Um die Feh­ler­quo­te bei der Über­tra­gung und Spei­che­rung von Daten ein­zu­däm­men, hat der ame­ri­ka­ni­sche Ma­the­ma­ti­ker William Wesley Peterson 1961 das Verfahren der so­ge­nann­ten zy­kli­schen Red­un­danz­prü­fung (engl. cyclic red­un­dan­cy check oder kurz CRC) ent­wi­ckelt. Bei diesem Verfahren werden jedem Da­ten­block Red­un­dan­zen in Form eines zu­sätz­li­chen Prüfwerts hin­zu­ge­fügt. Dieser auch als CRC-Wert be­zeich­ne­te Wert er­mög­licht es, auf­ge­tre­te­ne Fehler bei der Über­tra­gung und Spei­che­rung zu erkennen und im Op­ti­mal­fall au­to­ma­tisch zu kor­ri­gie­ren.

Stößt die zyklische Red­un­danz­prü­fung auf eine bzw. mehrere pro­ble­ma­ti­sche Dateien, kann dies zu einem CRC-Fehler führen, der eine Aus­füh­rung der geplanten Da­ten­spei­che­rung bzw. -über­tra­gung ver­hin­dert. Ein solcher Fall kann ins­be­son­de­re beim Her­un­ter­la­den und Entpacken kom­pri­mier­ter Dateien und Archive, aber auch beim Lesen und Schreiben von Daten auf Fest­plat­ten eintreten. Was ein CRC-Fehler genau ist und wie Sie dieses Problem beheben können, erfahren Sie in den folgenden Ab­schnit­ten.

Was ist ein CRC-Fehler?

Ein CRC-Fehler in­for­miert Sie darüber, dass im Rahmen der zy­kli­schen Red­un­danz­prü­fung be­schä­dig­te bzw. un­voll­stän­di­ge Dateien entdeckt wurden. In einem solchen Fall stimmen der ab­ge­gli­che­ne Wert der Daten und der an­ge­häng­te CRC-Wert nicht überein, was einen Abbruch der Aktion (Spei­che­rung, Kopieren, Le­se­zu­griff etc.) sowie eine ent­spre­chen­de CRC-Feh­ler­mel­dung zur Folge hat. Ty­pi­scher­wei­se lautet diese Meldung fol­gen­der­ma­ßen:

Datenfehler (CRC-Prüfung)

Besonders häufig tritt der CRC-Fehler beim Entpacken von kom­pri­mier­ten Dateien und Archiven auf. Ebenso ist eine fehl­ge­schla­ge­ne zyklische Red­un­danz­prü­fung aber auch möglich beim Lesen und Be­schrei­ben lokaler und externer Fest­plat­ten bzw. USB-Sticks sowie externer Da­ten­trä­ger wie CDs, DVDs oder Blu-rays.

Was kann man gegen den CRC-Fehler machen?

Werden Sie mit dem CRC-Error kon­fron­tiert, kann dies schnell sehr frus­trie­rend sein: Typische Lö­sungs­an­sät­ze wie ein Neustart des Systems bieten bei Problemen mit der zy­kli­schen Red­undanz­über­prü­fung keine Hilfe. Vor­über­ge­hend abstellen können Sie das Über­prü­fungs­ver­fah­ren auch nicht, weshalb die be­trof­fe­nen Dateien auf den ersten Blick verloren scheinen. Je nach Szenario, in dem der CRC-Fehler auftritt, gibt es dennoch un­ter­schied­li­che Lö­sungs­stra­te­gien, um das Problem mit der Über­prü­fung zu beheben und die Dateien zu retten.

CRC-Fehler beim Entpacken beheben – so funk­tio­niert’s

Wer kom­pri­mier­te Dateien oder Archive entpacken möchte, hat zu diesem Zweck bei aktuellen Be­triebs­sys­te­men stan­dard­mä­ßig in­stal­lier­te Bord­mit­tel zur Verfügung. Dennoch setzen viele Nutzer beim Packen und Entpacken von Do­ku­men­ten auf Dritt­an­bie­ter-Tools wie WinZip oder WinRAR, die oft über einen we­sent­lich größeren Funk­ti­ons­um­fang verfügen. Wenn Sie selbst eine solche Software verwenden, sollten Sie beim Auftreten des CRC-Fehlers zunächst über­prü­fen, ob diese noch aktuell ist. Haben Sie das Programm ak­tua­li­siert und der Fehler bleibt bestehen, können Sie es im nächsten Schritt mit einer kom­plet­ten Neu­in­stal­la­ti­on probieren. Auch ein Wechsel des Pack­pro­gramms kann mitunter die passende Antwort auf das CRC-Problem sein.

Tipp

Auch ein un­voll­stän­dig bzw. feh­ler­haft aus­ge­führ­ter Download kann schnell zu Problemen wie dem CRC-Fehler führen. Haben Sie die be­schä­dig­te Datei bzw. das be­schä­dig­te Archiv aus dem Internet her­un­ter­ge­la­de­nen, ist daher ein erneuter Download zu empfehlen!

Viele Dritt­an­bie­ter-Tools verfügen darüber hinaus über eine Funktion, be­schä­dig­te Archive bzw. kom­pri­mier­te Dateien zu re­pa­rie­ren. Sollte Ihr Programm diese Option bieten, können Sie im letzten Schritt versuchen, den CRC-Fehler auf diesem Weg zu beheben. In der bereits erwähnten und sehr beliebten Anwendung WinRAR starten Sie die Reparatur bei­spiels­wei­se fol­gen­der­ma­ßen:

  1. Öffnen Sie die gezippte Datei bzw. das gezippte Archiv in WinRAR.
  2. Klicken Sie in der oberen Me­nü­leis­te den Punkt „Extras“ an.
  3. Wählen Sie „Archiv re­pa­rie­ren“ aus.
  4. Bestimmen Sie einen Ablageort für das zu re­pa­rie­ren­de Archiv und geben Sie den Kom­pri­mie­rungs­typ (ZIP bzw. RAR) an.
  5. Klicken Sie auf „OK“, um die Reparatur zu starten.
  6. Ist der Prozess ab­ge­schlos­sen, befindet sich im de­fi­nier­ten Ziel­ver­zeich­nis eine „rebuilt“-Variante des Archivs, die im besten Fall keinen CRC-Fehler beim Entpacken auswirft.

Archive trotz CRC-Fehler entpacken (am Beispiel von WinRAR)

Wenn sich ein kom­pri­mier­tes Archiv aufgrund eines CRC-Fehlers nicht mehr entpacken lässt, sind häufig nur einzelne Dateien feh­ler­haft, während der Großteil der Daten un­be­schä­digt ist. Wollen Sie we­nigs­tens diese un­pro­ble­ma­ti­schen Ar­chiv­be­stand­tei­le retten, können Sie dies mit den meisten Dritt­an­bie­ter-Tools ebenfalls erledigen, falls eine Behebung des Fehlers nicht möglich ist. Ex­em­pla­risch zeigt die folgende Anleitung auf, wie dieser Vorgang in WinRAR funk­tio­niert:

  1. Öffnen Sie das be­trof­fe­ne Archiv mit WinRAR.
  2. Drücken Sie auf den Menüpunkt „Entp. nach“ (Entpacken nach).
  3. Markieren Sie in der Rubrik „Ver­schie­de­nes“ die Option „Defekte Dateien behalten“.
  4. Klicken Sie zum Abschluss auf „OK“.
  5. Das Archiv wird daraufhin in das de­fi­nier­te Ziel­ver­zeich­nis entpackt – inklusive der defekten Datei(en). Diese lassen sich aber auch weiterhin nicht öffnen bzw. be­ar­bei­ten.

CRC-Fehler beim Lese- oder Schreib­zu­griff auf Da­ten­trä­ger: Lö­sungs­an­sät­ze

Auch beim Zugriff auf Da­ten­trä­ger kann das Auftreten von CRC-Fehlern für Frust sorgen. Spä­tes­tens, wenn eine wichtige Datei auf­ge­ru­fen werden soll oder die Ab­spei­che­rung neuer Dateien infolge der zyklische Red­un­danz­prü­fung gänzlich ver­wei­gert wird, ist eine Pro­blem­lö­sung dringend notwendig.

Da es für diese Art von Fehler bei Spei­cher­me­di­en keine spe­zi­fi­sche Pro­blem­be­hand­lung gibt, ver­spre­chen Tools zur all­ge­mei­nen Feh­ler­prü­fun­gen der be­trof­fe­nen Da­ten­trä­ger die größten Er­folgs­aus­sich­ten. Hierbei können Sie wie bei den Pack­pro­gram­men zwischen Dritts­oft­ware (meist kos­ten­pflich­tig) und bereits im System in­te­grier­ten Tools wählen. In Windows-Be­triebs­sys­te­men ist das ent­spre­chen­de Werkzeug, das stan­dard­mä­ßig in­stal­liert ist, bei­spiels­wei­se unter der Be­zeich­nung „Feh­ler­über­prü­fung“ zu finden. Einsetzen lässt es sich bei Da­ten­trä­ger­pro­ble­men wie dem CRC-Fehler fol­gen­der­ma­ßen:

  1. Rufen Sie den Da­tei­ex­plo­rer auf und wählen den pro­ble­ma­ti­schen Da­ten­trä­ger per Rechts­klick aus.
  2. Wählen Sie den Menüpunkt „Ei­gen­schaf­ten“ aus.
  3. Wechseln Sie in die Re­gis­ter­kar­te „Tools“.
  4. Klicken Sie unter dem Eintrag „Feh­ler­über­prü­fung“ auf den Button „Prüfen“.
  5. Ab­schlie­ßend drücken Sie auf die Schalt­flä­che „Laufwerk scannen“, um die Feh­ler­über­prü­fung zu starten.

Lassen sich CRC-Fehler vermeiden?

Probleme beim Entpacken bzw. Lesen und Schreiben von Dateien fallen besonders dann schwer ins Gewicht, wenn die Dateien besonders dringend benötigt werden oder unbedingt gesichert bzw. ar­chi­viert werden müssen. Grund­sätz­lich stellt sich daher die Frage, ob es möglich ist, Fehlern infolge der zy­kli­schen Red­un­danz­prü­fung vor­zu­beu­gen. Eine zu­frie­den­stel­len­de Antwort gibt es in diesem Fall aber nicht: Dass Dateien oder Archive be­schä­digt werden, kann jederzeit passieren. Sie können sich al­ler­dings darum bemühen, ver­wen­de­te Software für den Umgang mit Dateien stets aktuell zu halten, indem Sie re­gel­mä­ßig nach ver­füg­ba­ren Updates Ausschau halten und diese in­stal­lie­ren.

Zudem lässt sich das Risiko von Hard­ware­pro­ble­men generell mi­ni­mie­ren, indem Sie Ihr Gerät immer ord­nungs­ge­mäß her­un­ter­fah­ren und die Ver­bin­dung zu externen Fest­plat­ten und USB-Sticks mithilfe der „Hardware sicher entfernen“-Funktion trennen.

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