Wenn Sie eine neue Fest­plat­te in ein be­stehen­des System einbinden oder das Be­triebs­sys­tem neu aufsetzen möchten, müssen Sie die Fest­plat­te immer zunächst for­ma­tie­ren. Erst im Anschluss ist das Spei­cher­me­di­um in der Lage, Daten wie gewünscht zu erfassen, auf­zu­neh­men und zu ver­ar­bei­ten – u. a. dank passendem Da­tei­sys­tem wie NTFS oder FAT. Eine ele­men­ta­re Kom­po­nen­te des For­ma­tie­rungs­pro­zes­ses ist die Par­ti­tio­nie­rung, also die Auf­tei­lung des ver­füg­ba­ren Speichers in mehrere, von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Bereiche, die so­ge­nann­ten Par­ti­tio­nen (auch „Laufwerke“).

Hinweis

Für Än­de­run­gen an den Par­ti­tio­nen eines bereits ein­ge­rich­te­ten Wech­sel­me­di­ums muss dieses nicht voll­stän­dig neu for­ma­tiert werden. Lediglich für die an­ge­pass­ten Spei­cher­be­rei­che ist eine For­ma­tie­rung er­for­der­lich!

Die Auf­split­tung eines Da­ten­trä­gers in mehrere Par­ti­tio­nen wird erst mithilfe eines Schemas möglich, das auch als Par­ti­ti­ons­ta­bel­le be­zeich­net wird. Bei der Suche nach der passenden Tabelle stellt sich im Prinzip nur eine einzige Frage: MBR oder GPT? Egal, ob Linux-, Windows- oder Mac-PC – die beiden Schemata sind sys­tem­über­grei­fend die einzigen Lösungen für die Par­ti­tio­nie­rung. Doch wie un­ter­schei­den sie sich von­ein­an­der? Und welche Variante hat im Vergleich MBR vs. GPT die Nase vorn?

Par­ti­tio­nie­rung mit MBR oder GPT: Warum ei­gent­lich?

Die Auf­tei­lung des Speichers von Fest­plat­ten hat in bekannten Be­triebs­sys­te­men wie Windows Tradition, ist aber gar nicht zwingend er­for­der­lich. Jedes Spei­cher­me­di­um kann nämlich auch ohne eine Glie­de­rung der Spei­cher­res­sour­cen genutzt werden, sobald ein Da­tei­sys­tem ein­ge­rich­tet ist, das vom zu­grei­fen­den Be­triebs­sys­tem un­ter­stützt wird. Dass die Par­ti­tio­nie­rung ein so gefragtes Mittel bei der Fest­plat­ten­ver­wal­tung ist, liegt also vor allem an ihren Vorzügen, die sich wie folgt zu­sam­men­fas­sen lassen:

  • Das Be­triebs­sys­tem und sys­tem­re­le­van­te Dienste wie ein Boot­loa­der können gezielt im schnells­ten Bereich einer Fest­plat­te abgelegt werden (stan­dard­mä­ßig in den vor­ders­ten Spei­cher­sek­to­ren), um von der maximal möglichen Lese- und Schreib­ge­schwin­dig­keit zu pro­fi­tie­ren.
  • Daten, die nur wenigen Än­de­run­gen aus­ge­setzt sind, lassen sich dank eigener Partition leicht von re­gel­mä­ßi­gen De­frag­men­tie­run­gen aus­schlie­ßen.
  • Generell können System und An­wen­dungs­pro­gram­me durch Par­ti­tio­nen leicht von­ein­an­der getrennt werden, was System-Backups oder in­di­vi­du­el­le Daten-Backups erheblich ver­ein­facht.

MBR vs. GPT: Was verbirgt sich hinter den beiden Par­ti­ti­ons­tech­ni­ken?

Mit dem IBM-Computer XT und PC DOS 2.0 wurde 1983 auch der so­ge­nann­te Master Boot Record (MBR) ein­ge­führt. Seitdem dient die Sys­tem­kom­po­nen­te ei­ner­seits als Boot­ma­na­ger zum Starten BIOS-basierter Com­pu­ter­sys­te­me (auch In­stal­la­ti­on dieser Systeme), an­de­rer­seits als Par­ti­ti­ons­ta­bel­le zur ef­fi­zi­en­ten Auf­tei­lung des ver­füg­ba­ren Speichers. In letzterer Funktion hat sich MBR schnell zum Standard für Spei­cher­me­di­en ver­schie­dens­ter Art wie z. B. Fest­plat­ten, USB-Sticks oder Spei­cher­kar­ten ent­wi­ckelt. In den ver­gan­ge­nen Jahren wird MBR zunehmend durch den of­fi­zi­el­len Nach­fol­ger GUID Partition Table (GPT) ersetzt. Dieser neue Par­ti­ti­ons­ta­bel­len­stan­dard ist Be­stand­teil der UEFI-Spe­zi­fi­ka­ti­on, die seit 2000 als BIOS-Al­ter­na­ti­ve immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Hinweis

Obwohl GPT Teil des UEFI-Standards ist, können die GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len auch für die Par­ti­tio­nie­rung auf BIOS-Rechnern verwendet werden. Je nach Be­triebs­sys­tem gibt es al­ler­dings Ein­schrän­kun­gen: Windows-Versionen mit BIOS können bei­spiels­wei­se nicht von einem Laufwerk booten, das mit GPT par­ti­tio­niert wurde.

GPT oder MBR: Warum überhaupt ein neuer Par­ti­ti­ons­stan­dard?

Die MBR-Par­ti­tio­nie­rung hat die Com­pu­ter­tech­nik über einen langen Zeitraum geprägt, al­ler­dings einige ent­schei­den­de Ein­schrän­kun­gen, die einen Nach­fol­ger über kurz oder lang un­ver­zicht­bar gemacht haben.

So ist eine der größten Schwach­stel­len von Master Boot Record schon seit Beginn, dass die Technik lediglich vier Primär-Par­ti­tio­nen un­ter­stützt. Wer mehr als diese vier Un­ter­tei­lun­gen benötigt, muss auf so­ge­nann­te er­wei­ter­te Par­ti­tio­nen aus­wei­chen, die sich zwar in beliebig viele logische Par­ti­tio­nen un­ter­glie­dern lassen, aber auch einen kom­pli­zier­ten Aufbau der Spei­cher­struk­tu­ren zur Folge haben und bei Hardware-Defekten schnell zu Da­ten­ver­lust führen können.

Ein noch of­fen­sicht­li­che­res Problem des tra­di­tio­nel­len Par­ti­tio­nie­rungs­kon­zepts: MBR-Par­ti­tio­nen lassen sich nur auf Fest­plat­ten bzw. Spei­cher­me­di­en mit einer Größe bis zu 2 Terabyte (also 2.000 Gigabyte) ein­rich­ten. Das war zwar über viele Jahr­zehn­te lang zwar mehr als aus­rei­chend, ist heute aber sogar für viele stan­dard­mä­ßi­ge Fest­plat­ten im Pri­vat­ge­brauch zu wenig. Neben der Erhöhung der Si­cher­heit lässt sich die Auf­sto­ckung der möglichen Spei­cher­ka­pa­zi­tät folglich als ent­schei­den­der Grund für die Ent­wick­lung von GPT bzw. einem Nach­fol­ger für MBR nennen.

MBR vs. GPT im direkten Vergleich

Bei der Ent­wick­lung von GUID Partition Table wurden unter anderem die genannten Schwächen von Master Boot Record auf­ge­grif­fen. Ergebnis ist ein Par­ti­ti­ons­stan­dard der klare Vorteile in puncto Si­cher­heit und Per­for­mance aufweist. Die folgende Tabelle fasst die wich­tigs­ten Un­ter­schie­de im direkten „MBR vs. GPT“-Vergleich für Sie zusammen:

MBR (Master Boot Record) GPT (GUID Partition Table)
Spe­zi­fi­ka­ti­on keine UEFI
Mögliche primäre Par­ti­tio­nen 4 un­be­grenzt (Umsetzung abhängig vom Be­triebs­sys­tem; Windows: 128)
Maximale Par­ti­ti­ons­grö­ße 2 Terabyte (2.000 Gigabyte) 18 Exabyte (18 Mrd. Gigabyte)
Maximale Fest­plat­ten­grö­ße 2 Terabyte (2.000 Gigabyte) 18 Exabyte (18 Mrd. Gigabyte)
Si­cher­heit Da­ten­sek­tor ohne Prüfsumme Da­ten­sek­tor mit CRC32-Prüfsumme sowie Backup-GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­le
Par­ti­ti­ons­be­zeich­nung in der Partition ge­spei­chert ein­deu­ti­ge GUID-ID zuzüglich eines 36 Zeichen langen Namens
Multiboot-Un­ter­stüt­zung schwach stark (dank je­wei­li­gen Boot­loa­der-Einträgen in separater Partition)

MBR oder GPT: Welcher Par­ti­ti­ons­stil ist nun der richtige?

Wenn Sie Par­ti­tio­nen für eines Ihrer Spei­cher­me­di­en erstellen möchten, werden Ihnen für ge­wöhn­lich auch heute noch MBR oder GPT als Aus­wahl­mög­lich­kei­ten angeboten. Die GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len sind jedoch im Prinzip zur Stan­dard­lö­sung in moderner Hardware geworden, da sie eine un­be­grenz­te Anzahl an Par­ti­tio­nen zulassen und auch hin­sicht­lich der Größe der Wech­sel­me­di­en sowie der ge­wünsch­ten Spei­cher­teil­be­rei­che keinerlei Re­strik­tio­nen aufweisen (zumindest keine, die in naher Zukunft von Relevanz wären). Spä­tes­tens bei Da­ten­trä­gern mit mehr als zwei Terabyte Spei­cher­platz ist GPT al­ter­na­tiv­los. Lediglich in älterer Hardware und bei älteren Windows-Versionen sowie bei vielen älteren und neueren 32-Bit-Be­triebs­sys­te­men ist der Einsatz des alten MBR-Par­ti­ti­ons­stils noch zu empfehlen.

Fest­plat­ten mit MBR-Par­ti­tio­nie­rung in GPT kon­ver­tie­ren

Wenn Sie Da­ten­trä­ger verwenden, die noch mit Master Boot Record par­ti­tio­niert sind, ist dies zwar grund­sätz­lich kein Problem, al­ler­dings immer mit dem höheren Risiko des Da­ten­ver­lusts bei einem Defekt des Spei­cher­me­di­ums verbunden. Insofern Ihr System also die er­for­der­li­che Un­ter­stüt­zung für GUID-Par­ti­ti­ons­ta­bel­len bietet (z. B. modernes 64-Bit-System; bei Microsoft-Systemen: Windows 7 oder höher), empfiehlt es sich, be­stehen­de MBR-Par­ti­tio­nen in GPT-Par­ti­tio­nen um­zu­wan­deln. Zu diesem Zweck gibt es ei­ner­seits spezielle Tools, an­de­rer­seits haben viele Systeme auch eigene Lösungen für diese Kon­ver­tie­rung parat.

Unter Windows nehmen Sie die Um­wand­lung bei­spiels­wei­se mithilfe der Da­ten­trä­ger­ver­wal­tung vor, indem Sie folgende Schritte ausführen:

  1. Öffnen Sie die Sys­tem­steue­rung und klicken Sie auf den Menüpunkt „Ver­wal­tung“.
  2. Suchen Sie nach dem Icon für den Service „Com­pu­ter­ver­wal­tung“ und starten Sie diesen per Dop­pel­klick.
  3. Im linken Me­nü­fens­ter rufen Sie nun die Da­ten­trä­ger­ver­wal­tung auf, zu finden unter der Ober­ru­brik „Da­ten­spei­cher“.
  4. Windows prä­sen­tiert Ihnen nun eine Auf­lis­tung der in Ihrem Gerät ein­ge­bun­de­nen Da­ten­trä­ger inklusive der bereits ein­ge­rich­te­ten Par­ti­tio­nen. Wählen Sie das ge­wünsch­te Spei­cher­me­di­um per Rechts­klick aus und drücken Sie auf „Zu GPT-Da­ten­trä­ger kon­ver­tie­ren“.

Nutzer eines Linux-Be­triebs­sys­tems wie Ubuntu können die Um­wand­lung über das Terminal mithilfe des Programms gdisk vornehmen.

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