Zugegeben, der Name ist etwas ir­re­füh­rend. Die Funktion erzeugt nicht, wie man leicht denken könnte, das Produkt (also das Ergebnis einer Mul­ti­pli­ka­ti­on) mehrerer Summen (Ergebnis einer Addition). Statt­des­sen sorgt die Funktion für den um­ge­kehr­ten Fall: Mehrere Produkte werden zu einer Summe zu­sam­men­ge­rech­net. In Excel hilft SUM­MEN­PRO­DUKT sowohl bei kleinen Tabellen als auch bei einer großen Matrix.

Wobei hilft die Funktion SUM­MEN­PRO­DUKT?

Immer dann, wenn Sie in Excel zuerst mehrere Werte mit­ein­an­der mul­ti­pli­zie­ren und diese Er­geb­nis­se dann zu­sam­men­rech­nen wollen, kann Ihnen die Funktion SUM­MEN­PRO­DUKT helfen. Wenn man bei­spiels­wei­se mehrere Matrizen in seinem Ar­beits­blatt un­ter­ge­bracht hat, und diese mit­ein­an­der ver­rech­nen möchte, geht das mit SUM­MEN­PRO­DUKT sehr einfach. Gehen wir von einer zwei­spal­ti­gen Tabelle aus: Mit SUM­MEN­PRO­DUKT können Sie die beiden Werte jeder Zeile mit­ein­an­der mul­ti­pli­zie­ren und dann alle Er­geb­nis­se zu einer Summe addieren.

SUM­MEN­PRO­DUKT ist eine Ma­trix­for­mel. Wenn Sie eine Funktion als Ma­trix­for­mel verwenden möchten, erfolgt die Be­stä­ti­gung der For­mel­ein­ga­be nor­ma­ler­wei­se mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Strg] + [Umschalt] + [Enter]. Bei SUM­MEN­PRO­DUKT ist dies nicht notwendig. Die Funktion an sich ist bereits auf die Ver­ar­bei­tung von Matrizen angelegt. Excel benötigt deshalb kein spe­zi­el­les Signal.

Syntax von Excel-SUM­MEN­PRO­DUKT

Die Excel-Funktion SUM­MEN­PRO­DUKT hat eine relativ einfache Struktur. In ihr werden in der Regel nur die Bereiche angegeben, die in die Be­rech­nung mit auf­ge­nom­men werden sollen.

=SUMMENPRODUKT(Matrix1;[Matrix2];[array3]…)

In der Formel muss also min­des­tens eine Matrix genannt werden. Sie können al­ler­dings bis zu 256 Einträge vornehmen. Excel gibt Ihnen ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten, um die Parameter zu füllen. Sie können die Matrix per Zellbezug eingeben, mit einem Namen auf den ge­wünsch­ten Bereich verweisen oder direkt ein Array (also eine Sammlung von Werten) in die Formel eintragen.

  • Zell­be­reich: =SUM­MEN­PRO­DUKT(A2:A6;B2:B6)
  • Name: =SUM­MEN­PRO­DUKT(Matrix1;Matrix2)
  • Array: =SUM­MEN­PRO­DUKT({15;27;12;16;22};{2;5;1;2;3})
Hinweis

Damit Sie Namen innerhalb der Funktion verwenden können, müssen Sie diese zunächst de­fi­nie­ren. Markieren Sie dazu den ent­spre­chen­den Bereich inklusive einer Kopfzeile, in welchen Sie den Namen bereits ein­ge­tra­gen haben, und gehen Sie dann auf „Formeln und „Aus Auswahl erstellen“.

Die ent­spre­chen­den Zell­be­rei­che müssen immer sym­me­trisch sein: Enthält die zweite Matrix bei­spiels­wei­se eine Zeile bzw. einen Wert weniger als der erste Bereich, kommt es zu einer Feh­ler­mel­dung.

SUM­MEN­PRO­DUKT-Funktion in der Praxis

Die Funktion SUM­MEN­PRO­DUKT bringt einige Vorteile mit sich: Der of­fen­sicht­lichs­te Vorteil ist, dass Sie sich durch die Ver­knüp­fung von Mul­ti­pli­ka­ti­on und Addition mehrere Re­chen­schrit­te sparen können. Zudem lässt sich die SUM­MEN­PRO­DUKT sehr gut mit anderen Funk­tio­nen ver­knüp­fen. Die Funktion er­mög­licht aber auch noch Kniffe, die in­ter­es­sant für kom­ple­xe­re Aufgaben sind.

SUM­MEN­PRO­DUKT mit Vergleich

So hat SUM­MEN­PRO­DUKT bei­spiels­wei­se einen ein­ge­bau­ten Aspekt, der der Funktion SUMMEWENN gleicht. So können Sie auswählen, welche Werte innerhalb der Matrizen in die Be­rech­nung auf­ge­nom­men werden sollen. Hierfür müssen Sie lediglich die ei­gent­li­che Syntax der Funktion etwas abwandeln:

=SUMMENPRODUKT((A2:A11=A14)*B2:B11*C2:C11)

In das erste Argument haben wir also einen Vergleich eingefügt. Nur wenn die Angaben dem Wert in Zelle A14 ent­spre­chen, werden die zu­ge­hö­ri­gen Zellen mit­ein­an­der mul­ti­pli­ziert und in die Summe auf­ge­nom­men. Neben dem Gleich­heits­zei­chen, das den Vergleich durch­führt, sind Mul­ti­pli­ka­ti­ons­zei­chen hin­zu­ge­kom­men. In der normalen Syntax können die Bereiche einfach mit einem Semikolon ab­ge­trennt werden. Excel versteht üb­li­cher­wei­se auch so, wie es mit den Angaben umzugehen hat. Wenn Sie al­ler­dings den Vergleich einbauen, fordert die Funktion die klare Aus­zeich­nung der Re­chen­ope­ra­ti­on. Sonst kommt es zu einem Fehler.

Weitere Mul­ti­pli­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten

Mithilfe des Stern­chens können Sie die Mul­ti­pli­ka­ti­on auch anders durch­füh­ren. Wie bereits erwähnt, funk­tio­niert die Funktion ei­gent­lich nur, wenn die an­ge­ge­be­nen Bereiche die gleiche Anzahl von Zellen haben. Nun kann es aber vorkommen, dass immer mit demselben Wert mul­ti­pli­ziert werden soll. Theo­re­tisch müssten Sie hierfür eine Matrix verwenden, in der in jeder Zelle der gleiche Wert auftaucht. Statt­des­sen können Sie den Wert aber auch nur einmal in einer Zelle hin­ter­le­gen und dann die Schreib­wei­se mit „*“ verwenden.

=SUMMENPRODUKT(A1:A10*$B$1)

Nehmen wir als weiteres Beispiel den Fall an, dass man ver­schie­de­ne Zellen addieren möchte und diese dann wiederum mit einem Wert mul­ti­pli­zie­ren und an­schlie­ßend die Er­geb­nis­se dann erneut summiert möchte. Um das mit Excel um­zu­set­zen, gibt es zwei ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten:

=SUMMENPRODUKT(A2:C6*D2:D6)

Auch hier nutzen Sie wieder das Mal-Zeichen. Die Werte im großen Bereich werden zunächst un­ter­ein­an­der addiert und dann mit dem zweiten Bereich mul­ti­pli­ziert.

=SUMMENPRODUKT((A2:A6+B2:B6+C2:C6);D2:D6)

In dieser Formel kann man dann wieder das Semikolon nutzen. Dafür muss man Excel al­ler­dings explizit mitteilen, dass die einzelnen Bereiche erst addiert werden sollen.

SUM­MEN­PRO­DUKT mit weiteren Funk­tio­nen kom­bi­nie­ren

Die SUM­MEN­PRO­DUKT-Funktion lässt sich selbst­ver­ständ­lich auch mit anderen Excel-Funk­tio­nen kom­bi­nie­ren. So kann man mehrere Schritte in einer Formel un­ter­brin­gen und muss nicht mit Hilfs­zel­len arbeiten, um Zwi­schen­er­geb­nis­se abzulegen. Fol­gen­der­ma­ßen können Sie das Ergebnis der Funktion bei­spiels­wei­se direkt abrunden lassen:

=ABRUNDEN(SUMMENPRODUKT(A2:A6;B2:B6);-1)

SUM­MEN­PRO­DUKT ist bei diesem Beispiel in die ABRUNDEN-Funktion in­te­griert und dient dort als erster Parameter.

Fazit

In Excel bietet Ihnen SUM­MEN­PRO­DUKT zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten, komplexe Be­rech­nun­gen zu ver­ein­fa­chen. Die Funktion können Sie entweder für sich allein nutzen oder mit anderen Funk­tio­nen kom­bi­nie­ren.

Zum Hauptmenü