TYPO3 ist ein leis­tungs­star­kes und kos­ten­lo­ses Open-Source-Content-Ma­nage­ment-System, das platt­form­un­ab­hän­gig ein­ge­setzt werden kann. Mit un­zäh­li­gen Er­wei­te­run­gen und Templates bietet TYPO3 flexible Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten sowohl für kleine Web­auf­trit­te als auch für große, mehr­spra­chi­ge Projekte. TYPO3 zu in­stal­lie­ren und auf die je­wei­li­gen spe­zi­el­len An­for­de­run­gen aus­zu­rich­ten, erfordert jedoch meist einen zer­ti­fi­zier­ten TYPO3-Dienst­leis­ter. Möchten Sie TYPO3 selbst in­stal­lie­ren und benötigen eine de­tail­lier­te Anleitung? Folgen Sie einfach unserem Schritt-für-Schritt-Tutorial.

Vor­aus­set­zun­gen für die TYPO3-In­stal­la­ti­on

Um TYPO3 zu in­stal­lie­ren, bedarf es keiner weiteren Software. Unter Umständen benötigen Sie ein FTP-Programm für die Da­tei­über­tra­gung. TYPO3-Hoster halten dieses in der Regel vor­in­stal­liert auf dem Server bereit. Grund­vor­aus­set­zung ist ein Web­brow­ser mit Ja­va­Script und ein Webserver wie Apache, NGINX oder IIS.

Aktuell un­ter­stützt das Ent­wick­ler­team zwei Versionen: TYPO3 13 und TYPO3 12 LTS. Das sind die Min­dest­an­for­de­run­gen für die aktuellen sicheren Versionen:

  • ein Webserver mit PHP ab Version 8.1, 8.2 oder 8.3 (TYPO3 12) bzw. PHP 8,2 und höher (TYPO3 13)
  • eine SQL-basierte Datenbank, die zu Doctrine DBAL kom­pa­ti­bel ist, etwa MySQL ab Version 8.0.17, MariaDB ab 10.3 oder neuer, Post­greS­QL 10.0+ oder SQLite 3.8.3+
  • min­des­tens 256 MB RAM (empfohlen: mehr, abhängig von der Größe der Website)
  • PHP-Kon­fi­gu­ra­ti­on mit min­des­tens 128 MB Memory-Limit (Apache, IIS, NGINX)
  • Für Bild­ver­ar­bei­tung empfiehlt das Team die Bi­blio­the­ken Gra­phics­Ma­gick und Image­Ma­gick.
TYPO3 für Ihr Hosting Paket
  • Einfach: mit wenigen Klicks in­stal­liert
  • Sicher: SSL-Zer­ti­fi­kat inklusive
  • Schnell: PHP8, OPcache und SSD Webspace

Schritt-für-Schritt-Tutorial: Anleitung zur TYPO3-In­stal­la­ti­on

TYPO3 ist platt­form­un­ab­hän­gig und als Open Source verfügbar. Gleich­zei­tig gibt es im deutsch­spra­chi­gen Raum einige Anbieter, die TYPO3 in einem Hosting-Produkt vor­in­stal­liert anbieten. Wer TYPO3 genau nach seinen Vor­stel­lun­gen ein­rich­ten will, hat diese Freiheit mit dem Source­Packa­ge. Denn den Quellcode können TYPO3-erfahrene Pro­gram­mie­rer und Pro­gram­mie­re­rin­nen direkt anpassen. Die gut tausend Er­wei­te­run­gen un­ter­stüt­zen die In­di­vi­dua­li­sie­rung.

In unserem Beispiel arbeiten wir auf dem Windows-Be­triebs­sys­tem. Das ver­wen­de­te FTP-Programm ist FileZilla. Die TYPO3-Version 12 LTS laden wir von typo3.org herunter.

Schritt 1: Besuchen Sie die TYPO3-Download-Seite. Dort finden Sie die aktuellen Releases der un­ter­stüt­zen TYPO3-Versionen. Die Ent­wick­ler und Ent­wick­le­rin­nen zeigen stich­punkt­ar­tig auf, wie sich die ver­schie­de­nen Versionen im We­sent­li­chen un­ter­schei­den. Wählen Sie die für Sie passende Version. Um bei­spiels­wei­se TYPO3 12 zu in­stal­lie­ren, klicken Sie auf „Get Version 12“. Damit gelangen Sie auf die Download-Seite.

Bild: Download-Links für TYPO3-Version 8: für Installation per Kommandozeile, über den Server, als Quellcode von GitHub und als komprimiertes Paket
Um TYPO3 zu in­stal­lie­ren, wählt man zuerst die Download-Methode. Wer den Quellcode be­ar­bei­ten will, holt sich das CMS von GitHub. Mit wget oder curl legen Sie die Anwendung direkt auf Ihrem Server ab.

Schritt 2: Um den klas­si­schen Weg zu de­mons­trie­ren, laden wir TYPO3 als kom­pri­mier­te .tar-Datei herunter. Die solide tar-Kom­pres­si­on eignet sich für Unix-/Linux-Systeme. Windows-Nutzer und -Nut­ze­rin­nen laden die .zip-Datei herunter. Die Pakete mit GPG-Signatur (ganz unten im Bild) stellen die Au­then­ti­zi­tät des her­un­ter­ge­la­de­nen Programms sicher. Diese Version empfehlen wir pro­fes­sio­nel­len Nutzenden.

Schritt 3: Gehen Sie auf den ent­spre­chen­den Link. Ist der Download ab­ge­schlos­sen, klicken Sie auf den Download-Pfeil im Browser-Fenster.

Schritt 4: Wählen Sie die Datei aus, öffnet sich ein kom­pri­mier­tes Archiv für die TYPO3-In­stal­la­ti­on in Ihrem Pack­pro­gramm.

Bild: TYPO3-Quelldateien im .tar-Archiv
Wählen Sie den Haupt­ord­ner typo3_src-12.4.17.tar.gz aus und klicken Sie an­schlie­ßend die Schalt­flä­che „Ex­tra­hie­ren“, um alle Dateien zu ex­tra­hie­ren.

Schritt 5: Ex­tra­hie­ren Sie den ganzen Ordner und speichern Sie ihn unter einem Pfad, den Sie gut wie­der­fin­den.

Schritt 6: Öffnen Sie das FTP-Programm, in diesem Fall FileZilla. Um schnell eine Ver­bin­dung zu Ihrem Server her­zu­stel­len, geben Sie unter „Host“ den Ser­ver­na­men an. Tragen Sie Ihren Nut­zer­na­men und das Passwort ein. Das System ergänzt den Port meist au­to­ma­tisch. Dann wählen Sie die Schalt­flä­che „Quick­con­nect“. Das Programm versucht, eine Ver­bin­dung zu Ihrem Server her­zu­stel­len. Weiter unten in der Anwendung sehen Sie im linken Fenster das Ver­zeich­nis Ihrer lokalen Dateien. Rechts erscheint nach er­folg­rei­cher Ver­bin­dung das Ver­zeich­nis Ihres Servers.

Bild: Geöffnetes FTP-Programm mit Statusfenster oben, den lokalen Dateien links und dem Verzeichnis des Servers rechts
Das Programm hat eine Ver­bin­dung zum Server aufgebaut. Das Root-Ver­zeich­nis „/“ enthält alle Dateien auf Ihrem Webspace.

Al­ter­na­tiv: Wählen Sie den Punkt „Dateien“ (hier: „File“) im Hauptmenü und klicken Sie im daraufhin ge­öff­ne­ten Drop-down-Menü auf „Site Manager“. Ein neues Fenster poppt auf. Im Site Manager geben Sie wieder Ihren Ser­ver­na­men unter „Host“ sowie Nut­zer­na­me und Passwort an. In diesem Tool justieren Sie die Upload-Ein­stel­lun­gen für TYPO3 und verbinden sich mit dem Server. Im Reiter „Transfer Settings“ (Über­tra­gungs­ein­stel­lun­gen) wählen Sie den Über­tra­gungs­mo­dus („Transfer mode“). Klicken Sie den Standard („Default“) an und setzen Sie ein Maximum für die Anzahl der gleich­zei­tig erlaubten Ver­bin­dun­gen – hier sind es sechs. Schützt eine Firewall Ihren Server, wählen Sie den passiven Modus („Passive“) und dann „Connect“ (Verbinden).

Tipp

Sind nur einige Dateien hoch­zu­la­den, ziehen Sie einfach die ge­wünsch­ten Dokumente von den lokalen Dateien herüber in das Server-Ver­zeich­nis. Die FTP-Software lädt die Datei hoch.

Schritt 7: Im Hauptmenü wählen Sie „Edit“ (Be­ar­bei­ten), dann im Drop-down-Menü „Settings“ (Ein­stel­lun­gen) und „Con­nec­tion“ (Ver­bin­dung). Unter „Timeout“ setzen Sie fest, nach wie viel Sekunden der Upload un­ter­bro­chen werden soll – 600 sind dafür ein guter Wert. Die maximalen Wie­der­ho­lun­gen setzen Sie auf 2. In der linken Ver­zeich­nis­spal­te wählen Sie nun „Transfers“ (Über­tra­gun­gen), dann „File Types“ (Da­tei­ty­pen) und setzen dort den Standard-Trans­fer­ty­pen auf „Binary“.

Bild: FileZillas Oberfläche für die Einstellung von Verbindungen, Übertragung, Bedienoberfläche, Dateibearbeitung, Updates, Logging und Debugging.
Außer Ver­bin­dungs­de­tails und Über­tra­gungs­mo­di enthalten die Ein­stel­lun­gen Be­ar­bei­tungs­op­tio­nen für die Be­dien­ober­flä­che, Da­tei­be­ar­bei­tung und Updates.

Schritt 8: Haben Sie alle Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men, ziehen Sie den TYPO3-Ordner vom Spei­cher­ort auf Ihrer Fest­plat­te (zu sehen im linken Fenster) in das Fenster des Remote-Servers. Plat­zie­ren Sie die Datei in Ihrem Root-Ver­zeich­nis (auch: Start-Ver­zeich­nis). Das Zeichen „/“ markiert bei Unix-artigen Systemen das Root-Ver­zeich­nis.

Schritt 9: Prüfen Sie, ob Sie die hoch­ge­la­de­nen Dateien auf Ihrem Server finden. Loggen Sie sich dafür bei Ihrem Hoster ein. Die Datei finden Sie im Hosting-Bereich, auf Ihrem Webspace, wenn sie ord­nungs­ge­mäß über­tra­gen wurde. Al­ter­na­tiv rufen Sie Ihre TYPO3-In­stal­la­ti­on über die URL localhost/site/ auf.

Schritt 10: Wollen Sie eine Website mit TYPO3 in­stal­lie­ren und öf­fent­lich zu­gäng­lich machen, brauchen Sie eine Domain. Häufig ist zumindest eine Domain in einem Hosting-Angebot enthalten. Haben Sie noch keine Domain fest­ge­legt, bestellen Sie eine, indem Sie einen Namen dafür be­an­tra­gen.

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Schritt 11: Besitzen Sie eine ein­satz­be­rei­te Domain, verbinden Sie diese mit dem Server. Der Pfad muss genau auf Ihr TYPO3-Ver­zeich­nis führen.

Bild: Webspace-Verzeichnis-Explorer mit Pfad zur TYPO3-Installation
Der Server-Pfad sollte auf das Ver­zeich­nis Ihrer TYPO3-Version verweisen, um die Domain damit zu verbinden.

Schritt 12: Da Server und Domain nun verbunden sind, kann die In­stal­la­ti­on von TYPO3 im Browser wei­ter­ge­hen. Dafür rufen Sie die Start­sei­te Ihrer neuen Website auf. Eine Dan­kes­nach­richt von TYPO3 erscheint. Von hier an nutzen Sie das In­stal­la­ti­ons-Tool von TYPO3. Dazu erstellen Sie eine leere Datei mit dem Namen „FIRST_INSTALL“ (ohne Da­tei­endung) im Root-Ver­zeich­nis auf Ihrem Webspace. Laden Sie Ihre Website im Browser neu.

Bild: Der Installationsassistent wird gestartet
Das In­stal­la­ti­ons-Tool von Typo3 leitet Sie durch die In­stal­la­ti­on des Content Ma­nage­ment Systems.
Tipp

Startet das Tool nicht, versuchen Sie diese Variante: Erstellen Sie eine Datei namens „ENABLE_INSTALL_TOOL“ (wieder ohne Da­tei­endung) im TYPO3-Un­ter­ver­zeich­nis typo3config.

Schritt 13: Der In­stal­la­ti­ons­as­sis­tent öffnet sich unter der Adresse https://www.[DOMAIN-NAME].de/typo3/install.php. Das Tool hilft Ihnen dabei, TYPO3 zu in­stal­lie­ren. Der Prozess hat fünf Phasen. Zuerst un­ter­sucht das Tool Ihre Sys­tem­um­ge­bung. Treten aufgrund einer Ein­stel­lung Probleme auf, nutzen Sie die Trou­ble­shoo­ting-Funktion. An­dern­falls fahren Sie fort.

Schritt 14: Im nächsten Schritt geben Sie die Datenbank an, die TYPO3 nutzen soll. Haben Sie noch keine Datenbank auf­ge­setzt, besuchen Sie die Seite Ihres Hosting-Anbieters. Eine Datenbank erstellen Sie meist in wenigen Schritten. Für TYPO3 benötigen Sie folgende Angaben über Ihre Datenbank:

  • Da­ten­bank­na­me
  • Nut­zer­na­me für die Datenbank
  • Passwort
  • Host (häufig „localhost“)
  • Port (häufig 3306)

Schritt 15: Nun können Sie entweder eine be­stehen­de Datenbank wählen oder eine neue Datenbank anlegen. Letzteres ist nur möglich, wenn Sie die nötigen Be­rech­ti­gun­gen haben.

Schritt 16: In der nächsten Ein­ga­be­mas­ke legen Sie einen Nut­zer­na­men und ein Passwort fest, mit dem Sie sich sowohl in das Backend als auch das In­stal­la­ti­ons-Tool einloggen. Unter „Site name“ tragen Sie den Namen Ihrer neuen TYPO3-Website ein.

Schritt 17: Im letzten Schritt schließt der Assistent die In­stal­la­ti­on ab, indem er au­to­ma­tisch einige Kon­fi­gu­ra­tio­nen an Ihre Sys­tem­um­ge­bung anpasst. Sie ent­schei­den noch, ob TYPO3 eine leere Website erstellt oder vorerst ruht. Mit einem Klick auf „Open the TYPO3 Backend“ gelangen Sie zum Admin-Bereich, wo Sie sich mit Ihrem gerade er­stell­ten Account anmelden. Damit haben Sie TYPO3 er­folg­reich in­stal­liert.

Hinweis

Für erfahrene TYPO3-Ent­wick­ler und -Ent­wick­le­rin­nen lohnt es sich, alle Kon­fi­gu­ra­tio­nen selbst vor­zu­neh­men. Es geht aber auch einfacher: Das TYPO3-Hosting von IONOS hin­ter­legt nicht nur die In­stal­la­ti­ons­da­tei auf dem Webserver, sondern un­ter­stützt Sie auch bei der an­schlie­ßen­den Ein­rich­tung des CMS mit Templates und einem ge­schul­ten Support-Team.

Bild: Installation von TYPO3 ist abgeschlossen
Geschafft! Die In­stal­la­ti­on von TYPO3 war er­folg­reich und Sie können nun zum Backend gelangen.

Das TYPO3-Team empfiehlt, den In­stal­la­ti­ons­as­sis­ten­ten nach getaner Arbeit wieder zu sperren, damit Dritte nicht darauf zugreifen können. Zunächst haben Sie jedoch Ge­le­gen­heit, Grund­da­ten ein­zu­se­hen oder Ihre Datenbank ab­zu­glei­chen. Über die linke Spalte greifen Sie auf die Kon­fi­gu­ra­ti­on zu, nehmen später Upgrades vor und un­ter­su­chen die Sys­tem­um­ge­bung, wenn Fehler auftreten. Über Folder Structure sehen Sie Ihren Ver­zeich­nis­baum ein. Mit Test Setup probieren Sie aus, ob Ihre Ein­stel­lun­gen Fehler pro­du­zie­ren. In diesem Fall hilft Ihnen der Trou­ble­Shoo­ter Clean Up.

Von hier aus gelangen Sie zum Backend, wo Sie Ihre zuvor fest­ge­leg­ten Login-Daten für Ad­mi­nis­tra­to­ren eingeben. Dort passen Sie TYPO3 an Ihre Be­dürf­nis­se an, fügen Er­wei­te­run­gen hinzu oder erstellen Accounts für Re­dak­teu­re, die später auf das Website-Frontend zugreifen. Die en­ga­gier­te Community erschafft kos­ten­lo­se Templates, die Sie für Ihren Web­auf­tritt nutzen können. Diese Templates enthalten Befehle im so­ge­nann­ten Ty­po­Script, der internen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­spra­che von TYPO3. Nachdem Sie TYPO3 laut unserer Anleitung in­stal­liert haben, nehmen Sie Er­wei­te­run­gen und Templates zu Hilfe, um Ihre Website zu in­di­vi­dua­li­sie­ren und Ihr Backend zu op­ti­mie­ren.

Hinweis

Wenn Sie mehr über die Mög­lich­kei­ten des TYPO3-CMS erfahren wollen, lesen Sie unseren Artikel „TYPO3 – ein CMS mit großer Funk­ti­ons­viel­falt“. Dort erklären wir auch, wie man Templates für TYPO3 nutzt und sowohl Backend als auch Frontend mit Er­wei­te­run­gen anpasst.

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