ebenfalls in­ter­es­sie­ren könnten. Dahinter stecken spezielle Platt­for­men, die sich auf die Paid-Content-Promotion bzw. das Content-Marketing-Seeding spe­zia­li­siert haben.

Die Content-Pro­mo­tio­nen-Platt­for­men gehen in der Regel Ko­ope­ra­tio­nen mit den ganz großen Pu­blishern ein. Solche „Premium-An­zei­gen­plät­ze“ ver­schaf­fen ihnen einen großen Vorteil auf dem Markt. Während Display-Netzwerke vor allem Wer­be­in­ven­tar auf kleineren bzw. wenig bekannten Seiten anbieten, findet man in den Port­fo­li­os der Promotion-Platt­for­men reich­wei­ten­star­ke Seiten wie spiegel.de, Brigitte.de oder stern.de. Zu den in Deutsch­land be­kann­tes­ten gehören die Platt­for­men plista, Outbrain und Ligatus.

plista

Das Angebot von plista enthält ver­schie­de­ne Wer­be­for­ma­te. Für die Content-Marketing-Promotion relevant sind vor alle die so­ge­nann­ten Re­com­men­da­ti­on-Formate. Das sind Text-Bild-Emp­feh­lungs-Anzeigen und Content-Emp­feh­lun­gen im re­dak­tio­nel­len Umfeld, die auch mit Video- und Audio-Ads kom­bi­nier­bar sind. Außerdem gibt es so­ge­nann­te Indeed-Formate, bei denen plista die Text- und Video-Anzeigen direkt in die Feeds der Publisher-Seiten einbindet. Auch in­ter­ak­ti­ve Spe­zi­al­for­ma­te und Mobile-Formate sind über den Anbieter buchbar. Mehr dazu auf der Website von plista. Die Al­go­rith­men von plista er­mög­li­chen u. a. Be­ha­vi­oral-, Semantic- und Geo-Targeting. Die Ab­rech­nung erfolgt auf CPC-Basis (Cost-per-Click).

Outbrain

Bei Outbrain erfolgt die Content-Promotion über die Dis­tri­bu­ti­ons-Plattform „Outbrain Amplify“. Es gibt al­ler­dings spezielle Richt­li­ni­en für den pu­bli­zier­ten Content, dabei geht es laut eigenen Aussagen um „Un­ter­hal­tungs- oder In­for­ma­ti­ons­wert“ – mehr dazu in den of­fi­zi­el­len Richt­li­ni­en. Zu den be­kann­tes­ten Publisher-Seiten, die mit Outbrain zu­sam­men­ar­bei­ten, zählen die Bild, Focus Online und das Han­dels­blatt. Die Ab­rech­nung erfolgt auch hier nach Clicks.

Ligatus

Über Ligatus ver­wirk­li­chen Ad­ver­ti­ser so­ge­nann­te Direct-Response- und Content-Promotion-Kampagnen, wobei natürlich letztere relevant für die Content-Promotion sind. Die Lösungen sind auf allen End­ge­rä­ten verfügbar, das Targeting erfolgt nach ver­schie­de­nen Channels, die un­ter­schied­li­chen Ziel­grup­pen zu­ge­ord­net sind. Re­tar­ge­ting, Geo- und Uhrzeiten-Targeting sind ebenfalls eine Option. Je nach Kampagnen-Typ erfolgt die Ab­rech­nung nach CPS, CPL oder CPI.

Content-Marketing-Promotion über Google-Tools

Auch ver­schie­de­ne Google-Tools bieten sich für die Paid-Content-Promotion an, z. B. Google AdWords und Werbung im Google Display-Netzwerk (GDN). Anzeigen in der Google-Suche müsste man im Rahmen der Content-Promotion auf in­for­ma­tio­na­le Keywords buchen – laut Studien sind die Klick­ra­ten bei solchen Keywords al­ler­dings eher gering. Text­an­zei­gen im Google-Display-Netzwerk sind hingegen er­folg­ver­spre­chen­der. Das GDN erlaubt Targeting nach Thema, In­ter­es­sen, Kontexten und weiteren Kriterien; außerdem stellt das Tool viele Mög­lich­kei­ten zur Op­ti­mie­rung von Kampagnen zur Verfügung, die bei anderen Anbietern eher spärlich ausfallen. Auf t3n hat Online-Marketer und Con­sul­tant Olaf Kopp die vor­ge­stell­ten Content-Promotion-Tools ge­gen­über­ge­stellt, den voll­stän­di­gen Test finden Sie hier.

Fazit

Wir halten fest: Wer Content-Marketing er­folg­reich betreiben will, muss mehr als nur hoch­wer­ti­gen Content erstellen. Man muss auch wissen, wie man den Content an den Leser bringt, wie man die passenden Kanäle pusht und die richtigen Kreise erreicht. Und dafür lohnt es sich außer auf Owned und Earned Media auch auf bezahlte Inhalte zu setzen. Bei der Ver­mark­tung von Content geht man im Grunde genauso vor, wie man es bei einem Produkt oder einer Dienst­leis­tung auch tun würde – man wirbt für sie – und das ist Kern­ge­dan­ke der bezahlten Content-Promotion.

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