Ein Client ist ein Computer oder eine Anwendung, der bzw. die Anfragen an einen Server sendet. Damit macht sie Dienste und Daten, die der Server be­reit­stellt, für den Nutzer oder die Nutzerin verfügbar. Bekannte Cli­ent­an­wen­dun­gen sind bei­spiels­wei­se E-Mail-Programme und Browser.

De­fi­ni­ti­on und Funk­ti­ons­wei­se von Clients

Der Begriff „Client“ stammt aus dem Eng­li­schen bzw. La­tei­ni­schen und bedeutet wörtlich „Kunde“. Im IT-Bereich werden häufig auch die Begriffe Cli­ent­an­wen­dung und Cli­ent­pro­gramm geführt. Hier versteht man einen Client als Schnitt­stel­le zu Nut­ze­rin­nen und Nutzern, als Anwendung (Software), die mit Servern kom­mu­ni­ziert.

Das Endgerät, zum Beispiel ein Computer, führt die Cli­ent­an­wen­dung aus, mit der User agieren. Der Client sendet Anfragen an einen Server und nimmt damit die Dienste, welche der Server be­reit­stellt, in Anspruch. Die Aufgabe des Clients ist es, die Antwort des Servers so auf­zu­be­rei­ten, dass sie für die Ausgabe des an­fra­gen­den End­ge­rä­tes richtig ist. Ein Web­brow­ser als Client sendet bei­spiels­wei­se beim Besuch einer Website eine Anfrage an den Server. Der Browser gibt die Antwort des Servers, welche in Form von HTML und CSS vorliegt, im Brow­ser­fens­ter aus.

Dieses Zu­sam­men­spiel zwischen Client und Server kann man als Client-Server-Modell be­schrei­ben. Das Client-Server-Modell findet re­gel­mä­ßig bei der Be­reit­stel­lung von Server-Diensten innerhalb eines Netz­wer­kes Anwendung.

Arten von Clients

Es exis­tie­ren ver­schie­de­ner Arten von Clients. Sie lassen sich zur Dif­fe­ren­zie­rung in Ka­te­go­rien einteilen. In der Praxis treten auch Misch­for­men der einzelnen Arten auf. Im Folgenden sind die gän­gigs­ten Arten auf­ge­führt.

Fat Client

Der Fat Client, auch Thick Client genannt, ist ein voll­aus­ge­stat­te­ter und leis­tungs­fä­hi­ger Desktop-PC. Das lokale Arbeiten auf dem Client ist durch eine aus­rei­chen­de Re­chen­ka­pa­zi­tät möglich. Cha­rak­te­ris­tisch sind für den Fat Client eine Pro­gram­mier­schnitt­stel­le, die Hardware sowie ein gra­fi­sches Interface. Ein PC, auf dem Windows als Be­triebs­sys­tem in­stal­liert ist, ist ein Beispiel für einen Fat Client.

Thin Client

Ein Thin Client ist ein Computer oder ein Programm, welches weniger lokale Re­chen­ka­pa­zi­tät benötigt und auf die Existenz und Er­reich­bar­keit eines Servers an­ge­wie­sen ist. Lokales Arbeiten ist aufgrund der geringen Hard­ware­res­sour­cen nicht vor­ge­se­hen. Die Re­chen­leis­tung ist auf den Server aus­ge­la­gert. Die Haupt­auf­ga­be eines Thin Clients ist es, User-Eingaben auf­zu­neh­men und sie direkt an den Server zu senden. Ein Beispiel für den Einsatz ist der Zugriff auf virtuelle Desktops mittels Thin Client.

Rich Client

Rich Clients, welche auch unter dem Begriff Smart Client bekannt sind, führen eine Vielzahl der Aufgaben lokal aus und verfügen damit über die nötigen Rech­ner­res­sour­cen. Die Aus­la­ge­rung einiger weniger Aufgaben auf einen Server ist üblich. Die Mög­lich­keit der In­ter­ak­ti­on mit einem Server macht es außerdem leichter einen Rich Client zu ad­mi­nis­trie­ren.

Zero Client

Ein Zero Client, auch Ultra Thin Client genannt, ist eine besonders re­du­zier­te Form eines Thin Clients. Seine Funk­tio­na­li­tät ist voll­stän­dig von der Ver­bin­dung und Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Server abhängig. Er besitzt keinen lokalen Speicher und ist mit einem an Funk­tio­nen re­du­zier­ten Be­triebs­sys­tem aus­ge­stat­tet. Auch diese sind häufig bei dem Zugriff vir­tua­li­sier­ter Desk­top­um­ge­bun­gen zu finden.

Beispiele und An­wen­dun­gen von Clients

Die Anwendung von Clients findet täglich unzählige Male durch das Nutzen von End­ge­rä­ten statt. Manche Clients setzen Be­nut­ze­rin­nen und Benutzer bewusst ein, andere laufen unbemerkt verdeckt im Hin­ter­grund.

E-Mail-Client

Unter dem E-Mail-Client versteht man das E-Mail-Programm. Die Software eröffnet den Nut­ze­rin­nen und Nutzern alle Ak­ti­vi­tä­ten in der In­ter­ak­ti­on mit E-Mails. Der E-Mail-Client er­mög­licht, das Schreiben, Senden, Empfangen, Lesen, Filtern und Suchen von E-Mails. Pro­to­kol­le zur Erfüllung dieser Funk­tio­na­li­tä­ten sind SMTP, IMAP oder POP. E-Mail-Clients sind entweder als ei­gen­stän­di­ges Programm in­stal­liert oder in­te­griert in Browser- oder Smart­phone-Plugins. Bekannte Beispiele für E-Mail-Clients sind Microsoft Outlook, Mozilla Thun­der­bird und Apple Mail.

FTP-Client

Der FTP-Client kommt dann zum Einsatz, wenn man Dateien auf einen FTP-Server hochlädt oder etwas von diesem her­un­ter­lädt. Der Client baut eine FTP-Ver­bin­dung zum Server auf. Der Da­ten­aus­tausch findet über diese Ver­bin­dung statt.

SSH-Client

Der SSH-Client ist ein Programm, das eine sichere und au­then­ti­fi­zier­te SSH-Ver­bin­dung zu einem Server herstellt. Das SSH-Protokoll er­mög­licht es, dass die Da­ten­über­tra­gung zwischen den beiden ver­bun­de­nen Computern sicher ist. SSH-Ver­bin­dun­gen finden somit bei der Ver­wal­tung von Servern, Über­mitt­lung von Daten sowie bei der Fern­war­tung ihre Anwendung. Ein sehr bekannter SSH-Client ist bei­spiels­wei­se PuTTY unter Windows.

Web­brow­ser

Der Web­brow­ser er­mög­licht, Anfragen an Webserver zu senden und damit bei­spiels­wei­se eine Webseite beim Server an­zu­fra­gen und an­zu­zei­gen. Das Protokoll, welches das Senden der Anfragen er­mög­licht, ist HTTP. Bekannte und weit­ver­brei­te­te Web­brow­ser sind Google Chrome und Firefox.

DNS-Client

Ein DNS-Client gehört zu den Clients, welche unbemerkt für den Nutzer im Hin­ter­grund laufen. Dieser ist im Netz­werk­pro­to­koll TCP/IP ein­ge­bun­den. Er löst den Com­pu­ter­na­men oder die Web­adres­se in die da­zu­ge­hö­ri­ge IP-Adresse auf. Der Client ist somit der Ver­mitt­ler zwischen dem Domain Name Service (DNS) und dem Programm, welches die IP-Adresse des Servers benötigt.

Un­ter­schied zwischen Client und Server

Die Client-De­fi­ni­ti­on, die Funk­ti­ons­wei­se von Clients sowie die An­wen­dungs­fäl­le von Clients zeigen, dass Clients häufig auf einen Server, mit dem sie kom­mu­ni­zie­ren, an­ge­wie­sen sind. Beide treten somit in vielen Fällen in Kom­bi­na­ti­on auf, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Sowohl der Server als auch der Client liegen in manchen Fällen als phy­si­scher Computer vor, un­ter­schei­den sich aber in ihrer Rolle und Funktion in einem Client-Server-Konstrukt maß­geb­lich.

Der Client fungiert als Kunde. Er stellt Anfragen an einen Server und ver­ar­bei­tet die Antwort des Servers so, wie es in dem Programm definiert ist. Ein Client liegt in Form eines Computers oder eines Programms vor.

Der Server liefert auf Anfrage eines Clients eine Antwort. Er stellt die er­for­der­li­chen Dienste und Res­sour­cen für Clients bereit und übernimmt die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Client, indem er die Anfragen des Clients annimmt und auf Basis seiner de­fi­nier­ten Funktion eine ent­spre­chen­de Antwort sendet.

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