Die ser­ver­sei­ti­ge Skript­spra­che PHP gehört zu den be­lieb­tes­ten Sprachen der Welt. Sie ist Open-Source und leicht zu erlernen. PHP wird ser­ver­sei­tig aus­ge­führt, hat eine riesige Community und ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil der wichtiger Web­an­wen­dun­gen.

Was bedeutet PHP?

Der Begriff „PHP”, ur­sprüng­lich eine Abkürzung für „Personal Home Page Tools“, wird heute als re­kur­si­ves Akronym für „PHP: Hypertext Prepro­ces­sor“ genutzt. Diese Be­zeich­nung mag bekannt sein – was PHP genau ist, erklärt sie aber nur un­zu­rei­chend. PHP ist eine Skript­spra­che, die vor allem im Rahmen von dy­na­mi­schen Websites und An­wen­dun­gen zum Einsatz kommt. Die Sprache wurde bereits 1995 von dem dänisch-ka­na­di­schen Ent­wick­ler Rasmus Lerdorf erfunden und im selben Jahr erstmals ver­öf­fent­licht. Ihre Syntax ist an C und Perl angelehnt und sie ist quell­of­fen. PHP gilt als leicht erlernbar und ist auch deswegen sehr weit ver­brei­tet.

Was ist PHP und was macht die Sprache so besonders?

Die wahr­schein­lich wich­tigs­te Be­son­der­heit von PHP ist, dass die Skript­spra­che aus­schließ­lich ser­ver­sei­tig aus­ge­führt wird. Dies un­ter­schei­det sie von anderen beliebten Web-Pro­gram­mier­pra­chen wie CSS, HTML oder Ja­va­Script.

PHP-Quelltext wird somit nicht direkt an einen Web­brow­ser über­mit­telt, sondern durch­läuft zunächst einen so­ge­nann­ten In­ter­pre­ter auf der Ser­ver­ebe­ne. Dieser In­ter­pre­ter ver­ar­bei­tet Anfragen, die von Clients gestellt werden, wandelt sie um und schickt sie erst dann als Ausgabe zurück an den Browser. Häufig geschieht dies als HTML-Dokument, PHP kann aber unter anderem auch Bilder oder PDF-Dokumente ge­ne­rie­ren. Das Skript selbst verbleibt dabei immer auf dem Server und nur das Ergebnis wird an das Endgerät wei­ter­ge­lei­tet.

Diese Ar­beits­wei­se von PHP machen sich zum Beispiel viele große Content-Ma­nage­ment-Systeme zunutze. Drupal, Joomla, TYPO3 und WordPress sind nur einige der zahl­rei­chen Systeme, die auf PHP basieren. Auch aus diesem Grund ist die Sprache weltweit sehr ver­brei­tet und wird von zahl­rei­chen Web­ser­vices verwendet. Sie gilt als be­lieb­tes­te und er­folg­reichs­te ser­ver­sei­ti­ge Pro­gram­mier­spra­che. Auch wenn die Nut­zer­zah­len aufgrund neuer Kon­kur­ren­ten in den letzten Jahren ein wenig gesunken sind, setzen nach wie vor fast 80 Prozent aller Websites zumindest teilweise auf PHP.

Tipp

Sie haben Interesse daran, die Sprache zu erlernen? Im Digital Guide bieten wir Ihnen unter anderem auch ein um­fang­rei­ches PHP-Tutorial.

Wofür wird PHP genutzt?

Wenn man weiß, was PHP ist, sind auch die häu­figs­ten Ein­satz­zwe­cke der Sprache na­he­lie­gend. Zwar gibt es grund­sätz­lich viele denkbare Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten, in den meisten Fällen kommen die Skripte al­ler­dings in den folgenden drei Bereichen zum Einsatz:

  • Ser­ver­sei­ti­ge Pro­gram­mie­rung: Das wohl wich­tigs­te Ein­satz­ge­biet von PHP ist die ser­ver­sei­ti­ge Pro­gram­mie­rung. Um die Sprache nutzen zu können, werden drei Kom­po­nen­ten benötigt: ein PHP-Parser, ein Webserver und ein passender Web­brow­ser. Der Server wird mit einer PHP-In­stal­la­ti­on verbunden und der Browser greift dann auf die Inhalte zu, die auf dem Server abgelegt wurden. Es ist auf diese Weise auch möglich, Websites vor ihrer Ver­öf­fent­li­chung auf Funk­tio­na­li­tät und Feh­ler­an­fäl­lig­keit zu testen.
  • Pro­gram­mie­rung über die Kom­man­do­zei­le: Wenn Sie nur einen PHP-Parser verwenden, können Sie PHP-Skripte auch ohne Server oder Browser schreiben und nutzen. Geeignet sind sie zum Beispiel für kleinere Programme für die Text­ver­ar­bei­tung oder re­gel­mä­ßi­ge Aufgaben, die am Ende auf einer Website aus­ge­führt werden sollen. Derartige Skripte arbeiten mit cron oder dem Task Scheduler zusammen.
  • Desktop-Anwendung erstellen: Es ist grund­sätz­lich auch möglich, PHP zu nutzen, um Desktop-Ap­pli­ka­tio­nen mit gra­fi­scher Ober­flä­che zu erstellen. Dieser Ansatz bietet sich allerding nur dann an, wenn Sie bereits tie­fer­ge­hen­de Kennt­nis­se der Sprache haben, da die einzelnen Ar­beits­schrit­te ziemlich komplex sein können.

Was zeichnet PHP aus?

Die Be­liebt­heit von PHP kommt nicht von ungefähr. Die Skript­spra­che bietet Nut­ze­rin­nen und Nutzern zahl­rei­che Vorteile. Wir haben die wich­tigs­ten Vorzüge zu­sam­men­ge­fasst:

  • Viel­sei­tig­keit: Bei unserer Erklärung, was PHP ist, haben wir es bereits anklingen lassen: Die Skript­spra­che zeichnet sich durch ihre große Viel­sei­tig­keit aus. Das betrifft al­ler­dings nicht nur ihre zahl­rei­chen po­ten­zi­el­len Ein­satz­ge­bie­te. PHP har­mo­niert mit allen gängigen Be­triebs­sys­te­men und arbeitet auch perfekt mit den meisten Web­ser­vern zusammen.
  • Lernkurve: Im Vergleich zu vielen anderen Skript­spra­chen ist PHP sehr einfach zu erlernen. Bereits nach kurzer Zeit werden Sie die Sprache in vielen Bereichen für sich nutzen können. Durch ihren ge­wal­ti­gen Umfang ist die Sprache aber auch für Profis eine logische und lohnende Wahl.
  • Ausgabe: Zwar wird PHP vor allem für die Ausgabe von HTML-Inhalten genutzt, es sind al­ler­dings auch zahl­rei­che andere Formate möglich. Die Sprache kann unter anderem auch Bilder, Ani­ma­tio­nen oder PDF-Dokumente dynamisch ge­ne­rie­ren und un­ter­stützt XML-Dateien.
  • Da­ten­ban­ken und Pro­to­kol­le: Auch die meisten Da­ten­ban­ken werden von PHP un­ter­stützt, was bedeutet, dass sich die Sprache auch für den Aufbau da­ten­bank­ge­stütz­ter An­wen­dun­gen her­vor­ra­gend eignet. Darüber hinaus ist die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Services, die Pro­to­kol­le wie HTTP, IMAP oder LDAP nutzen, ebenso möglich wie das Zu­sam­men­spiel mit Java-Objekten.
  • Open-Source: PHP ist quell­of­fen und kann somit frei genutzt und verändert werden. Das bietet Ihnen nicht nur viele Mög­lich­kei­ten, sondern schont auch Ihr Budget.
  • Community: Die große Be­liebt­heit der Skript­spra­che sorgt dafür, dass es zahl­rei­che Do­ku­men­ta­tio­nen über PHP gibt. Dazu steht die riesige Community nicht nur Neulingen mit Rat und Tat zur Seite, sondern ent­wi­ckelt die Sprache auch kon­ti­nu­ier­lich weiter.

PHP: Was ist der Nachteil?

Was positiv an PHP ist, kann unter Umständen auch zu einem Nachteil werden: Weil sich schnell Lern­erfol­ge erzielen lassen, über­schät­zen sich manche Nut­ze­rin­nen und Nutzer und ver­nach­läs­si­gen Si­cher­heits­stan­dards. Das macht die ent­spre­chen­den Seiten zu einem leichten Ziel für Angriffe. Es ist daher un­er­läss­lich, die Website vorher genau zu testen und auch die Skripte immer wieder auf ihre Ak­tua­li­tät hin zu über­prü­fen.

Ist der Code nicht sauber ge­schrie­ben, kann dies auch nach­tei­li­ge Aus­wir­kun­gen auf die Per­for­mance der Seite haben. Gerade bei hohem Be­su­cher­auf­kom­men sind PHP-Skripte mitunter anfällig. Mit der nötigen Sorgfalt lassen sich solche Probleme al­ler­dings vermeiden.

Tipp

Sie möchten wissen, wie PHP im Vergleich zu anderen Skript­spra­chen ab­schnei­det? An anderer Stelle im Digital Guide finden Sie unter anderem die beiden ver­glei­chen­den Artikel „PHP vs. Ja­va­Script“ und „PHP vs. Python“.

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