E-Mail-Clients greifen auf die Ab­ruf­pro­to­kol­le IMAP (Internet Message Access Protocol) und POP3 (Post Office Protocol Version 3) zurück, um Nach­rich­ten vom Server be­reit­zu­stel­len. Beide regeln, wie E-Mails vom Server abgerufen werden, un­ter­schei­den sich jedoch deutlich in ihrer tech­ni­schen Umsetzung. Während POP3 ur­sprüng­lich für die Nutzung an einem einzelnen Computer kon­zi­piert wurde, ent­spricht IMAP der heutigen Ar­beits­wei­se mit mehreren Geräten.

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IMAP: Das steckt hinter dem Netz­werk­pro­to­koll

Das Internet Message Access Protocol – kurz IMAP – ist ein Netz­werk­pro­to­koll, das den Zugriff auf E-Mails er­mög­licht, die sich auf einem E-Mail-Server befinden. Wird ein Konto mit IMAP ein­ge­rich­tet, stellt der E-Mail-Client beim Login eine Ver­bin­dung zum Server her und syn­chro­ni­siert während der Sitzung Ordner, Nach­rich­ten und Sta­tus­in­for­ma­tio­nen.

IMAP arbeitet text­ba­siert. Der Prozess gestaltet sich dabei wie folgt:

  1. Der Client sendet Befehle an den Server.
  2. Der Server antwortet mit struk­tu­rier­ten Sta­tus­mel­dun­gen.
  3. Antworten enthalten In­for­ma­tio­nen über Erfolg (OK), Ablehnung (NO) oder Syn­tax­feh­ler (BAD) eines Kommandos.
  4. Diese Mechanik er­mög­licht eine präzise Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Client und Mail­ser­ver und bildet die Grundlage für Funk­tio­nen wie Ord­ner­syn­chro­ni­sa­ti­on, ser­ver­sei­ti­ge Suche oder par­al­le­len Zugriff mehrerer Geräte.

Sie können in dieser Zeit auf einzelne Ordner und E-Mails zugreifen, deren Inhalte auf Anfrage angezeigt werden. Dabei bleiben alle Nach­rich­ten und an­ge­leg­ten Ord­ner­struk­tu­ren auf dem Server ge­spei­chert, bis sie gelöscht werden. Dadurch können Sie von überall aus und mit mehreren Clients auf den Mail­ser­ver zugreifen und finden immer den gleichen, aktuellen Da­ten­be­stand vor.

Hinweis

IMAP basiert auf einer TCP/IP-Ver­bin­dung zwischen Client und Server. Für pro­duk­ti­ve Um­ge­bun­gen wird aktuell aus­schließ­lich eine ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung über SSL/TLS (Port 993) empfohlen. Un­ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen über Port 143 gelten als veraltet und sollten nicht mehr ein­ge­setzt werden.

So funk­tio­niert das Über­tra­gungs­pro­to­koll POP3

Das Post Office Protocol (POP3) er­mög­licht das Abrufen von E-Mails mithilfe eines Clients. Zu diesem Zweck stellt der Client eine Ver­bin­dung zu einem Post­ein­gangs­ser­ver her, auf dem die not­wen­di­ge POP3-Server-Software in­stal­liert sein muss. Die dort liegenden E-Mails werden her­un­ter­ge­la­den und auf dem Rechner des Clients ge­spei­chert. An­schlie­ßend werden die elek­tro­ni­schen Nach­rich­ten vom Mail­ser­ver gelöscht und die Ver­bin­dung getrennt. Den Inhalt der E-Mails können Sie nun lokal öffnen und be­ar­bei­ten, ohne dass Client und Server verbunden sind. Je nach Größe der Mail-Inhalte bzw. -Anhänge variiert die Dauer des Ab­ruf­pro­zes­ses. Eine Syn­chro­ni­sa­ti­on zwischen mehreren Geräten findet nicht statt. Jede Nachricht kann nur von einem POP3-Client her­un­ter­ge­la­den werden.

Die Ver­bin­dung zwischen Client und Server erfolgt über TCP/IP. Für ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen wird aus­schließ­lich SSL/TLS über Port 995 empfohlen.

POP3 arbeitet kom­man­do­ba­siert:

  1. Der Client sendet Befehle an den Server.
  2. Der Server antwortet un­mit­tel­bar mit einer positiven (+OK) oder negativen (-ERR) Sta­tus­mel­dung.
  3. Eine POP3-Sitzung gliedert sich dabei in die drei Phasen „Au­then­ti­fi­zie­rung“, „Nach­rich­ten­ab­ruf“ und „Ak­tua­li­sie­rung“.
  4. Nach ord­nungs­ge­mä­ßer Be­en­di­gung der Sitzung werden die zum Löschen mar­kier­ten Nach­rich­ten endgültig vom Server entfernt. Kommt es zu einem Ver­bin­dungs­ab­bruch, ver­blei­ben die E-Mails auf dem Server und können erneut abgerufen werden.

POP3 eignet sich vor allem für Ein­zel­platz­lö­sun­gen oder Szenarien, in denen E-Mails bewusst lokal ar­chi­viert werden sollen. Für den par­al­le­len Zugriff von mehreren Geräten ist das Protokoll hingegen nicht kon­zi­piert.

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Die Un­ter­schie­de zwischen IMAP und POP3

Während IMAP eine ser­ver­ba­sier­te Ver­wal­tung der E-Mails er­mög­licht, lädt POP3 Nach­rich­ten stan­dard­mä­ßig lokal herunter. Dadurch un­ter­schei­den sich beide Pro­to­kol­le deutlich in ihrer Eignung für moderne Ar­beits­um­ge­bun­gen. Die folgende Tabelle stellt die Un­ter­schie­de struk­tu­riert gegenüber:

IMAP POP3
Ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung über Port 993 (SSL/TLS empfohlen) Ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung über Port 995 (SSL/TLS empfohlen)
Ser­ver­sei­ti­ge Spei­che­rung der E-Mails Lokale Spei­che­rung der E-Mails
Nach­rich­ten bleiben auf dem Server, bis sie manuell gelöscht werden Nach­rich­ten werden nach dem Abruf in der Regel vom Server gelöscht
Syn­chro­ni­sa­ti­on zwischen mehreren Geräten Keine au­to­ma­ti­sche Syn­chro­ni­sa­ti­on
Par­al­le­ler Zugriff mehrerer Clients möglich Abruf üb­li­cher­wei­se nur durch einen Client
Teil­wei­ser Abruf möglich (z. B. Header, einzelne Ordner) Stan­dard­mä­ßi­ger Abruf aller neuen Nach­rich­ten
Geeignet für Cloud- und Team­ar­beit Geeignet für Ein­zel­platz- oder Ar­chiv­lö­sun­gen
Heute gängiger Standard Nur noch für spezielle Szenarien sinnvoll

Fazit: Für die meisten privaten und ge­schäft­li­chen Nut­zungs­sze­na­ri­en ist IMAP die sinn­vol­le­re Wahl. Das Protokoll un­ter­stützt die Syn­chro­ni­sa­ti­on über mehrere Geräte, zentrale Da­ten­spei­che­rung sowie moderne Si­cher­heits- und Backup-Stra­te­gien. POP3 eignet sich dagegen nur noch für spezielle Ein­zel­platz- oder Ar­chi­vie­rungs­sze­na­ri­en.

Si­cher­heit und Ver­schlüs­se­lung bei IMAP und POP3

Un­ab­hän­gig davon, ob Sie IMAP oder POP3 verwenden, spielt die Ver­schlüs­se­lung der Ver­bin­dung eine zentrale Rolle. Un­ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen über Port 143 (IMAP) oder 110 (POP3) gelten als veraltet und sollten nicht mehr ein­ge­setzt werden, da An­mel­de­infor­ma­tio­nen und Inhalte dabei theo­re­tisch im Klartext über­tra­gen werden können. Moderne E-Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on sollte aus­schließ­lich über ab­ge­si­cher­te Ver­bin­dun­gen erfolgen. Sowohl IMAP als auch POP3 un­ter­stüt­zen die Trans­port­ver­schlüs­se­lung über SSL/TLS:

  • IMAP: Port 993 (SSL/TLS)
  • POP3: Port 995 (SSL/TLS)

Die ei­gent­li­che Trans­port­ver­schlüs­se­lung ist bei beiden Pro­to­kol­len technisch ver­gleich­bar. Un­ter­schie­de ergeben sich jedoch durch die Spei­cher­stra­te­gie:

  • IMAP speichert E-Mails zentral auf dem Server. Si­cher­heits- und Backup-Stra­te­gien können dadurch ser­ver­sei­tig umgesetzt werden.
  • POP3 speichert Nach­rich­ten lokal auf dem Endgerät. Bei Ge­rä­te­ver­lust oder fehlenden Backups besteht ein erhöhtes Risiko für Da­ten­ver­lust.

In modernen IT-Um­ge­bun­gen mit mehreren Geräten, mobilen Zugriffen und zentraler Ver­wal­tung bietet IMAP daher struk­tu­rel­le Vorteile im Hinblick auf Da­ten­si­cher­heit und Wie­der­her­stell­bar­keit.

Hinweis

Neben der direkten SSL/TLS-Ver­bin­dung un­ter­stüt­zen viele Server auch STARTTLS. Dabei wird eine zunächst un­ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dung nach­träg­lich ab­ge­si­chert. In pro­fes­sio­nel­len Um­ge­bun­gen ist darauf zu achten, dass Zer­ti­fi­ka­te gültig sind und korrekt geprüft werden, um Man-in-the-Middle-Angriffe zu ver­hin­dern.

E-Mail-Ein­stel­lun­gen zu IMAP und POP3 bei IONOS

Wenn Sie ein E-Mail-Konto bei IONOS verwenden, können Sie sowohl IMAP als auch POP3 für den Mail­emp­fang kon­fi­gu­rie­ren. Für eine sichere IMAP- und POP3-Ein­rich­tung empfiehlt IONOS ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen über folgende Ports:

  • IMAP: Port 993 (SSL/TLS)
  • POP3: Port 995 (SSL/TLS)
  • SMTP (Versand): Port 587 oder 465 (SSL/TLS)

Während IONOS POP3-E-Mails stan­dard­mä­ßig lokal speichert, er­mög­licht IMAP die Syn­chro­ni­sa­ti­on über mehrere Geräte hinweg. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Ihrem Nut­zungs­sze­na­rio ab.

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