Die Ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on von Microsoft er­mög­licht um­fang­rei­che Tabellen und komplexe Be­rech­nun­gen. Funk­tio­nen in Excel helfen in vielen Si­tua­tio­nen und lassen sich vom Design und Aussehen Ihrer Tabellen selten be­ein­flus­sen: Der Übersicht halber blenden Sie bestimmte Zellen aus? Kein Problem: Die Funk­tio­nen zählen die ge­fil­ter­ten Werte trotzdem mit. Doch­ge­ra­de das möchten Sie viel­leicht nicht immer. Wenn Sie wollen, dass Ihre Be­rech­nun­gen auf Filter und Aus­blen­dun­gen reagieren, ist die Funktion TEIL­ERGEB­NIS überaus nützlich. Sie vereint viele Re­chen­ope­ra­tio­nen in sich und er­mög­licht Ihnen mehr Kontrolle darüber, welche Zellen von Excel mit­ein­be­zo­gen werden.

Wofür braucht man in Excel die TEIL­ERGEB­NIS-Funktion?

Ins­be­son­de­re wenn man mit großen Da­ten­men­gen arbeitet, möchte man nicht immer alle Bereiche angezeigt bekommen. Wenn man Zeilen aus­blen­de­tet oder bestimmte Werte aus der Dar­stel­lung her­aus­fil­tert, lassen sich um­fang­rei­che Tabellen leichter erfassen. Auf diese Weise schrump­fen Tabellen so zusammen, dass nur noch die es­sen­zi­el­len Daten sichtbar bleiben, was die Arbeit mit ihnen extrem ver­ein­facht. Die aus­ge­blen­de­ten Werte gehen dabei al­ler­dings nicht verloren, sie sind immer noch Teil der Ar­beits­map­pe und werden deshalb von Funk­tio­nen weiterhin für Be­rech­nun­gen her­an­ge­zo­gen. Das ist ein großer Vorteil von Excel.

Aber genau das, was üb­li­cher­wei­se ein Vorteil ist, kann in einigen Si­tua­tio­nen auch stören. Möchte man bei­spiels­wei­se, dass die Excel-Funk­tio­nen auf die aktuelle Dar­stel­lung reagieren und ihre Er­geb­nis­se dem­entspre­chend anpassen, ist das mit den ge­wöhn­li­chen Be­rech­nungs­me­tho­den nicht möglich. Man müsste eine neue Tabelle erstellen, in der die her­aus­ge­fil­ter­ten Werte gar nicht auf­tau­chen. Mit der Funktion TEIL­ERGEB­NIS haben Sie eine Al­ter­na­ti­ve: Die Funktion kann so ein­ge­stellt werden, dass aus­ge­blen­de­te Zellen nicht in die Be­rech­nung mit­ein­ge­nom­men werden.

TEIL­ERGEB­NIS vereint gleich elf ver­schie­de­ne Funk­tio­nen in sich: Nutzer wählen aus, welche Be­rech­nungs­art in der Funktion verwendet werden soll, und ob aus­ge­blen­de­te Zellen be­rück­sich­tigt werden sollen oder nicht. Werte, die durch einen Filter momentan aus­ge­blen­det sind, bezieht die Funktion nicht in die Be­rech­nun­gen mit ein. TEIL­ERGEB­NIS lässt sich deshalb sehr gut als zu­sätz­li­ches Ergebnis neben einem End­ergeb­nis einsetzen. Durch den Vergleich beider Werte gewinnt man oft zu­sätz­li­che In­for­ma­tio­nen.

Hinweis

Den vollen Funk­ti­ons­um­fang kann TEIL­ERGEB­NIS nur bei einer ver­ti­ka­len Aus­rich­tung der Werte entfalten. Wird in einem solchen Fall eine Zeile aus­ge­blen­det, kann sich das – wenn gewollt – auf die Be­rech­nung auswirken. Verteilt man die Werte al­ler­dings ho­ri­zon­tal, also innerhalb einer Zeile, und blendet dann eine komplette Spalte aus, schlägt sich diese Ver­än­de­rung niemals im Ergebnis nieder.

Syntax von TEIL­ERGEB­NIS

Theo­re­tisch braucht die Funktion TEIL­ERGEB­NIS nur zwei Angaben. Als erstes geben Sie an, welche Be­rech­nung durch­ge­führt werden soll. Das zweite und alle folgenden Argumente erhalten In­for­ma­tio­nen zum ver­wen­de­ten Zell­be­reich. Eine Angabe ist ob­li­ga­to­risch, aber insgesamt können bis zu 254 Bereiche in die Formel auf­ge­nom­men werden.

=TEILERGEBNIS(Funktion;Bezug1;[Bezug2];…)

Mit dem ersten Parameter über­tra­gen Sie der TEIL­ERGEB­NIS-Funktion die Ei­gen­schaf­ten einer anderen Funktion – dafür hat Excel eine Liste vor­ge­se­hen. Sie geben die passende Zahl ein und TEIL­ERGEB­NIS führt die ent­spre­chen­de Be­rech­nung durch. Zu jeder Funktion gibt es al­ler­dings zwei Zahlen. Die Werte zwischen 1 und 11 sorgen dafür, dass TEI­LERGBNIS auch aus­ge­blen­de­te Werte mit­ein­be­zieht. Durch die Eingabe von 101 bis 111 ignoriert die Funktion aus­ge­blen­de­te Zellen im an­ge­ge­be­nen Bereich. Nach­fol­gend eine Übersicht.

Aus­ge­blen­de­te Zellen bleiben Teil der Be­rech­nung:

  • 1: MIT­TEL­WERT
  • 2: ANZAHL
  • 3: ANZAHL2
  • 4: MAX
  • 5: MIN
  • 6: PRODUKT
  • 7: STABW
  • 8: STABWN
  • 9: SUMME
  • 10: VARIANZ
  • 11: VARIANZEN

Aus­ge­blen­de­te Zellen werden nicht bei der Be­rech­nung be­rück­sich­tigt:

  • 101: MIT­TEL­WERT
  • 102: ANZAHL
  • 103: ANZAHL2
  • 104: MAX
  • 105: MIN
  • 106: PRODUKT
  • 107: STABW
  • 108: STABWN
  • 109: SUMME
  • 110: VARIANZ
  • 111: VARIANZEN
Hinweis

Egal, aus welcher Gruppe Sie eine Kenn­zif­fer auswählen, Werte, die durch den Filter einer Tabelle aktuell aus­ge­blen­det sind, werden niemals in Be­rech­nun­gen ein­be­zo­gen.

TEIL­ERGEB­NIS in der Praxis: Beispiele der Funktion

Das Pa­ra­de­bei­spiel für die Funktion TEIL­ERGEB­NIS ist die Be­rech­nung einer Summe. Die Funktion er­mög­licht es Ihnen, neben dem End­ergeb­nis, für das alle Werte be­rück­sich­tigt wurden, auch nur solche zu erfassen, die gerade nicht durch Filter oder Aus­blen­dun­gen betroffen sind.

=TEILERGEBNIS(109;A2:A10;B2:B10)

In diesem Beispiel nehmen wir Werte aus zwei Spalten und summieren diese. Da wir für den ersten Parameter den Wert 109 ein­ge­tra­gen haben, werden nur solche Werte auf­ge­nom­men, die derzeit auch sichtbar sind.

Das gleiche funk­tio­niert auch mit anderen Be­rech­nungs­ar­ten. So können Sie bei­spiels­wei­se den Mit­tel­wert berechnen.

=TEILERGEBNIS(1;A2:A10;B2:B10)

Es ist aber auch möglich, TEIL­ERGEB­NIS mit anderen Funk­tio­nen zu verbinden. Das Ergebnis der Funktion kann so direkt an weitere Be­rech­nun­gen wei­ter­ge­ge­ben werden – ohne dass dafür Hilfs­zel­len notwendig sind. So lassen sich zum Beispiel mehrere Teil­ergeb­nis­se mit­ein­an­der addieren.

Hilfreich ist es mitunter aber auch, TEIL­ERGEB­NIS mit der Funktion WENN zu kom­bi­nie­ren. So können Sie eine Zelle ein­rich­ten, in der Sie die ge­wünsch­te Rechenart angeben – zum Beispiel in Form eines Excel-Dropdown-Menü. Die Formel an sich wird dann zwar etwas um­fang­rei­cher, ist sie aber erstmal erstellt, brauchen Sie keine Än­de­run­gen mehr vornehmen. Nehmen wir als Beispiel also an, dass Sie re­gel­mä­ßig zwischen den drei Be­rech­nungs­for­men SUMME, ANZAHL und MIT­TEL­WERT wechseln möchten.

=WENN(A13="SUMME";TEILERGEBNIS(109;B2:B10);WENN(A13="ANZAHL";TEILERGEBNIS(102;B2:B10);WENN(A13="MITTELWERT";TEILERGEBNIS(101;B2:B10))))

Über den Au­to­Fil­ter stellen Sie ein, welche Daten infrage kommen, und in der Dropdown-Liste ent­schei­den Sie sich für die ge­wünsch­te Be­rech­nung. Die WENN-Abfragen lassen dann immer die korrekte TEIL­ERGEB­NIS-Funktion laufen.

Teil­ergeb­nis über Excel-Tool berechnen lassen

Neben der Funktion, die Sie leicht in Formeln in­te­grie­ren können, bietet Excel auch noch ein gleich­na­mi­ges Werkzeug. Dieses finden Sie im Reiter „Daten“ und dann unter dem Button „Teil­ergeb­nis“. Sinnvoll ist dies Tool zum Beispiel dann, wenn Sie eine mehr­spal­ti­ge Liste in Excel verwenden. In der einen Spalten befindet sich ein festes Set an zumeist nicht nu­me­ri­schen Werten – Namen bei­spiels­wei­se. Diesen Einträgen sind wiederum nu­me­ri­sche Werte zu­ge­ord­net: Umsätze, Punkt­zah­len, Messwerte und ähnliche Daten. Das Werkzeug hilft Ihnen, Teil­ergeb­nis­se von Grup­pie­run­gen zu ermitteln: Alle gleichen Einträge in der einen Spalte werden zu einer Gruppe zu­sam­men­ge­fasst und die da­zu­ge­hö­ri­gen Werte in der anderen Spalte un­ter­ein­an­der berechnet.

Fakt

Dies Werkzeug, das Sie per Knopf­druck starten können, greift im Hin­ter­grund auch auf die TEIL­ERGEB­NIS-Funktion zurück. Das Tool füllt die Formeln für Sie aus und trägt diese in die richtigen Zellen ein.

Um das Teil­ergeb­nis-Feature nutzen zu können, müssen Sie aber zunächst einige Vor­ar­bei­ten leisten. Das Tool greift auf eine sortierte Liste zu. Die Funktion zum Sortieren finden Sie bei­spiels­wei­se über einen Rechts­klick auf den Lis­ten­be­reich. Außerdem brauchen die Spalten Ihrer Liste Be­schrif­tun­gen in der ersten Zeile.

Wenn Sie jetzt die Liste markieren und das Teil­ergeb­nis-Werkzeug starten, dann öffnet Excel ein neues Menü. Dort wählen Sie zunächst die Spalte, die für die Grup­pie­rung her­an­ge­zo­gen werden soll. (Hierfür ist auch die Be­schrif­tung der Spalten wichtig, denn man wählt den ent­spre­chen­den Bereich durch den Namen und nicht durch eine Zell­re­fe­renz aus.) Im nächsten Schritt ent­schei­den Sie, welche Rechenart verwendet werden soll. Sie haben die gleichen Funk­tio­nen zur Auswahl, die Sie auch über die TEIL­ERGEB­NIS-Funktion an­spre­chen können. Schließ­lich wählen Sie aus, welche Werte für die Be­rech­nung in Frage kommen. Hier sind auch Mehr­fach­nen­nun­gen zulässig. Sie haben zudem die Mög­lich­keit, drei eher kos­me­ti­sche Än­de­run­gen vor­zu­neh­men.

  • Vor­han­de­ne Teil­ergeb­nis­se ersetzen: Möchten Sie, dass die Liste Teil­ergeb­nis­se aus ver­schie­de­nen Be­rech­nun­gen anzeigt oder soll nur die letzte Be­rech­nung angezeigt werden? Hiermit legen Sie es fest.
  • Sei­ten­um­brü­che zwischen Gruppen einfügen: Nach der Auf­lis­tung jeder Gruppe findet ein Sei­ten­um­bruch statt.
  • Er­geb­nis­se unterhalb der Daten anzeigen: Das Teil­ergeb­nis jeder Gruppe wird direkt unterhalb der je­wei­li­gen Grup­pie­rung angezeigt.

Wenn Sie Ihre Angaben be­stä­ti­gen, verändert Excel die Ansicht ein wenig. Am linken Rand haben Sie nun ein zu­sätz­li­ches Menü, das die Ver­schach­te­lung Ihrer Liste wie­der­gibt. Über die ent­spre­chen­den Schalt­flä­chen können Sie Gruppen ein- und aus­klap­pen und so die Ansicht auf Ihre Be­dürf­nis­se anpassen.

Fazit

Excel gibt Ihnen mit Teil­ergeb­nis – egal, ob als Funktion oder als Werkzeug – mehr Mög­lich­kei­ten zum Umgang mit Tabellen und Listen. Gerade bei komplexen Da­ten­men­gen können Sie so mehr Ordnung schaffen und in­ter­es­san­te In­for­ma­tio­nen erhalten.

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