Mit SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung erhöhen Sie die Si­cher­heit Ihres SMTP-Servers um ein Viel­fa­ches. Ist das Au­then­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren ein­ge­rich­tet, können aus­schließ­lich ver­trau­ens­wür­di­ge User bzw. SMTP-Clients Nach­rich­ten ver­schi­cken.

Was ist SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung?

SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung (engl. SMTP Au­then­ti­ca­ti­on), oft mit SMTP-Auth oder ASMTP abgekürzt, ist eine Er­wei­te­rung des Extended SMTP (ESMTP), das wiederum eine Er­wei­te­rung des Netz­werk­pro­to­kolls SMTP darstellt. Mit ihr kann sich ein SMTP-Client über einen Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­mus bei einem SMTP-Server anmelden. Auf diese Weise können nur ver­trau­ens­wür­di­ge Nutzer und Nut­ze­rin­nen E-Mails über den Server ins Netzwerk ein­spei­sen und wei­ter­lei­ten. Darüber hinaus kann anhand der Log-Daten nach­voll­zo­gen werden, wer den Server für SMTP-Relays verwendet hat.

Warum gibt es SMTP-Auth?

Sinn hinter SMTP-Auth ist es, zu ver­hin­dern, dass ein SMTP-Server als „Offenes Mail-Relay“ miss­braucht wird, um Spam im Netzwerk zu verteilen. Zwar ist die Situation heute längst nicht mehr so kritisch wie früher, trotzdem stößt man immer wieder auf Open Relay Server, für die keine SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung ein­ge­rich­tet ist. Manchmal ist das das Ergebnis der Leicht­sin­nig­keit un­er­fah­re­ner Ad­mi­nis­tra­to­ren und Ad­mi­nis­tra­to­rin­nen, die ihren Server zu Test­zwe­cken vor­über­ge­hend öffnen. Häufiger liegt das Problem bei schlecht kon­fi­gu­rier­ten Firewalls und externen Si­cher­heits­ap­pli­ka­tio­nen.

Da offene Mail-Relays in der Regel schon nach wenigen Tagen oder sogar Stunden als solche iden­ti­fi­ziert werden und an­schlie­ßend auf Black­lists landen, sind die Folgen eines Verzichts auf SMTP Au­then­ti­ca­ti­on nicht zu un­ter­schät­zen: Selbst legitime E-Mails landen im Spam­fil­ter der Emp­fän­ge­rin­nen und Empfänger. Für die Ser­ver­be­trei­ber entsteht also nicht nur hoher Traffic aufgrund der Be­liebt­heit des offenen Mail-Servers für Spam; ihre an­ge­schla­ge­ne Re­pu­ta­ti­on und der zu­sätz­li­che Zeit­auf­wand kosten auch bares Geld. Genau aus diesem Grund verwenden nahezu alle Mail­ser­ver heut­zu­ta­ge ESMTP in Ver­bin­dung mit ASMTP (er­wei­ter­tes SMTP mit SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung).

Wie funk­tio­niert ASMTP?

Eine we­sent­li­che Ei­gen­schaft von ASMTP besteht darin, dass E-Mails über TCP-Port 587 (den SMTP-Auth-Port) und nicht über den tra­di­tio­nel­len TCP-E-Mail-Port 25 an­ge­nom­men werden. Für das er­wei­ter­te SMTP stellt dies die ob­li­ga­to­ri­sche Grundlage dar. Das Protokoll enthält im Grunde eine Auswahl an Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­men mit ver­schie­de­nen Si­cher­heits­gra­den, die ein SMTP-Server je nach seiner Kon­fi­gu­ra­ti­on nutzen kann, um die Ver­trau­ens­wür­dig­keit eines SMTP-Clients zu über­prü­fen.

Dazu gehören u. a.:

  • PLAIN: Eine Au­then­ti­fi­zie­rung über den Be­nut­zer­na­men und das Passwort des Clients. Beide werden un­ver­schlüs­selt über­tra­gen und im Base64-Zei­chen­satz codiert.
  • LOGIN: Funk­tio­niert wie PLAIN, jedoch werden die Base64-Codes für Be­nut­zer­na­men und Passwort in zwei Schritten statt nur in einem über­tra­gen.
  • CRAM-MD5: Eine Al­ter­na­ti­ve zu PLAIN und LOGIN mit höherem Si­cher­heits­grad nach dem Challenge-Response-Prinzip. Das Passwort wird bei diesem Me­cha­nis­mus weder im Klartext noch im Code über­tra­gen. Statt­des­sen stellt der Server dem Client eine zufällig ge­ne­rier­te Re­chen­auf­ga­be, die nur mithilfe des Passworts gelöst werden kann.
  • Weitere an­ge­bo­te­ne Me­cha­nis­men: z. B. GSSAPI, DIGEST-MD5, MD5, OAUTH10A, OAU­THE­BEA­RER, SCRAM-SHA-1 und NTLM.

Ein Beispiel für eine SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung via LOGIN:

Partei ESMTP-Kommandos und Sta­tus­codes Er­läu­te­rung
Server: 220 smtp.server.com ESMTP Postfix Nach dem Ver­bin­dungs­auf­bau meldet sich der SMTP-Server.
Client: EHLO relay.client.com Der SMTP-Client meldet sich mit seinem Rech­ner­na­men an und fragt die ESMTP-Un­ter­stüt­zung des Servers per „EHLO“-Kommando ab.
Server: 250-smtp.server.com Guten Tag 250 AUTH CRAM-MD5 LOGIN PLAIN Der Server bestätigt die Anmeldung und damit auch, dass er ESMTP un­ter­stützt (tut er dies nicht, wird dank Ab­wärts­kom­pa­ti­bi­li­tät von SMTP mit „HELO“ wei­ter­ge­macht). Dann bietet der Server dem Client eine Auswahl an Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­men an.
Client: AUTH LOGIN Der Client wählt den Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­mus LOGIN.
Server: 334 VXNlcm5hbWU6 Der Server fragt mit dem Base64-Code für „Username:“ nach dem Be­nut­zer­na­men des Absenders.
Client: TWF4IE11c3Rlcm1hbm4= Der Client antwortet im Base64-Code mit „Max Mus­ter­mann“.
Server: 334 UGFzc3dvcmQ6 Der Server fragt per Base64-Code nach dem „Password:“ des Absenders.
Client: SWNoYmlua2VpblNwYW1tZXI= Der Client antwortet mit dem Base64-Code für das Passwort. In diesem Beispiel lautet es „Ich­bink­ein­S­pam­mer“.
Server: 235 OK Der Server bestätigt die Au­then­ti­fi­zie­rung. Die Über­tra­gung der E-Mail gemäß SMTP beginnt.

Wie kon­fi­gu­riert man die SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung?

In den meisten Mail­pro­gram­men wird die SMTP Au­then­ti­ca­ti­on au­to­ma­tisch bei der Er­stel­lung eines neuen Kontos kon­fi­gu­riert. Sollte dies nicht funk­tio­nie­ren, müssen Sie ggf. manuell nach­hel­fen. Nach­fol­gend finden Sie An­lei­tun­gen für die Ein­rich­tung in Gmail, Outlook und IONOS Mail.

Eigene E-Mail-Adresse erstellen
E-Mail-Kom­plett­pa­ke­te vom deutschen Markt­füh­rer
  • Mit KI schneller zur perfekten E-Mail: schreiben, über­set­zen, um­for­mu­lie­ren
  • Aus Deutsch­land – DSGVO-konform & sicher
  • Nur bei IONOS: Eigene Domain inklusive

SMTP-Auth in Outlook ein­rich­ten

  1. Klicken Sie im Dateimenü auf „Kon­to­ein­stel­lun­gen“ und dann noch einmal auf die gleich­na­mi­ge Aus­wahl­op­ti­on.
  2. Wählen Sie Ihr Konto aus und klicken Sie auf „Ändern“.
  3. Klicken Sie im sich öffnenden Fenster auf „Weitere Ein­stel­lun­gen“.
  4. Gehen Sie in die Re­gis­ter­kar­te „Post­aus­gangs­ser­ver“ und ak­ti­vie­ren Sie die Option „Post­aus­gangs­ser­ver (SMTP) erfordert Au­then­ti­fi­zie­rung“.
  5. Markieren Sie den Punkt „Gleiche Ein­stel­lun­gen wie für Post­ein­gangs­ser­ver verwenden“.
  6. Be­stä­ti­gen Sie mit „OK“. Das Fenster schließt sich wieder.
  7. Klicken Sie auf „Weiter“. Outlook überprüft nun die neuen Kon­to­ein­stel­lun­gen. Nach ab­ge­schlos­se­nem Test klicken Sie auf „Schließen“.
  8. Klicken Sie auf „Fertig stellen“ und dann auf „Schließen“.

Nutzer und Nut­ze­rin­nen von Microsoft 365 können die SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung al­ter­na­tiv im 365-Admin-Center oder über die Windows Power­Shell ak­ti­vie­ren.

soy1Sk-yW5Q.jpg Zur Anzeige dieses Videos sind Cookies von Dritt­an­bie­tern er­for­der­lich. Ihre Cookie-Ein­stel­lun­gen können Sie hier aufrufen und ändern.

SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung für Gmail ak­ti­vie­ren

Verbinden Sie Ihre Gmail-Adresse mit einem Desktop-Client, können Sie die wichtige SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung ebenfalls ak­ti­vie­ren:

  1. Melden Sie sich in Ihrem Gmail-Konto an.
  2. Drücken Sie auf „Ein­stel­lun­gen“ und wählen dann „Alle Ein­stel­lun­gen aufrufen“ aus.
  3. Wechseln Sie in den Reiter „Wei­ter­lei­tung & POP/IMAP“.
  4. Hier können Sie nun wahlweise unter „POP-Download“ oder „IMAP-Zugriff“ auf den Link „Weitere In­for­ma­tio­nen“ klicken.
  5. In beiden Fällen werden Sie nun zu den An­lei­tun­gen für die Ein­rich­tung wei­ter­ge­lei­tet, wo Sie unter anderem auch alle In­for­ma­tio­nen über den Post­aus­gangs­ser­ver (SMTP) inklusive der SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung finden.
Bild: Gmail-Einstellungen für POP/IMAP/SMTP-Auth
Über die Ein­stel­lun­gen können Sie zahl­rei­che An­lei­tun­gen, zum Beispiel für die Ein­rich­tung von POP und IMAP inklusive SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung aufrufen.

SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung für IONOS Mail ak­ti­vie­ren

Für User eines IONOS Mail Pakets, die den Webmailer nutzen, ist SMTP-Auth au­to­ma­tisch aktiviert. Wenn Sie IONOS Mail im Desktop-Client Ihrer Wahl ein­rich­ten, können Sie die Au­then­ti­fi­zie­rung ebenfalls bequem kon­fi­gu­rie­ren. Die ent­spre­chen­den Ein­stel­lun­gen inklusive SMTP Auth Port finden Sie im Kun­den­cen­ter:

  1. Melden Sie sich über die of­fi­zi­el­le Login-Seite in Ihrem IONOS-Kun­den­kon­to an.
  2. In der Pro­dukt­über­sicht wählen Sie den Eintrag „E-Mail“ aus.
  3. An­schlie­ßend klicken Sie das ge­wünsch­te IONOS Mail Paket an und wählen die E-Mail-Adresse aus, für die Sie die SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung ein­rich­ten möchten.
  4. Drücken Sie auf den Menüpunkt „E-Mail Server In­for­ma­tio­nen (POP, IMAP)“.
  5. Sie finden nun sämtliche In­for­ma­tio­nen, die für die Ein­rich­tung der Mail­adres­se inklusive SMTP-Auth er­for­der­lich sind.
Bild: IONOS: E-Mail-Programm einrichten inkl. SMTP-Auth
Im IONOS Kun­den­cen­ter finden Sie alle wichtigen E-Mail-Ein­stel­lun­gen (inklusive der SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung) für IMAP oder POP3.
Tipp

Bei einem eigenen E-Mail-Server bei IONOS verwenden Sie eine in­di­vi­du­el­le pro­fes­sio­nel­le Domain und haben zudem die volle Kontrolle über Ihren Mail-Verkehr – und das immer sicher ver­schlüs­selt.

Wie testet man SMTP-Auth?

Um zu über­prü­fen, ob ein Mail­ser­ver als Offenes Relay herhält bzw. SMTP-Auth ein­wand­frei funk­tio­niert (etwa, wenn Sie einen eigenen Mail­ser­ver ein­rich­ten), können Sie einen Telnet-Client verwenden. Diesen nutzen auch viele Spammer und Spam­me­rin­nen, um offene Mail-Relays ausfindig zu machen. Da SMTP und ESMTP rein text­ba­sier­te Pro­to­kol­le sind, lässt sich eine Client-Server-Session pro­blem­los manuell starten und durch­füh­ren.

Tipp

Ein Telnet-Client ist auf allen gängigen Be­triebs­sys­te­men verfügbar und stan­dard­mä­ßig über den Begriff „telnet“ abrufbar. Auf Windows-Versionen ab Vista muss der Client ggf. erst in­stal­liert bzw. in der Sys­tem­steue­rung aktiviert werden. Sie benötigen zu­sätz­lich Ihren Be­nut­zer­na­men und Ihr Passwort im Base64-Code, den Sie auf Websites wie base64encode.net erhalten können.

Ob Ihr E-Mail-Server auf SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung setzt, können Sie al­ter­na­tiv mithilfe von Web-Tools wie SMTP Dia­gno­stic von MxToolbox aber auch deutlich bequemer über­prü­fen:

  1. Rufen Sie SMTP Dia­gno­stic auf.
  2. Geben Sie in das Ein­ga­be­feld die Adresse des SMTP-Servers oder eine beliebige E-Mail-Adresse, die auf den SMTP-Server zu­rück­greift, ein.
  3. Drücken Sie auf „Test Email Server“.
  4. Sie erhalten nach kurzer Zeit eine Auf­lis­tung mit den wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen – unter anderem zu der SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung: In der Zeile „SMTP Open Relay“ erfahren Sie, ob die Au­then­ti­fi­zie­rung aktiviert ist oder nicht.
Bild: SMTP-Auth-Check mit SMTP Diagnostic
Mit dem Tool von MxToolbox dauert der Check der SMTP-Au­then­ti­fi­zie­rung wenige Sekunden.
Zum Hauptmenü