Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff „Marketing“ lesen? Die meisten verbinden Marketing mit auf­wen­di­gen Wer­be­maß­nah­men von pro­fit­ori­en­tier­ten Un­ter­neh­men, die versuchen, ihre Produkte an eine breite Kund­schaft zu verkaufen. Die Ge­winn­ma­xi­mie­rung steht hier an oberster Stelle. Nicht so beim Non-Profit-Marketing. Werbung kann viel mehr sein als eine bloße Ver­kaufs­stra­te­gie. Was ist unter Non-Profit-Marketing genau zu verstehen? Wie funk­tio­niert soziales Marketing und wie können Sie als Un­ter­neh­mer Ihr eigenes Non-Profit-Marketing-Konzept zum Erfolg bringen?

De­fi­ni­ti­on: Was ist Non-Profit-Marketing?

Non-Profit-Marketing wird im Deutschen auch ver­ein­facht So­zi­al­mar­ke­ting genannt. Damit sind jegliche Wer­be­maß­nah­men gemeint, die ein sozial aus­ge­rich­te­tes Angebot ver­mark­ten möchten. Die so­ge­nann­ten Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen (NPOs) sind nicht er­werbs­wirt­schaft­lich und demnach nicht an Gewinnen oder anderen öko­no­mi­schen Zielen ori­en­tiert, sondern stellen soziale und ge­sell­schafts­be­zo­ge­ne Projekte auf die Beine. Es geht hier vor allem um das Sammeln von Spen­den­gel­dern für soziale Zwecke, z. B. den Tier- und Um­welt­schutz, die au­ßer­schu­li­sche Le­se­för­de­rung oder die Un­ter­brin­gung von Hei­mat­lo­sen. Doch das ist längst nicht alles.

Auch wenn die Methoden und In­stru­men­te des NPO-Mar­ke­tings denen der Profit-Un­ter­neh­men ähneln, ergeben sich bei NPOs mitunter ganz andere Aufgaben und Ziele. So­zi­al­mar­ke­ting ist demnach weit mehr als der Versand von E-Mailings und News­let­tern oder das Verteilen von Flyern in der Fuß­gän­ger­zo­ne und die Angabe von Kon­to­da­ten für Spen­den­ein­nah­men. Ein Non-Profit-Marketing-Konzept für ein ge­sell­schaft­li­ches Projekt erfordert eine ganz­heit­li­che Öf­fent­lich­keits­ar­beit, die die Be­dürf­nis­se von Ziel­grup­pen anspricht und zur Mithilfe anregt.

Achtung

Non-Profit-Marketing darf nicht mit Social Marketing ver­wech­selt werden, auch wenn im Deutschen der Begriff So­zi­al­mar­ke­ting verwendet wird. Social Marketing ist eine Strategie ge­winn­ori­en­tier­ter Un­ter­neh­men, die durch soziale Kampagnen das eigene Image ver­bes­sern wollen. Ein Beispiel für eine Social-Marketing-Kampagne ist das Projekt „Du bist Deutsch­land", bei dem insgesamt 25 Me­di­en­un­ter­neh­men mit­wirk­ten.

Was sind Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen (NPOs)?

Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen (NPOs) sind ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen, Vereine oder Verbände und lassen sich in wirt­schaft­li­che, so­zio­kul­tu­rel­le, po­li­ti­sche und soziale NPOs un­ter­tei­len. Sie erhalten fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung entweder durch staat­li­che Mittel, Spen­den­gel­der und/oder durch Mit­glieds­bei­trä­ge. Der erzielte Gewinn wird al­ler­dings nicht an die Mit­glie­der aus­ge­schüt­tet, sondern in die Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. das Projekt in­ves­tiert.

NPOs sind über­wie­gend auf eh­ren­amt­li­che Helfer/innen an­ge­wie­sen. Je nach Größe und Aus­rich­tung der Or­ga­ni­sa­ti­on wird al­ler­dings auch haupt­amt­li­ches Personal be­schäf­tigt. Neben ihrer großen Anzahl an frei­wil­li­gen Mit­ar­bei­tern be­schäf­ti­gen global agierende NPOs wie Amnesty In­ter­na­tio­nal oder Green­peace auch feste An­ge­stell­te, um bei­spiels­wei­se die täglich an­fal­len­den Ver­wal­tungs­ar­bei­ten zu be­wäl­ti­gen.

Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für ver­schie­de­ne NPO-Typen:

Trä­ger­schaft Art/Typus Beispiele
Soziale NPO
  • Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen
  • Ent­wick­lungs­hil­fe
  • Wohl­fahrts­in­sti­tu­tio­nen
  • Selbst­hil­fe­grup­pen
  • UNICEF
  • Ärzte ohne Grenzen
  • Das Deutsche Rote Kreuz
  • hilfs­wel­ten e. V.
  • DAHW – Deutsche Lepra- und Tu­ber­ku­lo­se­hil­fe e. V.
So­zio­kul­tu­rel­le NPO
  • Kirchen
  • Sport­ver­ei­ne
  • Frei­zeit­ver­ei­ne
  • Caritas
  • Heils­ar­mee
  • Schweizer Alpen-Club
Po­li­ti­sche NPO
  • Po­li­ti­sche Parteien/ Verbände
  • Natur- und Um­welt­or­ga­ni­sa­tio­nen
  • Or­ga­ni­sier­te Bür­ger­initia­ti­ven
  • Amnesty In­ter­na­tio­nal
  • Human Rights Watch
  • Green­peace
  • WWF
  • NABU
Wirt­schaft­li­che NPO
  • Wirt­schafts­ver­bän­de
  • Ar­beit­neh­mer­or­ga­ni­sa­tio­nen
  • Be­rufs­ver­bän­de
  • Ge­nos­sen­schaf­ten
  • Zen­tral­ver­band des Deutschen Bau­ge­wer­bes e. V. (ZDB)
  • Zen­tral­aus­schuss der deutschen Land­wirt­schaft (ZDL)

Ziele, Her­aus­for­de­run­gen und Schwie­rig­kei­ten für NPOs

Egal ob im Bereich Um­welt­schutz, Ent­wick­lungs­hil­fe oder Men­schen­rech­te: Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen verfolgen immer das Ziel, ein soziales Projekt zum Erfolg zu führen. Doch der Weg dorthin stellt NPOs vor ganz andere Her­aus­for­de­run­gen als ge­winn­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men. Denn in der Regel stehen dem NPO-Marketing weniger per­so­nel­le und fi­nan­zi­el­le Res­sour­cen zur Verfügung. Da die Kampagne keinen oder nur minimalen Gewinn abwirft (etwa durch den Verkauf eigener Produkte), sind NPOs meist auf Selbst­fi­nan­zie­rung oder Spen­den­gel­der an­ge­wie­sen. Doch der Kon­kur­renz­druck auf dem Spen­den­be­schaf­fungs­markt ist gewaltig. Allein in Deutsch­land kon­kur­rie­ren mehr als 500.000 Vereine und 16.000 Stif­tun­gen um Spen­den­gel­der.

Tipp

In­for­mie­ren Sie sich über staat­li­che För­der­mit­tel und Zuschüsse, die Sie in der Regel über Ihre Gemeinde oder über die öf­fent­li­chen Stif­tungs­ver­zeich­nis­se der einzelnen Bun­des­län­der erhalten. Bedenken Sie jedoch, dass die staat­li­chen Mittel begrenzt sind und daher auch hier ein hoher Kon­kur­renz­druck herrscht.

Eine weitere Schwie­rig­keit: Die immer wieder auf­tau­chen­den Negativ-Schlag­zei­len um den Miss­brauch von Spen­den­gel­dern ver­min­dern die Glaub­wür­dig­keit von NPO-Marketing-In­itia­ti­ven und ver­schre­cken po­ten­zi­el­le Spender/innen. NPOs müssen folglich viel Vorarbeit leisten und auch nach­hal­tig höchste Pro­fes­sio­na­li­tät vorweisen, um dauerhaft Förderer und Un­ter­stüt­zer für ihre Projekte zu be­geis­tern.

Erstellen eines Non-Profit-Marketing-Konzepts

Damit Ihr Projekt ein voller Erfolg wird, müssen Sie sich ein gutes Marketing-Konzept überlegen. Da sich Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen ebenso auf dem Markt behaupten müssen, un­ter­schei­den sich deren Marketing-In­stru­men­te nicht we­sent­lich von denen eines ge­winn­ori­en­tier­ten Un­ter­neh­mens. Im Grunde verfolgen beide sogar das gleiche Ziel: Das Projekt soll sich gut „verkaufen“ und eine breite Ziel­grup­pe an­spre­chen. Der große Un­ter­schied besteht jedoch darin, dass NPOs nicht primär an ir­gend­wel­che Zahlen, sondern an der Ver­wirk­li­chung ihres ge­mein­nüt­zi­gen Projekts in­ter­es­siert sind. Dazu benötigen sie al­ler­dings – je nach Pro­jekt­grö­ße – eine bestimmte Menge an Kapital und Personal und vor allem viele en­ga­gier­te Mit­glie­der.

Das Non-Profit-Marketing setzt wegen der knappen fi­nan­zi­el­len und per­so­nel­len Mög­lich­kei­ten auf so­ge­nann­tes Fund­rai­sing. Durch „Be­schaf­fungs­mar­ke­ting“ versuchen NPOs eine breite Ziel­grup­pe an­zu­spre­chen und die aktive Teilnahme zu erhöhen. Denn je mehr Menschen sich eh­ren­amt­lich für das Projekt en­ga­gie­ren und Mit­glieds­bei­trä­ge zahlen, desto er­folg­rei­cher kann es auch umgesetzt werden. Um Anreize für soziales En­ga­ge­ment zu schaffen, greifen NPOs neben Standard-Marketing-Maßnahmen noch auf andere Marketing-In­stru­men­te zurück. Wie sieht ein gut geplantes Non-Profit-Marketing-Konzept aus?

Aller Anfang ist schwer, aber fangen Sie an!

Viele möchten die Welt ein kleines Stück besser machen. In Deutsch­land trägt jeder Dritte zum Ge­mein­wohl bei, sei es mit Spen­den­gel­dern oder eh­ren­amt­li­cher Tätigkeit in Vereinen, In­itia­ti­ven oder anderen Gruppen. Schwebt auch Ihnen ein ge­mein­nüt­zi­ges Projekt vor, aber Sie sind sich unsicher, ob und wie Sie es genau angehen sollen? Nur Mut! Auch die weltweit bekannte Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Amnesty In­ter­na­tio­nal hat ganz klein an­ge­fan­gen:

Gründer Peter Benenson stieß im Mai 1961 auf einen Zei­tungs­ar­ti­kel, in dem von der Ver­haf­tung zweier Studenten berichtet wurde, die in einem Café in Portugal auf ihre Freiheit an­ge­sto­ßen hatten. Völlig empört rief Benenson die Leser der bri­ti­schen Zeitung „The Observer“ dazu auf, sich mit Briefen für die Frei­las­sung der po­li­ti­schen Ge­fan­ge­nen zu en­ga­gie­ren. Die Kampagne „Appeal for Amnesty“ wurde ein voller Erfolg und war der Beginn einer globalen Bewegung, die sich für die Ver­tei­di­gung und Durch­set­zung von Men­schen­rech­ten einsetzt. Heute zählt Amnesty In­ter­na­tio­nal mit mehr als 7 Millionen Mit­glie­dern in über 150 Ländern zu den stärksten und ein­fluss­reichs­ten Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen weltweit.

Tipp

Mehr Fakten zur Gründung von Amnesty In­ter­na­tio­nal erfahren Sie auf der Website der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on.

Schritt 1: Setzen Sie sich konkrete Ziele

Das Geheimnis des Erfolgs liegt – wie bei jedem Un­ter­neh­men – in einer genauen Planung. Wenn Sie eine zündende Idee für ein soziales Projekt haben, dann errichten Sie zuerst ein stabiles Grund­ge­rüst, das Sie weiter ausbauen können. Legen Sie als Erstes Ihre Grund­prin­zi­pi­en fest und for­mu­lie­ren Sie Ihre Ziel­vor­stel­lun­gen:

  • Was möchte ich mit meinem Projekt erreichen? (z. B. Image stärken, Spenden ak­qui­rie­ren etc.)
  • Welche Ziel­grup­pe möchte ich an­spre­chen? (z. B. be­ruf­li­che Fach­grup­pen, In­ter­es­sen­grup­pen, öf­fent­li­che oder private Ein­rich­tun­gen etc.)
  • Was ist nötig, um das Projekt er­folg­reich zu rea­li­sie­ren? (z. B. Minimum an Gewinn festlegen, Min­dest­an­zahl von Un­ter­schrif­ten sammeln etc.)

Eine Hilfe für die Ziel­de­fi­ni­ti­on gibt die so­ge­nann­te SMART-Methode: Das Ziel soll spe­zi­fisch, messbar, ak­zep­tiert, rea­lis­tisch und ter­mi­nier­bar sein.

Beispiel: Tier­schutz

Spe­zi­fisch: Hilfe für Hunde in Bulgarien

Messbar: 20.000 Euro Spen­den­sum­me, 10.000 Un­ter­schrif­ten in der On­line­pe­ti­ti­on, 5.000 Facebook-Fans

Ak­zep­tiert: Ist das Pro­jekt­team mit den Ziel­vor­stel­lun­gen ein­ver­stan­den?

Rea­lis­tisch: Sind die fest­ge­leg­ten Ziele rea­lis­tisch zu erreichen? Welche Kennt­nis­se konnten wir aus ver­gan­ge­nen Projekten ziehen? Können wir davon ausgehen, dass jeder Un­ter­schrei­ber min­des­tens 2 Euro für das Projekt spendet?

Ter­mi­nier­bar: Die messbaren Ziele sollen innerhalb eines be­stimm­ten Zeitraums (z. B. zwei Monate) rea­li­siert werden.

Mit klar de­fi­nier­ten Zielen können Sie am Ende den Erfolg Ihres Projekts besser bewerten.

Schritt 2: Ana­ly­sie­ren Sie Ihr Umfeld

Um Ihre Stellung und Er­folgs­chan­cen am Markt be­ur­tei­len zu können, müssen Sie Ihr Umfeld genau ana­ly­sie­ren. Dies gelingt Ihnen mit der so­ge­nann­ten Stake­hol­der-Analyse. Stake­hol­der (engl. für „An­spruchs­grup­pen“) be­zeich­nen alle Per­so­nen­grup­pen, die von den un­ter­neh­me­ri­schen Tä­tig­kei­ten direkt oder indirekt betroffen sind. Dazu gehören:

Interne An­spruchs­grup­pen:

  • Ei­gen­tü­mer
  • Ma­nage­ment
  • Mit­ar­bei­ter

Externe An­spruchs­grup­pen:

  • Fremd­ka­pi­tal­ge­ber
  • Lie­fe­ran­ten
  • Kunden
  • Kon­kur­renz
  • Staat

Auch auf dem Non-Profit-Markt herrscht starker Wett­be­werb. Sie müssen demnach nicht nur die Stärken und Schwächen Ihrer Or­ga­ni­sa­ti­on kennen, sondern ebenfalls wissen, was Ihrem Pro­jekt­vor­ha­ben sonst för­der­lich oder ab­träg­lich werden könnte. Iden­ti­fi­zie­ren Sie also alle positiven wie auch negativen Stake­hol­der, von denen das Fort­be­stehen Ihrer NPO abhängt. Die folgenden sollten Sie in Ihrer Analyse besonders unter die Lupe nehmen:

Kon­kur­renz

Wie jedes Un­ter­neh­men werden auch Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen von einem starken Kon­kur­renz­kampf be­herrscht. NPOs kämpfen vor allem um not­wen­di­ge Res­sour­cen, wie Spen­den­ein­nah­men, Mit­glie­der, etc. Gibt es z. B. neben Ihnen bereits drei andere Or­ga­ni­sa­ti­on, die sich auf eine ähnliche Weise für das Thema Tier­schutz einsetzt, ist der Markt, in dem Sie sich bewegen, ziemlich klein und umkämpft. Stellen Sie daher sicher, dass sich Ihre NPO ganz klar von den anderen un­ter­schei­det und bauen Sie darauf Ihr Non-Profit-Marketing-Konzept auf. Wägen Sie Chancen und Risiken sorg­fäl­tig ge­gen­ein­an­der ab und überlegen Sie sich ggf. Ge­gen­maß­nah­men, um even­tu­el­len Risiken ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Mit­ar­bei­ter

Für die Durch­füh­rung einer Kampagne muss viel or­ga­ni­siert werden, z. B. das Verfassen, Drucken und Versenden bzw. Verteilen von Info- oder Wer­be­zet­teln, das Anbieten von In­fo­stän­den sowie das Ak­tua­li­sie­ren der Website und der Da­ten­be­stän­de. Aber auch all­täg­li­che Bü­ro­tä­tig­kei­ten gehören zu den Aufgaben in einer NPO. Je größer Ihre Or­ga­ni­sa­ti­on oder Ihr Projekt, desto mehr sind Sie auf die Mithilfe anderer an­ge­wie­sen.

Da der Großteil der fi­nan­zi­el­len Mittel für das Projekt selbst verwendet wird, benötigen Sie vor allem eh­ren­amt­li­che Helfer/innen. Hier spielt die Mo­ti­va­ti­on eine ent­schei­den­de Rolle. Stärken Sie diese, indem Sie Ihren Mit­ar­bei­tern klar­ma­chen, dass Sie ein ge­mein­sa­mes Ziel haben und auf ihre Hilfe an­ge­wie­sen sind. NPOs pflegen meist keine ge­wöhn­li­che Ar­beit­ge­ber-Ar­beit­neh­mer-Beziehung. Das im Vor­der­grund stehende soziale Projekt sorgt oft für einen ganz anderen Zu­sam­men­halt, der für den Erfolg Ihrer NPO enorm wichtig ist.

Kunden und Fremd­ka­pi­tal­ge­ber

Für die Fi­nan­zie­rung Ihres Projekts sind Kunden und Fremd­ka­pi­tal­ge­ber wichtige Faktoren. Umsätze, die Sie bei­spiels­wei­se über Mit­glied­schaf­ten oder den Verkauf von Produkten erzielen, können Sie für Ihre Kampagne gut ge­brau­chen. Auch Spen­den­gel­der von Fremd­ka­pi­tal­ge­bern sind nützliche Geld­quel­len. Versuchen Sie Profit-Un­ter­neh­men oder Pri­vat­spen­der für Ihr Projekt zu be­geis­tern und binden Sie diese als positive Stake­hol­der in Ihre NPO mit ein.

Fakt

Als Non-Profit-Or­ga­ni­sa­ti­on erhalten Sie vom Staat Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen. In­for­mie­ren Sie sich hierzu in der Bun­des­ab­ga­ben­ord­nung (BAO), ins­be­son­de­re Paragraf 34.

Schritt 3: Fund­rai­sing

Nachdem Sie Ihre Ziele fest­ge­legt und Ihr Umfeld ana­ly­siert haben, wenden Sie sich nun der Umsetzung Ihres Projekts zu. Hierbei ist das so­ge­nann­te Fund­rai­sing eine Ihrer vor­ran­gi­gen Aufgaben. Das meint die Be­schaf­fung aller not­wen­di­gen Mittel und Res­sour­cen zu möglichst geringen Kosten. Listen Sie sorg­fäl­tig alles auf, was Sie für Ihr Projekt benötigen. Dazu gehören bei­spiels­wei­se:

  • Geld­leis­tun­gen (Geld­spen­den, Mit­glieds­bei­trä­ge etc.)
  • Sach­leis­tun­gen (Sach­spen­den in Form eines Fahrzeugs, Technik, Kleidung etc.)
  • Dienst­leis­tun­gen (Zeit­spen­den in Form eh­ren­amt­li­chen En­ga­ge­ments)

Von Ihrer Liste ausgehend können Sie dann die ein­zu­set­zen­den Marketing-In­stru­men­te und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le bestimmen. Generell sollten Sie zur Res­sour­cen­be­schaf­fung von mehreren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten Gebrauch machen. Welche Sie wählen, hängt ei­ner­seits von der Ziel­grup­pe und an­de­rer­seits von der Kosten-Nutzen-Balance ab. Im Non-Profit-Marketing können Sie zwischen ver­schie­de­nen, mitunter kos­ten­güns­ti­gen Kanälen wählen:

  • Per­sön­li­cher Kontakt durch Stand­ak­tio­nen oder Haus­be­su­che
  • Internet (Mai­ling­ak­tio­nen zur Mit­glie­der­bin­dung, Spen­den­samm­lung oder als all­ge­mei­ner News­let­ter)
  • Event­mar­ke­ting
  • Mas­sen­me­di­en (Presse, Fernsehen, Hörfunk)
  • Telefon-Fund­rai­sing
  • SMS-Spenden-Aufrufe

Besonders im E-Commerce lassen sich kosten- und zeit­spa­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge finden. Das Online-Fund­rai­sing erweist sich vor allem für Pe­ti­tio­nen, Mit­glie­der­ein­wer­bung und Spen­den­auf­ru­fe als nützlich, weil es innerhalb kürzester Zeit und zu geringen Kosten eine Vielzahl an Menschen erreichen kann. Neben tra­di­tio­nel­len E-Mailings, News­let­tern und Websites mit Spen­den­for­mu­la­ren sind neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men ent­stan­den: So haben sich bei­spiels­wei­se ganze Online-Ge­mein­schaf­ten gebildet, die über ver­schie­de­ne Social-Media-Platt­for­men (Facebook, Blogs etc.) Spenden, Mit­glie­der und andere Res­sour­cen ak­qui­rie­ren.

Beispiele von pro­fes­sio­nel­len Non-Profit-Marketing-Kampagnen zeigen, dass Wer­be­bot­schaf­ten über das Internet ein voller Erfolg werden können. Besonders YouTube ist als zweit­größ­te Such­ma­schi­ne zu einer beliebten Plattform geworden, in der NPOs Wer­be­clips ohne Mühe und Kosten hochladen und Menschen aus aller Welt erreichen können.

Amnesty In­ter­na­tio­nal lädt re­gel­mä­ßig kleine Spots auf YouTube und anderen Social-Media-Platt­for­men auf, um die Be­völ­ke­rung über die Miss­stän­de in der Welt auf­zu­klä­ren und zum Protest gegen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen auf­zu­ru­fen. Zum 50. Ju­bi­lä­ums­jahr ver­deut­li­chen sie in einem Videoclip, dass ihre Or­ga­ni­sa­ti­on für die Freiheit der Menschen in der Welt steht:

Auch die Non-Profit-Or­ga­ni­sa­ti­on Green­peace nutzt aus­drucks­star­ke, emo­tio­na­le Bilder und Videos, um über die rabiate Na­tur­aus­beu­tung auf­zu­klä­ren und für den Kli­ma­schutz zu werben:

Wäh­rend­des­sen erfreut sich das Fund­rai­sing über Such­ma­schi­nen immer größerer Be­liebt­heit. Google bietet ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen die Mög­lich­keit, über das För­der­pro­gramm Google Ad Grants kos­ten­lo­se Wer­be­an­zei­gen gut­plat­ziert zu ver­öf­fent­li­chen. Teil­neh­mer­be­rech­tig­te können das kos­ten­pflich­ti­ge Tool Google AdWords praktisch umsonst nutzen, indem sie ein festes Ta­ges­bud­get von Google erhalten.

Schritt 4: Er­geb­nis­se eva­lu­ie­ren und op­ti­mie­ren

Glück­wunsch, Sie haben Ihr Projekt er­folg­reich umgesetzt. Nun gilt es, Bilanz zu ziehen und die Er­geb­nis­se aus­zu­wer­ten: Haben Sie Ihre fest­ge­leg­ten Ziele erreichen können? Welche NPO-Marketing-Maßnahmen brachten Sie zum ge­wünsch­ten Erfolg und welche nicht? Welche Er­kennt­nis­se können Sie daraus ziehen und für die nächste Kampagne anwenden? Auch wenn Sie vom Erfolg Ihrer Kampagne beflügelt sind, ist es enorm wichtig, dem Projekt eine letzte Analyse zu un­ter­zie­hen und mögliche Schwach­stel­len her­aus­zu­fil­tern. Denn nur so können Sie Ihr Non-Profit-Marketing-Konzept op­ti­mie­ren und Ihren Erfolg weiter ausbauen. In diesem Punkt agieren Non-Profit-Marketing und Profit-Marketing wieder identisch.

Vor- und Nachteile von Non-Profit-Marketing

Zu­sam­men­fas­send lässt sich jedoch fest­stel­len, dass Non-Profit-Marketing ein völlig anderes Konzept verfolgt als pro­fit­ori­en­tier­tes Marketing. Grund dafür sind un­ter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen und Ziele. Da aber für Non-Profit-Or­ga­ni­sa­tio­nen die gleichen markt­wirt­schaft­li­chen Regeln und Gesetze wie für Profit-Un­ter­neh­men gelten, müssen NPOs Fund­rai­sing (Be­schaf­fungs­mar­ke­ting) betreiben. Hieraus ergeben sich ver­schie­de­ne Vor- und Nachteile des NPO-Mar­ke­tings:

Vorteile Nachteile
Große Ziel­grup­pen (Be­zie­hungs­ma­nage­ment) Ggf. hohe Kon­kur­renz
Effektive und kos­ten­güns­ti­ge Wer­be­maß­nah­men Viel „Vorarbeit“ nötig (je besser das Image und je mehr Mit­glie­der, desto er­folg­rei­cher das Projekt)
Staat­li­che För­de­rungs­mög­lich­kei­ten Keine ge­wöhn­li­che Ar­beit­ge­ber-Ar­beit­neh­mer-Beziehung (kurz­fris­ti­ge und ständig wech­seln­de Struk­tur­än­de­run­gen möglich)
Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen
Werbung für den guten Zweck
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