Wer sich einmal auf der Social-Sharing-Plattform Instagram verloren hat, kommt so schnell nicht wieder davon los: Ob von großen Marken, welt­be­kann­ten Stars oder privaten Nutzer, die sich dank einer treuen Fan­ge­mein­de zu re­le­van­ten In­fluen­cern ent­wi­ckelt haben, täglich werden über 95 Millionen neue Fotos und Videos hoch­ge­la­den – es gibt also einiges zu sehen.

Kaum ein soziales Netzwerk strotzt so sehr vor Krea­ti­vi­tät und In­no­va­ti­on und gibt Un­ter­neh­men gleich­zei­tig die Chance, ihre Marken und Produkte in einem dafür so offenen Umfeld zu plat­zie­ren. Doch ganz einfach ist es nun auch wieder nicht: Erfolg oder Miss­erfolg, das un­ter­liegt auf Instagram ganz eigenen Regeln.

Was Sie bei der Planung einer Instagram-Kampagne beachten müssen, wie guter Content aussieht, wie Sie mit Hashtags, Instagram Stories und der Community umgehen und natürlich wie Sie Instagram in Ihre Marketing-Planung in­te­grie­ren, lesen Sie in Teil 2 unseres Instagram-Ratgeber für Un­ter­neh­men.

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Die Basis: Instagram-Business

Seit Sommer 2016 steht Un­ter­neh­men ein spe­zi­el­ler Instagram-Business-Account zur Verfügung. Bis dahin un­ter­schie­den sich die Un­ter­neh­mens­pro­fi­le kaum von den privaten. Neben aus­führ­li­che­ren Pro­fil­in­for­ma­tio­nen, einem CTA-Button mit drei Kon­takt­mög­lich­kei­ten (E-Mail, Telefon, Rou­ten­pla­ner) und einer Kategorie-Auswahl bietet vor allem die neue Statistik-Funktion einen wahren Mehrwert für Marketer und Un­ter­neh­men. Durch die neuen Analytics-Features ist es möglich, auch ohne externen Anbieter mehr über die eigenen Follower auf Instagram zu erfahren und die Per­for­mance einzelner Posts besser zu be­ur­tei­len.

Wie Sie Ihr Standard-Profil in einen Instagram-Business-Account umwandeln, haben wir im ersten Teil "Instagram für Un­ter­neh­men" unseres Instagram-Ratgebers aus­führ­lich be­schrie­ben. Ist der Account auf­ge­setzt, geht es an die stra­te­gi­sche Instagram-Planung und die Ziel­set­zung

Für welche Branchen eignet sich Instagram?

Mit der richtigen Strategie können sich Un­ter­neh­men aus wirklich jeder Branche auf Instagram durch­set­zen – vom großen Modelabel bis zum kleinen Kiez-Café prä­sen­tiert sich heute fast jeder auf der Foto-Plattform, nahezu jede Branche ist vertreten. Besonders intensiv nutzt wie erwartet die Beauty-, Mode- und Schmuck-Branche das Netzwerk. Diese Branchen waren die Vorreiter auf Instagram und haben die Po­ten­zia­le des Kanals als erstes für sich entdeckt. Doch über­trof­fen werden sie von einer anderen: der Au­to­mo­bil­bran­che. Nahezu jedes namhafte Au­to­mo­bil­un­ter­neh­men nutzt Instagram, um Fans und Follower auf dem Laufenden zu halten. Vor allem finden Nutzer aber natürlich hoch­wer­ti­ge Fotos der Fahrzeuge.

Instagram im Marketing-Mix

Die Liste der im Marketing re­le­van­ten Social-Media-Platt­for­men ist lang. Bei den sozialen Bild­netz­wer­ken gibt es neben Instagram noch Pinterest, Snapchat und Flickr, und auch bei Facebook stehen Bilder und Videos immer mehr im Mit­tel­punkt.

Der wich­tigs­te Un­ter­schied zwischen Instagram und anderen Social-Media-Kanälen wie Facebook ist die Tatsache, dass man bei or­ga­ni­schen Beiträgen auf Instagram ver­geb­lich nach Links sucht. Während Facebook-Beiträge oder Tweets auf Twitter fast immer mit einem Link auf den eigenen Blog, eine Landing­pa­ge oder den Shop verknüpft sind, findet man auf Instagram tat­säch­lich nur Fotos und Videos ohne ent­spre­chen­den Link zu einer Zielseite. Das heißt für Instagram-Marketing und -Per­for­mance: Über dieses Netzwerk lässt sich kein un­mit­tel­ba­rer Traffic für die eigene Website ge­ne­rie­ren. Beim Instagram-Marketing stehen andere KPIs (Key Per­for­mance In­di­ca­tors) im Vor­der­grund.

Branding statt Traffic

Instagram ist kein Kanal des klas­si­schen Per­for­mance-Mar­ke­tings. Vorrangig geht es um Image und Mar­ken­be­kannt­heit. Natürlich un­ter­stützt man dabei indirekt Ver­triebs­zie­le. Diese Effekte sind al­ler­dings kaum bzw. gar nicht messbar. Da man über den or­ga­ni­schen Instagram-Stream keinen un­mit­tel­ba­ren Traffic generiert, lassen sich auch keine eindeutig rück­führ­ba­ren Con­ver­si­ons fest­stel­len.

Vielmehr ist Instagram als digitaler Branding-Kanal zu verstehen. Es geht nicht um Klicks, sondern um Wahr­neh­mung bei der Ziel­grup­pe. Klas­si­sche Buzzwords in diesem Zu­sam­men­hang sind:

  • Visual Sto­rytel­ling
  • Visual Corporate Sto­rytel­ling
  • Branded Sto­rytel­ling

Einfacher aus­ge­drückt: Wer auf Instagram aktiv ist, will die Mar­ken­be­kannt­heit steigern, sein for­cier­tes Image stützen und die Pro­dukt­kom­mu­ni­ka­ti­on vor­an­trei­ben. Es geht darum, Auf­merk­sam­keit für Un­ter­neh­men und Produkt(e) zu ge­ne­rie­ren. Im Mit­tel­punkt stehen KPIs wie:

  • Follower
  • Reich­wei­te
  • In­ter­ak­ti­ons­ra­te
  • Häu­fig­keit der Nutzung von Kampagnen-Hashtags

Oft nutzt man Instagram deshalb als Ver­län­ge­rung von großen Branding-Kampagnen. Eine Ausnahme stellen die neu ein­ge­führ­ten Instagram Ads dar, mit denen sich der letzte Teil "Instagram Ads" unseres Instagram-Ratgebers be­schäf­tigt.

Nutzer-En­ga­ge­ment ist enorm

Das „Teilen“ von Bildern ist auf Instagram nur bedingt möglich. Eine gewisse Ei­gen­dy­na­mik, die sich in klas­si­schen Social Networks oft ent­wi­ckelt, ist bei Instagram deshalb weniger zu finden. Auf Facebook kommt es z. B. häufig vor, dass ein Nutzer einen Beitrag teilt, seine Freunde diesen wiederum teilen – und so innerhalb kürzester Zeit die Reich­wei­te eines einzelnen Beitrags po­ten­ziert wird, ganz ohne aktives Zutun des Un­ter­neh­mens. Durch die fehlende Sharing-Funktion findet man solche Phänomene auf Instagram weniger.

Dennoch birgt Instagram einen sehr großen Vorteil gegenüber anderen Kanälen: Die En­ga­ge­ment-Rate ist im Vergleich mit Facebook oder Twitter enorm hoch. Nutzer in­ter­agie­ren we­sent­lich häufiger mit Beiträgen auf Instagram als auf anderen Platt­for­men. Sie liken und kom­men­tie­ren, vor allem bei Profilen von großen Marken, was das Zeug hält. Laut einer Studie von Forrester ist das Nutzer-En­ga­ge­ment auf Instagram-Seiten großer Marken im Schnitt 58 Mal höher als auf Facebook und 120 Mal höher als auf Twitter. Statt Beiträge zu teilen, ist es bei Instagram gängige Praxis, Freunde in Kom­men­ta­ren unter Fotos zu markieren, also deren Namen zu verlinken, um sie auf in­ter­es­san­te Videos und Fotos auf­merk­sam zu machen. Über zwei Drittel aller Kom­men­ta­re sind Mar­kie­run­gen von anderen Instagram-Nutzern.

Aufbau von Reich­wei­te auf Instagram

Über 9 Millionen Nutzer in Deutsch­land (Tendenz rasant steigend), großes Reich­wei­ten­po­ten­zi­al, hohes User-En­ga­ge­ment – das sind starke Argumente für Instagram. Um davon zu pro­fi­tie­ren, muss ein Un­ter­neh­men jedoch zunächst Reich­wei­te aufbauen. Wie generiert man als Un­ter­neh­men Follower? Die Ver­lo­ckung ist groß, den einfachen, schnellen, aber nicht besonders nach­hal­ti­gen Weg zu nehmen. Denn wie zu Zeiten, als sich Facebook als Mar­ke­ting­ka­nal eta­blier­te, gibt es bei Instagram zahl­rei­che zwei­fel­haf­te Angebote. Kurzum: Man kauft sich Follower. Das steigert zwar kurz­fris­tig die Follower-Zahlen und die Reich­wei­te, trägt lang­fris­tig jedoch kaum zu den Un­ter­neh­mens­zie­len bei. Selten erhält man durch den Follower-Kauf oder ähnliche Praktiken wirklich aktive Ge­folgs­leu­te, die Beiträge kom­men­tie­ren, liken und Freunden wei­ter­emp­feh­len. Es ist deshalb in jedem Fall besser, Instagram-Follower auf na­tür­li­chem Wege zu gewinnen. Das dauert in der Regel zwar länger und erfordert mehr Aufwand, ist jedoch viel nach­hal­ti­ger. In unserem Ratgeber „Instagram-Follower bekommen“ haben wir die besten Tipps zu­sam­men­ge­fasst, mit denen Sie dem Follower-Zuwachs auf die Sprünge helfen und Instagram zur wir­kungs­vol­len Wer­be­platt­form machen – ohne für Likes zu bezahlen. Unter den Top 10 der be­lieb­tes­ten Instagram-Accounts mit den meisten Followern finden sich übrigens aus­schließ­lich Pro­mi­nen­te und Sportler. Platz 1 mit über 100 Millionen Fans ist derzeit die Sängerin und Schau­spie­le­rin Selena Gomez. Das erste Un­ter­neh­men in der Liste ist der Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler Nike auf Platz 13 mit aktuell über 64 Millionen Followern. In Deutsch­land ist das stärkste Un­ter­neh­mens­pro­fil das der Dro­ge­rie­markt-Kette dm mit 923.000 Followern.

Instagram Content-Strategie

Wer seine Marke auf Instagram aufbauen und seine ge­wünsch­te Ziel­grup­pe passend an­spre­chen will, braucht die richtige Content-Strategie. Die Ansprache der Ziel­grup­pe und die Tonalität aller Marketing-Maßnahmen sind in der Regel fest in den Richt­li­ni­en der eigenen Un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on verankert. Ihre Content-Strategie sollte sich im gesamten Social-Media-Marketing-Plan wi­der­spie­geln. Ganz wichtig im Fall von Instagram: Man muss die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zie­le der Marke mit den In­ter­es­sen und Vorlieben der Instagram-Nutzer zu­sam­men­brin­gen. Einen Leitfaden für das perfekte Bild gibt es nicht – für die visuelle Identität des Un­ter­neh­mens­pro­fils kann man hingegen einen festlegen.

Wie­der­ken­nungs­wert schaffen

Bei Instagram dreht sich alles um die Optik. Der Auftritt eines Un­ter­neh­mens oder einer Marke sollte in­di­vi­du­ell, dabei aber ein­heit­lich sein. Ein großer Wie­der­erken­nungs­wert ist wichtig. Um den richtigen Look für das Un­ter­neh­mens­pro­fil zu finden, hilft es, sich auf einen oder wenige Filter zu be­schrän­ken oder ein Attribut in allen Bildern fort­zu­set­zen. So entsteht ein un­ver­wech­sel­ba­rer Stil, den Nutzer schnell mit der Marke as­so­zi­ie­ren können – ein wert­vol­ler Effekt für er­folg­rei­ches Branding.

Instagram Content-Planung

Teil der Content-Strategie sind auch ganz prak­ti­sche Dinge wie:

  • Häu­fig­keit der Posts
  • Zeitpunkt für neue Ver­öf­fent­li­chun­gen
  • Auswahl der Motive und Themen
  • Er­stel­lung eines ent­spre­chen­den Content-Kalenders

Un­ter­neh­men sollten re­gel­mä­ßig neue Inhalte posten, ohne die Follower al­ler­dings mit einer Bil­der­flut zu über­schwem­men. Im Schnitt ver­öf­fent­li­chen Marken drei Posts am Tag. Der Zeitpunkt ist wie bei anderen Social Networks ganz von der Ziel­grup­pe abhängig. Für Frequenz und Zeitpunkt gibt es im Grunde keinen Leitfaden. Jedes Un­ter­neh­men muss in­di­vi­du­ell testen und her­aus­fin­den, was für den eigenen Kanal am besten funk­tio­niert. Die neuen Analytics-Funk­tio­nen helfen dabei, indem sie Un­ter­neh­men aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen zur Fol­lo­wer­schaft bieten. Die Er­geb­nis­se sollte man in einer Art Re­dak­ti­ons­plan oder Content-Kalender fest­hal­ten. Dort kann man nicht nur Zeitpunkt und ver­öf­fent­li­che Inhalte, sondern auch alle Ver­ant­wort­lich­kei­ten bestimmen.

Wie sieht ein guter Post auf Instagram aus?

Qualität und Ak­tua­li­tät sind zentrale Faktoren, sowohl bei Fotos, Videos als auch Instagram Stories (mehr dazu weiter unten). Doch auch Spaß, Krea­ti­vi­tät, Au­then­ti­zi­tät, In­no­va­ti­on und eine moderne und auf­fäl­li­ge Bild­spra­che sind wichtige Elemente für gute Inhalte auf Instagram.

Ein Beispiel: In einer Branche wie dem Tourismus ist hoch­wer­ti­ger Bild-Content in Masse vorhanden. Doch Hochglanz-Fotos von Traum­strän­den müssen kein Garant für den Instagram-Erfolg sein – die Kon­kur­renz zu diesem Thema ist schließ­lich enorm hoch. Ein sehr er­folg­rei­cher Instagram-Un­ter­neh­mens-Account zum Thema Reise ist der des zweit­größ­ten deutschen Rei­se­an­bie­ters Thomas Cook. Hier setzt man auf nut­zer­ge­ne­rier­te Inhalte und arbeitet viel mit Foto-Contests. Unter dem Hashtag #tho­ma­s­cook können Nutzer ihre besten Ur­laubs­fo­tos taggen und mit etwas Glück auf dem mit über 22.000 Followern sehr starken Account gezeigt werden. Über 60.000 solcher Beiträge findet man aktuell auf Instagram.

Das Produkt im Mit­tel­punkt

Während Pro­dukt­fo­tos auf anderen Kanälen als No-Go gelten, ge­ne­rie­ren bei Instagram kreativ um­ge­setz­te Bild­kom­po­si­tio­nen mit Produkten einer Marke viele In­ter­ak­tio­nen. Die En­ga­ge­ment-Rate bei Pro­dukt­fo­tos ist sogar höher als bei Fotos zum Thema Lifestyle oder bei Schnapp­schüs­sen von In­fluen­cern und Pro­mi­nen­ten. Ge­winn­spie­le und Verkaufs-Postings hingegen schneiden eher schlecht ab. Kreativ in Szene gesetzte visuelle Inhalte sind die zentrale Kom­po­nen­te des Instagram-Erfolgs. Als Ge­winn­spiel-Kanal, wie manche Marketer z. B. Facebook zeitweise exzessiv genutzt haben, eignet sich die Plattform eher weniger. Zu den er­folg­reichs­ten deutschen Instagram-Un­ter­neh­mens-Accounts gehört einer, der quasi nur mit Pro­dukt­fo­tos gefüllt wird: der Account des Dro­ge­rie­markts dm. Mit aktuell 923.000 Followern verfügt der Kanal bereits über eine enorme Reich­wei­te und verbucht weiterhin täglich wachsende Follower-Zahlen. Durch­schnitt­lich ver­öf­fent­licht dm einmal täglich einen neuen Post. Darunter findet man nicht nur kreativ in­sze­nier­te Pro­dukt­bil­der, sondern auch kurze Video-Tutorials. Neben kreativen Ideen und hohen visuellen Standards sieht man bei dm auch gut, wie man seinen Mar­ken­auf­tritt durch eine ein­heit­li­che Bild­spra­che und einen wie­der­erkenn­ba­ren Stil prägt.

Die richtige Auf­be­rei­tung

Idee und Umsetzung eines Fotos sind dafür aus­schlag­ge­bend, ob es bei den Nutzern gut ankommt und viele Kom­men­ta­re und Likes erzielt. Doch ist das beste Foto auf Instagram nutzlos, wenn es nicht richtig auf­be­rei­tet wird. Bild­un­ter­schrif­ten, Hashtags, Orts­an­ga­ben und Emojis sind wichtige Parameter, die be­ein­flus­sen, wie ein Bild wahr­ge­nom­men wird – und ob es überhaupt gefunden wird. Ein gutes Bild ist Pflicht bei Instagram; es richtig zu betiteln, mit den richtigen Hashtags zu versehen und in der Bild­un­ter­schrift die ideale Kun­den­spra­che zu wählen, ist die Kür. Un­ter­neh­men sollten versuchen, jeden Post auf Instagram als eigene Kampagne zu verstehen, bei der jede Kom­po­nen­te stimmen muss.

Am folgenden Beispiel sieht man, wie der Online-Mo­de­händ­ler Zalando die Bild­un­ter­schrift mit Tags zu ver­schie­de­nen Marken und dem Kampagnen-Hashtag #Ste­pIn­to­MAR­NI umsetzt.

Mehr Hashtags und dazu noch Emojis findet man bei Haribo Deutsch­land. Der Süß­wa­ren­her­stel­ler fordert seine Follower in der Bild­un­ter­schrift direkt zum Kom­men­tie­ren auf.

Der Instagram-Account der Deutschen Bahn spricht hingegen eine ganz andere Ziel­grup­pe an. Das merkt man auch in der Auf­be­rei­tung der Posts: Die Deutsche Bahn setzt auf viel Text und will ihren Followern viele In­for­ma­tio­nen zu den Bildern bieten. Die Like-Zahlen zeigen, dass das für ihre Ziel­grup­pe bestens funk­tio­niert.

Hashtags richtig einsetzen

Neben dem Aufbau einer Fol­lo­wer­schaft ist auch der Einsatz re­le­van­ter Hashtags auf Instagram er­folgs­för­dernd. Bekannt wurde der Begriff „Hashtag“ im Zu­sam­men­hang mit dem Micro-Blogging-Dienst Twitter. Ein Hashtag ist ein Wort oder eine Phrase, die mittels einer Raute (#) „getaggt“ werden. So macht man Beiträge für die Schlüs­sel­wort-Suche verfügbar. Auch auf Instagram dienen Hashtags als The­men­fil­ter und machen es möglich, in der Flut der Instagram-Posts gefunden zu werden. Was für Un­ter­neh­men wichtig ist: Der Einsatz der richtigen Instagram-Hashtags sorgt für eine höhere Reich­wei­te und mehr User-En­ga­ge­ment. Das funk­tio­niert vor allem, weil Nutzer gezielt nach Hashtags filtern bzw. diese in anderen Beiträgen anklicken. Über die Such­funk­ti­on können Nutzer nämlich nicht nur nach Personen und Orten, sondern auch gezielt nach Hashtags suchen.

Hashtags sind auf Instagram un­glaub­lich beliebt, bis zu 30 davon können Nutzer ihren Beiträgen anhängen. Ihre Anzahl ist al­ler­dings nicht wirklich relevant, umso wichtiger ist aber der the­ma­ti­sche Bezug. Auch Un­ter­neh­men sollten Hashtags nutzen und gezielt für ihr Image und die ent­spre­chen­den Kampagnen einsetzen. Ver­wen­dung findet dabei nicht nur der Mar­ken­na­me. Un­ter­neh­men können mit spe­zi­el­len Kampagnen-Hashtags arbeiten und Nutzer dazu animieren, Fotos unter diesem Hashtags zu posten. Große Namen wie Nike zeigen, wie man den eigenen Slogan er­folg­reich zum Lifestyle-Motto und beliebten Hashtag auf Instagram macht. Unter dem of­fi­zi­el­len Hashtag #justdoit findet man mitt­ler­wei­le über 9 Millionen Bilder von fit­ness­be­geis­ter­ten Instagram-Nutzern. Der Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler selbst hat den Slogan in seiner Kurz­bio­gra­fie stehen und verwendet das Hashtag unter seinen Videos und Bildern.

Das Beispiel oben zeigt, dass #justdoit das einzige ver­wen­de­te Hashtag unter dem Bild von Nike ist. Als Weltmarke verfolgt Nike eine mi­ni­ma­lis­ti­sche Hashtag-Strategie und wird trotzdem von Millionen von Leuten wahr­ge­nom­men. Wenn man seine Instagram-Un­ter­neh­mens-Präsenz jedoch erst aufbaut und seine Fol­lo­wer­schaft ver­grö­ßern will, darf es gerne mehr sein. Aber welche Hashtags soll man sonst noch benutzen?

Wichtig ist, dass man the­ma­tisch immer nah am Inhalt bleibt: Was be­schreibt das Foto am besten? Welches Thema hat es? Nach welchen Hashtags sucht die Ziel­grup­pe?

In der Praxis über­wie­gen englische Hashtags auch bei Posts deutscher Nutzer. Beliebte Hashtags haben ein größeres Reich­wei­ten­po­ten­zi­al, aber gleich­zei­tig muss man sich auch größerer Kon­kur­renz stellen und läuft Gefahr, in der Masse un­ter­zu­ge­hen. Un­ter­neh­men sollten ein gutes Mittelmaß finden zwischen besonders beliebten und spe­zi­el­len, sehr ziel­grup­pen­re­le­van­ten Hashtags, die nicht tau­send­fach genutzt werden.

Beliebte Hashtags aus Instagram

Unter den Top 100 Hashtags finden sich viele einfache Adjektive wie #beautiful, #happy oder #cute, aber vor allem Dau­er­bren­ner wie #instagood, #instalike oder #insta­dai­ly, denen keine besondere Bedeutung zukommt. In­ter­es­san­ter sind Schlag­wor­te wie #pho­toof­t­he­day oder #tbt.

#pho­toof­t­he­day ist das Hashtag für eine Art Fo­to­wett­be­werb des Accounts von Web­sta­gram. Über das Hashtag bewirbt man sich. Das Bild mit den meisten Likes wird auf der Instagram-Seite @pho­toof­t­he­day gepostet – diese hat Tausende von Followern und beschert dem je­wei­li­gen In­sta­gramm­er mit Si­cher­heit zahl­rei­che neue Likes und Fans.

Ebenfalls sehr beliebt ist das Hashtag #tbt. TBT steht kurz für „Throwback Thursday“, was auf Deutsch so viel beutet wie Rückblick-Don­ners­tag. Der Initiator des Hashtags will Nutzer dazu animieren, Fotos aus ver­gan­ge­nen Zeiten zu posten – immer don­ners­tags. Unter dem Hashtag #tbt findet man derzeit über 341 Millionen Beiträge, die aus­ge­schrie­be­ne Version #throw­back­thurs­day kommt auf über 33 Millionen Beiträge.

Von Hashtags wie #follow, #followme, #like4like oder #tags­for­li­ke sollte man sich als Un­ter­neh­men di­stan­zie­ren. Diese Hashtags werden genutzt, um möglichst schnell möglichst viele Likes und Follower zu ge­ne­rie­ren. Nutzt ein Un­ter­neh­men solche Taktiken, wirkt das eher ver­zwei­felt und un­pro­fes­sio­nell.

Instagram Direct als Un­ter­neh­men nutzen

Instagram Direct bietet die Mög­lich­keit, Inhalte mit Nutzern via Pri­vat­nach­richt zu teilen. Die Fotos und Videos er­schei­nen nicht im öf­fent­li­chen Stream, sondern nur im Post­ein­gang des Emp­fän­gers. Auch Un­ter­neh­men können diese Funktion für sich nutzen, um in Kontakt mit Followern zu treten. Ganz wichtig hierbei: Der Nutzer bzw. Abonnent muss immer die Kon­ver­sa­tio­nen eröffnen, sprich die erste Nachricht schicken. Geht man als Un­ter­neh­men in die Offensive, wirkt das zum einen auf­dring­lich, zum anderen bekommt die Nachricht den un­an­ge­neh­men Bei­geschmack von Spam. Einen Nutzer bewegt man z. B. über Ge­winn­spie­le oder Foto-Contests dazu, eine Nachricht an den Un­ter­neh­mens-Account zu schicken. Eröffnet der Nutzer den direkten Dialog, bietet es sich später an, passende Pro­dukt­emp­feh­lun­gen aus­zu­spre­chen.

Instagram Stories

Als letztes, für Un­ter­neh­men in­ter­es­san­tes Feature stellen wir die Instagram Stories vor. Die Funktion ist seit 2016 verfügbar und er­mög­licht es Nutzern, Fotos und Videos zu posten, die nach 24 Stunden wieder ver­schwin­den. Nur zwei Monate nach Ein­füh­rung der Funktion sehen sich über 100 Millionen Nutzer täglich Instagram Stories an. Das ist ein großer Erfolg für Instagram und ver­spricht Un­ter­neh­men eine neue Chance auf Reich­wei­te, un­ab­hän­gig vom Stream und den Direct-Nach­rich­ten. Die begrenzte Halb­werts­zeit bildet den Un­ter­schied zu normalen Beiträgen aus dem Stream. Die Stories sind ein einfaches Mittel, um zu­sätz­li­che Inhalte zu prä­sen­tie­ren und stärker präsent zu sein. Sie stellen somit eine in­halt­li­che Ergänzung zu regulären Postings dar.

Der Nutzer findet die Stories seiner abon­nier­ten Kanäle auf dem Start­bild­schirm der App (Home). Stories sind übrigens aus­schließ­lich über die App und nicht in der Web­an­sicht verfügbar. Ist eine aktuelle Story vorhanden, wird der ent­spre­chen­de Kanal mit einem kreis­för­mi­gen Symbol angezeigt. Mit Klick auf das Symbol öffnet sich die Story. Stories können aus einem einzigen Bild oder Video oder aus mehreren Teilen bestehen. Öffnet man die Story, spielt die App alle vor­han­de­nen Teile hin­ter­ein­an­der ab. Macht man keine weitere Aktion, springt die App au­to­ma­tisch zur nächsten ver­füg­ba­ren Story und spielt diese ab.

Momentan sehen nur Abon­nen­ten eines Kanals dessen Instagram Stories. Instagram hat jedoch an­ge­kün­digt, die Stories zukünftig auch im Explore-Tab allen Nutzern an­zu­zei­gen, die der Seite noch nicht folgen. In den USA ist diese Änderung bereits aus­ge­rollt.

Wie erstellt man eine Story?

Links oben im Instagram-Feed findet man ein kleines Plus-Zeichen. Mit einem Klick darauf öffnet sich das Auf­nah­me­fens­ter für die Stories. Wahlweise wischt man im Feed nach rechts über den Screen und gelangt so in die Stories-Ober­flä­che. Im Auf­nah­me­fens­ter erstellt man dann entweder direkt ein Bild oder Video oder lädt ein bereits ge­spei­cher­tes Medium (max. 24 Stunden alt) hoch. Um das Bild vor dem Hochladen zu be­ar­bei­ten, stehen wie bei den normalen Posts ver­schie­de­ne Filter zur Auswahl. Zu­sätz­lich gibt es, wie aus der Paint-Anwendung am PC bekannt, Schreib- und Mal­werk­zeu­ge, mit denen man das Bild be­schrif­ten und gestalten kann.

Sobald die ersten Follower die Story gesehen haben, kann man dies in einem eigenen Ana­ly­se­be­reich nach­voll­zie­hen. Indem man seine eigene Story öffnet und nach oben wischt, öffnet sich eine Übersicht der ver­öf­fent­lich­ten Storys mit Anzahl der Nutzer, die diese bereits gesehen haben.

Instagram Stories für Marketer

Neben der be­grenz­ten Ver­füg­bar­keit von 24 Stunden ist der große Un­ter­schied zwischen Stories und „normalen“ Posts, dass es sich selten um perfekt in Szene gesetzte Fotos, vielmehr um spontane Schnapp­schüs­se handelt. Die Mo­ment­auf­nah­men sind ver­gäng­lich und löschen sich au­to­ma­tisch nach 24 Stunden. Nutzer können dank der Story-Funktion nun öfter posten, ohne den Feed der Abon­nen­ten zu über­schwem­men.

Hat man als Un­ter­neh­men bereits Reich­wei­te auf Instagram aufgebaut, besteht jetzt die Mög­lich­keit, auch die Funktion der Stories für sich zu nutzen. Man kann neue Content-Formate aus­pro­bie­ren, ohne erst wieder ein neues Publikum aufbauen zu müssen. Anders als perfekt in­sze­nier­te und optisch an die Corporate Identity an­ge­pass­te Fo­to­gra­fien und Videos, haben Instagram Stories keinen Anspruch auf Per­fek­ti­on. Un­ter­neh­men können sie z. B. nutzen, um ihren Followern Einblicke „hinter die Kulissen“ geben. Das stärkt die Kun­den­bin­dung, da man ihnen so auf Augenhöhe begegnet und einen ehrlichen Einblick in den Un­ter­neh­mens­all­tag gibt. Als Her­stel­ler eines Produkts kann man bei­spiels­wei­se Ansichten aus der Pro­duk­ti­on zeigen, als Agentur in­sze­niert man eine kleine Führung durchs Büro. Wichtig dabei ist, immer relevant zu bleiben.

Messen und Ana­ly­sie­ren: Instagram Analytics

Es ist sinnvoll, sich eine gut durch­dach­te Strategie zu­recht­zu­le­gen, bevor man wild drauf­los­pos­tet. Aber keine Strategie und keine noch so struk­tu­rier­te und mit Fakten und Recherche belegte Planung hat Er­folgs­ga­ran­tie. Wie in anderen Marketing-Dis­zi­pli­nen auch, geht eine Strategie entweder auf oder scheitert. Es darauf an, zu wissen, wieso etwas funk­tio­niert oder nicht funk­tio­niert. Die Er­folgs­mes­sung und -analyse ist deshalb auch bei Instagram das A und O. Während man bisher nur über Dritt­an­bie­ter Er­kennt­nis­se über seine Follower und die Per­for­mance einzelner Beiträge gewinnen konnte, gibt es mitt­ler­wei­le eine in­te­grier­te Analytics-Funktion. Mehr dazu lesen Sie in unserem aus­führ­li­chen Artikel zu Instagram Statistik- & Analyse-Tools.

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